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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
46
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46 Büch der Lieder.

Doch da bist du entgegen nur gekommen,Und ach! was da in deinem Aug' geschwommenDas war die süße, langgesuchte Liebe.

An H. Str.

Nachdem ich seine Zeitschrift siir Erweckimg altdeutscher Kunst gelesen.Wie ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen,

Da grüßen mir entgegen Niel vertraute,

Viel goldne Bilder, die ich weiland schauteIm Knabentraum und in den Kindertagen.

Ich sehe wieder stolz gen Himmel ragenDen frommen Dom, den deutscher Glaube baute,Ich hör' der Glocken und der Orgel Laute,

Dazwischen klingt's wie süße Liebcsklagen,

Wohl seh' ich auch, wie sie den Dom nmklcttcrn,Die flinken Zwerglein, die sich dort erfrechen,Das hübsche Blum- und Schnitzwerk abzubrechen.

Doch mag man immerhin die Eich' entblätternUnd sie des grünen Schmuckes rings beraubenKommt neuer Lenz, wird sie sich neu belauben.

Fresko-Sonette an Christian S(ethe).

1,

Ich tanz' nicht mit, ich räuchre nicht den Klötzen,Die außen goldig sind, inwendig Sand;

Ich schlag' nicht ein, reicht mir ein Bub' die Hand,Der heimlich mir den Namen will zerfetzen.

Ich beug' mich nicht vor jenen hübschen Metze»,Die schamlos prunken mit der eignen Schand';'

Ich zieh nicht mit, wenn sich der Pöbel spanntVor Siegeswagen seiner eilcln Götzen.

Ich weih es wohl, die Eiche muß erliegen,

Derweil das Rohr am Bach durch schwankes Biege»In Wind und Wetter stchn bleibt, nach wie vor.

Doch sprich, wie weit bringt'S wohl am End' solch' Rohr?Welch Glück! als ein Spazicrstvck dient's dem Stutzer,Als Kleiderklopfer dient's dem Stiefelputzer,

2.

Gieb her die Larv', ich will mich jetzt maskieren,In einen Lumpenkerl, damit Halunken,Die prächtig in Charaktcrmasken prunken,

Nicht wähnen, ich sei einer von den Ihren,