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Das Buch jenes Familienmitgliedes — die Linie erlischt wahr-scheinlich im Mannesstamme —, hat uns und unsern Nachkommenmehr zu erzählen, wie wir heute selbst wissen. Man darf solcheFamilienerlebnisse nicht aus zu naher Perspektive betrachten, siehaben später kulturhistorischen Wert. Die fern von der alten HeimatLebenden haben gewöhnlich mehr Interesse daran, als die Nächst-w'ohnenden. Es ist das ein physiologischer Zug in uns Menschen,dem wir uns selten entziehen können. Auch meinen absichtlichbreiten Schilderungen wird es vielleicht so ergehen. Ist doch auchder im Ausland Wohnende oft ein besserer Deutscher, wie derimmer noch mehr oder minder in partikularistischen Ideen lebendeKleinstaatler, der Preuße keineswegs ausgenommen.
Das Grabmal jenes Karl Ludwig Ebell (VII, 35) befindet sichauf dem vorerwähnten alten Ruppiner Kirchhof am Wall. „Demtheuern Andenken unseres innig geliebten Gatten und Vaters Karl,Ludwig Ebell“ lautet die Inschrift.
Seine erste Frau Dorothea Sophie Düring, die bereits im Altervon 26 Jahren an Nervenfieber starb, war die älteste Tochter desTuchmachermeisters Joachim Düring zu Neu-Ruppin. Seine zweiteFrau heiratete er ein halbes Jahr nach dem Tode der ersten Gattin,w'as in Anbetracht seiner zw r ei kleinen Kinder nicht befremdlicherscheint. In die von Karl Ludwig gegründete Firma traten zunächstseine Söhne Wilhelm und Karl, und später des ersteren Sohn, Otto,ein. Die Fabrik wurde später an den See am Ausgang derPräsidentenstraße verlegt. Vom Fabrikgarten aus, dem bevorzugtenSpiel- und Tummelplatz meiner Kinderjahre, hatte man w r ohl denschönsten Blick auf den Ruppiner See.
Halmen schmücken, arbeiten, der unmerklich wachsende Wald arbeitet,die durch die Täler rinnenden Flüsse arbeiten, die Meere, die ihre Wogenvon Kontinent zu Kontinent rollen, und die Welten, die der Rhythmus derGravitation durch die Unendlichkeit des Raumes trägt, arbeiten. Schaffenund Wirken ist unser Lebenszweck. Wir werden nur geboren, um eineBiene im Bienenstock zu sein, um eine Sekunde lang unsere kleine Kraftmit den andern Kräften zu vereinigen. Wir können die Notwendigkeitunseres Lebens nicht anders erklären, als daß die Natur noch einesArbeiters bedurfte, um ihr Werk zu fördern. Jede andere Erklärung isthochmütig und anmaßend. Unsere individuellen Existenzen dienen dochnur zur Vorbereitung des universellen Lebens der Zukunft, wissen wirdoch, daß unsere Intelligenz, unsere staatliche Ordnung, überhaupt unsereganze Kulturstufe das Erbteil unserer Vorfahren ist, das sie mit Arbeit,Kampf und Opfermut erworben haben, und daß das, was wir im gleichenSinne enverben, das Leben unserer Nachkommen veredlen wird.“ Mirsind diese Worte, das bekenne ich hier offen, aus der Seele gesprochen.