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Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
Entstehung
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sein ließ, die ihren Kindern verliehenen Fähigkeiten durch frommeund sorgsame Erziehung zu entwickeln. Ihr Sohn Heinrich Johann,der spätere General, studierte zuerst Theologie in Halle.

Im Jahre 1809 vermachte Frau Kämmerer Ebell 700 TalerKapital von ihrem Bruder, dem gewesenen Generalleutnant Güntherlegiert der Stadt Ruppin mit der Bestimmung, daß von denZinsen unverheiratete Töchter und Witwen der Prediger undLehrer Unterstützung empfangen sollen, sofern sie nichtcharakteristisch für den Geldwert in jener Zeit aus ihremVermögen 10 Taler Einkommen hätten. Das Kapital ist bis1906 zu einer Höhe von etwa 22 000 Mark angewachsen. DiesesLegat besteht unter dem Namen Günther-Ebellstiftung. Das Porträtdes Generalleutnant von Günther, ein Geschenk unserer Familie,befindet sich heute noch im Zietenschen Museum in der Aula desNeu-Ruppiner Gymnasiums. 36 )

da ja seine Schwester eine Ebell war, auch jenes traditionellen Gerüchteserwähnen, das von ihm kursierte. Ich lasse ohne jeden Kommentar Fon-tanes Worte folgen:General Günther gehört unstreitbar zu den be-

deutendsten unter den Neu-Ruppiner Persönlichkeiten und doch ist es zweifel-haft, ob unsere Darstellung vor ihm Halt machen und ihm die pflicht-schuldigen Honneurs erweisen würde, wenn nicht im Laufe der Zeit ge-flüstert worden wäre, daß General Günther ein illegitimer Sohn desKronprinzen Friedrich gewesen sei. Thorheit! Günthers Adjutant, derspätere Kriegsminister von Boyen, spricht von der Mutter als von einerguten und frommen Frau, was er vermieden haben würde, wenn zu jenemGerücht auch nur die kleinste Veranlassung Vorgelegen hätte. Warumdies Gerücht überhaupt entstand, ist nachträglich schwer zu sagen. Vielleichteinfach aus dem Aufsteigen eines bürgerlichen und Feldprediger Sohnes biszum Freiherr und Generalleutnant, wobei nur übersehen wurde, daß beides,Nobilitierung wie Hochavancement erst gegen das Ende seiner Tage hin,und nicht seitens des großen Königs, sondern von seiten Friedrich Wilhelm 111.erfolgte. Kurzum alles Mythe, für deren Entstehung wir keine andereErklärung finden können, als die Sucht des Menschenherzens, hervorragendePersönlichkeiten durch Ausstaffierung mit sogenannten interessanten Ver-hältnissen womöglich noch interessanter zu machen. Richtig ist nur,daß sich Friedrich der Große in den Jahren von 1732 bis 1740 zeitweilig inRuppin aufgehalten hat.

Der berühmte Praga-Erstürmer, der russische General Suwaroff, be-grüßte ihn einst mit den Worten:Ich freue mich, heute einen wahrenGeneral kennen zu lernen. Günther starb am 24. 4. 1803 am Schreib-tisch sitzend

36 ) Fontane schreibt darüber in seiner ihm eigentümlichen feinsinnigenWeise:Bei jeder Versammlung in der Aula sieht sich der Schüler von denBildnissen derer umgeben, denen er nacheifern soll in Treue und Mut, inWahrheit und Schönheit. Daß diese Vorbilder nicht bloß Vorbilder über-haupt, sondern zugleich auch speziellste Heimatgenossen wie Zieten, Knese-beck, Günther und Schinkel sind, steigert den Sporn, den sie geben unddadurch ihren Wert und ihre Bedeutung.