In den Iahren 1760 bis 176 g gab die „Buchhandlung zum goldenen Vlüß auf derHohen Brucken" einen alphabetischen lateinischen Lager-Katalog mit beigesetzten Preisen in24 Lieserungen heraus. Er bildet zwei Bände mit beinahe i zc>c> Seiten, ist bibliographischrecht gut gearbeitet, enthält Bücher seit der NUtte des 16. Jahrhunderts, auch einigeInkunabeln, und kann als einMonumentalwerk buchhändlerischen Sammelsleißes bezeichnetwerden. Weder Mayer noch Denis scheinen diesen Katalog, den die Wiener National-bibliothek (unter der Signatur 20z L 6) besitzt, für ihre Buchdruckergeschichte Wiensverwertet zu haben, der mindestens einige kleine Wiener Drucke ausweist, die ersterer inseinem Verzeichnis nicht ansührt. Auch sonst dürste bei genauer Durchsicht in diesem Katalognoch manche Seltenheit entdeckt werden können. In einem Newenschen Inserat im Diarium(17Z8, S.?z6) heißt es unter anderem! „desgleichen seynd allda Spanische, Engelländischeund Holländische Bücher; wie auch ein N?enge Kupser-Stich und Zeichnungen vonguten Meistern um billigen Preis zu haben". Newen dürfte demnach der erste großzügigeSortimenter Wiens gewesen sein.
Er war aber auch Verleger. Die bei Schilgen 1756 gedruckte Kollarsche Ausgabeder Institnticmss lin^nns turoiens von Franz von INesgnien INeninsky und eine Neu-ausgabe des Kaiser Ferdinand II. zugeschriebenen „Lehrbuch des Regierens" (Urirwepsin Lninpönckic») sind wahrscheinlich bei ihm erschienen. Unser besonderes Interesse verdientder Hofpoet serner als Gründer und Verleger der ersten illustrierten Zeitschrist in Wienim Jahre 1727. Sie führte den Titel „Das MAckwürdige Wienn oder MonathlicheUnterredungen von verschiedenen daselbst befindlichen Merckwürdigkeiten der Natur undKunst. Wien, zu finden in Johann Carl Newens Buchladen".
Obwohl schon an der Spitze des Blattes der „Göttliche Beystand" angerufen wird,erschienen nur drei Hefte. Jedes Heft kostete „zwei Sieben-Zehner". Das Januarheft wurdelaut „Wiener Diarium" erst Ende Mckrz, das FebruarhestMitte Juli und das Märzhestgar erst am 27. September ausgegeben. Das zeigt wohl, daß die Kinderkrankheiten arg oderdas Interesse des Publikums gering war! Die Illustrationen waren Kupferstiche außerhalbdes Textes, meist aus Augsburg, darstellend Ansichten von Wien, Porträts ans dem Kaiser-haus und allerlei „Sensationen", wie die astronomische Maschine des Prinzen Eugen,einNiesenkaktus, ägyptischeINumien, römischeInschristen inWien usw. Die dazugehörigenArtikel ßnd in die Form einer lausenden Unterredung gekleidet. Hierüber heißt es imVorwort: „Die Art der Vorstellung in einer Unterredung ist dem Geschmack der heutigenWelt gemäß; als welche die Annehmlichkeit derselben den anderen Schreibarten vor-zuziehen pfleget. Diese Unterredungen sind wir willens alle Monathe fortzusetzen, wannwir erfahren werden, daß diese Proben dem Leser nicht mißsallen sollten, weil widerunseren !Willen in dem gegenwärtigen einige Fehler eingeschlichen so einer Verbesserung
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