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manen schon Wappen gehabt, und es läßt sich denken, daß man sogareine Heraldik der Römer schreiben könnte. Dem sei nun wie ihmwolle, uns interessiert die Notiz des Tacitus über unsere Vorfahrendennoch. Mag aus den alten bunten Farben und Bildern auf den Schil-den der Germanen auch der Ursprung der Wappen sich nicht ableitenlassen, die Figur unseres Schildes, unser halber Mond, erinnert immer-hin an jene heidnische Zeit mit ihrer Naturanbetung, und kann sichals altes, ehrwürdiges Zeichen (das sind die Himmelskörper nochheute) von Tradition zu Tradition fortgeerbt haben, bis der ersteEbell in späterer Zeit seinen Bürgerschild hiermit schmückte. 09 )
Die ältesten wappenmäßigen Schilde nun, die für die guteHeraldik in Betracht kommen, sind die in dreieckiger Form. Siewaren von 1200—1390 in Gebrauch. Nun folgen die halbrundenSchilde und schließlich die Tartschen-Stechschilde. 70 ) Erst als dieErinnerung an die letzten heraldischen Schilde sich zu verwischenbegann, kamen jene Renaissance Schlldformen auf — siehedas Wappen aus Celle — wie auch das der Straßburger Ebells,welche, wie Gritzner sagt: „Wenngleich nicht unschön, so doch nieals Schilde im Gebrauch gewesen sind und also als Wappenschildnicht in Gebrauch kommen dürfen.“
Aus Vorstehendem ist ersichtlich, weshalb ich aus demRenaissanceschild ein halbrundes habe entstehen lassen.
Ein weiteres Kapitel in der Wappenkunde gehört den Farben.Da in den einzelnen Fehden und Kämpfen sich die einzelnen Bildermöglich scharf vom Schild abheben mußten, war hier ältester Grund-satz, daß nur sogenannte ganze Farben (rot, blau, grün, schwarz) inWappen angewandt werden durften. Erst die schlechteste heraldischeZeit hat die sogenannte Naturfarbe, d. h. die natürliche Farbe desGegenstandes in der Natur eingeführt. Keinem alten Heraldikerz. B.ist es eingefallen, etwa braune Wölfe etc. zu zeichnen. Außer den
li9 ) Die älteste Religion war Naturanbetung, siehe Erläuterungen zumeinem Wendenkampf. Auch der Gott „Triglaff“ wurde mit einer Mond-sichel abgebildet. — Zu den künstlichen Wappenfiguren rechnete manauch die Hausmarken und Handelszeichen, die die Kaufleute auf ihreWarerballen zu zeichnen pflegten und später in das Wappen übergingen.Von der Firma Christian Ebell wurde z. B. folgendes Warenzeichen
70 ) Sie verdanken ihre Form allein dem Gebrauch des Rennspießes,es erscheint als charakteristisches Merkmal derselben der Ausschnitt ander rechten Seite.
geführt.