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Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
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III.

Mit Beginn des Jahres 188z hatte Hermann Manz seine Buchhandlung amKohlmarkt an Julius Klinckhardt in Leipzig verkauft, dessen Wiener Gesellschafter (MarkusStein von nun ab ihre Leitung übernahm.

Die Manzsche Buchhandlung war von Christian Jasper, einem von der Insel Rügenstammenden, in Leipzig ausgebildeten Buchhändler, der längere Zeit auch Gehilfe beiGerold war und dann mit Mörschner in Kompagnie gearbeitet hatte, gemeinsam mitseinem Neffen Friedrich Jasper 184z als Jaspersche Buchhandlung gegründet worden.Sie erfreute sich bald eines großen Rufes und entwickelte eine für die damaligen Ver-hältnisse bedeutende Verlagstätigkeit. Christian Jasper starb im Jahre 1846, worausdas Geschäft aus seinen Neffen allein überging, der bald daraus seine beiden GehilsenEduard Hügel und Friedrich (Manz als Gesellschafter ausnahm. Die Firma lautetedaraufhin: Jasper, Hügel 6c Manz. Im Frühjahr 1849 starb dann auch FriedrichJasper und das Geschäft ging an seine Gesellschafter über. Eduard Hügel, der spätereHerausgeber derWiener Vorstadtzeitung" (jetztÖsterreichische Volkszeitung"), über-nahm den Buchladen in der Herrengasse, der später unter der Firma Huber 6c Lahmebis vor wenigen Jahren sortbetrieben wurde, während Friedrich (Manz den Verlag über-nahm, mit dem er nach dem Kohlmarkt übersiedelte, wo sich das Geschäft heute nochbefindet. 1866 starb Friedrich (Manz und hinterließ seine schon damals zu hoher Be-deutung gelangte Verlagsbuchhandlung seinem Bruder, dem bekannten und erfolgreichenRegensburger Verleger I. G. Manz.

Hermann (Manz, der Sohn dieses I. G. (Manz, war am 6. (Mai i3z9 inRegensburg geboren worden und hatte zuerst im väterlichen Geschäft, dann in Belgien,Frankreich und England den Buchhandel erlernt und darauf in München (186z) eineKunst- und Buchhandlung errichtet. Er war ein stattlicher Mann von echt germanischemTypus, regem, aber etwas unruhigem Geiste, der große Liebe und viel Verständnis für denKunsthandel hatte. Nach kurzer Tätigkeit in München erhielt er den Titel eines Hof-Kunsthändlers. Aber schon 1870 verkaufte er das Münchner Geschäft an Joses Gündterund übersiedelte nach Wien, um hier als Teilhaber seines Vaters das Wiener Geschäft zuübernehmen. Friedrich (Manz war ein genialer Verleger gewesen, er hatte den Ruf seinerWiener Firma als juristischer Spezialbuchhandlung und die vortrefflichen, heute nochbekannten und gesuchten Gesetzesausgaben begründet. Hermann (Manz bemühte sich, das

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