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Wohin sie sich zuerst gewandt, ob gleich nach Perleberg oderzunächst anderswohin und woher sie kamen, bleibt eine offene Frage.
Bei der Nähe des westelbischen Lüneburgs ist aber die Vermutunggerechtfertigt, daß wir auf niedersächsischem Boden die ersten An-fänge unseres Geschlechts zu suchen haben. Deshalb habe ich auchim Anhang 1 den Stammbaum dieser niedersächsischen Ebells wieder-gegeben. Wir stehen 1566 jedenfalls nicht am Beginn des Perle-berger Geschlechts, sondern können annehmen, daß schon einelängere Reihe unserer Vorfahren hier als ehrsame Zunftmeistergewirkt haben. In dem „Meister“ liegt die Gewähr für das
soeben Gesagte. Jener Jorge Ebel bereits war, wie alle anderen,Meister. Im Taufregister 11 ) steht „getauft am 29. Mai 1596 AndreasJorge Ebel, des Tischlers Sohn, Gevatter Hieronymus Waldow,Hans Möller und die 'Organistische. Einfach „Tischler“, „Glaser“ usw.,werden aber nur die Meister bezeichnet, andernfalls nennen dieKirchenbücher ausdrücklich „Geselle“. Es ist bekannt, welche Bedeu-tung ein Zunftmeister in diesen Zeiten besaß. Aus der PerlebergerChronik 12 ) erfahren wir, daß bereits anno 1347 5 Gewerke erwähntwerden, von welchen das Schuhmachergewerk das älteste und vonjeher bedeutendste war. Das erste Zunftprivilegium ist bereits indemselben Jahr, in dem Perleberg Stadtrecht erhalten hat, 1239, 13 )und noch von Johann Gans 11 ) erteilt (von Anfang des 14. Jahr-hunderts an war Perleberg Immediatstadt, sie stand dem Landesherrn,dem Markgrafen von Brandenburg, zu). In diesem Privileg wurdeder Innung gestattet, ein Drittel der Abgaben von dem neu auf-genommenen für sich zu erheben, auch wurde den Gildemeisterndie Gerichtsbarkeit in der Brüderschaft in weitem Umfange beigelegtund die Konkurrenz auswärtiger Schuhmacher ausgeschlossen. Schon
1J ) In den ersten früheren Jahrhunderten sind nur die Tauftage, nichtdie Geburtstage verzeichnet. In den Stammtafeln sind die Tauftage mit„n“, die Geburtstage mit ,,®‘‘ bezeichnet.
12 ) Riedel. Cod. dipl. 1. S. 71. und im sogenannten „Roten Buch“ derStadt Perleberg, ein in rotes Leder gebundener Pergamentband, welcher1480 beginnt und bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts reicht.
13 ) Gewiß war, wie Riedel schreibt, Perleberg schon vorher ein ange-baufer Ört, man pflegte aus Dörfern oder Flecken, nicht aber auf wüstenFeldern Städte zu errichten. Auch ist anzunehmen, daß die alte PfarrkircheSt. Jacoby schon vor der städtischen Einrichtung Perlebergs an diesemOrt gestanden hat.
14 ) Die edlen Herren Gans, später nach ihrem Wohnsitz zu Put-litz genannt, waren bis Ende des 13. Jahrhunderts Herren der Stadt. Resteder Burg daselbst noch vorhanden (Wallhaus, nach Opalinski das ältesteBauwerk der Priegnitz).
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