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ist die letzte Etappe des großen Krieges, in die wir geführt werden.Längst war an Stelle des ursprünglichen Religionskrieges ein schwe-disch-französischer Eroberungskrieg getreten. Georg Wilhelm, Kur-fürst von Brandenburg, hatte auch nach Gustav Adolphs Tod, 1632,an dein Vertrag mit Schweden entschieden festgehalten, obwohlSchwedens Absicht, Pommern für sich zu erhalten, deutlich erkenn-
Intension des alten Herrn gelesen habe. Der erwähnte Kantor ScholaeGeorgius Freyer hatte seine Aufzeichnungen über die Plünderungen pp.in Versen hinterlasscn. Crusio hat diese Verse bedauerlicherweise in eineungebundene Rede übersetzt, weil, wie er schreibt, die Verse wegen ihresaltmodischen Habits oder Unzierlichkeit manchen Leser nicht gefallen odergar eine Gelegenheit zum unzeitigen Lachen „bey so ernstlichen und erschreck-lichen Straffen Gottes seien oder geben könnten“. — Der alte Streit zwischenPfarrer und Schulmeister. — Ueberhaupt betrachtet Crusio Pest und Plün-derung lediglich als gerechte Strafen Gottes. „Nicht von ohngefähr oderplumpsweise seien Pestilenz, Krieg, Teuerung und Plünderung gekommen,sondern Gott hatte die Einwohner dieser Stadt durch mancherlei außer-ordentliche Vorboten und ungewöhnliche Begebenheiten zur Besserung desLebens zu bringen gesucht.“ Nun werden diese ominösen Vorzeichenaufgeführt. Wir lesen da erstens, daß es 1632 in „beyde Thünne auf beydenHauptkirchen eingeschlagen, zweitens, daß in eben dem Jahre bald daraufum den Thurm eine große Menge Mücken häuffig nicht anders als gingeein Rauch oben aus herausgeschwärmt, drittens das 1635 ein Küchleinmit 4 Füßen und 4 Flügeln ausgebracht, viertens, daß anno 1636 eineKuh ein Kalb geworfen, das keine Hinterfüße gehabt, aber eine doppelteNase, ein doppeltes Maul wie auch zwo Zungen.“ Anschließend hieran läßtdann der alte Geistliche noch eine donnernde Philippika los, die daringipfelt, daß Perleberg mit sehenden Augen blind gewesen sei, auch blindgeblieben sei und deshalb die Strafe redlich verdient hätte. An andererStelle wird sich Gelegenheit finden, weitere Kosthappen aus dieser ergötz-lichen Epistel zu geben. Die Quelle, aus der er schöpft, waren die Auf-zeichnungen des erwähnten Bürgermeisters Theodorus Backe von 1640.Dieser führt auch noch andere Omina an, so eine „treffliche Menge Mäuseungewöhnlicher Farbe, dann garstiges Hundegeheul, vieler Eulen undRaben Geschrei und Tumult und Lerm in den Nächten auf den Straßen, inSonderheit auf dem Rathaus, daß des Rats Diener vermeinet, es sei allesüber einen Haufen gefallen, wenn man aber nachgesehen, hat man überallnichts vernehmen noch vermerken 'können.“ Crusio war also schon auf-geklärt genug, diese letzten Anzeichen auf sich beruhen zu lassen.„Mäuseplage, Eulengeschrei, Hundegebell und ungewöhnlicher Rathaus-lärm“ scheinen um 1720 herum also nicht mehr als böse Omina gegoltenzu haben, während sie 1640 noch völlig ernst von Backe aufgezählt werden.
Je mehr wir uns diese, anscheinend vom Thema meines Buches weit ent-fernten Dinge, vergegenwärtigen, desto menschlicher und näher treten unsunsere Vorfahren, die als ehrsame Handwerker wohl noch ganz andere Dingeglaubten und als „Omina“ ansahen, oder dürfen wir glauben, daß schon damalseine gesunde Aufklärung in den unteren Schichten verbreitet war oder be-gonnen hatte?