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Buch der Lieder
Seite
90
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gl) Dle Heimklir,

Die Straßen sind doch gar zu eng!Das Pflaster ist unerträglich!Die Häuser fallen mir auf den Kopf!Ich eile so viel als möglich!

19.

Ich trat in jene Hallen,

Wo sie mir Treue versprochen;Wo einst ihre Thränen gefallen,Sind Schlangen hervorgekrochen.

20.

Still ist die Nacht, es ruh'n die Gassen,In diesem Hanse wohnte mein Schatz;

Sie hat schon langst die Stadt verlassen,

Doch steht noch das Haus auf demselben Platz.

Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe,Und ringt die Hände vor Schmerzensgewalt;Mir graust es, wenn ich sein Antlitz seheDer Mond zeigt mir meine eigne Gestalt.

Du Doppeltgänger! du bleicher Geselle!Was äffst du nach mein Liebesleid,

Das mich gequält auf dieser Stelle,

So manche Nacht in alter Zeit?

21.

Wie kannst du ruhig schlafen,Und weißt, ich lebe noch?Der alte Zorn kommt wieder,Und dann zerbrech' ich mein Joch.

Kennst du das alte Liedchen:Wie einst ein toter Knab'Um Mitternacht die GeliebteZu sich geholt ins Grab?