dieser gerade zwei Jahrhunderte srüher den Phönix, das Symbol der Wiederbelebungund Unsterblichkeit, in sein Druckerzeichen ausnahm, das Frau Rosa gewiß nicht kannte!
Wenige Jahre später, am 6. Oktober 1884, starb Müriz v. Gerold nach kurzer Krank-heit. Er wurde in einer eigenen Grust im Dornbacher Friedhos beigesetzt; die Beteiligung amLeichenbegängnis war erhebend. Den Grabstein schmückt jetzt sein Porträtrelies, im Auftragder Witwe gemeißelt von Kaspar v. Zumbusch.
Mit Moriz v. Gerolds Tod begann der Stern des alten Hauses zu verblassen.Sein Bruder Friedrich zog stch bald daraus von den Geschäften zurück — er starbam 7. Oktober 1887 -— und übergab diese seinem einzigen Sohn Friedrich Gerold jun.Dieser war aber nur mehr ein Epigone. Er war schon in jungen Jahren in dasUnternehmen seiner Vorsahren eingetreten, hatte bei Aue in Stuttgart volontiert, inMünchen in der Literarisch-Artistischen Anstalt, dann bei Reinwalt in Paris gearbeitetund war 1868 nach Wien zurückgekehrt, wo er im Jahre 1870 BertaSauerländer, eine Verwandte der bekannten Buchhändlerfamilie diesesNamens in Frankfurt am Ntain und in der Schweiz, geheiratethatte. Für den Buchhandel und die Buchdruckerei interessierteer stch mehr aus Stammes- und Pflichtgefühl als ausNeigung. Er war ein eigenartiger, wenig glück-licher Mann. Er starb am 2g.8Nai 1912.
Schlüssel des neuen Hauses Postgasse 6.
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