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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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und ihre Hauptstütze gegen Maria, auch mehrereAdvokaten standen ihr zur Seite und entwarfen für siejuristische Memoires an die Höfe. Maria fand ihrenbesten Advokaten in Jan van Kerkhoven, dem Herrnvon Iieenvliet, ihrem Intendanten, der ihre Gouvernante,Lady Stanhope, geheiratet hatte; er betrachtete Amalienals seine Feindin und fühlte, daß er mit Maria stehenund fallen müsse; gebar Maria einen Sohn, so sollte siedie ungeteilte Führung der Geschäfte und den Voll-genuß der reichen Erbschaft haben. Iiuygens-Zuylichenund Kerkhoven -Heenvliet operierten gegeneinander;Amalie aber erreichte es, daß der alte Rat Wilhelms II.vorerst die Leitung der Geschäfte behielt.

Maria Stuart lag in einem mit Trauerflor verhängtenZimmer, das Licht sorglich von sich abschließend, nebenihr stand die Wiege, mit schwarzen Tüchern aus-geschlagen, in die sie Wilhelms Kind legen wollte. AchtTage war sie Witwe, da gebar sie am Abend des14. November 1650 um halb neun ihr einziges Kind,den vielersehnten Sohn: es war ihr 19. Geburtstag. DieGeburt kostete ihr nahezu das Leben und ein Gefühlder Niedergeschlagenheit wollte nicht von ihr weichen.Sie wünschte den Sohn Karl zu nennen, im Andenkenan ihren unglücklichen Yater, mit dessen Los sie sichviel beschäftigte, Amalie aber redete ihr dies aus, dadas Kind nur als Wilhelm auf die Merzen der Nieder-länder Anspruch erheben könne. So wurde es Wilhelmgenannt, wie sein Yater und sein Urgroßvater, und vomPfarrer van der Linde am 15. Januar 1651 in der großenKirche des Haag getauft. Die Generalstaaten gabenihm wie einst seinem Vater eine Jahrespension von8000 Franks, die Staaten von Holland 5000 Franks; zuPaten standen die Generalstaaten, die Staaten vonHolland und von Seeland, die Städte Delft, Leyden und