Druckschrift 
Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

4. Die Ebells in Indien.

Weitab führt uns nun der Weg von der kleinen märkischenHeimat über das Weltmeer.

Der älteste Sohn (Carl Friedrich Ebell VII, 4) aus der zweitenEhe unseres Joachim Heinrich mit Anna Juliane Seldt, ging 1769als Soldat mit dem Schiff Blyswyk nach Ostindien.

Was ihn fortgetrieben — wir wissen es nicht. War es derWanderdrang, der den 22 jährigen Jüngling hinaustrieb, war eseine Jugendtorheit — die Ueberlieferung schweigt; sie läßt unsererPhantasie freien Spielraum. Es gibt Naturen, denen es zu eng wirdim Vaterhaus, die den unbezwingbaren Trieb in sich spüren, dieWelt zu sehen. Soll man sie gewähren lassen? Was ist das Rechte?Erst wenn wir ein abgeschlossenes Leben zu überblicken vermögen,können wir das beurteilen. Wir Menschen sind leider nur zu ge-neigt lediglich auf den Erfolg zu sehen: Schlägt es ein, erscheintes uns gut, schlägt es fehl, stimmen Vettern und Basen das Unken-geschrei an: „Wie konnten die Eltern“? usw. — Es ist echt mensch-lich, aber deshalb doch unrecht. Wer darf es wagen zu richtenüber einen ganz anders gearteten Charakter, wer kann lesen wiees aussieht in einer andern Seele, die hinaus will aus engen Bahnen,und die Fesseln, wenn nicht anders, dann mit Gewalt sprengt. Wersich wohl fühlt in dem gewohnten Geleise des Lebens, er magdarin bleiben, er hat vielleicht das bessere Teil erwählt, aber er,dem vielleicht die Versuchung des Lebens nie genaht, mag sichhüten vor pharisäischer JJeberhebung.

Betrachten wir nun das Leben unseres Carl Friedrich auf denErfolg hin, so jcönnen wir sagen, er hat recht gehabt, denn es istihm geglückt.

Als Soldat ging er 1769 nach Ostindien. Anfangs ging es ihm 1schlecht. Sein Vater schreibt 1770 an seinen Freund Ludwig Brußon,Spiegelverkooper zu Amsterdam, daß die Briefe seines Sohnesvoller Reue seien.