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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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18
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18 Biographie,

üblen »nd als einen lästigen Zwang empfinden inusstcn. DieserWiderstreit durchzog damals wohl jedes jüdische Hans, und fast jederJude, der an? jenen Zcitverhältnissen heraus sich zur Hohe einerhumanen Weltanschauung emporgearbeitet hat, hat jene Kämpfedurchmachen müssen, in denen gar mancher unterlegen, viele gesiegt,die meisten aber nur schwer überwunden haben,

lind nur von diesem Standpunkte ans wird auch daS LebenHeines und vieles Widersprechende in demselben und in seinenSchriften aufgefaßt und erklärt werden müssen, um psychologisch klarund verständlich zu sein. Wie streng Harry und seine Brüder zurErfüllung der religiösen Ccremonien angehalten wurden, ist ansvielen Beispielen bekannt, die für seine spätere Entwicklung besonderscharakteristisch sein dürften.

Das jüdische Wissen Heines, seine Kenntnis der Bibel, die ansseine Prosa so mächtig einwirkte, scheint einzig und allein anS jenerZeit zu datieren, in der er die Nintelsohnsche Schule besuchte. Dennein Jahr darauf trat er in das Düsseldorfer Lyceum ein, eine vonden Franzosen in einem ehemaligen Franziskanerkloster errichtetehöhere Lehranstalt, und von da an scheint Heine keinen hebräischenUnterricht mehr genossen zu haben.

Bevor wir unS nun mit diesem Lyceum und seinen Lehrern,die ans die Bildung Heines von weitgrcifcndstcm Einflüsse gewesensind, näher beschäftigen, wird es geboten sein, einen Blick auf dieZeitverhältnisse zu werfen, unter denen der Knabe heranreifte, unddie für seine Entwicklung so bedeutungsvoll wurden.

Die französische Invasion war bis nach Westfalen gedrungen,Düsseldorf war bereits seit dem 6. September 1735 von französischenTruppen besetzt und der Friede von Luneville im Jahre 1801 brachtedas ganze linke Rheinnfcr in die Gewalt der Franzosen. Der Länder-schacher war an der Tagesordnung,

Die Eindrücke seiner Jugend sind maßgebend gewesen für Heinespolitische Weltanschauung wie für seine ganze Entwicklung. In seinerFamilie herrschte die unbedingteste Verehrung Napoleons, der denrheinischen Juden zuerst die bürgerliche Gleichstellung verlieh unddeshalb von ihnen wie ein Messias verehrt wurde.Wollte Gott,wir hätten ihn noch!" seufzte Samson Heine oft später. Währenddie Franzoscnherrschaft den Juden volle Gleichberechtigung brachteund sie dadurch zu unbedingten Anhängern des Kaisers machte, ge-währte ihnen Deutschland erst nach den Befreiungskriegen die Eman-zipation, um sie ihnen wieder bald darauf zu entziehen. Was Wunder,wenn Napoleon von den Inden aller Länder, insbesondere aberDeutschlands förmlich angebetet wurde, da er ihnen die Erlösung ansmehr denn tausendjähriger Knechtschaft brachte!

Um so merkwürdiger hebt sich von dieser Folie der wahrhaft