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Buch der Lieder
Seite
157
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Reinigung. Frieden.

Und die Schellenkappe der Thorheit,

Die so lange mein Haupt uniklingelt,Und die kalte, gleißende SchlangenhautDer Heuchelei,

Die mir so lang' die Seele umwunden,Die kranke Seele,

Die gottverleugnende, engelverleugnende,Unselige Seele

Hoiho! Hoiho! Da kommt der Wind!Die Segel auf! Sie flattern und schwell'u!Über die stillverderbliche FlächeEilet das Schiff,

Und es jauchzt die befreite Seele.

IS.

Frieden.

Hoch am Himmel stand die SonneVon weißen Wolken umwogt,

Das Meer war still,

Und sinnend lag ich am Steuer des Schisfes,

Träumerisch sinnend und, halb im Wachen

Und halb im Schlummer, schaute ich Christus,

Den Heiland der Welt.

Im wallend weißen Gewände

Wandelt' er riesengroß

Über Land und Meer;

Es ragte sein Haupt in den Himmel,

Die Hände streckte er segnend

Über Land und Meer;

Und als ein Herz in der Brust

Trug er die Sonne,

Die rote, flammende Sonne;

Und das rote, flammende Sonnenherz

Goß seine Gnadenstrahlen

Und sein holdes, liebseliges Licht,

Erleuchtend und wärmend

Über Land und Meer.