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„Gesamtheit“, für das Fortblühen eines Geschlechts vielleicht nochgrößere. Im Maßhalten nach beiden Seiten hin — der konservativenwie der freiheitlichen — wird hier das Rechte liegen.
Immerhin hatten sich unsere Vorfahren schon bis zur „Meister-stufe“ durch Fleiß und Tüchtigkeit heraufgearbeitet, das war abergar nicht leicht, zumal nicht um diese Zeit, denn die Blütezeit derZünfte war eigentlich im 16. Jahrhundert schon vorüber.
Um uns recht hineindenken zu können in das Leben unsererPerleberger Ahnen sei es gestattet, die Verhältnisse der Zunft beimAusgang des Mittelalters etwas eingehender zu betrachten. Alles ge-winnt an Interesse, wenn wir es im Zusammenhang mit unserenVorfahren bringen können.
Perleberg blühte im Mittelalter. Der Handel bestand in Ein-und Ausfuhr von Korn, Salz, Bier, Wein, Kupfer, Zink, Tuch, Weid,Mühlsteinen, Heringen und anderem Tonnengut. Die Stadt stand,wie urkundlich feststeht, im täglichen Verkehr mit Lübeck, Hamburg,Wismar, Rostock, hierdurch war ihr ein weiteres Absatzgebiet ge-geben, sie nahm gewissermaßen an dem überseeischen Handel derHansa teil, und ist tatsächlich, wie wir später erfahren werden, zueinem bedeutenden Bürgerwohlstand gelangt. Seit 1453 macht sichnun hier wie allerorten in Deutschland als Vorläufer der Refor-mation eine Absatzstockung bemerkbar. 1 '*) Sie hatte einesteils ihrenGrund in dem Vordringen der Osmanen und der Eroberung Konstan-tinopels, wodurch dem Levantehandel ein Ziel gesetzt wurde; anderer-seits beginnen zu dieser Zeit die Britten, Skandinavier und Slavenaus ihrer Unmündigkeit zu erwachen, und der Hansa, d. h. demdeutschen Handel, ein Ziel zu setzen. Der Partikularismus, an Stelleeines straffen Staatswesens wie in England, hat nicht die Macht,den steigenden Anforderungen der Kirche entgegenzutreten. DasPapsttum, die große Scheune, wie es bereits Walther von der Vogel-weide nennt, war die erste Geldmacht geworden. Wir bezahlenheute ca. 3o,'o Steuern des Nettoertrages an den Staat, die Kircheverlangte damals den lOten Teil des Bruttoertrages und noch dar-über hinaus. Dazu kommen die steigenden Anforderungen des fürst-lichen Staates und der Steuerzwang. Das geordnete Beamtenwesenund Söldnerheer verlangte ganz andere Barmittel wie bisher. Wir
lc ) Meine Quellen sind hier die Vorlesungen des Professor Dr.Höniger, Privatdozent an der Kgl. Universität Berlin über „Reformationund Gegenreformation in sozialgeschiehtlicher Beleuchtung“.