Traumbilder. 17
Trocknen mit dem Taschentuch,
Das mein Nachbar bei sich trug.
Und nach frommer HäschersitteNahm man still mich in die Mitte,
Und das Zuchthaus, heilig groß,
Schloß mir auf den Mutterschoß.
Schwelgend süß in Liebessinnen,
Saß ich dort beim Wollespinnen,
Bis Rinaldos Schatten kamUnd die Seele mit sich nahm.
Da lachten die Geister im lustigen Chor;
Geschminkt und geputzt trat ein Dritter hervor:
Ich war ein Konig der Bretter,
Und spielte das Liebhaberfach,
Ich brüllte manch wildes: Ihr Götter!
Ich seufzte manch zärtliches: Ach!
Den Mortimer spielt' ich am besten,
Maria war immer so schön!
Doch trotz der natürlichen Gesten,
Sie wollte mich nimmer verstehn. —
Einst, als ich verzweifelnd am Ende:
„Maria, du Heilige!" rief,
Da nahm ich den Dolch behende —
Und stach mich ein bißchen zu tief.
Da lachten die Geister im lustigen Chor;
Im weißen Flausch trat ein Vierter hervor:
Vom Katheder schwatzte herab der Professor.Er schwatzte, und ich schlief gut dabei ein;
Doch hätt' mir's behagt viel tausendmal besserBei seinem holdseligen Töchterlein.
Sie hat mir oft zärtlich am Fenster genicket,Die Blume der Blumen, mein Lebenslicht!
Doch die Blume der Blumen ward endlich gepflücketVom dürren Philister, dem reichen Wicht.
Da flucht' ich den Weibern und reichen Halunken,Und mischte mir Teufelskraut in den Wein,
Heine. BȀ der Lieder. 2