Druckschrift 
Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen
 

96

von Dohna, Baron dieses Ortes, zum Gouverneur,Statthalter und Generalkapitän seiner Schlösser,Städte und des Fürstentums Orange von jetzt bis31. Dezember 1633 mit einem Gehalte von 500 Livrestournois monatlich. Dohna besuchte auf seiner Reisenach Orange in Lyon den Kardinal Richelieu, demgegenüber er sehr mutig die Interessen Friedrich Hein-richs betonte *), und traf am 5. Oktober mit seinemälteren Bruder Achatius, kurpfälzischen geheimen Rate,in Orange ein; seine Familie folgte ihm 1631. Christopherwarb sich die volle Zufriedenheit Friedrich Heinrichsund Amaliens, traf vorzügliche Verwaltungsmaßregeln,unterdrückte Mißstimmungen, brachte die Zitadelle mitmöglichst geringen Kosten in guten Verteidigungs-zustand, leitete umsichtig und taktvoll die Beziehungenmit den dem Katholizismus huldigenden Nachbarstaaten,politischen wie religiösen Konflikten ausweichend; inallen Handlungen unterstützte ihn seine edelsinnige undhochbegabte Gemahlin Ursula, Amaliens Schwester;musterhaft erzogen sie ihre zahlreichen Kinder, derenältestes, Friedrich, schon mit 7 Jahren von den Staateneine Infanteriekompagnie erhielt. Ursula soll auch zurVerbindung Friedrich Wilhelms von Brandenburg mitihrer Nichte Louise Henriette von Oranien wesentlichbeigetragen haben. In dem am 14. Mai und am 10. Sep-tember 1633 in der Kirche zu Orange abgehaltenenGebete für das oranische Paar hieß es 2 ):

Segne, o Gott, die Frau Prinzessin, Du hast sie mitDeiner Gnade geschmückt und mit Deinen Güterngekrönt, Deine Hand hat sie von den Gefahren befreitwie von einer Wasserflut und hat sie an einen sicheren

0 Memoires du Burgrave et Comte Frederic de Dohna (s. oben).Siehe auch dort die Notiz über den Einzug in Orange. S. VII.

2 ) Kopie. Archiv. Schlobitten. 2/32. 1.