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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
36
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Buch der Lieder.

Sprich, was bleichet deine Wangen?Warum wird dein Aug' so dunkel?"

Und Ramiro? "" stottert Clara,

Und Entsetzen lähmt die Zunge.

Doch mit tiefen, ernsten FaltenFurcht sich jetzt des Bränt'gams Stirne:Herrin, forsch' nicht blnt'ge Kunde,Heute mittag starb Ramiro."

10.

Beisitzer.

Die Mitternacht zog naher schon;

In stummer Ruh lag Babylon.

Nur oben in des Königs Schloß,

Da flackert's, da lärmt des Königs Troß.

Dort oben in dem Königssaal,

Belsazer hielt sein Königsmahl.

Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.

Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht';So klang es dem stvrrigen Könige recht.

Des Königs Wangen leuchten Glut;

Im Wein erwuchs ihm kecker Akut.

Und blindlings reißt der Mut ihn fort;Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.

Und er brüstet sich frech, und lästert wild!Die Knechtenschnr ihm Beifall brüllt.

Der König rief mit stolzem Blick;

Der Diener eilt und kehrt zurück.

Er trug viel gülden Gerät ans dem Haupt;Das war aus dem Tempel Jchovahs geraubt.

Und der König ergriff mit frevler HandEinen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.

Und er leert ihn hastig bis auf den Grund.Und rufet laut mit schäumendem Mund: