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Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
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Unter der fürsorglichen Negierung Ntaria Theresias ersi war in Wien ein eigentlicherVerlagsbuchhandel entstanden. Joses II. hatte als Kronprinz einer alten Traditionder Habsburger, sich auch mit einem Gewerbe zu beschästigen, folgend und bezeichnendfür seine Geisiesrichtung und sein späteres Wirken die Buchdruckerei erlernt. AlsKaiser sah er fast alles vom reinen Nützlichkeitsstandpunkt und unter diesem Einflußnahm auch die österreichische Bücherproduktion während seiner Regierungszeit einenanderen Charakter an. An die Stelle der historischen Prachtwerke traten nun Gesetzes-ausgaben und Lehrbücher der Naturwissenschaften. Andererseits entsprang seinen Reformenaus dem Gebiete der Preßpolitik eine Flut von Broschüren und Zeitschristen, die denBuchdruckern wenig Lorbeeren, aber guten Verdienst, dem Buchhandel vielfachen Schadenbrachte. Immerhin hatte aber auch diese ausklärungsreiche Sturm- und Drangperiode,angefacht noch durch die Vorgänge in Frankreich, den Vorteil, daß das Lern- und Lese-bedürsnis auch im Wiener Publikum merklich wuchs. Dazu kam der Segen der durch-greifenden Verbesserungen aus dem Gebiete des Unterrichtswesens.

Josef Gerold war in Wien im Jahre 1749 als der Sohn des städtischen Steueramts-kassiers Melchior Gerold (Porträt S. 19, gestorben im 81. Lebensjahre in Wien am2. April 1789) und seiner Gattin Ntaria Magdalena (Porträt S. 18, gestorben im54. Lebensjahre in Wien am 8. August 1777) geboren worden. Trotz aller Bemühungenwar es leider ganz unmöglich, ein authentisches Porträt von ihm aufzufinden. Seine ersteurkundliche Erwähnung geschieht in einem Akt im Staatsarchiv für Inneres und Justizvom Jahre 1775, als der Vater für den Sohn in der Konkurrenz um den Pacht desWienerDiariums" gegen die Ghelenschen Erben austrat. Das gibt uns einen Beweis für den Unter-nehmungsgeist des jungen Mannes, der damals als erster Faktor die Kaliwodasche Ossizinleitete. Das Privilegium wurde zwar wieder den Ghelenschen Erben zugesprochen, aberJoses Gerold kaufte wenige Wochen später das Unternehmen seines Prinzipals. Dieserbat in einem Gesuche vom 16. November 1775 die Universität, seinem Nachfolger seinPrivileg zu übertragen und diesen als Universitätsbuchdrucker zu immatrikulieren, wasRector und Consistorium der Uhralt und weitberühmten Universität in der kauf. ResidenzStatt TLienn allhier" am 2^. Januar 1776 durch ein feierliches Diplom (siehe S- 20und 21) taten, nachdem Gerold ihnengehorsam zu vernehmen gegeben, daß er als ein