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Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
Entstehung
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Ideale nachzustreben, war unser Vorfahren höchstes Ziel, und daßder Knabe, der Jüngling und der Mann sich dessen immer erinnere,gab man ihm einen Namen mit auf den Lebensweg, der ihm wieeine stete Mahnung klingen sollte r an Krieg und Sieg, an Machtund Ruhm, an Mut, Gewalt und Herrschaft. So sind uns diese NamenSpiegelungen des ältesten germanischen Lebens.

Unser Name nun ist ebenfalls diesem Kreise entnommen. DemStamme nach ist er aus Eber 9 ) entstanden. Der Eber aber war demGott Freyr oder Fro, jenem Äsen, der über Regen, Mond, Sterneund Erdgewächse herrschte, heilig. Den Namen der Gottheit selbsthat sich der alte Germane aus Ehrfurcht selten beigelegt, destohäufiger finden wir die Namen der den Gottheiten geheiligten Tiere,denen in Feld, Wald und Hain gehuldigt wurde, und zwar nurdie starken, kampfesmutigen, deren Schönheit, Kraft, List oderSchnelligkeit unsere Vorfahren bewunderten, wie Bär, Wolf, Ebersind zur deutschen Namensgebung verwandt worden. 10 ) Der gold-oder feuerborstige Eber der altdeutschen Götterlehre, der gejagtund erlegt wird, aber immer wieder ersteht, ist das Sinnbild derSonne selbst, wie überhaupt die alten Mythen uns die Natur imWechsel der Jahreszeiten schildern. Die Sommersonnenwende, wodie Sonne anfängt ihre Kraft zu verlieren, ist der Todestag. In derWintersonnenwende wird die Auferstehung geschildert. Die Sagen,die sich um die bekannte Ebernburg im Nahetal ranken, handeln

9 ) Althochdeutsch: ebar, ebur, altnordisch: iöfur (bedeutet geradezuHeld), mittelhochdeutsch: eber, alt-indisch: Vrita (Ringveda II. 4). Esdarf, wie Kleemann, Jakob Grimm, Pott und andere ausführen, als sicherangenommen werden, daß sämtliche altgermanische Namen ursprünglichzweistämmige, sogenannte Vollnamen gewesen sind, z. B. Sigi-fricd, Hildi-brand, Ebar-hard (Hard d. h. kühn. Frische, Jugendkraft und ausdauerndeStandhaftigkeit wird hiermit bezeichnet). Eber-hard heißt alsokühn wieein Eber. Eine wesentliche Veränderung erlitten nun diese Namen, dienoch mitten im Fluß und Leben der Sprache standen, durch die Abkürzungen.Wie wir heute noch unsern Kindern kurze oder Kosenamen geben,geschah dies auch bei den alten Germanen, ein Zeugnis mehr für dasreiche Gemütsleben unserer Vorfahren. Nach altem deutschen Betonungs-gesetz erhielt in zusammengesetzten Worten der erste Teil den Hauptton;bei Abkürzungen behielt man also den ersten Wortstamm bei und ließ denzweiten fort. An den zweiten Stamm wurde ein o angehängt (Ebero),das sich allmählich ganz verloren hat. Mütterliche Zärtlichkeit hat aberkeine Grenzen gekannt, sein Liebstes schmeichelnd zu benennen. Mitteldazu waren die Verkleinerungssilben, besonders auch das1 ist zurDiminution verwandt. So ist schließlichEbel entstanden. Eber selbsthängt auch mit dem althochdeutschen Ebo zusammen, es bedeutet tapfer.Auch die Ortschaften Ebelebcn in Thüringen, Ebelsbach-Eltmann in Frankenund Ebeltoft in Dänemark seien hier erwähnt.

10 ) Siehe Kleemann.