Aus der wissenschaftlichen Tätigkeit der Mathematiker
Bernoulli.
In Friedrichs des Großen Instruktion für die Lehrer an seiner Zivil-und Militärakademie findet sich der folgende bemerkenswerte Passus: „Ichkomme zur Mathematik. Begreiflicherweise habe ich nicht die Absicht, dieJünglinge zu Bernoullis oder Newtons auszubilden. Die Trigonometrie unddie Befestigungskunst bieten den meisten praktischen Nutzen. Es soll jedochauch ein Kursus der Astronomie abgehalten werden, wobei die verschiedenenWeltsysteme bis auf Newton durchzunehmen sind .“ 1
Nehmen wir etwa ergänzend noch die zivile Baukunst, die Seeschiff-fahrt und die Wasserkünste hinzu, so liegt in diesem Programm des Königsalles wesentliche vor uns ausgebreitet, was an mathematischen Dingen dieAufklärungszeit interessieren konnte. Zwei Dinge aber sind es, die uns beieiner näheren Prüfung von Friedrichs Instruktion auffallen werden. ZweiJahre nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges ist die Militärakademiegegründet und die zitierte Instruktion erlassen worden. Der König setztalso voraus, daß die Männer, welche seine Schlachten geschlagen haben,nebenbei auch wissen, was Newton und was die Bernoulli geleistet haben.Aber die Schüler sollen ja eben keine Bernoullis oder Newtons werden,sondern nur die angewandte Mathematik ihrer Zeit lernen. Also weißFriedrich und er weiß es durch seine Tafelgäste Euler und Maupertuis,daß Newton und die Bernoulli die Mathematik entscheidend beeinflußt haben,und zwar in einem Sinne, der die rein nach dem Nützlichkeitsstandpunktorientierten mathematischen Ziele ihrer und der nächsten Generation weithinter sich ließ.
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