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Buch der Lieder
Seite
36
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Junge Leiden.

Laß mich, laß mich! Don Ramiro!"Wimmert's immer im Gemoge.Don Ramiro stets erwidert:

Sprachest ja, ich sollte kommen!"

Nun, so geh, in Gottes Namen!"Clara rief's mit fester Stimme,

Und dies Wort war kaum gesprochen,Und verschwunden war Ramiro!

Clara starret, Tod im Antlitz,Kaltumflirret, nachtumwoben;Ohnmacht hat das lichte BildnisIn ihr dunkles Reich gezogen.

Endlich weicht der Nebelschlummer,Endlich schlägt sie auf die Wimper;

Aber Staunen will aufs neueIhre holden Augen schließen.

Denn derweil der Tanz begonnen,War sie nicht vom Sitz gewichen,

Und sie sitzt noch bei dem Bräut'gam,Und der Ritter sorgsam bittet:

Sprich, was bleichet deine Wangen?Warum wird dein Aug' so dunkel?"

Und Ramiro? " stottert Clara,

Und Entsetzen lähmt die Zunge.

Doch mit tiefen, ernsten FaltenFurcht sich jetzt des Bräut'gams Stirne:Herrin, forsch nicht blut'ge Kunde,Heute mittag starb Ramiro".

10.

Beisitzer.

Die Mitternacht zog näher schon;In stiller Ruh' lag Babylon.

Nur oben in des Königs Schloß,Da flackert's, da lärmt des Königs Troß.