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An einer andern Stelle des erwähnten Codex dipl. 7 ) wird ein„ebellinus“ mollendorff erwähnt. 1497 wird im kurmärkischen Lehn-Sozialbuche der Leibgedingsbrief für ebell möllendorffs Gattin auf-geführt. Es heißt darin ebellinus mollendorff, und haben wir hiervielleicht ein interessantes Beispiel, wie durch die Latinisierung desVornamens das „11“ sich gebildet haben mag. Hier haben wir aucheinen Fingerzeig für die Betonung unseres Namens. In jedem ein-fachen deutschen Wort hat der Stamm den Hauptton, also Ebell,trotz Doppel-,,1“.
Die angeführten Vornamen, denen wir noch „ebell“ kersten,„ebell“ möller, „ebelin“ de Buzst und viele andere beifügen können,mögen genügen. Jedenfalls haben diese Vornamen mit unserm Ge-schlecht nicht das geringste zu tun. Es soll nur zeigen, wie verbreitetder Name gewesen ist, so daß, da Ebel alias Ebell als Familien-name zu gleicher Zeit entstanden sein mag, sehr gut verschiedeneEbellsche Linien nebeneinander laufen können, von denen eineStammesverwandtschaft nicht mehr festgestellt werden kann und auchnicht besteht.
Wir kommen hiermit zur Entstehung unserer deutschen Familien-namen überhaupt. Jahrhunderte hindurch haben unsere Ahnen nureinen Namen geführt, so konnte der Vater „Hildebrand“, der Sohn„Eberhard“ heißen. Zu allgemeiner Geltung sind die gleichenFamiliennamen bei uns erst Ende des 13., Anfang des 14. Jahr-hunderts gelangt. Sie stammen meistens von den einheimischenalthochdeutschen Personennamen. Die Bedeutung derselben liegtin der Tätigkeit der Germanen, die in erster Linie eine kriegerischewar. „Der Name,“ sagt Jacob Grimm in seiner Geschichte derdeutschen Sprache, „ist das, was man nimmt, was man zur Gabeempfängt. Als Regel gilt, keiner Jegt sich seinen Namen selbstbei, sondern er wird ihm von anderen beigelegt. Es ist natürlich,daß man in den Namen eines Neugeborenen eine heilsame, weis-sagende Kraft für seine Zukunft legte, hiernach sind z. B. die vonTieren entlehnten Benennungen zu deuten.“ Es sei gestattet, hierdie schönen Worte, die Kleemann 8 ) seinem Werke vorsetzt, anzu-führen: „Das Ideal des germanischen Mannes ist der Held. Sobegreift es sich, wie alle geistigen und sittlichen Begriffe der Urzeitin Beziehung zu Krieg und Kampf treten, wie sich dem Germanenselbst das Leben nach dem Tode in Wotans Walhall nur als einWiderspiel des kampfesfrohen ersten Lebens darstellt. Diesem
7 ) Riedel, Bd. 3, S. 196.
8 ) Die Familiennamen Quedlinburgs und der Umgegend von Dr. phil.Selmar Kleemann.