Lyrisches Intermezzo.
Ich wachte auf und hörte,
Wie's pochte an mein Grab.
„Willst du nicht aufstehn, Heinrich?Der Ew'ge Tag bricht an,
Die Toten sind erstanden,
Die ew'ge Lust begann."
Mein Lieb, ich kann nicht aufstehn,Bin ja noch immer blind;
Durch Weinen ineine AugenGänzlich erloschen sind.
„Ich will dir küssen, Heinrich,Vom Auge fort die Nacht;
Die Engel sollst du schauen.
Und auch deS Himmels Pracht."
Mein Lieb, ich kann nicht aufstehn,Noch blutet's immerfort.
Wo du ins Herz mich stachestMit einem spitz'gen Wort.
„Ganz leise leg' ich, Heinrich,Dir meine Hand aufs Herz;
Dann wird es nicht mehr bluten.Geheilt ist all sein Schmerz."
Mein Lieb, ich kann nicht aufstehn,Es blutet auch mein Haupt;
Hab' ja Hinsingeschossen,
Als du mir wurdest geraubt.
„Mit meinen Locken, Heinrich,Stopf' ich des Hauptes Wund',Und dräng' zurück den BlutstromUnd mache dein Haupt gesund."
Es bat so sanft, so lieblich,Ich könnt' nicht widersteh»;Ich wollte mich erhebenUnd zu der Liebsten gehn.