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Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
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hier gebornes Landskind die Kunst der Buchdruckerer? rechtmäßig erlernt" habe. Aber schonam 9. Dezember 1775 hatte Gerold im(Wiener Diarium" (Nr. 98) die Übernahmeder Kaliwodaschen Buchdruckerei angezeigt. (Siehe S- i Z). (Mit Diplom vom Z. No-vember 1776 verlieh dann Kaiser Joses II. Joses Gerold als Nachsolger Kaliwodasdessen Würde eines Reichs-Hosbuchdruckers, die damals sah nur mehr eine reine Aus-zeichnung war.

Gerolds erster Verlagsartikel dürste derHos- und Staatsschematismus der römisch-kaiserlichen auch königlichen und erzherzoglichen Haupt- und Residenzstadt Wien" sür 1776gewesen sein, der sich damals schon im 74. Jahrgang befand und zu dem Gerold am21. September 1776 ein neues Privilegium bis 1787 erhielt. Der neue Verleger schmückteden Band mit einer sehr hübschen Ansicht von Wien in Kupferstich und vereinigtediesen Schematismus später mit dem von ihm 1780 gegründeten, lange Zeit populärenAdreßbuch, dem von Christian Löper redigiertenKommerzialschema der k. k. Residenz-stadt (Wien".

Bald nachdem er sich so selbständig gemacht, verehelichte sich Joses Gerold (am11. (Mai 1777). Er hatte das Glück, ein (Mädchen heimzuführen, das nicht nur an irdischenGütern, sondern auch an fürsorglicher Liebe und Liebenswürdigkeit reich war,Herz und Kopsam richtigen Fleck" hatte und sich von Anbeginn sür das Geschäft mit Erfolg interessierte.Es war die am 11. Juli 1757 in (Wien geborene Tochter (Maria (Magdalena des wohl-habenden bürgerlichen Handelsmannes Joh. Georg Klebinder (gestorben im 81. Lebensjahrein Wien am 19. März 1789). Kurz vor seiner Verehelichung (durch Kaufbrief vom7. April 1777) kaufte Gerold auch das Hans, in dem sich seine Buchdruckerei befand,aus dem Dominikanerplatz am Bergl zwischen dem Konvikt St. Barbara und der

Dominikaner Zinshaus gelegen mit (allerh. Entschließung vom i4- November 1776und Regierungsverordnung vom 7. Februar 1777) daraus hastender ständiger Quartiers-sreiheit" von derWirtschastsdirektion der eingezogenen Jesuitengüter" (Tafel I).

Ende des Jahres 1779 suchte Gerold bei der niederösterrcichischen Regierung umeineuneingeschränkte Buchhandlungssreiheit" nach, da er sich dem eigentlichen Buch-handel mehr als bisher widmen und auch ein Gortimentsgeschäst eröffnen wollte. DieBuchhändler und die um ihr Gutachten ersuchte Universität sprachen sich aber dagegenaus und batenin Hinblick aus die Buchhändlerordnung des Jahres 1772" um Abweisungdes Gesuches, die auch die Regierung am 14. Dezember 1779 aussprach. Dem strebsamenGerold, der von seinen Plänen nicht ablassen wollte, blieb daher nichts anderes übrig alseine bestehende Buchhandlung zu kaufen. Hiezu bot ihm die kritische Lage, in die die vor-mals Newensteinsche Universitätsbnchhandlung damals geraten war, eine willkommeneGelegenheit.

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