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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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146
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146 Biographie.

herbeizuführen. Er schickte ein schriftliches Zeugnis von Meherbccr,mit dem er befreundet war, ein, daß Salomvn Heine seinein Neffendie Pension ans Lebenszeit festgesetzt habe. Er bat seinen VerlegerCampe um dessen Vermittlung und sandte ihm eine notarielle Voll-macht ein, worin er zur Erhebung des Legats und zur Geltend-machung der Pensionsansprüchc auf jeden: ihn: gutdünkendcn Wegeermächtigt wurde. Schließlich ließ er sich sogar herbei, einen ver-söhnlichen Brief an seinen Vetter zu schreiben, in dem er die Ver-sicherung gab, nie eine verletzende Zeile über die Mitglieder seinerFamilie zu schreiben.

Daraufhin wurde wohl das kleine Legat von 8666 Mark Banco,nicht aber die Pension ausbezahlt. Nach der Lage der Sache bliebnun Heine kaum etwaS anderes übrig, als durch die öffentlicheMeinung Karl Heine zur Zahlung der Pension zu zwingen undman kann es ihm kaum verargen, wenn er in dieser entsetzlichenSitnation sich daran erinnerte, daß seine Feder sein Schwert sei.

Aber erst in: Februar 1847 fand eine Verständigung mit KarlHeine statt, nach welcher dem Dichter die JahreSrente fortbezahltund die Verpflichtung übernommen wurde, nach dessen Ableben derWitwe die Hälfte der Pension regelmäßig zukommen zu lassen. Da-gegen mußte sich Heine verpflichten, nichts gegen seine Familie zuschreiben und drucken zu lassen.

Man muß die Briefe Heines ans jener Zeit aufmerksam lesen,um dieses Ereignis nach seiner vollen Bedeutung zu würdigen.DerVerrat, der im Schöße der Familie, wo ich waffenlos und vertrauendwar, an mir verübt wurde, hat mich wie ein Blitz aus heiteremHimmel getroffen und fast tödlich beschädigt." Bald nach dem Ein-treffen der ersten Nachrichten traf ihn eine schlagartige Lähmung, diesich zunächst auf das ohnedies leidende linke Auge warf, allmählichaber sich über die Brust hiuunterzog. Und diese Krankheit machte,trotz sorgsamster Pflege, rapide Fortschritte. Auch ein längererSommeraufenthalt in Montmorcncy, wohin ihn Mathilde begleitete,brachte keine Besserung. Der Verrat der Blutsfreunde hatte seinHerz zu tief getroffen.

In dieser Lage entschloß sich Heine noch einmal zu einer Reisenach Deutschland. Er wollte seinen Jugendfreund aus der BonnerUniversitätszeit, Professor Dieffenbach, den berühmten Operateur inBerlin, wegen seiner Krankheit konsultieren und die geliebte Mutterzum letzten Male sehen. Heine wandte sich deshalb an den ihm wohl-gesinnten Alexander von Humboldt mit der Bitte, durch seinen hohenEinfluß die bestimmte Zusicherung zu erwirken, daß er während seinerReise durch Preußen keinen polizeilichen Belästigungen ausgesetzt seinwürde. Friedrich Wilhelm IV., der für die Gedichte Heinesunver-wüstliche Vorliebe hegte", war einer solchen Konzession nicht abgeneigt;