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lieferung von den alten stolzen Firmen „Christian Ebell“, „KarlEbel! sen.“ und „Heinrich Ebell u. Schulz“ hören. Ihre Aufgabehaben jene Ebells gelöst, ihre Arbeit war nicht vergeblich, dochihre Zeit war dahin. Nur von fern noch klingt leise der Flügel-schlag der Erinnerung an jene Tage.
Ueber das Tuchmachergewerk äußert sich Riedel 31 ): „Die Tuch-macherei scheint früh im großen Umfange betrieben zu sein. DieTuchmachergilde gehörte zu den privilegierten Gewerben der Stadtund hatte auch im Ausland bedeutenden Absatz. Ruppiner Tuchging über Holland bis nach Guinea; auch Schweden, Rußland, Däne-mark waren Abnehmer. Doch bestand bei der 1783 noch 145 Mit-glieder umfassenden Tuchmachergilde im 18. Jahrhundert die Haupt-nahrung in Lieferung von Montierungstüchern für die Armee. JeneMontierungstücher waren anfänglich dem Tuchmachergewerk unmit-telbar seitens der Militärbehörde abgenommen worden. Indessenhatte das Gewerk in Fällen, da schnell eine bedeutende Quantität vonTüchern beschafft werden mußte, nicht selten die Militärbehördelange warten lassen, es wurde daher die Einrichtung der Spezial-lieferanten bei der Armee eingeführt. Die Tuchmacher mußten vondiesen die Abnahme ihrer Fabrikate erwarten und sich von ihnenoft eine große Erniedrigung des Preises gefallen lassen. Unter dieserEinrichtung erlag allmählich die Tuchmacherei Neu-Ruppins. DieSteuerkraft wurde geringer, und um die Mitte des 18. Jahrhundertshaben dann endlich die Klagen und Beschwerden Erfolg, und keingeringerer wie der große, freidenkende König Friedrich II. 32 ) machtejenem Zustand durch eine in Potsdam gegebene AllerhöchsteKabinettsordre vom 28. Juli 1749. ein Ende. Es heißt darin: „Ueberdasjenige, was Seine Königliche Majestät in Preußen unser Aller-gnädigster Herr, dero Generaldirektorio ohnlängst von dem Ver-fall der Stadt Ruppin bekannt gemachet, findet derselbe nötig ge-dachtem Generaldirektorio annoch zu eröffnen, wie das höchst dem-selben hinterbracht worden, daß die Tuchmacher daselbst auch umdeshalb zurückkommen, daß die Lieverantiers selbige einesteils zusehr nieder halten, andernteils aber nicht hinlänglich assistieren. Da-hero denn Seine Königliche Majestät vor nötig finden, daß zwar denLieverantiers wegen der vielen Versäumnis, die sie bey Gelegenheitder Tuchmacher, so unter ihnen arbeiten, haben, einiges Douceuroder die sogenannte Reck-Ells von jedem Stück Tuch gelassen, dahergegen auch gewisse Grenzen gesetzet werden, auch daß sie die
31 ) Siehe auch Bittkau, ältere Geschichte der Stadt Neuruppin.
32 ) Da Friedrich der Große als Kronprinz in Ruppin ein Regimentbefehligte, mag er der Stadt eine besondere Teilnahme bewahrt haben.