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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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sondern sie forderte die Schwiegermutter auf, sich aufdie Erziehung ihrer Töchter zu beschränken, und ver-langte von den Staaten, sie sollten den Hof von Hollandzum Urteilsspruche bestimmen.

Burgsdorff, der leitende Staatsmann in Berlin (s. oben),bot Amalien ehrerbietig seine Dienste an, wobei Copesden Vermittler spielte, und Graf Johann Moritz vonNassau, der brandenburgische Statthalter in Cleve undMark, schrieb dem Kurfürsten am 27. Dezember ausdem Haag, Amalie wolle gemeinsam mit dem Kurfürstenhandeln. Als ihr Copes Burgsdorffs Dienstwilligkeit aus-sprach, dankte sie sehr und fandes lieb, daß manihrer noch eingedenk sei 1 ); auch sagte sie zu JohannMoritz 2 ):Ich arbeite mit aller Treue und Fleiß, wie-wohl ich vernehmen muß, daß mir ein andres willfälschlich nachgegeben werden, meine Werke werdenein Besseres nachweisen. Auf Marias verletzendesSchreiben gab sie keine Antwort.

In den Staaten waren die meisten Mitglieder aufSeite der Witwe Wilhelms II. und diese handelte schon,als sei sie zur Vormünderin ernannt, unbekümmert umdie Proteste Amaliens und Kurbrandenburgs. Auf JacobCats Anstiften wurde eine Kommission bestimmt, um diebeiderseitigen Memoires zu prüfen, und diese berichteteam 5. Januar 1651. Auf Antrag der Majorität (10 zu 8)wurde die Sache an den Hof von Holland verwiesen,wie es Maria wünschte, und Cats sträubte sich umsonstdagegen. Es war eine Niederlage für Amalie, dennnun wurde die Sache als ganz gewöhnliche Rechtsfragebehandelt, und sie schrieb entrüstet am 9. Januar 3 ) an

') Copes an Burgsdorff, Haag, 27. Dezember 1650.

2 ) Johann Moritz an Burgsdorff, 27. Dezember 1650.a ) Memoires de C. Huygens (s. oben).