Romanzen 39
Der unten erhob sein Aug' in die Höh',Hinschmachtend nach Hedewigs Fenster.
Schön Hedwig ergriff es wie Liebesweh,
Auch sie ward bleich wie Gespenster.
Schön Hedwig stand nun mit LiebesharmTagtäglich lauernd am Fenster.
Bald aber lag sie in Heinrichs Arm,
Allnächtlich zur Zeit der Gespenster.
13.
Der wunde Urtier.
Ich weiß eine alte Kunde,Die hallet dumpf und trüb':Ein Ritter liegt liebeswunde,
Doch treulos ist sein Lieb.
Als treulos muß er verachtenDie eigne Herzliebste sein.Als schimpflich muß er betrachtenDie eigne Liebespein.
Er mächt' in die Schranken reitenUnd rufen die Ritter zum Streit:Der mag sich zum Kampfs bereiten,Der mein Lieb eines Makels zeiht!
Da würden wohl alle schweigen,Nur nicht sein eigener Schmerz;Da müßt' er die Lanze neigenWiders eigne klagende Herz.
14.
Wasserfall rt.
Ich stand gelehnet an den Mast,Und zählte jede Welle.
Ade! mein schönes Vaterland!Mein Schiff, das segelt schnelle!