Druckschrift 
Das Ganze der Ananaszucht oder die verschiedenen Arten wie man Ananas gezogen hat und noch ziehet, von der ersten Einführung dieser Frucht in Europa bis zu den neuesten Verbesserungen in der Cultur derselben
Entstehung
Seite
156
Einzelbild herunterladen
 

Sommers ; denn ich habe bemerkt, daß diese Pflan-zenart, obgleich gegen eine hohe Temperatur sehrwenig empfindlich, dies doch keineswegs gegen dieanhaltende Wirkung Heller Lichtstrahlen ist, wie vieleandere Pflanzen: und zwar viel weniger als Feigen-und Pomeranzen-Bäume: vermuthlich wird, da sievon Natur für die Tropcnlander geschaffen ist, durchdie Lange cincS hellen und heißen Sommcrtages inEngland, ihre Lebenskraft ermüdet und erschöpft.Da sie überdies eine niedrige Pflanze ist, so hatsie in ihrem Vaterlande von der Natur wahrschein-lich auch die Kraft erhalten, ihre Früchte und Brütim Schatten anderer Pflanzen zur Reife zu bringen;und im vergangenen Sommer machte ich auch die Ent-deckung, daß sie die Kraft besitzt, ihre Frucht in ei-ner niedrigern Temperatur zur Reife zu bringen,als ich vorher glaubte, daß sie darin wachsen könne."

Im Monat JuniuS gab ich ein paar Ana-naspflanzen, die schon nach sechs Monaten Fruchtangesetzt hatten, klein und von keinem Werthe wa-ren, dem Kinde eines meiner Freunde, um sie inein Glashaus zu setzen, wo den Sommer hindurchkein Feuer gehalten wurde. Im Julius zerschlugein Hagelwetter beinahe oder völlig die Halste derGlasscheiben des Hauses; die Temperatur desselbenwar daher den Sommer und Herbst über so niedrig,daß in der zweiten Woche des Septembers die darinbefindlichen Trauben vom Gutedel noch nicht reifwaren. In der zweiten Woche dieses Monats (Oct.)wurde eine der darin stehenden Ananas reif, die, imVergleich mit der Größe der Pflanze, zu einer außer-ordentlichen Größe angeschwollen war; und als ichverglcichungsweise den Umfang der Frucht und desStangels genau maß, so fand ich, daß der Umfangder Frucht, den des Stangels im Verhältniß von