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seinem eigentliche» Ziele erheblich näher; ja er sah allmählich ein,daß ihm die Erreichung dieses Zieles in der Residenz Wahl überhauptunmöglich sein werde. Dazu kam das Drängen der Eltern und Ver-wandten, denen noch kaum eine Ahnung seiner dichterischen Sendungaufgegangen war, doch nun einmal seine Studien zu beendigen. Sosah er sich denn genötigt, Berlin, das er trotz allen Räsonnierenssehr lieb gewonnen hatte, zu verlassen. Im Mai des Jahres 1823begab er sich zunächst nach Lüneburg, Ivohin seine Eltern etwa seitanderthalb Jahren — nach einem kurzen Aufenthalte in Oldesloe —übergesiedelt waren, und verweilte daselbst längere Zeit.
Gegenüber dem bewegten Treiben der Residenz kam ihm daskleinstädtische Leben in der „Residenz der Langenweile" sehr eintönig vor.
Trotzdem entstanden auch in Lüneburg mehrere seiner schönstenGedichte, wie z. B. „Nacht lag auf meinen Augen", „Mein Herz,mein Herz ist traurig" u. a. Und in Rudolf Christiani, dem Sohndes Generalsuperintendcntcn, fand er einen lieben und treuen Freund.Christiani, der nachher sein Verwandter wurde und als Abgeordneterin der hannoverschen Kammer sich durch seine oppositionelle Stellunghervorthat, wurde später von Heine scherzhaft „der Mirabeau derLüncburger Heide" genannt.
Außer mit Christiani verkehrte Heine zu jener Zeit eigentlich nurmit seinen Eltern und Geschwistern. Namentlich war es sein BruderMax, dem er damals besondere Aufmerksamkeit zuwendete. Auch inseinen Studien förderte er den Bruder mit besonderem Eifer, vorallem bei dessen prosodischen Arbeiten.
Von seinen Eltern hatte Heine im großen und ganzen nurgeringe Förderung seiner dichterischen Bestrebungen zu erwarten.Eher interessierten sich die Geschwister für den Poeten.
Je weniger Heine in Lüneburg irgend welchen persönlichen Ver-kehr hatte, einen desto eifrigeren Briefwechsel unterhielt er mit seinenFreunden in Berlin und Münster. Von Moser ließ er sich allediejenigen Bücher besorgen, deren er zu seinen Studien bedurfte;„ewige Freundschaftsdienste, ewige Plackereien, Unruh', Beschwerde— ich rathe Dir, gieb die Freundschaft mit mir auf," so schreibter ihm einmal.
Gegen Ende desselben Monats machte Heine eine Reise nachHamburg; zum Teil galt dieser Besuch seiner, seit etwa einem Jahrean den Kaufmann Moritz Embken dort verheirateten Schwester, derer mit besonderer Zärtlichkeit zugethan war, hauptsächlich aber seinemreichen Oheim, Salomon Heine, mit dem er sich verständigen wollte.
Die Ahnung Heines, daß er sich durch seine „Ironie und Ehr-lichkeit" in Hamburg nur neue Feinde schaffen würde, ging leider inErfüllung.
Zunächst kam es zu keiner Verständigung mit seinem Oheim,