Druckschrift 
Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

mir ein Lied von der Vergangenheit, vom Markte grüßte wie ausVätertagen das Roland-Standbild herüber; es hat wohl alle unseresGeschlechts hier gesehen.

Zum Verwalter der Kirchenbücher, dem Rendanten Ratig, gingunser Weg. Wir waren angemeldet und hatten das Glück in ihmeinen Menschen zu finden, der unseren Wünschen (was so seltenist) volles Verständnis entgegenbrachte. Es war ein Altertumsforscher;Urnen, Steinbeile, Geräte aus der Bronze- und Eisenzeit schmücktendie Wände. Nun standen wir vor den alten Büchern. Die vergilbtenBlätter knisterten und erzählten von Freud und Leid, von Pestund Krieg, von glücklichen und frohen Tagen. 1584 findet sich dererste Name unseres Geschlechts. Am 16. Januar 1584 heiratet JorgeEbel (1, 1) die Anna Lytzmanns (I, 2). Und nun folgen sie in langerReihe, bis 1870 als letzte Eintragung eines zu unserem Stamm ge-hörigen Ebells zu lesen steht, daß der Seilermeister Heinrich AugustAdolf Ebel am 2. Osterfeiertag zu Perleberg die Tochter des ver-storbenen Sattlermeisters Friedrich Schulz zu Pritzwalk, Bertha IdaMathilde, geheiratet hat. Damit schließt das Perleberger Geschlecht.Alle aber sind sie einst heran getreten an diese Bücher und haben demPfarrherrn, wie es das Leben bringt, Geburt oder Tod eines unsererSippe verkündet. Ihren Spuren wollen wir folgen, sie werden unsnach Nord und Süd, Ost und West unseres Vaterlandes, auch weitüber dasselbe hinaus führen.

Aus alter Zeit.

Vergilbte Bücher, alte Schriften,

Ein Feuersteinbeil schmückt die Wand,

Hier ist der Ort, er soll berichten,

Was ich aus Väterzeiten fand.

Und knisternd wenden sich die BlätterUnd heben an zu sprechen klar,

Fern Straßenlärm, im HerbsteswetterEnthüllt sich nun, wie einst es war.

Ich seh auf eng beschriebenen SeitenDie Namen meiner Väter stehn,

Die Seele wandert in die Weiten,

Ans Fenster gelbe Blätter wehn.

Und aus den Seiten raunt es leise:

Einst trat der Urahn vor dies BuchUnd meldete nach Väterweise:

Ein Söhnchen kam uns zu Besuch.