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Buch der Lieder
Seite
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Traumbilder.

Was heulen die Weiber mit fliegendem Haar?

Was lullt mir Frau Amme mein Wiegenlied gar?

Frau Amme, bleib heut' mit dein Singsang zu Haus,Das Eiapopeia ist lange schon aus;

Ich feire ja heute mein Hochzsitfest,

Da schau mal, dort kommen schon zierliche Gast'.

Da schau mal! Ihr Herren, das nenn' ich galant!Ihr tragt, statt der Hüte, die Köpf' in der Hand!Ihr Zappelbein-Leutchen im Galgeuornat,

Der Wind ist still, was kommt ihr so spat?

Da kommt auch alt Besenstielmütterchen schon,Ach, segne mich, Mütterchen, bin ja dein Sohn.Da zittert der Mund im weißen Gesicht:

In Ewigkeit, Amen!" das Mütterchen spricht.

Zwölf winddürrs Musiker schlendern herein;

Blind Fiedelweib holpert wohl hinterdrein.

Da schleppt der Hanswurst, in buntscheckiger Jack',Den Totengräber huckepack.

Es tanzen zwölf Klosterjungfrauen herein;Die schielende Kupplerin führet den Reihn.

Es folgen zwölf lüsterne Pfäffelsin schon,

Und pfeifen ein Schandlied im Kirchenton.

Herr Trödler, o schrei dir nicht blau das Gesicht,Im Fegfeuer nützt mir dein Pelzröckel nicht;

Dort heizet man gratis jahraus jahrein,

Statt mit Holz, mit Fürsten- und Bettlergebein.

Die Blumenmädchen sind bucklicht und krumm,Und purzeln kopfüber im Zimmer herum.Ihr Eulengesichter mit Heuschreckenbein,

Hei! laßt mir das Rippengeklapper nur sein!

Die sämtliche Holl' ist los fürwahr.

Und lärmet und schwärmet in wachsender Schar;

Sogar der Verdammnis-Walzer erschallt,

Still, still! nun kommt mein feins Liebchen auch bald.

Gesindel, sei still, oder trolle dich fort!

Ich höre kaum selber mein leibliches Wort.