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Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
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I.

Im Herbsie 1775 kaufte Josef Gerold die Kaliwodasehe Druckerei und bis heuteisi der Name Gerold populär und war oft in der Geschichte des Wiener Buchdrucker-gewerbes und Buchhandels führend.

Die Anfänge dieser Druckerei reichen bis in das siebzehnte Jahrhundert zurück, dochist das Gründnngsjahr einigermaßen zweifelhaft. Der sonst so zuverlässige, genaue undfleißige Hiftoriograph von Gutenbergs Kunst in Wien, der jüngst verstorbene frühereniederösterreichische Landesarchivar Dr. Anton (Mayer, sagt in seiner vorbildlichen undfür alle Forschungen auf diesem Gebiete grundlegenden Buchdruckergeschichte Wiens(Wien 18821887, Bd. II, S. 11), daß Johann Georg Schlegel, geboren i6g4 ZUSchwyz, i6gz als Buchdrucker an der Wiener Universität immatrikuliert worden sei,und verzeichnet als dessen ersten Druck eine Rede des Franz Georg Dragatsch aus dieheilige Katharina, die Patronin der philosophischen Fakultät. Diese Rede wurde am2g. November 169g im Stephansdom gehalten. In Schwyz läßt sich die Geburt einesJohann Georg Schlegel im Jahre i6g4 nicht nachweisen, und in dem von (Mayererwähnten (Matrikelanszug von 169z ist nurein Buchdruckergesöll" dieses Namensverzeichnet. DieserGesöll" und der Wiener Universitätsbuchdrucker Johann GeorgSchlegel dürsten daher nicht identisch sein oder es liegt irgendein anderes (Mißverständnisvor, zumal es unwahrscheinlich ist, daß damals ein Geselle aus der Schweiz sich erst ineinem verhältnismäßig schon so vorgerückten Alter hier seßhaft gemacht hätte. Zudem habeich eine aus der Schlegelschen Ofsizin hervorgegangene Schrift in der Wiener National-bibliothek gefunden, die aus dem Jahre 1681 stammt. (Siehe Abbildung S. 4 und g.)Auch steht fest, daß die Universitätsmarrikel in jener Zeit sehr nachlässig geführt worden ist.

Wir müssen also schon den Beginn des achten Dezenniums des siebzehntenJahrhunderts als den Anfang von Johann Georg Schlegels Tätigkeit annehmen undder Türkenbelagerung und den kritischen Verhältnissen nach dieser es zuschreiben, daß unsaus den nächsten Iahren keinerlei Erzeugnisse aus dieser, jedenfalls vom Besitzer selbstgegründeten, anfangs noch recht unbedeutenden Ofsizin erhalten sind. Übrigens zeigen dieuns erhaltenen Drucke auch aus anderen, größeren Offizinen jener Zeit ausfallende Lückenin der Produktion. Jedenfalls ist nur ein kleiner Teil dieser ans uns gekommen und unsnoch bekannt. Systematisch vorgehende Sammler gab es wohl nicht und die Bibliotheken

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