Traumbilder.
Und wie ich am Kirchhof vorübergehn will,Da winken die Gräber ernst und still.
Da winkt's von des Spielmanns Leichenstein,Das war der flimmernde Mondesschein.
Da lispelt's: Lieb Bruder, ich komme gleich!Da steigt's aus dem Grabe nebelbleich.
Der Spielmann war's, der entstiegen jetzt.Der hoch auf den Leichenstein sich setzt.
In die Saiten der Zither greift er schnell,
Und singt dabei recht hohl und grell:
Ei! kennt ihr noch das alte Lied,
Das einst so wild die Brust durchglüht,Ihr Saiten, dumpf und trübe?
Die Engel, die nennen es Himmelssreud'.Die Teufel, die nennen es Höllenleid,Die Menschen, die nennen es — Liebe!
Kaum tönte deS letzten Wortes Schall,
Da thaten sich auf die Gräber all';
Viel Luftgestalten dringen hervor,
Umschweben den Spielmann und schrillen im Chor:
Li. be! Liebe! deine MachtHat uns hier zu Bett gebracht,
Und die Augen zugemacht,
Ei, was rufst du in der Nacht?
So heult es verworren, und ächzet und girrt.Und brauset und sauset, und krächzet und klirrt;Und der tolle Schwärm den Spielmann umschweisl,Und der Spielmann wild in die Saiten greift:
Bravo! Bravo! immer toll!
Seid willkommen!
Habt vernommen.
Daß mein Zauberwort erscholl!
Liegt man doch jahraus jahrein.
Mäuschenstill im Kämmerlein;
Laßt uns heute lustig sein!
Mit Vergunst, —