Sonette
O meines Kätzchens wunderzartes Pfötchen!Könnt' ich dich an die gliihnden Lippen pressen,Und könnt' mein Herz verbluten unterdessen!
VIII.
Du sahst mich oft im Kampf mit jenen Schlingeln,Geschminkten Katzen und bebrillten Pudeln,
Die mir den blanken Namen gern besudeln,Und mich so gerne ins Verderben züngeln.
Du sähest oft, wie mich Pedanten hudeln.Wie Schellenkappenträger mich umklingeln,Wie gift'ge Schlangen um mein Herz sich ringeln;Du sahst mein Blut aus tausend Wunden sprudeln.
Du aber standest fest gleich einem Turme;Ein Leuchtturm war dein Kopf mir in dem Sturme,Dein treues Herz war mir ein guter Hafen.
Wohl wogt um jenen Hafen wilde Brandung,Nur wen'ge Schiff' erringen dort die Landung,
Doch ist man dort, so kann man sicher schlafen.
IX.
Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht;Ich mächt' mich rüstig in die Höhe heben.
Doch kann ich's nicht; am Boden muß ich kleben,Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht.
Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht,
Mein schönes Lieb, allüberall umschweben,In ihrem selig süßen Hauche leben, —
Doch kann ich's nicht, mein krankes Herze bricht.
Aus dem gebrochnen Herzen fühl' ich fließenMein heißes Blut, ich fühle mich ermatten,Und vor den Augen wird's mir trüb und trüber.
Und heimlich schauernd sehn' ich mich hinüberNach jenem Nebelreich, wo stille SchattenMit weichen Armen liebend mich umschließen.