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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
35
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Junge Leiden. 85

Sind ja schneeweiß deine Wangen!""

Flüstert Clara, heimlich zitternd.

Sprachest ja, ich sollte kämmen!"

Schallet dumpf Ramiros Stimme.

Und im Saal die Kerzen blinzelnDurch daS flutende Gedränge;

Und die lauten Pauken wirbeln,

Und es schmettern die Drommeten.

Sind ja eiskalt deine Hände!""

Flüstert Clara, schauerzuckend.

Sprachest ja, ich sollte kommen!"

Und sie treiben fort im Strudel.

Laß mich, laß mich! Don Rannro!

Leichenduft ist ja dein Odem!""

Wiederum die dunkeln Worte:

Sprachest ja, ich sollte kommen!"

Und der Boden raucht und glühet,

Lustig tonet Geig' und Bratsche;

Wie ein tolles ZauberwebcnSchwindelt alles in dem Saale.

Laß mich, laß mich! Don Namiro!""Wimmert's immer im Gewoge.

Don Ramiro stets erwidert:

Sprachest ja, ich sollte kommen!"

Nun, so geh, in Gottes Namen!""

Clara rief's mit fester Stimme,

Und dies Wort war kaum gesprochen,Und verschwunden war Ramiro.

Clara starret, Tod im Antlitz,

Kaltumflirret, nachtumwoben;

Ohnmacht hat das lichte BildnisIn ihr dunkles Reich gezogen.

Endlich weicht der Nebelschlummer,

Endlich schlägt sie auf die Wimper;

Aber Staunen will aufs neueIhre holden Augen schließen.

Denn derweil der Tanz begonnen,

War sie nicht vom Sitz gewichen,

Und sie sitzt noch bei dem Brllnl'gam:

Und der Ritter sorgsam bittet: