S.HH, Z. i3. Vgl. insbesondere H. Reschau er,Das Jahr i3H3. Gerichte der Wiener Revolution.Wien 1372. Waldheim. I. Band, S. iHz, lH3,lHg, 169. II. Band, S. Li.
S. HH, Z. zH. From mann, Geschichte desBörscnvereines der deutschen Buchhändler (Pu-blikationen des Börsenvereines der deutschen Buch-händler III.), Leipzig 1875, S. 73.
S. HL, Z. H. Seiner einzigen Tochter Anna,geboren i3. Mai i3iH, war Carl Gerold be-sonders zugetan. Sie war von hervorragenderIntelligenz, sprachenknndig und zeigte großes In-teresse für die in- und ausländische Literatur.Sie heiratete den Schweizer Buchhändler HenryFranyois Favarger, der bei Gerold praktizierthatte und dann in Trieft eine Buchhandlunggründete. An sie richtete Carl Gerold das erstezur Ausgabe gelangte Exemplar des Zirkularsvom Z. April i8Hz, durch das er seine beidenSöhne als Gesellschafter seiner Firma bekannt-gab. Dem Zirkular fügte er gleich einen Briefan Anna Favarger an. Dieses uns erhalteneSchriftstück hat folgenden Wortlaut:
„Wien, den z. April i3Hz.
Ich gebe mir hiermit die Ehre anzuzeigen, daßich in Anerkennung der thätigen und erfolgreichenmehrjährigen Verwendung, mit welcher ineinebeiden Söhne: Friedrich und Moriz Gerold, michin meinem Buchhandlnngs-Geschäste unterstützthaben, dieselben durch Svcietäts-Vertrag vom2. Jänner i8Hz, Elfteren als stillen Gesellschafter(da er bereits in der hier etablierten Leihbibliothekvon Armbruster'S sei. Witwe 6- Friedrich Gerold,öffentlicher Gesellschafter ift), und letzteren alsöffentlichen Gesellschafter meiner hier etabliertenBuchhandlung aufgenommen habe, welche künf-tig unter der Firma: Carl Gerold 6- Sohngeführt wird, indem ich auch dag Recht derFirmirung an meine abgedachten beiden Söhneübertragen habe, und bitte deshalb von dennachfolgenden Unterschriften Kenntnis zu nehmen.
Hochachtungsvoll Carl Ger 0 l d."
Dann heißt es handschriftlich weiter:
„Ich sende Dir ein für die Familie die Namenmit Gold gedrucktes Circulair, das erste, welchesausgegeben wird. Vom künftigen Monath an,tritt die neue Firma ins Leben. Gott gebe ihr Ge-deihen. Fritz und Moriz find ganz glücklich undvoller Thätigkeit. Ich glaube so am besten für dieganze Familie gesorgt zu haben, und wichtigeGründe bestimmten mich zu diesem Schritt....Weil Du Ungetreue nicht hierher kommst, so habenwir einen anderen Plan ausgehekt, welcher insWerk gesetzt wird; alle Voreinleitungen sind ge-troffen. Künftigen Dienstag reise ich nach Leipzigab und die Mutter wird in Begleitung des Wil-helm Hubert gegen Ende der Messe nach Prag,Teplitz bis Dresden reisen, von wo ich sie abhole,mit ihnen einen Ausflug nach der sächsischen Schweitzmache, dann über Leipzig, Weimar, Erfurt, Gotha,Eisenach, Fulda, Hanau nach Frankurt a. M. ab-gehe. Wo uns Moriz sobald Fritz von der Messezurück ist nachreiset, und wir dann gemeinschaft-lich die Rheinreife inachen, wieder nach Frankfurtzurückkehren, wo wir unseren Wagen stehen lassen,um dann über Heidelberg, Manheim, Carlsruh,Baden-Baden nach Straßburg eilen, um durch einStückchen der Schweitz, Tyrol, Salzburg nachHanse zurückkehren.
Da die Mutter noch nie in Deutschland war,so hat es großes Interesse für sie. Du kannstuns also im Monath Juny in Deinen Ge-danken folgen.
Ich erwarte bis Samstag die Rimessen fürdie Leipziger Mefse von Deinem Mann, welchenherzlich grüßen laffe.
Lebe nun wohl und vergnügt und fey derLiebe Deines Vaters gewiß.
Voin Herzen Dein alter treuer VaterCarl Gerold.
Wien, den 27. April i3Hz."
Anna schenkte fünf Kindern das Leben, denenMoriz Gerold nach dem i33i erfolgte» TodeFavargerö ein liebreicher und sürsorgender Vor-mund war. Als ein Zeichen wie sehr die Brüderdie Tatkraft und Klugheit ihrer Schwester schätzten,sei erwähnt, daß sie ihr die Verwaltung desStammhauses in der Postgasse übertrugen, das
66