Die Heimkehr, 95
Die liegt zu Haus im Lehnstuhl,lind blinzelt schläfrig ins Licht;
Die goldnen Locken wallenÜber das süße Gesicht.
30.
Man glaubt, daß ich mich grämeIn bitterm Liebesleid,
Ünd endlich glaub' ich es selber,So gut wie andre Leut'.
Du Kleine mit großen Augen,Ich Hab' eS dir immer gesagt,Daß ich dich unsäglich liebe,Daß Liebe mein Herz zernagt.
Doch nur in einsamer KammerSprach ich auf solche Art,lind ach! ich Hab' immer geschwiegenJu deiner Gegenwart.
Da gab es böse Engel,Die hielten mir zu den Mund;Und ach! durch böse EngelBin ich so elend jetzund.
31.
Deine weißen Lilienfiuger,Könnt' ich sie noch einmal küssen.Und sie drücken an mein Herz,Und vergeh» in stillem Weinen!
Deine klaren VeilchenaugenSchweben vor mir Tag und Nacht,Und mich quält es: Was bedeutenDiese süßen, blauen Rätsel?