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Buch der Lieder
Seite
10
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10 Junge Leiden.

Der Bräut'gam füllt de» Becher seinUnd trinkt daraus, und reicht gar feinDer Braut ihn hin; sie lächelt Dank,

O weh! mein rotes Blut sie trank.

Die Braut ein hübsches Äpflein nahm.Und reicht es hin dem Bräutigam.

Der nahm sein Messer, schnitt hinein,O weh! Das war das Herze mein.

Sie äugeln süß, sie äugeln lang',Der Bräut'gam kühn die Braut umschlang,Und küßt sie auf die Wangen rot,

O weh! mich küßt der kalte Tod.

Wie Blei lag meine Zung' im Mund,

Daß ich kein Wörtlein sprechen kunnt'.Da rauscht' es auf, der Tanz begann;Das schmucke Brautpaar tanzt voran.

Und wie ich stand so leichenstumm.Die Tänzer schweben flink herum;

Ein leises Wort der Bräut'gam spricht,Die Braut wird rot, doch zürnt sie nicht.

6.'

Im süßen Traum, bei stiller Nacht,

Da kam zu mir mit Zaubermacht,Mit Zauberinacht, die Liebste mein,

Sie kam zu mir ins Kämmerlein.

Ich schau' sie an, das holde Bild!

Ich schau' sie an, sie lächelt mild,

Und lächelt, bis das Herz mir schwoll.Und stürmisch kühn das Wort entquoll:

Nimm hin, nimm alles, was ich Hab',

Mein Liebstes tret' ich gern dir ab,

2 Auf die Scharfrichterstochter Josefa bezüglich; der Verlust der Seligkeitwird durch die Liebe zu der Tochter einesverrufenen, unehrlichen" Scharf-richters erklärlich.