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Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
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so bedeutungsvoll gewordene Tuchmachergewerk anklingt. Laken-macher ist identisch mit Tuchmacher.Laken hieß noch in unserenTagen das rohe, fertig gewebte Stück Tuch. 20 ) Die Frau jenesJoachim (I, 4) war die Tochter des Seidenkrämers Johannes Fritze,der unter den ehrbaren und vornehmen Männern der Stadt auf-geführt wird, die 1638 an der Pest starben.

Von der zweiten Generation stehen nur die Geburts- bezw.Taufdaten des Andreas (II, 6) und der Catarina (II, 8) fest. Vonden übrigen Kindern sind dieselben nicht nachzuweisen. Da aberaußer Jorge (I, 1) und Joachim (I, 4) zur Zeit keine Ebells inPerleberg lebten und Joachim erst 1602 geheiratet hat, ist meineAnnahme, daß Lorenz (II, 1) und Georg (II, 3) Jorges Kinder ge-wesen sind, fast unzweifelhaft, es sei denn, daß Lorenz (II, 1) nocheiner älteren Generation angehört, da es immerhin auffällig er-scheint, daß er in damaliger Zeit als ältester Sohn eines Tischlersnicht dem Beruf seines Vaters gefolgt, sondern Glaser geworden ist.Doch starb seine rechte Mutter bereits, als er noch sehr jung war,und kann er auch durch seinen Schwiegervater Henning Ebelingzum Glaserhandwerk gekommen sein. Hier, 1637, sind wir nunin eine Zeit eingetreten, in welcher der 30 jährige Krieg für Perle-berg verhängnisvoll werden sollte. Die gesamten Ebells der drittenGeneration hatten darunter zu leiden. Es ist zum Verständnis meinerStammbaumkombination durchaus notwendig, sich diese Zeit näherzu betrachten. Zugleich entrollt sich hier ein Bild aus DeutschlandsVergangenheit, wie es grausiger nicht gedacht werden kann, undes hat dadurch einen ganz besonderen kulturgeschichtlichen Wert,daß wir die Schilderung von Augenzeugen hiervon besitzen. 21 ) Es

20 ) Nach Mitteilungen meines Vaters.

21 ) Siehe die in den angeführten Quellen näher bezeichneten Werkevon Crusio und Stappenbeck. Als Augenzeugen haben Aufzeichnungen hintcr-lassen:

1. der Perleberger Bürgermeister Theodorus Backe,

2. der Magister M. Bernhardi von der Linden,

3. der Kantor Georg Freyer,

4. der Diakon Bernhardo Schmieden und andere.

Crusio, Prediger in Perleberg zu Anfang des 18. Jahrhunderts, hatdiese Aufzeichnungen zusammengestellt und gibt sie mit meist religiösenBemerkungen heraus, die uns die ganze Naivetät eines Geistlichen dieserZeit wie die Anschauungsweise jener Tage überhaupt wiederspiegeln undzum Teil sehr kurzweilig zu lesen sind. Ich gebe hier Bruchstücke. Zu-nächst zweifelt er nicht, daß sich ein jeder gottseliger Leservernünftigbescheiden und diese Nachrichten nicht zumbloßen Wissen, viel wenigerausKuriosität lesen werde, sondern sieentweder zu seiner Erbauung,Nutzen und Besserung lesen werde, oder, wo man des Sinnes nicht ist,sie lieber ganz ungelesen lasse. Ich fürchte, daß ich das Buch nicht in der