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gut, daß ich als Einjahrig-Freiwilliger nach Hause schrieb, so vielfreie Zeit hätte ich in meinem Leben noch nicht gehabt.
Die vielseitigen Bedürfnisse der modernen Zeit fordern indesgebieterisch, daß man mehr, wie es die meisten unserer Väter taten,auch anderen, wie nur praktischen Seiten des Lebens, z. B. derkünstlerischen, ihr Recht zukommen läßt. Man muß heute nichtnur auf einem Gebiet allein seinen Mann stehen können. GeistigesWeiterbilden in anderen Zweigen, künstlerische Anregung und ge-sellschaftliche Sicherheit dürfen nicht unterschätzt werden, um unsim Getriebe des Lebens den Platz zu sichern, der uns gebührt alseiner Familie, die Schritt für Schritt ihre durch 11 Generationenhindurch errungene Position sich erkämpft hat. Wir Ebells haben,dem darf ich hier der Wahrheit gemäß Ausdruck geben, bei allenFehlern, die uns als Menschen anhaften, nie etwas parvenühaftesan uns gehabt und an uns haben können. Das stete Arbeiten derAhnen, das schritt- nicht sprunghafte Voranschreiten und die Tra-dition aus dem Elternhause hat uns in der Beziehung schlicht undbescheiden gehalten, ln diesem Sinne hat auch jener tief funda-mentierte, aus dem Orient stammende Weisheitssatz, „der VäterSegen bauet den Kindern Häuser“, seine Bedeutung. Arbeit undPflichterfüllung will mir als das notwendigste im Leben erscheinen.Der große Wert der Arbeit liegt eben darin, daß der Mensch, das,was er ist, durch sie geworden ist. Mit der Arbeit hat die Zivilisationbegonnen. Jedem normal entwickelten Menschen kommt der Drangzur Arbeit zum Bewußtsein, glücklich derjenige, dessen Arbeit seinenFähigkeiten und seinem innersten Bedürfnis entspricht, der fühlt,daß bei der Arbeit nicht nur seine Kenntnisse, sondern auch seineFähigkeiten wachsen. Den Segen der Arbeit aber haben wir wohlalle verspürt. Ruhe nach der Arbeit, sagt Immanuel Kant, ist imgesunden Zustand der größte Sinnengenuß, der gar keine Bei-mischung von Ekel bei sich führt. 64 )
64 ) Es sei liier gestattet, Aussprüche von geistig bedeutenden Männern,von Helmholtz und Zola z. B., über „Arbeit“, wie solche in einemmir freundlich zur Verfügung gestellten Vortrage eines Dr. ehern. Thomaszu Spandau zusammengestellt waren, anzuführen: „Die Arbeit“, heißt
es da, „Lt das Leben selbst. Das Leben ist eine unablässige Arbeitchemischer und physikalischer Kräfte. Seitdem das erste Atom in Schwin-gungen geriet, um sich mit dem benachbarten Atom zu verbinden, seitdemhat die schöpferische Tätigkeit nie aufgehört, und diese Schöpfungstätig-keit, welche noch immer dauert und welche immer dauern wird, istdas unendliche Werk, zu dem wir alle unsere Steine herbeitragen. DasUniversum ist eine gewaltige Werkstatt, in der die Arbeit nie ruht, wodie Materie ohne Unterlaß sich regt, erzeugt und gebiert von den ein-fachsten bis zu den vollendetsten Lebewesen. Die Felder, die sich mit