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Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
Entstehung
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Als Schreiber (clerk) des aus Ruppin stammenden holländi-schen Generals (Commodore) Rosen, 30 ) finden wir ihn dann in Jaff-napatnam auf der Insel Ceylon. Als Resident (das heißt Präsident,Oberhaupt) von Ponto Pedro auf Ceylon ist er in wohlhabendenVerhältnissen und angesehener Stellung 1804 zu Jaffnapatnam ge-storben. Sein Testament in holländischer und englischer Spracheist noch vorhanden. Was aus den Kindern seiner ersten beiden Ehengeworden ist, war nicht festzustellen. Gelebt haben dieselben aber

39 ) Außer den im Text angegebenen durchaus authentischen Nach-richten über unsere indischen Stammesverwandten ist es natürlich, daß inder Heimat recht wunderbare Nachrichten über den „Indier“ verbreitetwaren; „das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.“ Unser alter Senior,der über 90 Jahre alte Onkel Albert (VIII, 71) hat mir gelegentlich meinesletzten Besuches, Ostern 1906, davon erzählt. Der alte Carl Friedrich, natürlichein bildhübscher Junge (was nach den Bildern wahr sein mag), soll nachMadagaskar gekommen sein, dort habe sich die Königin sogleich sterblichin ihn verliebt, und vor die, echt asiatisch-afrikanische \Wahl gestellt,sie sofort zu heiraten oder aber getötet und verspeist zu werden. Natürlichhat Carl Friedrich, wie recht und billig, das erstere gewählt, und sei alsowahrhaftiger Fürst und „König“ von Madagaskar geworden. Wem fälltnicht dabei das alte Berliner Couplet aus den „Mottenburgern“ ein:

„Königin sieht mich,

Wenig Worte,

Ob du mich gleich lieben wirst,

Keine Rettung, Negerfürst!“

Das dicke Ende kam aber nach. Bei einer Palast-Revolution wurdedas Königspaar ä la Serbien ermordet und nur 3 Kindern gelang mitHilfe treuer Diener (vielleicht Philander, Flora und Balsamine) dieFlucht, und sie flohen nach dem Schreck gleich bis Amerika. — Soweitdie Familiensage. Schade, daß es eine Mythe ist, es wäre so schön, einewenn auch exotische Majestät unter den Unseren zu zählen. — Wie aberfast in jeder Sage, ist auch hier ein Körnchen Wahrheit enthalten, undes ist gar nicht so schwer, sie herauszufinden. Zunächst Madagaskar!Madagaskar wurde genannt, denn die Insel war bekannt, daß sie zu derZeit weder holländisch noch französisch war, tat nichts zur Sache. DieInsel ,,Manaar“ aber, an der Westküste von Ceylon, die in Wirklichkeitin Frage kam, war nicht bekannt, also wurde Madagaskar daraus.Und nun König! Carl Friedrich wird als „Resident“ einer Insel be-zeichnet. Im Kontobuch seines Bruders, des Hamburger ApothekersChristian Heinrich (VII, 1) heißt es „Carl Friedrich Ebell, Resident imHolländischen Dienste zu Ponto Pedro, residierend zu Jaffnapatnam auf derInsel Ceylon“ — „Resident“ ist hier, wie aus anderen Stellen hervor-geht, gleichbedeutend mit Präsident, Gouverneur! In Neu-Ruppin aberwußte man nur von einem Herrn, der residiert und das war der König,also war er König! — So mag sich diese Legende, die nichts destowenigerwert ist, erhalten zu bleiben (Fontane sagt einmal von den alten —fritzischen Anekdoten „Die unechten“ sind die schönsten), gebildet haben.

■— Sie bestätigt sogar durch ihren Fehler Madagaskar — Manaar dieRichtigkeit und Wichtigkeit der Carl Friedrichschen Stellung. Sie hätte