Das Ganze
der
A n a n a s z u ch t,
oder
die verschiedenen Arten wie man Ananas gezogen hat und noch ziehet, von der ersten Einführung dieser Frucht in Europa bis zu ' den neuesten Verbesserungen in der Cultur derselben, durch Hrn. T» A. Knight>
Nach dem Englischen eines Mitgliedes der Gartenbau- Gesellschaft zu London.
Häuser und Gruben »orstellend.
Ilmenau 182Z.
Gedruckt lmd verlegt hei Alernh. Friede. Zeigt.
Einleitung.
Die von T. A. Knight, Esq. gemachten Versuche in der Anauaszucht^ haben bei dem für die Gärtnerei sich intcrepirenden Publikum beträchtliche Aufmerksamkeit erregt. Unser gegenwärtiger Zweck ist, die Cultur dieser Königin unter den Früchten, durch die Vereinigung unserer Bemühungen mit denen dieses ausgezeichneten Gärtners, zu befördern.
Das Mittel, welches wir zur Erreichung unsers Zwecks für das Tauglichste halten, ist die Sammlung aller Nachrichten über die verschiedenen in Europa bisher befolgten Arten, diese Pflanze zu behandeln; die Quellen, aus welchen wir die Mittel hierzu gezogen haben, sind die verschiedenen Bücher, welche über die Ananas erschienen sind, und endlich unsere eigenen Beobachtungen scher die Behandlung derselben bei denjenigen Gärtnern, welchen die Treiberei derselben am besten gelingt.
Die in Groß - Britannien erschienenen Bücher, welche ausschließlich oder hauptsächlich von der ÄnanaS bandeln, sind:
1767. >1»6n (litt?«) M NLilioll
»l I'iWguL, l'Wkk iNts lVl(.gttN5, 8.
1769- I^z-Ior, (?^iä«zner Ai Devices,
n> Vv'ilt5lliro. ^ giioariso on Uio
?.0. 9"reaNss nn Uro cnllnro ol Uio Uino Tlp^io,. 8.
1898 i9iioinn5 Zn18nin, (lorsonor io liio M-irgnis ol Ilerikorcl, ai l' u^Iev, in rVar- >viclrslnrs. l'reniise on ilie enlinrv ol ilie i^ncini>8, eic. 1Z..
Unter den Schriftstellern, welche von der Ananas als einem.Theil ihres mehrere Gegenstände umfassenden Buches gehandelt haben, sind beinahe alle diejenigen begriffen, welche seit dem Anfange des achtzehnten Jahrhunderts über Gartenbau geschrieben haben; die vorzüglichsten darunter sind, Brad- ley, Miller, Justice, Abercrombie, M'Phail, und Nicol, in ihren verschiedenen Werken; und I. A. Knight, Esq., nebst Peter Marsland, Esst., ill den Verhandlungen der Londoner und der Caledonischen Gartenbau-Gesellschaften»
Der im Auslande erschienenen Bücher über die Ananas sind wenig, und von geringem Werth; weil es den Gärtnern auf dem festen Lande mit der Cultur der Ananas nie sehr gelungen ist» Professor Thouin und M» Bosc sind die vorzüglichsten französischen
Schriftsteller, welche diesen Gegenstand berührt haben, und dies nur in allgemeinen Werken, wie Rosier's Wörterbuchs. Kirchner ist beinahe der einzige deutsche Autor, welcher über diese Frucht geschrieben hat, in seiner 1796 herausgekommenen practi- schen Anleitung zur Gartenkunst,welche größtentheils der Ananas- und Weincultur gewidmet ist. Einige andere ausländische Abhandlungen über diesen Gegenstand, s- welche sich in der Büchcrsammlung des Ritters Banks befinden, sind bloße Üebersetzun- b gen von Le Cour's Capitel von der Ananas, s sind von englischen Schriftstellern.
Die angesehensten Ananas- Cultivatoren in England, sind gegenwartig, Thomas Baldwin, Gärtner des Marquis von Hert- ford, zu Ragley, in Warwiccshire; William Griffin, Gärtner bei Samuel Smith, Esa. zu Woodhall Park, in Hertfordshire; William Tvwnsend Aiton, Esq., kön. Gärtner zu Kensington; Hr. James Andrews, Handelsgärtner zu Lambeth; und Hr. Jsaac Ol- dacre, Gärtner bei Lady Banks, zu Sprin- grove, in Middlesex.
Viele andere Gärtner ließen sich noch anführen, als ausgezeichnet in der Cultur dieser Frucht; die obigen sind jedoch seit mehreren Jahren die Cultivatoren vom ersten Range gewesen.
Auf dem festen Lande wird die Ananas am meisten in Rußland cultivirt; in Frankreich und Deutschland kömmt sie nur selten vor; und in Italien nur allein in einigen Gärten. Wir haben die vorzüglichsten Gär-
^ V
teil des Festlandes, ingleichen die oben angeführten in England, so wie einige andere besucht, und führen dies hier an, um die'Ausdehnung unserer Bemerkungen zu rechtfertigen, die sich nicht nur auf die einheimischen, sondern auch auf die im Auslande üblichen Ner- fahrungoarten erstrecken; und eine Erklärung zu geben, warum wir uns nicht blos auf das beschranke!:, was in Büchern enthalten ist, sondern uns auch über die Culturarten verbreiten, die man gegenwärtig in verschiedenen Garten befolgt. Zuerst werden wir von der Einführung der Ananas in Europa, und nächstdem von den verschiedenen Unterarten derselben, welche cultwirt werden, handeln; dann wollen wir einen Blick auf die Ä ersah- rungsarten des Festlandes werfen, und endlich die in unserm Lande gebräuchlichen Cultur- Methoden vortragen.
Inhalt.
ErstcS Capitel.
Steile.
Bon »er Ananas; ihrer Cultur i» .Westindien. — Einführung i» Holland und England ..... l
Zweites Capitel.
Bon den Unterarten der Ananas ..... 2
Drittes Capitel.
Ausländische Arten, die Ananas zu cultivircn . . ?
I. Abschn. Cultur der Ananas in Holland. . . 10
II. — i» Deutschland . . 15 Ni. — in Nußland . . . IS >.. — —> in Frankreich '. . 21
V. — — in Italien . . . S3
VI. — — in andern Theilen v. Europa
Viertes Capitel.
Bon den verschiedenen Arte» die Ananas zu cultivire», welche die praktische» Gärtner in Britannien ausgeübt haben, oder noch in Ausübung bringen . . . S6 l. Abschn. T.elende'ö -Verfahren die Ananas zu ziehen L5 U. - Miller's — — ->li
lst. - Iustiees — - L6
>1. - G'les — —
Seite.
V.
Abschn. Taylor's Verfahren,
die Ananas zu ziehen
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VI.
- Specchly's —
—
4S
VII.
M'Phail'ö
—
62
VIII.
- Nicol's —
—
83
IX.
- Griffin'Z —
—
100
X.
- Waldwin'S —
—
107
XI.
- Abercrombie'« —
—
117
XII.
- Andrews —
---
120
XIII.
- Gunter's —
—
124
XIV.
Oldacre's —
—
123
XV.
- Aiton's —
—
132
Fünftes Capitel.
Neuerlich unternommene Verbesserungen in der Cultur der Ananas ......... 138
I. Abschn. Bon den Werbesserungen, welche Hr. Knight vorgeschlagen hat . . . . . . .140
II. Abschn. Won andern vorgeschlagenen Verbesserungen 162
Erstes Capitel.
Von der Ananas überhaupt.
Ihre Cultur in West-und Ostindien, Einführung in Holland, und England.
ö^ie Ananas oder Nrornklin Ananas des Ll'nm5, gehört in die erste Ordnung der sechsten Classe seines künstlichen, oder in die dreizehnte Ordnung der achten Classe (Lmmslias) von Jüssieu's natürlichem Pflanzensystem. Der ursprüngliche Name dieses Geschlechts war Ananas, von Nana, dessen in Brasilien gebräuchlichem Namen; und in den frühem Ausgaben von Millers Gartcn-Lexicon wird die Königin (eine Ananas-Art) Ananas ovnla genannt; Linn6 verwandelte ihn aber, zum Andenken Olaus Bro- mels, eines schwedischen Naturforschers, in Lrome- lin und brachte auch die oder wilde Ananas mit darunter, welche man vorher als ein besonderes Geschlecht betrachtete.
Persoon hat zwölf Bromelien-Arten beschrieben; von denen allen die Frucht für eßbar angesehen, und von den Eingeborncn vorkommenden Falls auch gegessen wird. Sechs dieser Arten sind in Westindien naturalisirt; und die übrigen werden in Chili, Peru und andern Theilen von Südamerika wild wachsend gefunden.
Die Lrarnkliu Ananas ist die einzige Art, welche allgemein cultivirt wird; in beiden Indien und in ^ China zieht man sie in Nebenfluß. Es heißt, sie wachse ^ auch in Afrika wild; allein Linnv giebt Neuspanien und Surinam als ihr Vaterland an; und Aeofta (Ilw- fairs nntnrelllZ ä Inäss) sagt, daß sie zuerst aus
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der Provinz Santa Croce, in Brasilien, nach Westindien, und dann nach Ostindien und China geschickt worden sey. Persoon-'halt sie für eine Bewohnerin Südamerika's; und Baron Humboldt und Prinz Maximilian von Neuwied, fanden sie in Ca- raccas in Brasilien.
Auf welchem Wege auch die Ananas von Südamerika nach Westindien eingeführt wurde, so ist sie doch auf diesen Inseln, besonders in Jamaica, schon seit undenklichen Zeiten cultivirt worden. Gemeiniglich glaubt man in diesen Landern, daß sie dort wild wachse; aber nach den besten Nachrichten, die wir einzusammeln im Stande waren, wird die wahre Ananas dort nur in Gärten oder auf Feldern, welche mit dem Spaten bearbeitet werden, ange- bauet, wie bei uns der Kohl, und bringt ihre Frucht in Zeit von fünfzehn bis achtzehn Monaten nach dem Einpflanzen der Krone. Das gewöhnliche Gewicht der Frucht ist von einem halben bis zu drei Pfund; und es giebt deren vorzüglich in der trocknen Jahreszeit in Ueberfluß. In der Regenzeit, welche dort beinahe die Hälfte des Jahres über dauert, sind reife Ananas in den Gärten von Jamaica seltner als in den Warmhäusern Englands.
In der Nähe von Calcutta wird sie auf dieselbe Art gezogen wie in Jamaica, und soll, wenn sie durch eine Wässcrungs-Anstalt reichlich mit Wasser versehen wird, am ersten Orte eine außerordentliche Größe erlangen und fast das ganze Jahr über zu haben seyn.
Die ersten Versuche, die Ananas in Europa zu ziehen, scheinen gegen das Ende des siebzehnten Jahrhunderts von Le Cour (oder La Court, wie Collin- son schreibt) einem reichen flamländischen Kaufmann, der zu Drieocck in der Nähe von Leyden einen
schönen Gatten besaß, gemacht worden zu seyn. Er gab im Jahre 1732 eine Beschreibung seines Gartens heraus, und starb 1737.
Miller und Justice besuchten denselben, und sprechen von seinem Besitzer, als einem der größten Beförderer der Gartenkunst zu seiner Zeit, der in seinem Garten besonders eingerichtete Mauern und Warmhauser habe, und der erste gewesen sey, dem es gelang, Ananas zu treiben. Von ihm führt Miller an, (Garten-Lerieon, Art. Lvmnklia) wurden die Gärten in England zuerst mit Ananas versehen, und zwar im Jahre 1719 durch Sir Matthew Decker, von Richmond; obgleich dieselbe, als eine botanische Pflanze, schon 1690 durch Hrn. Bentick, nachherigen Grafen von Portsmouth, eingeführt worden war.
„Wenn ich sage," bemerkt Hr. Cowel von Hoxton, in seinem Kunst- und Küchengärtner, London 1730, S. 27. „daß die ersten Ananas welche in England gezogen wurden, in Sie Matthew Deckers Gärten zu Richmond sich befanden, so meine ich, die ersten, an welchen man Früchte erlangte, waren in diesen Gärten; denn Pflanzen davon hatten wir schon lange zuvor erhalten, es fehlte uns zu der Zeit nur noch an Anstalten, sie zum Fruchttragen zu bringen, oder auch nur die Pflanzen beim Leben zu erhalten."
„Jetzt (1730), fährt er auf derselben Seite fort, findet man die Ananas beinahe in jedem Kunst- garten."
Die eingemachten Früchte der Ananas wurden nach Europa, und besonders nach Holland, schon viele Jahre zuvor geschickt, ehe die Ananaspsianze selbst eingeführt wurde.
Daß die eingemachten Ananas auch ihren Weg
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nach England fanden, und zwar schon im sechszehnten Jahrhundert, geht aus dem hervor, was Lord Bacan in seinem Versuche über die Kolonien davon sagt, und ebenfalls aus einem Gemälde im Besitz des Grafen von Waldegrave, Karln II. in einem Garten vorstellend, und Rosen, den königl. Gärtner, wie er ihm eine Ananas überreicht. Dies Gemälde hinterließ, wie uns Lord Walpole berichtet, Herr London, ein Schüler Rosens, dem Hrn. Penr.icott, von Thames Ditton, von welchem er selbst es zum Geschenke bekam. Es scheint jedoch nicht, daß Rose oder London wirklich Ananas gezogen haben, sonst würde dies gewiß in den Schriften, die wenn auch nicht von ihnen selbst geschrieben, wenigstens unter ihrem Namen erschienen und Londons und Wise's Genehmigung erhielten, angemerkt seyn. Dasselbe gilt von Ewelyn, Roy, Rea, und andern Gartenschriftstellern jener Zeit. Kurz aus Roy's Briefen ist offenbar, daß die Idee Gewächshäuser durch Feuer zu heizen, im Jahre 1684 ganz neu war, und in diesem Jahre zuerst von Herrn Watts, Gärtner der Apotheker-Gesellschaft zu Chelsea, angewandt wurde; und Miller behauptet (Garten-Lexicon, Art. Lohe) daß vor 1719 in England nur wenig Lohbeete im Gebrauch waren. Die Ananas konnte also im siebzehnten Jahrhundert in England nicht cultivirt werden.
In den letzten Jahren sind die Ananas, sammt den Pflanzen, in Ueberfluß nach England geschickt worden, und eine Ladung von der Insel Providence ist in sechs Wochen angelangt. Diese Leichtigkeit ihrer Cultur und die allgemeinere Verbreitung der- / selben, hat ihren Preis sehr verringert, und sie gemein gemacht. Man verkauft sie, die Sommermonate über, in den Fruchtlädcn Londons, an einem
oder ein paar Orten; und eine Frucht von mäßiger Größe ist für eine halbe und ganze Krone, oder das Pfund für zwei Schillinge zu haben.
Zweites Capitel.
Von den Varietäten der Ananas.
Von der Ananas giebt es, wie von den meisten andern Früchten, welche lange cultivirt worden sind, viele Varietäten. Den größten Theil der Pflanzen, welche in England cultivirt werden, hat man von den Inseln Westindiens bekommen; doch sind in England auch einige aus Samen gezogen worden.
Speechly erzahlt, daß er im Jahre 1768 sie- benzig Pflanzen aus Samen zog, welcher dem Herzog von Portland aus Westindien geschickt worden war. Die meisten dieser Pflanzen unterscheiden sich sehr deutlich durch die Blätter oder die Frucht, doch war die Güte der letztern sehr gering.
Die geschätztesten Varietäten, welche gegenwärtig gezogen werden, sind:
1) Die alte Königin. Frucht eiförmig und goldfarbig. Wird für die härteste Art gehalten, und bringt schon nach fünfzehn bis achtzehn Monaten ihre Frucht, welche eine ansehnliche Größe erlangt und oft drei bis vier Pfunde wiegt. Bon dieser Art kann man bei schicklichem Alter und Jahreszeit viel sicherer darauf rechnen, Früchte zu bekommen, als von den meisten andern Arten, sie hat daher mit Recht den Vorzug in den meisten Warmhäusern.
2) Ripley's neue Königin, eine Unterart der alten Königin, mit einer großen schönen Frucht, welche auch eben so bald erscheint.
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Z) Welbecker Samenpflanze. Feucht klein, oben gewöhnlich dicker als unten, blaß- oder schwefelgelb von Farbe, mit sehr flachen Warzen; Fleisch weiß und zart, sehr wohlschmeckend und weniger Schärfe enthaltend, als man in den meisten andern Arten findet.
4) Die pyramidenförmige oder d e r braune Zuckerhut. Kegelförmig und von dunkeler Farbe bis zur Reifzeit z die Blätter bräunlich, das Fleisch gelb.
ä) Der stachliche gestreifte Zuckerhut. Kegelförmige goldfarbige Frucht; die Blätter mit schwarzen oder purpurfarbigen Linien gestreift.
6) Der glatte gestreifte Zuckerhut; dem vorigen ähnlich z die Blätter aber ohne Stacheln.
7) Havannah. Becherförmig; dunkelfarbig bis zur Reife.
8) Montserrat. Die Blätter dunkelbraun, auf der Jnseite ins purpurfarbige fallend; die Frucht von Mittelgröße und tonnenförmig, die Warzen größer und flacher als bei den andern Sorten.
9) DieKönigs-Ananas, oder schön Grün. Die Blätter grasgrün mit wenigen Stacheln, das Fleisch hart oder vielmehr faserig, aber von gutem Geschmack, wenn es reif ist.
10) Die grüne, oder St. Vincents-Ana- nas. Eine seltene Sorte; zur Reifzeit ist die Frucht ylivenfarbig, von mittler Größe und pyramidenförmig.
11) Die schwarze Antigua. Die Frucht ist wie die Spitze einer Pyramide gestaltet; die Blätter bräunlich von Farbe und am Ende etwas schwach und welk, mit starken aber wenigen Stacheln. Die Warzen der Frucht sind groß, oft einen Zoll im Durchmesser; die Frucht selbst erlangt eine ansehnliche Größe und ein Gewicht von drei
bis vier Pfund. Sie ist bis zur Reife von dunkler Farbe, sehr saftig und wohlschmeckend.
12) Schwarze Jamaica. Die Frucht ist groß und die Pflanz? im Charakter und in äußerer Gestalt der vorigen ahnlich.
1Z) Providcnce Ananas. Von dieser giebt es zwei Varietäten, die weiße und die grüne; die Frucht ist größer als bei allen andern Arten, welche man in England cultivirt; die Gestalt nähert sich der Pyramide; die Farbe ist Anfangs bräunlich-grau, im Zustande der Reife aber blaß- gelb. Das Fleisch gelb und schmelzend und voll überfließenden Saftes. Speechly zog in den Gärten zu Welbeck, im Jahre 1794, eine Frucht welche fünf und ein Viertel Pfund, oder vier und achtzig Unzen wog, und von einer Pflanze die gerade nicht die größte war. Griffin hatte im Jahre 1803, zwei ihm zur Pflege übergebene Pflanzen, die im Juli 1804 ihre Frucht brachten; die von der einen Pflanze wog sieben Pfund zwei Unzen, und die andern neun Pfund drei Unzen. Diese und die beiden vorhergehenden Sorten, brauchen gewöhnlich drei, zuweilen auch vier oder fünf Jahre, ehe sie ihre Frucht bringen.
14) Die Bluthrothe. Die Frucht ist oben und unten gleich stark, die Warzen von mäßiger Größe; Farbe ziegelroth; Fleisch weiß und dicht; Blatter von abwechselnder Farbe; im Geschmack steht die Frucht den meisten andern Arten nach. Diese Art ist bloß als eine sonderbare Spielart zu betrachten.
15) Die Silber-gestreifte Königin, mit schönen weiß, gelb und roth gestreiften Blättern, ist zwar eine schöne Pflanze, aber schwer zum Fruchttragen zu bringen.
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16) Die Ananas mit gefleckten Blättern. Außer der Silber gestreiften Königin giebt es verschiedene Sorten mit schön gefleckten Blattern und Früchten; im allgemeinen bringen sie aber ihre Früchte spät, und sind mehr zur Zierde als zum Nutzen.
Den angeführten kann man noch beizählen, als nicht allgemein bekannte Sorten, oder von geringerm Werthe:
Die glatte Ananas. Miller.
Die glatte lang- und schmalblättrige Ananas. Das.
Die Grunda-Ananas. Das.
Die Bogworp-Ananas. Das.
Die Surinam-Ananas. Das.
Die Antigua-Königin. Specchly.
Die grüne Providence, oder alte Pro- vidence, von einer Insel dieses Namens.
Neue Sorten. Oft werden Ananaspflanzen aus Westindien eingeführt, und tragen in diesem Falle gemeiniglich ihre Namen. Im allgemeinen stehen jedoch diese Pflanzen in Art und Beschaffenheit denen weit nach, welche in England gewachsen und bei den dasigen Kunstgärtnern zu haben sind. Gewöhnlich sind sie von Blattläusen angesteckt, und sehr unzuverläßig sowohl in der Zeit ihres Frucht- bringens, als des Geschmacks der Früchte. Wollte man auch diese Sorten mit aufzählen, so würde die Zahl der in England bekannten Ananas gegen vierzig Sorten ansteigen. In den Gärten des Herrn Günter zu Carl's-court, sind Exemplare von mehr als dreißig Sorten gezogen worden.
Die Ananas wird, wie jedem Gärtner bekannt ist, von allen die sie cultiviren, auf dieselbe Art fortgepflanzt, nämlich erstens durst) den besondern
Auswuchs oberhalb der Frucht, welcher die Krone genannt wird, und zweitens durch Sprößlinge. Diese werden zuerst in kleine Töpfe gepflanzt und dann nach regelmäßiger Folge, in immer größere Töpfe versetzt nach dem Belieben des Gärtners.
Drittes Capitel.
Außerhalb England gewöhnliche Vcrfah- runasarten, die Ananas zu ziehen.
Cttlt„r der Ananas in Holland, Frankreich, Deutschland, Italien :c.
Auf dem Continent hat man im allgemeinen, was die Gärtnerei betrifft, den Holländern nachgeahmt, eben so wie es in England und in jedem andern Lande vor zwei hundert Jahren der Fall war.
Holland ausgenommen, werden daher englische Gärtner in andern Ländern sehr wenig zu lernen finden; es ist jedoch der Mühe werth, zu erfahren, wie wenig in einer Gegend zu lernen ist, um seine Aufmerksamkeit desto mehr dahin richten zu können, wo sich eine Vermehrung unserer Kenntnisse hoffen läßt.
Zu dem Endzweck werden wir eine kurze Uebersicht von der Cultur der Ananas in den vornehmsten Theilen des Festlandes geben.
Ob Le Cour der erste war, der Pflanzen aus Westindien einführte, ist weniger gewiß, als daß er der erste war, welcher ihre Cultur mit Erfolg versuchte. Professor Bradley giebt, in seiner Abhandlung von der Hauswirthschaft und Gärtnerei für den Juli 1724 S. 206, eine Beschreibung der Ananas, und Nachricht von der Einführung derselben in Holland durch Le Cour. Er sagt, daß es in den Amstcrdammer Gärten gegen zwei hundert Pflanzen gab, hauptsächlich von Surinam und Cu-
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rassao, aber auch einige aus den holländischen Fac- toreien in Osti:dien, welche sich alle gesund und frisch befanden; aber die Kunst, sie zum Fruchttragen zu bringe», war noch nicht bekannt, bis Le Cour sich mit ihnen abgab. Miller sagt, daß nach sehr vielen meist ganz vergeblichen Versuchen, Le Cour endlich die angemessene Warme und Behandlung fand, so daß er eben so gute, doch nicht so große Früchte erzeugte, als die in Westindien gewachsenen. Ums Jahr 17Z7, ein Jahr vor seinem Tode, gab Le Cour einen Quartband in holländischer Sprache heraus, welcher das Ergebniß seiner Beobachtungen über Garten, Bäume und Blumen enthält, nebst einer ausführlichen Beschreibung seiner Treibhäuser.
Aus diesem und Professor Bradley's Nachrichten (Abhandlung von der Hauswirthschaft und Gärtnerei, für den Junius 1724, S. 161) lernen wir, daß Le Cour's Behandlungsart der Ananaspflanzen derjenigen sehr ähnlich war, die man in Sir Mat- thew Decker's Garten zu Nichmond, angenommen hatte, und deren Beschreibung hier sogleich mit dessen eigenen Worten folgt.
I.
Le Cour's Behandlungsart der Ananas im Anfange des achtzehnten Jahrhunderts, zu Drieoeck bei Leyden.
Ich unterscheide, sagt er, drei verschiedene 'Arten Ananas; die erste und beste hat grüne mit feinen Stacheln besetzte Blätter; und Früchte, weiche ich sieben Zoll hoch und dreizehn Zolle im Umfange gehabt habe; wenn diese Sorte, ehe sie die Früchte zeigt, kühl gehalten und dann durch etwas mehr Wärme langsam getrieben wird, so wachst sie größer und mehr zugespitzt als die, welche wärmer und den Winter über im Wachsthum erhalten wor-
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den sind. Die Blätter der zweiten Sorte sind größer und breiter, von dunklerm mit Roth gemischten Grün; sie bringt keine so große Frucht, diese ist aber größer und breiter, und hat flachere Knoten; unreif sieht sie rothbraun aus und wenn sie reif ist, dunkelgelb, mit braungclben Flecken auf den Knoten. Der Geschmack ist nicht so angenehm als bei der ersten, deren unreife Frucht dunkelgrün aussieht, reis aber mit gelben Flecken auf den Knoten versehen ist, weshalb ich hauptsächlich die folgende Sorte ziehe.
Diese heißt die glatte Ananas, weil sie keine Stacheln hat, die Blatter wachsen aber länger, schmaler und mehr aufrecht; die Frucht ist kleiner. Die Ananas kann unsere Winterkalte nicht ertragen und muß im Sommer eine dauerndere Warme und im Winter weniger Abwechslung haben, als in unserm Clima gewöhnlich der Fall ist; sie muß daher nicht allein wahrend des Winters in Treibhausern, sondern selbst den Sommer über unter Glasfenstcrn, wo die Töpfe in einem Lohbecte stehen, gehalten werden. Es ist jedoch mit diesen wie mit allen andern Pflanzen aus einem warmern Clima; wenn sie nach und nach an unser kälteres Clima gewöhnt sind, werden sie harter, und können mehr Kalte und Witterungs-Wechsel ertragen, bringen daher auch bessere Früchte als diejenigen, welche wir vom Auslande erhalten und in einer wärmern ihrer Natur mehr zusagenden Gegend erzogen sind. Es ist daher nothwendig, daß wir Pflanzen zu erhalten suchen, die schon an unser Clima gewöhnt sind, durch die mehrere Jahre lang fortgesetzte Vermehrung durch Schößlinge, denn in diesem Falle können sie mit sehr wenig Mühe aufgezogen werden.
Die allerschicklichste Zeit, solche Schößlinge ab-
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zunehmen, ist von der Mitte bis zu Ende des Ju- niuö. Schößlinge sowohl als Kronen müssen in sandige Erde und kleine Töpfe gesetzt werden, da sie auf diese Art am besten Wurzeln schlagen; sind aber die Pflanzen größer geworden, so müssen sie im folgenden Jahre in nahrhaftere weniger sandige Erde und größere Töpfe verpflanzt, und Sorge dafür getragen werden, daß beim Versetzen die Wurzeln von der Erde nicht entblößt werden. Die zu dieser Verpflanzung schicklichste Zeit ist im März, wann die Pflanzen aus dem Warmhause genommen und in ein Erdenbcet unter Glasfenster gesetzt werden müssen. Beim Umsetzen in andere Töpfe muß die Erde gut an die Wurzeln gedrückt und nachher wohl begossen werden; auch darf man keine zu großen Töpfe wählen, da sie mehr Raum einnehmen, nicht so leicht zu behandeln, und weniger geschickt sind, eine große Frucht zu treiben, als die von mäßiger Größe. Die zum Verpflanzen schicklichsten Töpfe haben am obern Rande zehn und am Boden sieben Zoll im Durchmesser, bei zehn und einen halben Zoll Tiefe.
Wann die Pflanzen im Wachsen begriffen sind, verlangen sie gewöhnlich viel Wasser und noch mehr wenn sie Früchte ansetzen. Sie sollten dann öfters über und über begossen werden. Nachher müssen sie mit mehr Vorsicht behandelt und weniger begossen werden; denn zu viel Wasser würde ihnen nachtheilig seyn, wenn die Frucht zu reifen beginnt, welche dadurch wässrig, durchscheinend grünlich gelb, und von schlechterm Geschmack und Geruch werden würde. Bei zu wenigem Wasser vertrocknen sie, und das Mark in den Blättern verdirbt, was sich zuerst dadurch zeigt, daß wenn man die grünen Blätter gegen das Licht halt, dieselben mit gelblichen
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Flecken gesprenkelt erscheinen. Um eine gute Frucht zu erzeugen, muß die aus einem Schößling oder einer Krone gezogene Pflanze wenigstens drei Jahre gut und kräftig aufgewachsen seyn; das erste Zeichen vom Ansetzen der Frucht ist, daß die Blätter sich etwas auseinander breiten und das Herz der Pflanze sich ein wenig öffnet, wo sich dann bald die Frucht selbst wie der Kopf eines großen Nagels zeigt. So wie Frucht und Stängel höher wachsen, wird die Frucht runder und bekömmt kleine, spitzige, distelähnliche Blatter, welche an einigen Sorten röthlich an andern weißlich hervorbrechen. Hat die Frucht ungefähr einen Monat lang zugenommen und die Größe einer Wallnuß erreicht, so erscheint aus jedem Knoten ein dreiblättriges zugespitztes Blümchen, welches bei der gemeinen Ananas blaßblau, bei der rothen dunkelblau und bei der dritten Sorte, oder glatten Ananas, beinahe violet ist. Diese Blüthe fällt nicht ab wenn die Frucht zunimmt, sondern schrumpft zusammen und hinterläßt sichtbare Spuren, an der zur völligen Reife gelangten Frucht.
Die Zeit vom Ansetzen der Frucht bis zu ihrer vollkommenen Reife, läßt sich nicht nach Wochen und Tagen angeben, da ihre Dauer gar sehr von der Witterung zwei aufeinander folgender Sommer abhängt. Während des Frühjahrs, wenn die Pflanzen im Warmhause sind, kann man durch daS Heitzen des Hauses, und durch die senkrecht auf das Glas fallenden Sonnenstrahlen, einen sehr natürlichen Wuchs derselben erlangen, den man den ganzen Sommer über unterhalten kann. Im Herbste ist dies der Fall nicht, weil dann die Sonne weniger Macht hat, und die Wärme derselben durch die um diese Zeit gewöhnlichen Regen noch mehr geschwächt wird; daher muß den Pflanzen, späte-
stens vom December an, mehr und mehr künstliche Hitze gegeben werden, bis sie in der Mitte des Februar, oder längstens Anfangs März, ihre Früchte zu zeigen anfangen, welche dann bei guter Sommerwitterung und angemessener Behandlung zu Anfang des Juli die Reife erlangen werden, und also auf diese Art fünf Monate dazu brauchen; die Frucht welche sich im Anfange des März zeigt, braucht wenigstens vierzehn Tage mehr um zu reifen; die welche in der Mitte des März erscheint braucht einen Monat mehr, folglich ein halbes Jahr, ehe sie zur Reife kommt; die Frucht aber, welche sich erst im April zeigt, braucht noch mehr Zeit, und wird selten so reif, daß sie ihren eigenthümlichen Geschmack und Geruch bekäme. Der angenehme Geruch, wel^ cher einem entgegen duftet, wenn man die Fenster öffnet, ist der sicherste Beweis von der Reife der Frucht; sie ist dann dunkelgelb und die Knoten haben braungelbe Flecken.
Die Zeit, wenn man die Pflanzen aus dem Lohbect in das geheizte Erdhaus, und von da wieder in das Lohbect bringen muß, kann nicht bestimmt werden, da dies von dem Wetter und der Länge des Sommers oder Winters abhängt. In einigen Jahren war ich genöthigt, sie schon im September ins Warmhaus zu bringen und daselbst bis in den April zu behalten; in gewöhnlichen Jahren aber werden sie den 10. oder 12. October in das Warmhaus und von da in der Mitte des März wieder in das Lohbect gebracht.
Die Kanäle müssen durch Einheitzen getrocknet werden ehe die Pflanzen in das Warmhaus kommen; nicht nur um den Dampf zu entfernen, der beim ersten Heizen sehr stark und schädlich ist, sondern auch um zu entdecken, ob Oeffnungen vorhan-
den sind, durch welche der Rauch in das Haus dringen kann, denn diese müssen sorgfältig verstopft werden. Dies Erd oder Warmhaus zum Überwintern, kann von irgend einer annehmlichen Lange und Breite seyn; und im Falle, daß zwei aneinander stoßen, können die Feuerstellen (liZ. 1. u. a.) an den beiden äußersten Enden angebracht werden; der Rauch dringt dann zuerst in ein die ganz? Lange und Breite des Hauses einnehmendes Gewölbe (d); zieht nachher- einen Kanal (o. c), nimmt darin seinen Weg rings um das Haus, und erhält endlich durch eine Oesse in der Hintermauer, seinen Abzug.
Die Schiebfenster der Ananashäuser zu Drie- oeck sind sechs Fuß lang und drei und einen halben Fuß breit, und jedes hat eine Bedeckung von Läden, welche vermittelst Leinen und Winden auf und nieder gelassen werden (t'iA. 2.) um in den Wintermonaten die Wärme besser zurück zu halten. Ihre schiefe Neigung macht ungefähr einen Winkel von zwanzig Graden mit dem Horizont.
In diesen Häusern ist ein Gestelle von Brettern errichtet, auf welches die Pflanzen gestellt werden, so daß sie den Winter über beinahe das Glas berühren; im Sommer wird keine Feuerwärme angewendet, und statt des Gestelles ein Lohbeet angelegt, in welches die Pflanzen gesetzt werden.
Folgendes ist der allgemeine Gang der Temperatur welche man zu erhalten strebt: —
Temperatur während der ersten vierzehn Tage im October, wenn die Pflanzen aus den Lohbeeten auf die Gestelle in den geheizten Erdhäusern gebracht werden, 87" Fahr. (24^-" Reaumür).
Temperatur von dieser Zeit an bis zum 20. des nächsten Januar, vom ZZ" bis 64" (vom 10^" bis 14^" nach Reaumur).
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Temperatur vom Januar bis März, nicht unter 66° (10^° R.). Niedrigster im Winter zulässiger Grad 42° (4z° R.) '
Höchste Sommerwärmc 106° (32^° R.)
Temperatur der Lohbeete, in welche die Pflan- zen zum Fruchtansetzcn gebracht werden, wenn Luft gegeben wird, 103° (3iz° R.)
Gewöhnliche Sommerwärme für die Frucht bringenden Pflanzen, 96° (28^° R.).
Gegenwärtig werden in Holland und Flandern die Ananas nicht anders als in Erdhäusern und Mistbeeten gezogen. Man läßt die Kronen und Schößlinge drei, sechs auch neun Monate lang in Mistbeeten Wurzeln schlagen und wachsen, und versetzt sie nachher in Erdhäuser. Diese unterscheiden sich von den englischen dadurch, daß ihre Dächer steiler sind, und an der Hinterseite haben sie gewöhnlich einen Weg mit einem Feuerkanal an der Rückwand, und einen Eingang zu diesem Wege am einen Ende des Hauses. In einigen laust der Weg sammt dem Feuerkanal an der Vorderseite hin, und in andern sind der Weg und Kanal an allen vier Seiten des Hauses herum geführt und nehmen daS Beet in die Mitte; dies ist aber die am wenigsten gebräuchliche Einrichtung und wird hauptsachlich in den für Zierpflanzen bestimmten Erd - oder Warmhäusern angetroffen. Die Feuerung besteht gewöhnlich in Torf (oder Lohballcn), und die Fenster bedeckt man nach Sonnenuntergang jede Nacht mit Läden und Matten, oder Segeltuch oder Strohde- cken; nur in der wärmsten Zeit des Sommers unterbleibt dies.
Die Erde, welche die Hollander anwenden, besteht in guter Gartenerde, mit dem dritten Theil wohlverrottcten Mistbeet- oder Kuhdünger, und einer
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hinlänglichen Menge von Sand, um der Nässe freien Durchgang zu verschaffen. Die dortigen Gärtner sind, was die Erde betrifft, keineswegs so eigen als viele in England; ihre Hauptabsicht scheint dahin zu gehen, dieselbe fruchtbar und locker zu machen, ohne angstlich darauf zu sehen, ob nur solche Erde, welche noch nicht getragen hat, allein oder irgend eine Art von Dünger angewendet wird. Doch lassen sie die Mischung gewöhnlich eine Zeit lang in Haufen liegen und stechen sie ein oder ein paar Male um, ehe sie dieselbe gebrauchen.
Zu gleicher Zeit haben wir aber auch Ananas verpflanzen und dabei eine schwarze fruchtbare Erde anwenden sehen, die man eben erst von einem benachbarten Rübcnfelde genommen und mit etwas verrottetem Dünger und weißem Sand vermischt hatte.
Sie versetzen ihre Pflanzen im Frühjahr, und erneuern im Herbst die obere Erde in den Töpfen, und scheinen im Ganzen zum Fruchttragen größere Töpfe anzuwenden als in England geschieht. Mit dem Verpflanzen hören sie jedoch neun bis zehn Monate eher auf, als die Erscheinung der Frucht zu erwarten steht, da sie wünschen, daß sich zu diesem entscheidenden Zeitpunkte, die Töpfe mit Wurzeln füllen mögen. Selten bringen sie eine aus der Krone gezogene Pflanze unter zwei Jahren zum Fruchttragen, meistens erst in drei Jahren von der Zeit angerechnet, wo die Krone von der Frucht genommen wurde; früher erzielen sie die Frucht von starken Schößlingen, nach Maßgabe ihrer Größe, wann sie von der Mutterpflanze abgenommen werden; einige die ganz unten am Stiel hervorbrechen, bedecken sie mit Erde und nehmen sie gar nicht ab. Diese bringen bald eine Frucht, die aber nicht groß ist.
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II.
Cultur der Ä » a » aS in Deutschla » d.
Die Deutschen lernten ihren Gartenbau von den Hollandern, so wie ihre Landschafts-Gartenkuust von den Franzosen. Wie es scheint haben sie die Cultur der Ananas fast unmittelbar nach ihrer Einführung in Holland versucht: denn nach Bcckmauns Angabe erhielt der Doctor Kaltschmidt zu Breslau, im Jahr 1702 reife Früchte, von denen er einige an den kaiserlichen Hof sandte; er sagt aber auch, daß ihre Cultur von dem Baron Münchhauscn, einem großen Beförderer der Gartenkunst, der zu Schwöbber, bei Hameln in Westphalen, ein schönes Gut und Garten besaß, zuerst versucht worden. Nach der Beschreibung von diesen Garten in den Nürnberger Hesperiden, scheint es, daß sie sowohl in Erdhäusern als auch in größcrn Häusern auf Gestellen gezogen wurden.
Der König von Preußen hatte zu Potsdam eine beträchtliche Ananastreiberci; er folgte in Allem dem Verfahren der Holländer, und hatte einen Holländer zum Gärtner, welcher der Treiberei zu Sanssouci ausschließlich vorstand. Die Menge der Glashäuser war hier größer als irgendwo in Deutschland; das Ganze wurde viele Jahre lang in der größten Ordnung und gutem Gedeihen erhalten; aber nach des Königs Tode im Jahre 1786, kam es bald in Verfall; die Glasfcnster von den Pfir- schen- und Weinhausern wurden größtentheils fortgetragen oder zerbrochen; die Ananaspflanzen wurden vernachlässigt und es wurden ihrer von Zeit zu Zeit immer weniger. Im Jahre 1813 enthielten die königlichen Gärten zu Sanssouci nur ungefähr zwei Dutzend Ananaspflanzen, die in einem
hohen und dabei wenig Licht habenden Glashause gehalten wurden, und, wie man sich leicht denken kann, keineswegs im Wachsthum begriffen waren.
Vor der französischen Revolution wurden in den meisten Gärten der deutschen Höfe Ananas gezogen; aber im Jahre 1814 waren daselbst sehr wenig anzutreffen.
III.
Cultur der Ananas in Rußland.
In denen nahe bei Petersburg und Moskau befindlichen kaiserlichen Gärten sind große Ananas- treibereien; auch in den Gärten einiger Großen und reichen Kaufleute, in der Nähe dieser Städte. Nichts kann mehr zu bewundern seyn, als die Mittel zu betrachten, durch welche diese Pflanze, die zu allen Zeiten des Jahres nicht weniger als 60 bis 70 (8 bis 17° R.) Grade Wärme verlangt, einen sieben Monate lang anhaltenden Winter hindurch, während dessen ganzer Dauer der Boden mit Schnee bedeckt ist und Fahrcnheits Thermometer oft Wochen lang 20° unter Null steht, beim Leben erhalten wird.
Die vorzüglichsten Gärtner des Kaisers und der Vornehmsten vom Adel in Rußland, sind Butten; und die Art Häuser welche sie errichten, so wie ihr Verfahren bei der Cultur derselben, sind so viel als es die Umstände zulassen, dieselben wie sie Spccchly oder Nicol angegeben haben.
Das Treiben des Weines verbindet man, bis zu einer gewissen Ausdehnung, mit dem der Ananas; der erstere wird an den Fensterbalken in die Höhe gezogen und die letztern in einer mit Wärmezügen und Fußpfad umgebenen Grube getrieben. Außer
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den Wärmezügen sind in vielen Fruchthäusern auch noch Oefcn nach deutscher Bauart errichtet, die der der strengsten Witterung gebraucht werden. Zuweilen ist ein doppeltes Dach von Glas vorhanden; gewöhnlicher sind aber das Dach, die End- und Vorderseiten mit Brettern bedeckt, wodurch nicht allein das Einbrechen des Glases durch das Gewicht plötzlich gefallncn Schnees verhindert, sondern auch durch die Schneedecke beträchtlich dazu beigetragen wird, daß die innere Hitze nicht entweichen kann. Diese oder eine Decke von Matten, oder Segeltuch wie sie bei Moskau gebräuchlich sind, und wo der Schnee so wie er fallt davon abgekehrt wird, bleibt zuweilen drei Monate lang Tag und Nacht darauf liegen. Die Pflanzen befinden sich indessen in einem Zustande des Schlafs, und es ist merkwürdig, wie wenig sie dadurch leiden.
Die besten Warmhauser in der Nähe von Petersburg sind von Leith, oder London, dahin eingebracht worden. Zu Moskau, wo das Einbringen derselben nicht mit derselben Leichtigkeit geschehen kann, werden sie an Ort und Stelle, aber auf eins sehr rohe Weife erbauet; in den besten derselben giebt es zwischen den Fenstern und den Fensterbalken so große Zwischenräume, daß man sie mit Moos verstopfen mußte. Es ist jedoch zum Erstaunen, wie gut sich die Ananas den langen Winter hindurch darin erhalten, und was für herrliche Pfir- schen und Weintrauben sie im Sommer darin erzeugen. Der Grund hiervon scheint in der großen Sorgfalt und Geschicklichkeit der Gärtner zu liegen, mit welcher sie die Pflanzen in einem schlafenden Zustande zu erhalten wissen, so lange es nur wenig Licht giebt; und in der kräftigen Anwendung aller das Wachsthum und die Cultur befördernden
Mittel, während des kurzen aber warmen russischen Sommers.
Es giebt auch einige deutsche Gärtner in Rußland, welche die Ananas wie in Holland in Erd- Häusern ziehen; sie bringen auf diesem Wege sowohl Kronen als Schößlinge zur Vollkommenheit, was ebenfalls von einigen kultischen Gärtnern, die sich dort niedergelassen haben, geschieht.
IV.
Cultur der Zlnanas in Frankreich.
Wie es scheint hat man in Frankreich die Ananas nicht eher zu cultiviren angefangen, als in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, und zwar nur in den königlichen Garten zu Versailles, in denen des Herzogs von Orleans zu /Mousseaux, und einem oder ein paar andern. Sie ist dort nie von mehr als einem Dutzend Personen cultivirt worden; und auch gegenwärtig steigt die Zahl derer, welche sie ziehen, nicht so hoch. Die besten sind in dem Garten des Hrn. Boursault, bei Paris; und die zunächst folgenden in den Gärten des Königs zu Trianon und Versailles, und deS Bankiers Lasitte, auf seinem Landsitz, wenige Meilen von der Hauptstadt.
Hr. Boursault zieht sie in niedrigen Häusern, die man Erdhäuser ohne Glas in der Fronte oder den Enden nennen könnte; die Pflanzen sind in Lohbeete versenkt und werden so nahe als möglich am Glase gehalten; und das angewendete Erdreich besteht aus Gartenerde, mit halb so viel Masse von Poudrettc (getrocknete und in Pulver verwandelte menschliche Excremente) vermischt. Hr. Boursault zog sie sonst in der Poudrette allein, er fand aber
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daß sie nicht so wohl geriethcn, als wenn eine kleinere Menge davon angewandt wurde. Er erzeugt Früchte von einem halben bis zu zwei Pfund an Gewicht, und wie man sagt von gutem Geschmack.
Rosier führt an, daß Hr. Maltet, ein wißbegieriger Liebhaber des Gartenbaus, Ananas in einem besonders eingerichteten Mistbeete von eigener Erfindung, zog; wir konnten aber nirgends ein solches Mistbeet im Gebrauch sehen, und erhielten von verschiedenen Personen die Nachricht, daß sie in der ersten Anlage zu kostbar waren, um in Gebrauch zu kommen ^).
In den königl. Gärten sahen uns die Ananaspflanzen nicht so gut abgewartet aus, als die bei Hrn. Boursault; sie waren sehr in die Höhe geschossen und schienen zu spärlich begossen. Alle Ana- naspflan.zcn, die wir in Frankreich gesehen haben, und auch die in Italien, hatten dies gelbe kränkliche Aussehen; und die erzeugte Frucht war überall nur klein; eine von drei Warzen halt man für würdig auf die Tafel gesetzt zu werden. Es ist gewiß eine sehr sonderbare und bis jetzt noch nicht erklärte Thatsache, daß die Ananaspflanze in einem Clima, wo sie mehr Licht empfängt als in Deutschland, Brittannien und Rußland, dennoch weniger grün als in diesen Ländern seyn soll. Fände der umgekehrte Fall statt, so würde dies nicht auffal- lend seyn; daß sich aber in der nördlichen und heißen Zone mehr Grün erzeugen sollte, als in der, welche als die glückliche Mitte zwischen beiden Extremen
^ Im allgcm. deutschen Garten-Magazin, Jahrgang 1803. I. Stuck, S. 13, findet man Maltet's Treibebecte deutlich beschrieben, und daselbst, auf Taf. 1., auch von mehrcrn Seiten abgebildet.
betrachtet werden kann, ist zum Erstaunen und führt auf den Verdacht einer fehlerhaften Behandlung.
Die Ursache scheint in dem Mangel an Wasser und zu großer Hitze wahrend der Nacht, zu liegen; denn den Tag über gebrauchen sie die Vorsicht, die Pflanzen vor dem unmittelbaren Einfluß der Sonnenstrahlen zu schützen.
V.
Ananaszucht in Italien.
Vor der Revolution wurde in Italien die Ananas vom Papste, zu Neapel, und vom König von Sardinien, zu Turin, gezogen.
Der letzte König von Sardinien schickte seinen Gärtner nach England, um die Cultur dieser Frucht zu lernen; er kehrte im Jahre 1777 zurück und gab eine kleine Schrift über diesen Gegenstand heraus. Er empfiehlt die Ananas in Erdhausern zu ziehen, denen der Holländer sehr ähnlich, doch ohne Heizkanäle, was noch jetzt der allgemeine Gebrauch in Italien ist. Nach der Besitznahme von Pie- mont, durch die Franzosen, wurden die königlichen Palaste und Gärten vernachlässigt, und waren im Jahre 1819 als wir dieselben sahen, noch nicht wieder hergestellt.
In den königlichen Gärten und denen deS Prinzen Leopold zu Portici, bei Neapel, werden einige wenige Ananas von zwei deutschen Gärtnern in Erdhausern gezogen; der des Prinzen Leopold ist ein einsichtsvoller Mann und guter Botaniker, die Pflanzen sind aber des schönen Clima's ungeachtet kümmerlich, schwach und blaß, mit sehr kleiner Frucht. Die Häuser waren ganz in der Erde, eng und ohne Heizkanale, und wurden am Tage
durch ein Netz beschattet. Es kam uns vor, als würden die Pflanzen zu zärtlich behandelt; ließe man sie des Nachts unbedeckt, oder pflanzte sie frei im Garten, wo man sie den ganzen Sommer über ausgesetzt ließe, und im Winter mit doppelten Glasfenstern bedeckte, ohne Feuerwarme zu geben, aber doch, wenn es die Umstände verlangten, einen Mantel von Dünger anwendete; so zweifeln wir gar nicht, daß sie weit besser gerathen würden.
Zu Caserta, einem königlichen Schloß ungefähr achtzehn Meilen von Neapel, wird die Ananaszucht in einem weit höhern Styl getrieben. Die Gärten und Ländcreien daselbst waren von Herrn Gräffer, einem deutschen Gärtner angelegt, der sonst Theilnebmer an der Firma der Schulgärtner Gordon, Thomson und Comp. zu London war. Die Warmhäuser sind genau auf englische Art gebaut; die Ananas werden in Erdhäusern aufgezogen und getrieben, und kommen zum Fruchttragen in breite niedrige Häuser, in welchen Wein unter den Fensterbalken hin gezogen wird, auf Speechly's Weise. Im Jahre 1816 starb Hr. Gräffer und sein Sohn hat nunmehr die Aufsicht über die königlichen Gärten, und 1819 standen die AnanaS, was in diesem Lande zu beachten ist, mittelmäßig. Sie hatten ohne Zweifel ein weit weniger lebhaftes Grün als die in England oder Holland, und die Frucht war kleiner. Herr Gräffer, der Jüngere, welcher nie aus Italien gekommen war, bemerkte diesen Unterschied nicht; als wir uns aber nach seiner Behandlungsart erkundigten, wurden wir aus den Verdacht geleitet, daß Mangel an Wasser und der Feuchtigkeit, welche durch das Besprengen der Kanäle und Wege des Hauses erhalten wird, so wie das zu warm Halten während der Nacht, die Ursache da-
von sey. In Italien ist die Lust, die meiste Zeit des Jahres, viel trockner als im nördlichen Europa; in Frankreich und Deutschland ist die Lust ebenfalls trockner als in Holland, Bn'ttannieii und Rußland; ^ und vielleicht kann dieser Unterschied in der atmosphärischen Feuchtigkeit so wie die zu starke Hitze des Nachts den Unterschied in der Farbe der Blätter bei den Ananas- und andern Pflanzen, welche in Frankreich und Italien unter Glas gehalten werden, einigermaßen erklären.
Auch zu Rom, Florenz und Genua werden einige Ananas gezogen; sie sind aber nicht viel besser als die in Portici. Die meisten und schönsten Pflanzen und Früchte, die wir in Italien sahen, waren in den Gärten des Vicckvnigs zu Monza, bei Mailand, unter der Aufsicht eines sehr erfahrnen italienischen Gärtners Hrn. Luigi Vilaresi, Zöglings des Professors Thouin zu Paris. Die Behandlungsart ist in jeder Hinsicht die holländische; die Pflanzen werden in Mistbeeten aufgezogen, zuweilen auch während ein oder zwei Sommermonaten in der freien Luft; die Frucht wird nachher in großen Erdhäusern, mit einem Weg an der Hintermauer, getrieben, und wenn mehrere Pflanzen Früchte ansetzen als man braucht, so werden sie dadurch aufgehalten, daß man sie ohne Lohe in eine Abtheilung des Erdhauses setzt, wo sie des Tags überflüssig Luft aber kein Wasser bekommen. Die dortigen Pflanzen waren groß und langblättrig, aber doch nicht so grün und stämmig als in England, und die Frucht schien nicht mehr als ein und ein halb oder zwei Pfund zu wiegen. Eingezogener Erkundigung nach, wurde in den Erdhausern des Nachts nie Lust gegeben.
VI.
AnanaSzucht in andern Theilen von Europa.
Man hat in Stockholm und noch an einem oder ein paar andern Orten in Schweden Ananasfruchte gezogen; desgleichen in den königl. Garten zu Kopenhagen, und bei De Konninck und einigen andern reichen Kaufleuten Dänemarks; wir konnten jedoch nicht in Erfahrung bringen, daß in einem dieser Lander, die wir in den Jahren 1813 und 1814 besuchten, welche gezogen würden.
Dem Vernehmen nach wird die Ananas auch in Spanien an der Meeresküste cultivirt; und auch in Lissabon. Wir wissen, daß sie von dem verstorbenen Hrn. De Vismes, in der Nähe der letzten Stadt gebaut wurde; und glauben, daß sie gegenwärtig (1822) von einigen englischen Kaufleuten ZU Sevilla gezogen wird; dies ist aber Alles was uns davon bekannt ist. Es scheint nicht als wenn sie in der europäischen Türkei gezogen würde.
Viertes Capitel.
Von den verschiedenen vormalS und gegenwartig bei den praktischen Gärtnern in Brittannien gebräuchlichen Verfahren, die Ananas zu ziehen.
Wie es scheint, wurde, wie schon bemerkt, die Ananas zuerst durch Hrn. Bentick in England eingeführt, und nachher 1719 zum zweiten Male von Holland, worauf in Sir Matthew Decker's Garten zu Richmond die ersten Früchte gezogen wurden. Hier, wie Professor Bradlcy den Gärtnern sagt, „ahmte Hr. Heinrich Telende die von Le Cour neu entdeckte Methode, diese köstliche Frucht zu ziehen, so glücklich nach, daß er in diesem Herbst (1724)
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wahrscheinlich vierzig Früchte zur Reift bringen wird." fklrwkz. und (7arck. kor Irrne 1724. x. 161). An einem andern Orte sagt er, daß „das letzte Beispiel die Ananas in England zur Vollkommenheit zu bringen, was der einsichtsvolle Hr. Te- lende bei Sir Matthew Decker gegeben, die Liebhaber so eingenommen hat, daß schon viele von unserm Adel dieselben Verbesserungen vorgenommen haben; und es ist nicht zu bezweifeln, daß ein oder ein paar Jahre die Sache noch allgemeiner machen werden." Er führt an „daß sie in den Gärten des Hrn. Spencer Compton, Sprechers im Unterhause, zu Chiswick, so wie bei dem Gärtnerei liebenden Hrn. Warner in Ratherhithe, zu einer außerordentlichen Vollkommenheit gebracht wurden." Wir erfahren von ihm, daß Will-Parker Esg. bei Croy- don in Surry, ein prächtiges Treibhaus nach einem neuen Plan mit Lohbeeten erbauen ließ, „um Versuche zu machen, solche Früchte zur Reste zu bringen, mit denen man es bisher noch nicht versucht hatte;" und daß Hr. Fairchild zu Horton ein solches Haus für Ananas und andere zarte Pflanzen baute, worin die Feuerzüge über der Oberfläche des Fußlodens angebracht waren, wodurch alle Gefahr vom Rauch vermieden war. Hr. Eowel meldet, wie oben bemerkt, daß im Jahre 1760 beinahe in jedem Kunstgarten Ananas - Treibhäuser zu finden waren. Von Telende's Verfahren, die Ananas zu treiben, hat 1724 der Professor Bradley umständliche Nachricht gegeben, und als das von dieser Zeit an bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts am allgemeinsten angenommene Verfahren kann man das von Miller in seinem Lexicon angegebene betrachten. Die seitdem von practischen Gärtnern dabei gemachten Verbesserungen, sind vorzüglich von Jüstice,
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Speechly, Abcrrrombie, M'Phail, Nicol, Griffin, Baldwin, Andrews, Oldacre, Gunter, Grange und Aitan. Jedem dieser Namen werden wir einen Abschnitt widmen, und in jedem derselben die Form des Hauses, das Erdreich, die allgemeine Behandlung, die schädlichen Jnsecten und die erzeugte Frucht nach einander betrachten.
I.
Heinrich Telendc'L, i» dem Garten des Hrn> M. Decker z« Richmond, von 171S bis 1750 «nd spater angewandtes Verfahren bei Erziehung der Ananas.
Form des Hauses. Zur Anzucht der Pflanzen bediente sich Hr. Tclcnde eines Rahmens von gut zusammen gefügten Brettern, elf Fuß lang und gleichmäßig in vier Fenster abgetheilt; sieben und einen halben Fuß breit, hinten drei Fuß und vorn ungefähr 10 Zolle hoch. Die Grube war etwas mehr als fünf Fuß tief im Erdboden ausgegraben, mit Backsteinen ausgemauert und der Boden mit grobem Kies bedeckt.
Das Treib- oder Fruchthaus, dessen er sich bediente, war das mit eisernen Platten über den Wärmezügen, welches um der größern Wärme willen dick mit Stroh gedeckt war, die Fenster waren mit Laden wohl verwahrt; und um ein gleichmaßig anhaltendes Feuer zu unterhalten, brannte er nur solchen Torf, wie er, Le Cours Verfahren gemäß, in Holland gewöhnlich gebraucht wird.
Allgemeine Behandlung. Um die Mitte des Februar bringt er ohngcfähr einen Fuß hoch frischen Pferdednnger in die Grube, und breitet dann die Lohe so gleichmäßig als möglich darüber aus, so lange bis der ausgemauerte Kasten ange-
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füllt ist, indem er die Lohe zuweilen mit cin-w Heugabel sanft nieder schlägt, oder mit einem Brette leicht nieder drückt. Ein solches Beet fasset drei hundert Scheffel Lohe, und erhitzt sich, wenn es gut gemacht ist, ungefähr in vierzehn Tagen, vorausgesetzt, daß die Rahmen und die Fenster darüber gesetzt sind. Wenn das Beet die rechte Warme erlangt hat, was man mit einem Thermometer untersuchen muß, werden die Pflanzen aus dem Warmhause hineingebracht und mit ihren Töpfen entweder ganz in die Lohe versenkt, oder, wenn man beim Fertigen der Löcher dazu, die Lohe noch zu heiß findet, nur zur Hälfte hinein gesetzt, indem man einige Kiesel unter den Boden eines jeden Topfes legt, damit das Wasser freien Ablauf hat. Bei Frost- oder Schneewetter darf jedoch dies Versetzen der Pflanzen nicht vorgenommen werden; auch muß man nachher das Beet zuweilen untersuchen, ob nicht die Lohe schimmlich, modrig oder trocken geworden ist, was im Sommer oft geschieht; in diesem Falle muß sie angefeuchtet werden, damit sie sich von neuem erhitzt. Ein so bereitetes und behandeltes Beet behält einen gleichmäßig anhaltenden Grad von Wärme, hinlänglich um den Pflanzen in der Zeit vom Ende Februars bis zu Ende Octo- bers, wo sie wieder in daS Warmhaus gebracht werden müssen, die größte Starke zu geben, deren sie bedürfen. Bei großer Hitze werden die Fenster abgenommen und an die Rückseite des Rahmens gelehnt; und wenn die Abende kühl sind, muß das Beet sorgfältig mit dicken Strohdecken belegt werden. Ein Beet von dieser 'Art senkt sich ungefähr einen Fuß tief, was der Sache angemessen ist, denn sonst würden die Pflanzen unter dem Rahmen zu
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hoch werden und keinen Platz mehr haben, ehe sie wieder ins Haus kommen.
Das Thermometer, dessen sich Telende bediente, hatte eine 24 Zoll lange und Zoll weite Röhre. Stieg der Spiritus nur 16 Zoll hoch, so erachtete er die Lust kalt für seine Pflanzen; zu 16s tem- perirt; zu 18 warm, welches sein fester Punkt für die Ananaswarme war; zu 26 Zoll heiß; und zu 21 Zoll schwül.
Jnsccten. Ueber diesen Gegenstand ist nichts gesagt.
Erzeugte Frucht. Hr. Cowel sagt, daß Alle welche auswärts Ananas gegessen hatten, ein- gestanoen, daß die von Hrn. Telende gezogenen eben so gut und groß waren, als sie dieselben in West- Indien gefunden hatten.
II.
Won der Cultur der Ananas, wie sie von Philipp Miller l» seinem Gärtner-Lcxicon angegeben ist.
Form des Hauses. Es war vor Zeiten der Brauch, bemerkt Miller, trockne Warmhäuser zu bauen, worin den Winter über die Pflanzen aus Gestellen, (auf die Weise wie die Orangenbäume im Gewächshause gestellt werden), und im Sommer in Lohbceten, unter Rahmen und Fenstern erhalten wurden. Aber jetzt, fügt er hinzu, ist es bräuchlich, niedrige Warmhäuser zu errichten, das Folgehaus genannt, worin sich Gruben für das Lohbeet befinden. Außerdem muß man aber noch ein Lohbeet mit einem tiefen Rahmen haben, die Schößlinge und Kronen darunter aufzuziehen, um das Folgehaus damit zu versehen.
Millers Fruchthaus hat vorn aufrechte Fen-
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ster, hoch genug, um eine Person in dem vorn hinlaufenden Gang aufrecht gehen zu lassen. Ueber diesen ausrecht stehenden muß eine Reihe von schiefliegenden Schiebefenstern seyn, „welche an das Dach anschließen müssen, das so weit hervorspringen muß als nöthig ist, die Heizkanäle und den Gang hinter dem Lohbcet zu bedecken; denn wenn die Schiebfenster nur so lang sind daß sie eben über das Lohbeet reichen, so haben die Pflanzen hinlängliches Licht: es dürfen daher diese Fenster nicht langer seyn als durchaus nothwendig ist, damit sie sich um so leichter behandeln lassen."
Der Unterschied zwischen diesem und Specch- ly's Warmhause ist der, daß in letzterm die Schiebfenster bis an die Hintermauer reichen, wodurch statt eines unnützen dunkeln Daches über dem Fußweg, ein herrlicher Platz für ein Weingelander, gebildet wird; und da dieser immer der wärmste Theil des Hauses ist, so werden die hier gezogenen Trauben sehr früh reif und von köstlichem Geschmack.
Millers Folgehaus hat keine aufrecht stehenden Fenster, und nur an der Hinterscite einen Fußweg: das Lohbect kann zum Theil in den Boden versenkt werden, wenn derselbe trocken ist; ist er aber feucht, so wird es oberhalb desselben angelegt. Der Heizkanal ist an der Hinterwand, von der Flache des Fußwegs anfangend, aufwärts steigend dreimal hin und hergeführt. Manche, sagt er, haben Lohbeete mit zwei durch die Hintermauer laufenden Hcizkanälen gemacht, und diese mit Fenstern bedeckt, wie die gewöhnlichen Treibcbeete; aber, außer der Unbeguemlichkeit, daß man die Fenster abnehmen muß, wenn die Pflanzen Wasser bedürfen, so steigen im Winter, wenn die Fenster dicht ver-
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schlössen sind, heiße Dämpfe auf und die Lohe geräth in Gefahr sich zu entzünden.
Die Verbesserung besteht hier im Absondern des Heizkanals von der Hintermauer, und der Treu- nung desselben von dem Lohbeet durch einen zwei bis drei Zoll breiten leeren Raum; oder, was noch besser ist, wenn man an der Vorderseite einen ebenfalls abgesonderten und auf allen Seiten von der Lust umgebenen Heizranal anbringt. (Man s. kiZ. 2.)
Erdreich. „Was die Erde betrifft, in welche die Ananas gesetzt werden müssen, so ist eine gute fruchtbare Küchengarten-Dammerde, nicht so schwer, daß sie die Feuchtigkeit zu lange hält, noch zu leicht und sandig, am schicklichsten hierzu, ohne Beimischung anderer Bestandtheile. Kann man diese aber nicht haben, so muß man sich frische Erde von guten Weideplätzen verschaffen, die ungefähr mit dem dritten Theile wohl verrottetem Rindvieh-Düngers, oder dem zu Erde gewordenen Dünger aus einem alten Melonen- oder Gurken-Mistbeet, vermischt werden muß. Diese Mischung muß man aber wenigstens sechs bis acht Monate zuvor, ehe man die Erde anwenden will, vornehmen; kann es ein Jahr vorher geschehen, so ist es desto besser; auch muß sie öfters umgestochen, durcheinander gerührt und die Klumpen dabei wohl zerschlagen werden. Durchsieben darf man diese Erde nicht, man befreiet sie nur von den großen Steinen. Sand unter die Erde zu mischen, sollte man immer unterlassen, wenn sie nicht gar zu steif ist; und dann ist es nothwendig ihn wenigstens sechs Monate oder ein Jahr vorher darunter zu mischen, und nachher die Erde recht oft zu wenden, damit sich Sand und Erde innig mit einander mischen; man darf jedoch nur den
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sechsten Theil Sand dazu nehmen, denn zuviel ist diesen Pflanzen sehr nachtheilig."
Allgemeine Behandlung. „Es giebt Personen, welche diese Pflanzen sehr oft aus einem Topf in den andern versetzen; wer aber große und wohlschmeckende Früchte haben will, darf dies nicht thun: denn obgleich die Topfe von den Wurzeln ausgefüllt werden, zur Zeit wenn die Pflanzen ihre Frucht zu zeigen anfangen, so bringen sie doch gemeiniglich nur kleine Früchte, die gewöhnlich große Kronen haben; man darf daher die Pflanzen nicht öfter versetzen wollen, als zwei Mal im Jahr. Das erste Mal geschieht dies zu Ende des Aprils, wenn die Schößlinge und Kronen von den vorjährigen Früchten (welche den ganzen Winter über in den Töpfen, worein sie zuerst gepflanzt wurden, geblieben sind) in größere Töpfe versetzt werden müssen. Das zweite Mal wird es zu Ende des Augusts vorgenommen, zu welcher Zeit die Pflanzen, welche die hinlängliche Größe erlangt haben im nächsten Frühjahre Frucht zu tragen, versetzt werden müssen. Beide Male wenn die Pflanzen versetzt werden, muß man auch das Lohvcet umarbeiten und etwas frische Lohe hinzu thun, damit das Beet die erste, bei Anlegung desselben gehabte Höhe, wieder erlangt; beim Einsetzen der Pflanzen in die Lohe, müssen dieselben über und über sanft begossen werden, damit Staub und Schmutz von den Blattern gewaschen, und die Erde dicht an die Wurzeln geschwemmt wird. Wenn bei dieser zweiten Verpflanzung das Lohbect gut umgearbeitet und eine Quantität frische Lohe dazu gethan wird, so ist dies von großem Vortheil für die Pflanzen, und sie können nun in derselben Lohe bleiben bis zu 'Anfang des
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November, zuweilen auch noch länger, je nachdem die Witterung mehr oder weniger gelinde ist."
„Im Sommer, bei warmer Witterung, müssen die Pflanzen öfters gegossen werden, doch darf man ihnen nicht zu viel Wasser auf ein Mal geben: auch muß man dafür sorgen, daß die Feuchtigkeit in den Töpfen nicht aufgehalten wird, durch eine Verstopfung der darin befindlichen Abzuglöcher, denn dies würde die Pflanzen bald verderben.
Bei sehr warmem Wetter sollten sie wöchentlich zwei bis drei Mal gegossen werden; in der kühlen Jahreszeit ist ein Mal in der Woche oft genug; und wahrend des Sommers sollte man auch die Blätter überall besprengen, wodurch der Schmutz abgewaschen und das Wachsthum der Pflanzen gar sehr befördert wird. Im Winter bedürfen dieselben des Gießens nicht mehr als ein Mal in der Woche, je nachdem man die Erde in den Töpfen trocken findet, aber nur nicht zu viel auf ein Mal; denn es ist viel besser ihnen wenig Wasser und oft zu geben, als sie damit zu überschwemmen, besonders in dieser Jahreszeit."
Jnsecten. Nachdem er die bekannte Schildlaus (Eoecnm l Is5p>ei'iclnm I...) beschrieben hat, sagt er, „wenn diese Jnsecten auf den Pflanzen erscheinen, so ist das sicherste Mittel dagegen, die Pflanzen aus den Töpfen zu nehmen und die Erde von den Wurzeln rein abzuschütteln; hierauf nimmt man ein großes Faß oder Kübel und füllt es mit einer starken Infusion von Tabaksstangeln, steckt die Pflanzen hinein und hält sie durch quer übergelegte Stäbe unter Wasser. So läßt man sie 24 Stunden lang darin stehen, nimmt sie dann heraus und wäscht von den Blättern und Wurzeln die Jnsecten alle ab, was sich leicht bewirken läßt, sobald
dieselben von der Infusion getödtcl sind; hernach schneidet man die dünnen Fasern von den Wurzeln ab und taucht die ganze Pflanze in ein Faß mit reinem Wasser, worin man sie wieder abwascht. Hierauf setzt man sie in frische Erde, rührt das Lohbeet um, setzt wieder etwas frische Lohe zu, damit das Beet neue Warme erhält, und setzt nun die Töpfe mit den Pflanzen hinein, wobei man nicht auS der Acht lassen darf, die Blätter zu beziehen, was den Sommer über wöchentlich wiederholt werden muß; denn ich bemerke, daß sich diese Jnsecten da immer viel geschwinder vermehren, wo die Pflanzen trocken gehalten werden, als an solchen Orten, wo man dieselben zuweilen mit Wasser besprengt und in gutem Wachsthum erhält. Dasselbe hat man auch in Amerika beobachtet; denn bei anhaltender Dürrung richten diese Jnsecten große Zerstörung an in dem Zuckerrohr. Und in den Inseln, wo solche Dürrung mehrere Male bald nach einander eintrat, haben sich diese Jnsecten in einem solchen Grade vermehrt, daß sie den größten Theil des Zuckerrohrs dieser Insel zerstörten, indem sie dasselbe nicht allein zur Zuckerbereitung untauglich machten, sondern auch den Saft desselben so verderbten, daß er sich nicht einmal zu Rum benutzen ließ, wodurch mehrere Pflanzer zu Grunde gegangen sind."
„Da diese Jnsecten öfters von Amerika auf den Ananaspflanzen mitgebracht werden, so müssen diejenigen, welche Pflanzen von dort herkommen lassen, dieselben beim Empfange sorgfältig besichtigen, ob sich Jnsecten darauf befinden; denn sind sie damit behaftet, so verbreitet sich daö Ungeziefer bald über alle Pflanzen des Hauses, wo die neuen aufgestellt werden; daher muß mau sie, so bald man
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dergleichen an ihnen bemerket, auf die oben angezeigte Art einweichen, ehe sie in die Töpfe gepflanzt werden."
Frucht. Miller findet, daß Schößlinge und Kronen, wenn sie in Größe und Stärke einander gleich sind, auch ihre Früchte gleich frühe bringen, und er hat von aus Westindien erhaltenen Pflanzen eben so gute Früchte gewinnen sehen, als von irgend andern, die ihm zu Gesicht gekommen, und einige drei Mal größer, als er irgend eine in Le Cour's Garten sah.
III.
Lultnr der Ananas nach dem Verfahren des Hrn. Jac. Justice, zu Crichton bei Edinburg, im Jahre 1732 und einige Jahre später.
Justice war einer der größten Gartenliebhaber seiner Zeit, und ein sehr glücklicher Verbesseret- einer jeden Sache, die er unternahm. Er hatte einen schönen Garten zu Crichton in der Nahe von Edinburg, und stand mit mehrcrn Gärtnern in Holland und Italien, so wie mit Miller, Bradley, und andern angesehenen englischen Gärtnern seiner Zeit-, in Briefwechsel.
Form des Hauses. Justice, der im Jahre 17Z4 schrieb, sagt: „Es sind in den letzten Jahren sowohl in England, als in Schottland mancherlei Arten von Treibhäusern zur Ananaszucht erbauet worden; nach vielfältiger Erfahrung bin ich aber überzeugt, daß der hier beigefügte Plan (tiA. Z.) der beste ist. Mit diesem durch ein Feuer geheizten Treibhause kann ich so viel ausrichten, als mit zweien dergleichen, die zwei Feuer haben müssen." Die Fronte und die schmalen Seiten dieses Hauses,
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so wie daö Dach, sind von GlaS; der Heizkanal tritt am einen Ende von hinten ein, läuft in der Mitte des Haufts hin, kehrt auf sich selbst zurück und macht denn noch vier Windungen in der Rückwand. Der Fußweg tritt ebenfalls von hinten ein, aber an der dem Eintritte des Heizkanals entgegen gesetzten Seite; geht bis in die Mitte des Hauses vor, längs der Mitte hin bis er auf den Heizkanal an der entgegen gesetzten Seite stößt, dann wendet er sich, bis er wieder aus den Heizkanal in der Hintermauer trifft, nahe bei dem Ofen. Durch diese Anordnung des Fußwegs wird der Heizkanal nicht unterbrochen, was von großer Wichtigkeit ist, wo er so viele Windungen zu durchlausen hat." Ein von Jac. Scot zu Turnham Green, der damals Ananas zum Verkauf zog, erfundener Ofen, wird empfohlen. Er ist aus einem Stück gegossen, und bedarf nur noch einer Thüre von Schmiedeeisen nebst einer Platte von Gußeisen, um den Kasten zu schließen. Justice empfiehlt wie Miller den Ofen im Hause zu bauen (jedoch von außen einzu- hcitzcn) damit keine Warme verloren geht.
Ein Folgehaus ist nach dem gegebenen Plane nicht nöthig; er beschreibt aber einen Rahmen wie er von vielen zu Erziehung der Schulpsianzen gebraucht wird, „auf dieselbe Art gemacht wie gewöhnliche Mistbeet Rahmen (Kasten), nur höher und breiter, das heißt hinten drei Fuß hoch, vorn 1^- Fuß, und sechs Fuß breit." Diese bedecken ein Lohbeet, das auf dem Boden mit Kies belegt und an den Seiten mit einer Mauer von Steinen eingefaßt ist. Er führt auch Erdhäuser mit Heizkanälen an, wie sie Miller beschrieben hat (II.) Beiderlei Häuser bedeckt er des NachtS mit bretterncn Läden, aethertem Segeltuch oder Strohmatten; und
zur Feuerung bedient er sich der Steinkohlen, deS Torfs oder der Lohballen, und vermeidet das Holz, weil es zu schnell wegbrcnnt.
Erde. Zwei Dritthcile gute lehmige Küchengarten-Dammerde, ein Drittheil alter gut verrotteter Rindvieh- oder Mistbeet-Dünger, und zu jeden acht Radeberren voll von dieser Mischung, eine Ra- deberre voll Seesand, Er setzt hinzu, „wenn der Boden von Natur sandig ist, so thue man, nachdem er mit dem Dünger gemischt ist, wie so eben angegeben worden, noch ein Drittheil guten fetten Mergels hinzu; dies gerieth mir so gut, daß ich in diesem Compost viel größere Früchte erhielt als in jeder andern Zusammensetzung, deren ich mich sonst bediente, was mich veranlaßte, dem Compost, welchen ich zu diesen Pflanzen gebrauchte, jederzeit einen guten Theil Mergel beizumischen." Diese Mischung muß ein halbes Jahr lang auf einer luftigen aber der Sonne nicht ausgesetzten Stelle des Gartens liegen, und nach Verlauf des ersten Vierteljahrs alle vierzehn Tage einmal umgestochen werden.
Behandlung. Dieselbe wie sie Miller angegeben hat. Er machte einen Versuch mit einigen Pflanzen, die er mit dem Ballen aus den Töpfen nahm und sie die letzten neun Monate lang, ehe die Frucht reifte, in die Lohe pflanzte, und fand, daß die Frucht größer und früher reif wurde, als bei denen in Töpfen stehenden, jedoch nicht bester im Geschmack. Beim Verpflanzen schneidet er nie ein Blatt ab; „denn es ist ausgemacht," setzt er hinzu, „daß die Blatter den Kräutern und Bäumen dieselben Dienste leisten, wie die Lunge dem menschlichen Körper." Er bezieht auch die Blätter der Pflanzen, sobald sie Frucht angesetzt haben; denn weil nun die Fruchtsiängel den Platz einnehmen,
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wo sich in den jungen Pflanzen eine hohle Röhre findet, so kann es nicht schaden.
Jnsecten. Beim ersten Erscheinen der Schild- laus nimmt er dieselbe mit einer Nadel ab; und wenn dadurch die Blätter nicht rein werden, so wascht er sie mit einem Schwamm; und im äußersten Falle gebraucht er Millers Verfahren.
Frucht. Der Zweck aller seiner Vorschriften ist: „eine große, gute Frucht, bald und zur rechten Jahreszeit zu haben; das heißt, von der Mitte deS Junius bis zur Mitte des Septembers, aber nicht später; denn um diese Zeit haben die Sonnenstrahlen nicht mehr Stärke genug, um der Frucht den durchdringenden Geschmack und Geruch zu geben, den sie haben muß." „Man schneide sie ab, wenn ihr Geruch am stärksten und durchdringendsten ist; zu reif bekommen sie bald eine fade Süßigkeit, und haben nicht mehr Geschmack als eine Orange. Am besten schneidet man sie des Vormittags um zehn Uhr ab, und läßt ungefähr 4 Zoll vom Stängel daran. Soll die Frucht an einen andern Ort versendet werden, so muß man sie einen oder ein paar Tage vor ihrer Reife, mit einem noch größeren Stück vom Stängel, abschneiden und sie recht dicht in Papier einwickeln, um sie vor der Luft zu verwahren; außerdem verlieret sie den Geschmack."
IV.
Cultur der ÄnanaS durch Zoh. GileS, zu Lew iSham, in Kent, 1767.
Dieser Schriftsteller, welcher Gärtner bei Lady Boyd war, und nachher Vorsteher des Schulgartens zu Lewisham, sagt, er schreibe nach vieljähriger Praxis und Beobachtung; und man werde seine
Abhandlung „von mehr wesentlichem Nutzen für einen jungen noch unerfahrnen Gärtner finden, als wenn er einem lohnsüchtigen alten Gärtner (der vielleicht einige Rutine mit etwas Glück hat) einen Preis von fünf bis zehn Guinccn zahlt, um zu lernen — was? Nun, seine Pflanzen zu verderben, und dabei Geld und Ruf zu verlieren."
Ungeachtet der Anweisungen von Miller, Hill, Meader, u. f. w., die sich bemühet haben, das Verfahren, wie man die Ananas erziehen muß, zu erforschen, so ist doch bei angestelltem Versuch der Erfolg immer bei weitem unter der Erwartung gewesen." Aus diesem Grunde „beschenkt Hr. Giles das Publicum mit einer ausführlichen Anweisung, die Ananas zu behandeln und zur Vollkommenheit zu bringen; worin alle Hindernisse und Schwierigkeiten, auf welche die Gärtner bei Erziehung der Ananas gestoßen sind, beseitiget werden, und das wahre Verfahren auf eine deutliche und genügende Art gezeigt wird." (Vorr. S. VII.)
Form des Hauses. Die Pflanzen werden in Mistbeeten gezogen und nachher zum Fruchttragen in ein Treibhaus gebracht, das vierzig Fuß lang und zwölf Fuß breit ist, worin sich ein in die Erde versenktes, sechs Fuß breites und mit einem Fußwege umgebenes Beet befindet, nebst einem Heizkanal, der nahe unter der Rückmauer drei Windungen macht. Die Vorderseite des Beetes ist ungefähr drei, und die Hi'ntcrseite gegen fünf Fuß vom Glase entfernt. Man kann darin, sagt er, jährlich hundert Pflanzen zum Fruchttragen bringen, wenn sie in den niedrigen Gruben oder Mistbeeten einige Stärke erlangt haben und im September oder October inö Fruchthaus gebracht werden.
Der in die Augen fallende Einwand gegen
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den Plan seines Hauses ist, daß es an der Vorderseite keinen Heizkanal hat.
Erde. Ein fruchtbarer nußbrauner Lehm von einer stark betriebenen Gemcimveide. Diese Erde allein, sagt er, ist nicht nur für Ananas, sondern auch für die meisten andern Pflanzen sehr tauglich.
Behandlung. Er empfiehlt eine feuchte Atmosphäre im Hause zu unterhalten und reichlich Luft zu geben, wenn die Pflanzen Frucht angesetzt haben. Seine andern Vorschriften beziehen sich lediglich auf Handgriffe der Rutine und enthalten nichts der Anführung Werthes.
Jnsecten. Eine feuchte Atmosphäre wird die Pflanzen davon befreit erhalten. „Nur armliche Pflanzen, sagt er, die sich in einem kränkelnden Zustande befinden, sind es, die von Jnsecten befallen werden. 'Sie werden von der Wärme und Trockenheit der Luft im Trcibhause, so wie von dem schlechten Zustande der Pflanzen angezogen; wo man aber auf Reinlichkeit und feuchte Luft hält, werden sie sich nie so häufig einfindcn, daß man auf sie zu achten hätte."
Frucht. Er bekömmt diese von der Königin- Ananas in zwei Iahren, zur gewöhnlichen Jahreszeit; führt aber nicht an, welche Größe die Frucht erlangt hat.
V.
Cultur der Ananas, von Adam Taylor, Gärtner zu Devizes, in Wiltshire, 176S.
Dieser Autor, der Gärtner bei I. Sutton Efg. zu New Park war, versichert „ein Verfahren festzusetzen, nach welchem die Ananas in höherer Vollkommenheit, dabei leichter und mit wenigern Kosten
gewgm werden kann, als bisher in diesem Elima betr^ ll war." Er bietet seine Abhandlung voll Ar v.r ficht an, da sie nicht auf eine Hypothese, sondern auf die in einigen Jahren gemachten Erfahrungen, gegründet sey; und man kann sich darauf veuassen, da „sie das Zeugniß vieler Personen, de- r i Geschmack und Urtheil nicht in Zweifel zu ziehen sinv, für sich hat'"
„Der gegenwärtige Weg, sagt er, die Ananas treiben, ist durch die Errichtung von Treibhäu- f n und den Verbrauch von Brennmaterial so last ; gemacht, daß viele, selbst ziemlich vermögende Hasonen, im Betracht dessen, davon abgeschreckt r . roen sind, diese wünschenswerthe Frucht zu ziehen. (De ist ferner mit vieler Mühe und einem unsicher» Erfolg verbunden; und die Frucht selbst entspricht selten, weder in Größe, Zahl, noch Qualität, den aufgewendeten Kosten. Durch das jetzt empfohlene Verfahren aber, werden diese verschiedenen Unannehmlichkeiten genügend beseitiget. Es giebt nur wenige, selbst unter den Handelsgärtnern, welche nicht im Stande wären, die nöthige Quantität Pferdedünger aufzubringen, welcher das Hauptmittel zum Zweck ist. Und bei gehöriger Anwendung desselben kann es nicht fehlen, daß ihre Hoffnung reichlich erfüllt und ihre Arbeit gut vergolten wird."
Form des Hauses. Er zieht nicht nur die Pflanzen im Mistbeete, sondern läßt sie auch darin Frucht tragen. Er macht dies entweder von Brettern oder mit Backsteinen ausgemauert, drei Fuß tieff und von schicklicher Länge und Breite; und auf die Mauer oder die Bretter, welche die Lohe einschließen, setzt er einen Rahmen oder Mistbeetkasten, vorn 2^- und hinten 4 Fuß hoch. Die Enden, so wie die Fronte sind von Glas, und die letztere
ist in leicht zu behandelnde Schiebfenster abgetheilt, die sich in einer Nuth auf und nieder schieben lassen.
Die Rückwand ist von zölligen Brettern, und diese belegt er tüchtig mit Dünger.
Die Grube füllt er mit Lohe oder Dünger, was am ersten zu haben ist; Dünger, sagt er, thut dieselben Dienste wie Lohe, und verlangt nur etwas mehr Arbeit, welche dem Gärtner dadurch reichlich Vergütet wird, daß er den Dünger wieder für den Garten benutzen kann, wenn hier seine Gährung vorüber ist.
In einer Ausgabe von Taylor's Buch, welche in der Buchhandlung der Gartenbau-Gesellschaft erschien, hat ein Unbekannter die Anmerkung beigefügt: „Ich finde aus Erfahrung, daß der Dünger s von vier Pferden hinreicht um damit zwei Mistbeete, jedes sechs und zwanzig Fuß lang und sechs Fuß breit, zu versorgen; das eine zum Fruchthaus und das andere für die Folgepflanzen; und daß man mäßiger Weise, nach Verlauf des ersten Jahres, jahrlich auf vierzig Früchte rechnen kann, auch der Dünger für Feld und Garten noch eben so tauglich > ist, als wenn dieser Gebrauch davon nicht gemacht ! worden wäre."
Behandlung. Er sorgt sehr dafür, seine Pflanzen den Winter über in einem Zustande der Ruhe zu erhalten; gegen Ende des März und April aber macht er frische Umsätze oder Mäntel, wodurch er sie zum Wachsen bringt; dabei verpflanzt er alle diejenigen, welche in diesem Jahre noch nicht Frucht bringen sollten. Des Nachts bedeckt er die Mist- st beetfcnster das ganze Jahr hindurch, die wärmste Zeit im Sommer ausgenommen, mit Stroh und Segeltuch darüber; wenn in dieser Zeit schöne warme Regen fallen, nimmt er die Fenster ganz weg
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und laßt die Pflanzen sanft beregnen. Des Nachmittags begießt er dann auch die Blatter der Pflanzen oft mit einer fein durchlöcherten Brause, und deckt bald zu; wodurch, wie er findet, nicht nur eine feuchte Wärme und schnelles Wachsthum erzeugt, sondern auch die Jnsecten abgehalten werden. Im Winter bedient er sich einer Gießkanne mit einer dünnen Gußröhre, damit kein Wasser an die Blatter kommt; und da er sie zu dieser Zeit in einer sehr niedrigen Temperatur halt, so giebt er ihnen auch nur wenig.
Jnsecten. Diese machen ihm nicht viel zu schaffen; er sagt aber: Pflanzen welche von ihnen befallen werden, sollte man sogleich heraus nehmen und in ein mäßig warmes Mistbeet pflanzen, worauf man ein oder zwei Mistbectkasten setzt nach Maßgabe der Höhe der Pflanzen, und diese dann mit Fenstern bedeckt, um den Dunst vom Miste zusammen zu halten. Sobald als die Pflanzen in die Warme dieses Beets kommen, werden sie über und über mit kaltem Wasser begossen, was die Jnsecten gewiß tödtcn wird, worauf die Pflanzen wieder in das vorige Beet kommen. Ein oder ein paar Versuche werden einen Jeden von der untrüglichen Wirksamkeit dieses Mittels überzeugen."
Demnach scheint es, daß er die Jnsecten durch die Wirkung des aus dem Pferdedünger aufsteigendem ammoniakalischen Gases tödtet, fast auf dieselbe Weise wie Baldwin.
Frucht. Er sagt nichts vom Gewichte der Frucht, rechnet aber darauf, daß die Pflanzen in zwei Jahren Früchte ansetzen, die er blos im Sommer und Herbst oder zwischen Juli und October, letztern mit eingeschlossen, zur Reife bringt; der Königin-Ananas giebt er den Vorzug vor allen andern.
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z, VI.
> Cultur der Ananas von Wilh. Speechly, Gärtner des Herzogs von Portland, zu Welbcck, in Nottinghamshire, 17,'S.
Die Cultur der Ananas, bemerkt Speechly, ist schon von Vielen abgehandelt worden, die in dem Verfahren, was sie hierzu empfehlen, sehr von einander abgewichen sind. „Weit entfernt ihre Arbeiten herab setzen zu wollen", fährt er fort, „stützen sich meine Rathschläge und Behauptungen einzig auf den Erfolg, dessen ich mich bei meinen Versuchen zu erfreuen gehabt habe." 1767 ging er in die Dienste des Herzogs von Portland, und nach elfjähriger Erfahrung gab er sein Buch heraus. Er blieb zu Welbeck bis um das Jahr 1806.
Form des Hauses. Speechly's Hauptbestreben scheint auf die Vereinigung der Ananastreiberei mit der des Weins gegangen zu seyn; und zu dem Ende wählte er einerlei Form für sein Folgehaus sowohl, als für das Fruchthaus und zog Weinreben an den Fensterbalken und dem obern Theil der Hintermauer in die Höhe. (liA. 4.).
An mehrern Orten sind kleine Treibhäuser von besonderer Einrichtung (worin die Pflanzen sehr nahe am Glase stehen), einzig zu dem Endzweck errichtet, um als Fruchthäuser zu dienen. Wo man eine solche Gelegenheit hat, ist es gewöhnlich, wenn irgend eine Pflanze in dem großen Folgehause Frucht ansetzt, dieselben hier wegzunehmen, (vorzüglich solche die am meisten versprechen) und sogleich ins Fruchthaus zu bringen; wo sie von dem hohen s hier unterhaltenen Warmgrad, gewöhnlich erstaunend in die Frucht treiben.
Man hat bemerkt, daß die Ananas in neu erbauten Treibhäusern immer am besten gedeihen;
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weshalb einige besondere Liebhaber der Ananaszucht es für dienlich erachtet haben, ihre Ananas - Treibhäuser alle zehn oder zwölf Jahre nieder zu reißen und wieder aufzubauen. Obgleich ich einer so kostspieligen Verfahrungsart nicht beipflichten kann, so sey mir doch vergönnt die vielen Bortheile anzuführen, welche daraus erwachsen, wenn die Ananashäuser in gutem baulichen Zustande erhalten werden.
Erstens durch das Reinhalten der Heizkanäle vom Ruß, und das Verstreichen der etwa darin entstandenen Ritzen und Sprünge, heizt sich das Haus besser und geht weniger Brennmaterial auf.
Zweitens durch die nöthige Aufmerksamkeit, die Jnseite des Daches immer gehörig angestrichen zu erhalten, und durch das öftere Weißen der Mauern und Kanäle in jedem Theile des Hauses, werden sich die Pflanzen darin sehr wohl befinden, sowohl wegen der bessern Reflexion des Lichtes, als wegen mehrerer Reinlichkeit.
Ein fernerer Nutzen neu erbauter Treibhäuser mag hier noch bemerkt werden. Wo man sich blos der Lohe bedient, werden die Beete immer das erste Mal ganz mit frischer Lohe gefüllt, nachher aber wird beständig nur neue unter die alte gemischt.
Endlich ist es wahrscheinlich, daß in neuerrich- tcten Treibhäusern der größte Nutzen von der guten Beschaffenheit des Glaswerks herrührt; denn wie gut es auch nachher im Stande gehalten werden mag, so ist doch gewiß, daß in einem alten Trcibhause die Fenster weit weniger Licht durchlassen, als Anfangs. Der Schmutz findet einen Weg in die Höhlungen zwischen den Scheiben w., welcher, indem er die Sonnenstrahlen aufhält, das Treibhaus verdunkelt und düster macht.
Er beschreibt ein durch Dampf geheizt werdendes Auanashaus, worin der Dampf in ein Gewölbe von Backsteinen zieht, über welchen sich das Beet von Lohe oder Erde befindet, das von einem Fußweg und Rauchkanalen umgeben ist, gerade so wie in den Treibhäusern von gewöhnlicher Form.
Auch giebt er den Plan zu einem Ofen, den man sowohl zum Kalkbrennen als zum Heizen der Treibhäuser anwenden kann, wie einer zu Billing in Northamptonshire, und bei Lady Ponsonby, zu Vishop's Court in Irland, und in der Folge auch an verschiedenen andern Orten des Landes errichtet worden ist.
In diesen Brennöfen (l'ch-. g.) tritt die Hitze, nachdem sie durch den Kalk in der Trommel des Ofens (a) gegangen, in den Heizkanal (s), und durchströmet diesen wie gewöhnlich. Der Rost (ll) worauf die Feuerung brennt, ist so angelegt, daß er sich vermittelst eines mit einer Nuth versehanen Rahmens (o) heraus ziehen laßt, so bald der Kalk in der Trommel durchgebrennt ist, der dann in die Aschengrube (ll) fällt, und weggenommen wird.
Erde. Nach zahlreichen mit Mischungen von Kuh-, Hirsch-, Schaaf-, Tauben-, Hühner- und verrottetem Stallmist, mit Ruß und andern Dün-
*) Hier entsteht mm die Frage: durch welche Oeffnimg, oder auf welche Art wird der zu brennende Kalk zuerst in den Ofen gebracht? Dieser wichtige Umstund ist nicht mir hier, sondern auch in vandon's Encyclopädie des Gartenwedens, wo dieser Ofen ebenfalls beschriebe» und (!!-;. 179.) abgebildet ist, mit Stillschweigen Übergängen. Vermuthlich geschieh! cS von oben her, da wo der Ofen mit der zum Theil punktirt augagc- dencn (eisernen oder thänernenl) Platte, geschlossen erscheint: welche nachher wahrscheinlich noclsimit Tcpscrlehm verstrichen werden muß, damit durch die hiebe: unvcrmeidiichcn kleinen Ocffnunge», der Rauch nicht in das Hans treten könne.
Der lieb ersetz er.
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gerarten, in verschiedenen Verhältnissen, mit frischer Erde von Viehtriften von verschiedener Beschaffenheit, gemachten Versuchen, kann ich es wagen, sagt er, die folgende zu empfehlen:
„Im Monat April oder Mai lasse man die Oberflache oder den Rasen von einer Trift, wo der Boden aus einem strengen fruchtbaren Lehm, von etwas röthlichcr Farbe besteht, abschalen, doch nicht dicker als zwei Zoll; diesen lasse man nachher in die Horden schaffen, wohin öfters Schaafe eingepfercht werden, doch muß der Platz zuvor von Steinen u. dcrgl. gereinigt und geebnet seyn; dann laßt man den Rasen, mit der grünen Seite unten, darauf ausbreiten, doch nur eine einfache Schicht; hier kann er nun zwei, drei und mehrere Monate bleiben, wahrend welcher Zeit er ein oder ein paar Male mit dem Spaten gewendet werden muß, je nachdem die Schafe mehr oder weniger oft in die Horden getrieben werden. Der Urin und Mist derselben wird die Rascnerdc in einem hohen Grade fruchtbar machen, so wie ihre Füße dieselbe zermalmen und dadurch das Wachsthum irgend eines Unkrauts verhindern werden."
Wenn der Rasen eine hinlängliche Zeit gelegen hat, so muß er an einem schicklichen Platze auf einen Haufen gebracht werden, wo er wenigstens ein halbes Jahr lang (wenn es ein ganzes Jahr lang seyn kann, so ist es desto besser) liegen bleibt, und während dieser Zeit öfters umgestochen und gewendet wird. Mit einem Spaten wird dann die daraus entstandene Erde recht fein gemacht, aber nicht durchgesiebt, und ist nun zum Gebrauch fertig.
An Orten, wo man das obige Verfahren nicht anwenden kann, darf die Mischung auch nur aus einer Quantität Schafdünger (oder Hirschdünger,
wenn er zu bekommen ist) und abgestochenem Rasen zusammengesetzt werden. Aber hier muß man darauf sehen, daß dazu frisch gefallener Dünger von den Tristen gesammelt und angewendet, auch eine größere Quantität desselben dazu genommen wird, um den Abgang des Urins zu ersetzen.
1) Drei Schubkarren von obiger zubereiteter Rasenerde; einen Karren voll Pflanzcnerde von ver- wesetem Eichenlaub, oder ander» abgefallenen Blattern, und ein halber Karren voll groben Sandes, geben eine Erdmischung für Kronen, Schößlinge und junge Pflanzen.
2) Drei Schiebkarren Rasenerde, nach obiger Anweisung zubereitet, zwei Karren voll Pflanzenerde, ein Karren grober Sand, und ein Viertelkarren Ruß, machen die Erdmischung für Frucht- pflanzen.
Diese Mischungen müssen einige Monate zuvor, ehe man sie braucht, gemacht werden, und während dieser Zeit recht oft gewendet und durch einander gerührt werden, damit die verschiedenen Bestandtheile sich recht innig und gleichmaßig mit einander vermischen.
Es ist zu bemerken, daß in Treibhausern, wo man die Ananaspflanzcn in leichte Erde setzt, die jungen Pflanzen oft schon im ersten Jahre zur Frucht ansetzen, und dann werden was die Gärtner Durchläufer nennen; im Gegentheil aber, wo die Pflanzen in eine feste fruchtbare Erde gefetzt werden, wachsen sie fort und wollen sogar zur rechten Zeit noch keine Frucht ansetzen; daher muß man nach der Beschaffenheit des Bodens, von welchem man den Nasen genommen hat, das Verhältniß der Quantität des beizumischenden Sandes bestimmen; wenn der Lehm nicht schwer und fest ist, so braucht
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man zur Erdmischung für die jungen Pflanzen, auch keinen Sand zu nehmen.
Wo man in den Treibhäusern sich keiner Eichenblatter statt der Lohe bedient, kann man die Pflanzenerde auf die Art erhalten, daß man einen Haufen'solchen Laubes, groß genug um in Währung über zu gehen, so bald als es gefallen ist zusammen bringt; vorerst müssen die Blätter aber bedeckt werden, damit der Wind die obern nicht davon führt. Nachher muß der Haufen öfters gewendet und von darauf wachsendem Unkraut rein gehalten werden; zwei Jahre gehen hin, ehe die Blätter in brauchbare Erde zerfallen.
Noch muß ich bemerken, daß es angemessen ist, die verschiedenen Erdhaufen jederzeit von Unkraut rein zu halten, sie öfters zu wenden, und bei lang anhaltender rcgneriger Witterung aufzu- thürmen. Können die Erdhaufen bedeckt seyn, so ist es um so besser; bei anhaltendem Frost, so wie bei schönem Wetter, sollten sie aber auseinander gebreitet werden.
Behandlung. Die von ihm empfohlenen Töpfe sind:
Oberer Durch- Tiefe i» Messer in Zollen. Zolle».
1) Töpfe für völlig ausgewachsene Kronen und Schößlinge ..... 6 6^
2) Töpfe für die im März
versetzten Folgepflanzen . . 8^- 7.
Z) Töpfe für Fruchtpflanzen 11Z 10.
Ich muß jedoch erinnern, daß die hier angegebenen Maaße nur für, in ihren verschiedenen Perioden, völlig ausgewachsene Pflanzen zu verstehen
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sind; Pflanzen unter der bestimmten Größe müssen nach Verhältniß kleinere Töpfe erhalten.
Zuweilen, sagt er, werden Mistbeete für die Schößlinge gemacht. Wenn das der Fall ist, so müssen sie wenigstens vierzehn Tage zuvor fertig seyn, ehe die Schößlinge abgenommen werden, damit die größte Hitze schon verraucht ist. Zehn Tage nachdem das Beet gemacht ist, sollte dasselbe geebnet und acht bis zehn Zolle hoch mit Lohe bedeckt werden; und wenn dies vier bis fünf Tage so gelegen hat, und die Hitze ist nicht mehr zu stark, so können die Töpfe hineingesetzt werden.
In Betreff der Temperatur und des Gießens, rath er, in den Wintermonaten nur eine maßige Warme und nicht viel Wasser zu geben; in dem Verhältniß aber, wie die Jahreszeit vorrückt, beides zunehmen zu lassen und zugleich mehr Luft zu geben.
Nichts ist den Ananaspflanzen nachtheiliger, bemerkt er, (Jnsecten und übermaßige Hitze der Lohe ausgenommen) als sie durch starkes Feuer zum Wachsen zu treiben, und das Haus zur unrechten Jahreszeit warm zu halten, was unüberlegter Weise in vielen Treibhausern geschieht. Es ist gegen die gesunde Vernunft und gegen die Natur, eine Tropenpflanze in unserm Clima zu einer kalten lichtarmen Jahreszeit, wie sie hier in den Monaten November und December gewöhnlich ist, zu treiben; an so behandelten Pflanzen wird sich auch der ihnen zugefügte Schaden bald zeigen; sind es große Fruchtpflanzen, so bringen sie gewöhnlich sehr kleine Fruchtansätze mit schwachen Stängeln, und sind es Schulpflanzen, so machen sie selten große Fortschritte im nächsten Sommer.
So wie die Tageslange und die Macht der Sonne zunehmen, werden die Pflanzen anfangen zu
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wachsen, und von dieser Zeit an ist es durchaus nothwendig, dieselben in einem regelmäßigen Wachsthum zu erhalten; denn wenn junge Pflanzen nachher im Wachsthum unterbrochen werden, so verursacht dies gewöhnlich, daß viele davon in die Frucht schieße». Von dem Zeitpunkt an, wo sie zu wachsen beginnen, bedürfen sie ein wenig Wasser; ein Mal in acht oder zehn Tagen, je nachdem das Wetter mehr oder weniger günstig ist, wird bis in die Mitte des Monats März hinreichen, welches die al- lerschicklichste Jahreszeit zum Versetzen derselben ist. Wird dies Geschäft früher vorgenommen, so hindert es die Pflanzen, .gut Wurzeln zu schlagen; und wird es länger verschoben, so werden sie in ihrem Sommerwuchs unterbrochen.
Bei diesem Versetzen schüttele ich immer den ganzen Ballen Erde rein ab, schneide alle Wurzeln weg, die eine schwarze Farbe haben, und lasse sorgfältig nur solche daran, welche weiß und fest sind. Dann setze ich die im nächsten Jahre zum Frucht- tragcn bestimmten Pflanzen in Töpfe zweiter Größe mit ganz frischer Erde.
Um die Wärme zu erhöhen, muß jetzt auch das Beet mit etwas frischer Lohe erneuert und die Töpfe mit den Pflanzen müssen sogleich hinein gesetzt werden. Das Haus muß man so lange hübsch warm halten, bis sich in der Lohe die Wärme entwickelt; da durch dieses Mittel die Pflanzen veranlaßt werden, nicht nur eher sondern auch festere Wurzeln zu schlagen. Sobald die Lohe sich erwärmt, ist es gut, die Blätter der Pflanzen mit Wasser zu besprengen; und sobald man bemerkt daß sie wachsen, bedürfen sie eine kurze Zeit lang wöchentlich etwas Wasser, und dann zwei Mal die Woche bis zur nächsten Verpflanzungszeit.
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Während der Sommermonate gebe man den Pflanzen reichlich Lust, wenn das Wetter warm ist, und hinlänglich Wasser, wie oben beschrieben; man halte die Pflanzen in einer regelmäßigen beständigen Warme, und rein von Unkraut; vor allem aber hüte man sich vor dem Zuhcißwerden der Lohe. Einige stecken ein Thermometer hinein, dessen Kugel in gleicher Tiefe mit den Töpfen stehen muß; und so läßt sich durch wiederholte Beobachtungen ein fester Punkt bestimmen, in dem über der Oberflache der Lohe befindlichen Theile der Röhre, auf welchem der Weingeist anzeigt, daß es Zeit ist, die Töpfe aus der Lohe zu nehmen. Man mag sich nun dieses Verfahrens, oder in die Lohe gesteckter Stäbe bedienen (was am meisten geschieht) so kann man auf eine in der Lohe vielleicht entstehende zu große Hitze nicht aufmerksam genug seyn.
Hat man obige Vorschriften genau befolgt, so werden die Pflanzen zu Anfang des August eine ansehnliche Größe erreicht haben, und müssen nun mit ganzen Ballen und Wurzeln in die größten Fruchttöpfe versetzt werden.
Hierbei ist jedoch zu bemerken, daß man in einigen Treibhäusern es schwer findet, die Pflanzen von den Arten Antigua und Zuckerhut im rechten Alter zum Fruchttragen zu bringen; in diesem Falle rathe ich bei dieser Versetzung, die Wurzeln außen herum zu beschneiden, und den Ballen zu verkleinern. Vom Sand muß man auch verhältnißmäßig mehr unter die Erde nehmen; welches die Mittel seyn werden, diese Pflanzen zur rechten Jahreszeit zum Fruchttragen zu bringen.
Der Unterschied zwischen den Töpfen zweiter Größe und denen für die Fruchtpflanzcn ist so groß, daß man bei diesem Umsetzen eine gute Quantität"
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frischer Erde hinzu fügen kann, was durchaus nöthig ist zur Ernährung der Pflanzen bis dahin wo die Frucht reif wird; die größern Töpfe sind auch dadurch von Nutzen, daß die Frucht-Pflanzen hinein gesetzt werden können, ohne Beschädigung ihrer Wurzeln. Da zwischen dem Ballen unv den Seiten des Topfs ein beträchtlicher Zwischenraum bleibt, so läßt sich die frische Erde mit vieler Leichtigkeit rund um den Ballen füllen; wenn die Pflanzen hingegen in Töpfe versetzt werden, die nur unbedeutend größer sind als die ans welchen sie genommen werden, so leiden sie gewöhnlich vielen Schaden bei diesem Geschäft; überdies werden in diesem Falle, auch bei der größten Sorgfalt, oft leere Räume zwischen dem Ballen und dem Topfe bleiben.
Das Beet muß etwas frische Lohe bekommen und mit der Gabel umgearbeitet werden, doch nicht bis auf den Boden der Grube, da sich in dieser Jahreszeit die Lohe gar leicht zu sehr erhitzt; in welchem Falle, wenn nur der geringste Anschein dazu vorhanden ist, die Töpfe sogleich heraus genommen werden müssen. Es nur um einen Tag zu verschieben kann von sehr schlimmen Folgen seyn.
Diesen und den folgenden Monat werden die Pflanzen fortfahren, sehr geschwind zu wachsen, und müssen daher hübsch reichlich begossen werden, wenigstens zwei Mal die Woche; und im Sommer wird es von großem Nutzen für die Pflanzen seyn, wenn alle vierzehn Tage auch die Blätter derselben mit Wasser besprengt werden.
Ist der October feucht und kalt, so dürfen die Pflanzen nicht mehr als zwei Mal in diesem Monat begossen werden; ist er aber schön und hell, ein Mal die Woche: und damit hat das Begießen der Fruchtpflanzen für das laufende Jahr ein Ende. Nie gebe ich ihnen Wasier, in den Monaten No-
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vember und December, und halte das Haus diese Zeit über kühl; Bodenwärmc ist jedoch immer von Nöthen. Die Lohe muß daher zu Ende OctoberS oder im Anfange des Novembers erneuert und die alte durchgesiebt werden; von dieser Zeit an wird das Beet gemeiniglich wieder eine mäßige Wärme annehmen und bis zu Anfang des Januars behalten, zu welcher Zeit die Lohe wiederum crreucrt werden muß. Bon jetzt an muß das Treibhaus um einige Grade warmer gehalten werden; und den Pflanzen kann man, sobald die Lohe anfängt sich zu erwärmen, etwas Wasser geben.
In diesem Monat (Januar) werden einige Pflanzen Früchte ansetzen, was man an den kurzen Blattern im Mittelpunkt oder dem Herzen erkennt; diese müssen von nun an (bis in die Mitte des Monats März) mäßig begossen und das Treibhaus muß ziemlich warm gehalten werden; doch muß man, so oft es das Wetter erlaubt, etwas Luft einlassen.
Um die Mitte des März wird es angemessen seyn, das Lohbeet zu erneuern, wobei man zu gleicher Zeit den Pflanzen einige der untersten Blätter nehmen muß; die in den Töpfen obenauf befindliche Erde ist ebenfalls wegzunehmen, so tief als es ohne Beschädigung der Wurzeln geschehen kann, und die Töpfe nachher mit frischer Erde, von der oben angegebenen Mischung, wieder anzufüllen, wodurch die Pflanzen nicht nur mehr Kraft erhalten, sondern auch das Ganze, wenn es fertig ist, ein reinlicheres Ansehen erhält.
Es ist den Pflanzen sehr nachtheilig und verzögert das Schwellen der Frucht, wenn sie nach dieser Zeit von der Stelle bewegt werden; daher kann man, im Fall die Warme des Beets nachlassen sollte, dadurch frische Warme erlangen, ohne die Pflanzen
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von der Stelle zu nehmen, daß man die zwischen den Töpfen befindliche Lohe, so tief als möglich, wegräumt und mit frischer ersetzt. — Dieser Methode bedienen sich Einige auch schon früher im Jahre.
Zu dieser Jahreszeit verlangen die Pflanzen eine sanfte, lebhafte Bodenwärme; und so oft es die Witterung nur erlaubt, muß reichlich Lust in das Treibhaus gelassen werden; Mangel an hinlänglicher Luft würde machen, daß die Fruchtstangel schwach werden und spindlich wachsen, worauf die Früchte nie ihre gehörige Größe erreichen.
So wie Frucht und Schößlinge an Größe zunehmen, verlangen die Pflanzen reichlich Wasser zur Nahrung, welches man ihnen wenigstens zwei Mal, zuweilen auch drei Mal in der Woche giebt; doch nicht zu viel auf ein Mal, es ist besser ihnen auf ein Mal weniger zu geben, und dies öfterer zu wiederholen.
Stäbe zur Unterstützung der Frucht sind anzuschaffen ehe dieselbe zu groß wird; und beim Anbinden derselben hat man darauf Acht zu geben, daß das Band nicht zu fest gebunden, sondern zur Vergrößerung der Frucht hinlänglicher Raum gelassen wird.
Wenn die Schößlinge ungefähr die Länge eines Fußes erreicht haben, so müssen sie auf die beschriebene Art abgenommen werden; und von der Zeit an wird die Frucht sehr geschwind an Größe zunehmen. So bald die Frucht ihre völlige Größe erreicht hat, muß das Begießen solcher Fruchtpflanzen aufhören; es ist aber nur zu gewöhnlich, daß mit dem Begießen zu lange fortgefahren wird, weil man die möglichst größte Frucht erlangen will, wo-
durch dieselbe mit einem faden, wässerigen, und übelschmeckenden Safte angefüllt wird.
Die Reife der Ananas ist an ihrer gelben Farbe leicht zu erkennen; doch verändern sich nicht alle auf dieselbe Art, die meisten aber fangen am untern Theile der Frucht an. Eine solche Frucht darf nicht eher abgeschnitten werden, als bis auch der Obcrtheil anfängt sich zu färben, welches zuweilen erst mehrere Tage nachher geschieht, besonders bei den zuckerhutformigen Arten. Zuweilen färbt sich auch der mittlere Theil der Frucht zuerst, was ein sicheres Anzeichen ihrer Reife ist: eine solche Frucht muß sogleich abgeschnitten werden.
Nachdem ich nunmehr die Cultur der Ananaspflanzen bis zu ihrer endlichen Vollendung in der Frucht, sie mögen aus dem Samen, den Kronen oder aus Schößlingen gezogen seyn, im Vorhergehenden festgestellt habe, will ich noch einige Winke und Bemerkungen beifügen, von denen die meisten, wie ich hoffe, von Nutzen seyn werden.
Einige haben in ihren Anleitungen zur Cultur der Ananas empfohlen, beim Versetzen der Pflanzen, vom Anfange bis zum Ende, den ganzen Ballen daran zu lassen; auch sie öfterer zu verpflanzen als ich hier gerathen habe. Diese Methoden mißbillige ich aus folgenden Gründen:
Erstens ist zu bemerken, daß die Ananaspflanze ihre ersten Wurzeln ganz unten am Stän- gel schlägt, und so wie die Pflanze an Größe zunimmt, frische Wurzeln treibt, und zwar immer höher und höher, wobei die untern Wurzeln verhältnißmäßig absterben; so daß, wenn eine Pflanze in ihrer größten Kraft, sobald die Frucht abgeschnitten ist, aus dem Topfe genommen wird, man den untern Theil des Stangels einige Zolle lang herauf,
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ohne alle Wurzeln und glatt finden wird. Nach obiger Methode bleiben nun alle Wurzeln welche die Pflanze treibt bis zuletzt am Stangel, die alten Wurzeln sterben ab und verfaulen, zum großen Schaden der nachher ausgetriebenen.
Zweitens, der erste Ballen, der volle zwei Jahre an der Pflanze bleibt, wird durch die Länge der Zeit hart, kloßig und von «llen Nahrungstheilen erschöpft, und muß daher die später erzeugten Wurzeln hindern, sich so frei und kraftig zu entwickeln, als sie in frischer und besserer Erde thun würden.
Drittens, der alte bei dem öftern Umsetzen immor daran bleibende Ballen, wird zu groß seyn, wenn er in den für die Fruchtpflanze bestimmten Topf gesetzt wird, als daß noch eine hinlängliche Quantität frischer Erde Platz finden könnte, zur Nahrung für die Pflanze bis die Frucht reif wird, was gewöhnlich von Zeit der letzten Verpflanzung an, ein ganzes Jahr dauert.
Es ist ein Gegenstand des Wetteifers unter den Gärtnern, zu versuchen, die Nachbarn in der Größe ihrer Ananasfrüchte zu übertreffen. Recht große Früchte zu erzeugen, empfehle ich die folgende Methode, welche ich oft mit sehr gutem Erfolg ausgeübt habe.
In den Monaten April und Mai ist in einem Ai'ianashause leicht zu unterscheiden, welche Pflanzen die beste Frucht zu bringen versprechen: es sind dies nicht immer die größten. Hat man einige der am meisten versprechenden ausgezeichnet, so stößt man einen dünnen eisernen Stab, mit einer scharf- winklichten Spitze in den Mittelpunkt des Schößlings hinab, wodurch, indem man es zwei bis drei Mal herum drehet, der innere mittlere Theil des Schößlings ausgebohrt und sein Wachsthum gehin-
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dert wird. DieS muß mit allen Schößlingen geschehen, sobald sie erscheinen. Auf diese Weise, wobei die Pflanze reichlich mit Wasser versehen wird und nichts als die Frucht zu ernähren hat, wird die letztere zuweilen erstaunend groß. Man muß diese Methode aber nicht an zu vielen Pflanzen ausüben, da sie mit dem gänzlichen Verlust aller Schößlinge verknüpft ist.
Es haben einige den Gebrauch, ihre Frucht- pflanzcn mit den Töpfen ins Wasser zu setzen, während andere die Frucht erzeugen, indem sie die Pflanze allein ins Wasser setzen; (auf eine ähnliche Art wie es oft mit Hyacinthen und andern Zwiebelgewachsen geschieht); diese Methoden mit Stillschweigen zu übergehen könnte von einigen für eine Lücke erachtet werden: da aber keine dieser Ver- fahrungsarten mit einigem Erfolg ausgeübt werden kann, außer bei Fruchtpflanzen, und gerade in den heißen Sommermonaten, wenn die Pflanzen so nahe als möglich am Glas stehen müssen, so scheinen sie nicht auf die allgemeine Anwendung berechnet zu seyn.
Da jedoch einige Personen anzunehmen geneigt sind, daß nach diesen Methoden gezogene Ananas gewöhnlich von vorzüglicher Güte sind, so erlaube ich mir nur zu sagen, daß das erste Verfahren, den Topf in das Wasser zu setzen, sehr vorzuziehen ist, und die beste Zeit hierzu das Frühjahr, gleich nachdem die Pflanzen Frucht angesetzt haben.
Speechly geht nunmehr sehr ins Einzelne, bei seinen Vorschriften über Luft- und Wassergeben, den Gebrauch des Laubs statt Lohe, die Anwendung des Feuers, der Wärme:c.; da aber alle diese Anweisungen mehr als solche zu betrachten sind, welche bei der allgemeinen Behandlung der Warmhau-
ser, als bci der besondern Behandlung der Ananaspflanzen in Anwendung kommen, so halten wir eö nicht für räthlich, dem Leser damit beschwerlich zu fallen.
Jnsecten. Diejenigen, welche vor andern die Ananaspflanzen befallen, wurden in Specchly's Buche zuerst beschrieben. Sie gehören sämmtlich in die Linnöische Ordnung IlerOipiers, und zur Gattung Eocena«. Das erste ist die braune Schildlaus, Loccus lissperickum. Das Weibchen hat anfangs das Aussehen einer länglichrunden flachen Schuppe, nachher aber, wenn seine Eier zum Legen reif werden, schwillt eS an, wird dicker und erhabener. Diese Eier werden unter der Mutter ausgebrütet, welche bald nachher stirbt; die jungen Jnsecten erscheinen unter dem Vergrößerungsglase wie kleine Schildkröten. Nur die Mannchen, deren es im Verhältniß zu den Weibchen wenige giebt, haben Flügel. Sie fressen nicht, und sterben bald nach der Begattung.
Die weiße Schildlaus (Eocc. Iiesp. var. I..) ist der vorigen sehr ähnlich; das Schild ist jedoch etwas schmäler; die Farbe ist weiß, und die geflügelten Männchen nicht so groß als bei den braunen.
Die weißmehlige hochrothe Schildlaus (Loco. laeLp. var. I..) unterscheidet sich von der vorigen durch ihre beträchtlichere Größe und hoch- rothe Farbe. Speechly hält sie für lebendig gebührend. Diese und die vorige Art sind die am meisten schädlichen.
Da Speechly'S Verfahren zur Vertilgung dieser und anderer Jnsecten viel zu mühsam ist für die neuere Gärtnerei, so würde es nur Zeitverlust seyn, die von ihm angewendeten Mittel zu wieder-
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holen. Einfache Mittel sind immer die wirksamsten, und nichts kann einfacher seyn als M'Phail's Verfahren, den Wasscrdampf anzuwenden; oder Bald- win's Anwendung des Pferdedüngers.
Frucht. Speechly scheint bei Erzeugung der Frucht kein bestimmtes Ziel gehabt zu haben, wenn es nicht ihre Güte war. Einige Gärtner, wie Jü- stice, trachten dahin, alle Früchte zu der Jahreszeit reif zu haben, wo sie die höchste Größe und den besten Geschmack erlangen, nämlich im August und September; anderer Bestreben geht dahin, das ganze Jahr hindurch wöchentlich einige reife Früchte zu haben. Dem Anschein nach war das erste Speech- ly's Ziel, und achtete er das andere nicht, was jetzt gewöhnlich ist. „Große Fruchtpflanzen," sagt er, „zeigen zuweilen ihre Frucht in den Monaten August und September, diese werden aber gemeiniglich von keinem Werth gehalten und folglich weggeworfen. Dem zuvor zu kommen, nehme ich oft solche Pflanzen aus dem Treibhause, sobald ihre Frucht sich zu zeigen anfängt. Ich setze sie dann fünf bis sechs Wochen lang in einen Schuppen oder ein Vorhaus; nach Verlauf dieser Zeit versetze ich sie wie im Monat März, nachdem ich ihre Erdballen abgeschüttelt habe. Hierauf senke ich sie wieder in die Lohe."
Von dem gewöhnlichen Gewicht der zu Wel- beck gezogenen Königin-Ananas, giebt er uns keine Nachricht; aber eine, in den Gärten zu Wclbeck im Jahre 1794 gezogene Frucht der New Providence- Ananas, wog Pfd. Von der Königin-Ananas erhielt er gewöhnlich im dritten Jahre reife Früchte; und von der Providence und Antigua, im vierten Jahre.
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VII.
Cultur der Ananas von Jacob M'Phail, Gärtner des letztver- storbenen Grasen von Liverpool, zu Addiscombe in Survey, von 1733 bis 1308.
M'Phail wurde zu seiner Zeit für einen der ersten Ananas-Gärtner in England gehalten; er zog seine Pflanzen und Früchte hauptsachlich in Gruben; die Töpfe in Lohe versenkt, und die Lohe von einer zum Theil hohlen Mauer nach seiner Erfindung umgeben, und durch Umsätze von Dünger geheizt. Er zog jedoch auch Ananas in größern Gebäuden.
Form des Hauses. Auf die Einrichtung desselben legt dieser Gärtner kein großes Gewicht. Won Treibhausern wo, nach Speechly's Art, neben den Ananas auch Weintrauben gezogen werden, sagt er: „Ich halte es für gut, dieselben in mehreren Abtheilungen, ungefähr vierzig Fuß lang und sechs- zehn Fuß breit, anzulegen; die Hintcrmauer dreizehn Fuß und die Vordcrmauer neun Fuß hoch, von der jedoch die obern vier Fuß aus Schiebfenstern bestehen. Nach diesen Maaßen wird der Abhang des Daches vier Fuß betragen, oder ungefähr drei Zoll auf den Fuß. Die Grube muß mit einem Fußweg umgeben seyn, hinten vier Fuß höher als vorn; die Wege auf den Seiten müssen also Stufen haben. Die Feuerstellc hat ihren Platz in der Hintermauer und erhält von dem anstoßenden Schuppen Schutz; der Heizkanal ist inwendig rings herum geführt, von der Feuerstellc anfangend geht er an der schmalen Seite guer hervor, lauft längs der Vordermauer hin, zwischen welcher und dem Kanal ein leerer Raum vier bis fünf Zolle breit bleibt, damit sich die Wärme desto freier verbreiten kann, und daß die Wurzeln und Stängel der am
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Rande der Vordermauer gepflanzten Weinreben nicht zu sehr erhitzt werden. An der vom Feuer entferntesten Stelle der Abtheilung des Hauses, muß der Canal, nachdem er guer über, wieder unter den hintern Fußweg gelangt ist, sich über denselben erheben und dicht an der Hintermaucr hinlaufen, mit welcher die Oesse verbunden ist, die sich am Ende in der Ecke gerade über der Feuerstclle befindet. Von dieser an, längs der Vordermaucr hin bis an das entgegengesetzte Ende des Hauses (oder einer Abtheilung desselben) ist der Heizkanal nahe an drei Fuß tief und sieben Zolle breit zu machen, und wenn er sich über den hintern Fußweg erhebt und an der Rückmauer nach der Oesse hin lauft, soll er gegen drei Fuß sechs Zolle tief von Backsteinen, den Tünch ungerechnet, zwei Zoll dick, und mit Zoll dicken Ziegeln bedeckt seyn, die mit gutem Mörtel recht dicht aneinander gefügt werden müssen, damit kein Rauch dazwischen hindurch in das Haus zu den Pflanzen dringen kann. Die Mündungen der Fcuerstellen müssen ungefähr sechszehn Zolle weit und zwölf Zolle tief seyn, und die Thüren nebst dem Gestelle können von Gußeisen gemacht werden. Die Roste müssen dreißig Zolle lang und so eingerichtet seyn, daß sich die von Schmiedeeisen gemachten Stäbe nach Belieben heraus nehmen lassen. Einige haben die Feuerstellen ganz von Gusseisen, in der Form eines viereckigen Trichters ungefähr drei Fuß lang. Dies scheint rathsam, weil sie mehrere Jahre lang keiner Ausbesserung bedürfen, was bei denen aus Backsteinen ausgemauerten jahrlich nöthig ist.
Die Lohgrube darf nicht tiefer seyn als droi Fuß; und der dieselbe umgebende Fußweg sollte nicht enger als zwanzig Zoll seyn; aber zwei Fuss,
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oder für den Fußweg 'an der Rückseite, zwei und ein halber Fuß, wird noch besser seyn. Die Weinreben werden unter der Schwelle der Vorderfenster herein und an den Fensterbalkcn in die Höhe gezo^ gen, wobei M'Phail die Reben den Winter über nicht wieder zurück zu ziehn pflegt, wie andere Gärtner thun. Die Oberfläche des Lohbeets soll dem Glase nicht näher seyn als fünf oder sechs Fuß. Zwei mit einander verbundene Häuser, jedes vierzig Fuß lang, können mit zwei Feuern besser ge- heizt werden als eines von vierzig Fuß Länge; aber in kalten, den Winden ausgesetzten Lagen, möchte er doch eine geringere Länge des Hauses empfehlen.
In Betreff der Gruben bemerkt M'Phail, „Ananas-Folgepflanzen wachsen ausnehmend gut in mit Glasfcnstcrn bedeckten Gruben, die man bei kaltem frostigem Wetter mit Mänteln von warmem Dünger umgicbt. Die nördliche Mauer einer hierzu bestimmten Grube erhebt sich am besten nur vier Fuß über die Oberflache des Bodens; und wenn diese Mauer, ihrer ganzen Länge nach, gerade von der Oberfläche des Bodens an ungefähr zwei Fuß hoch, eben so gebaut wird wie die Außenwände meines Gurkenbeetes (6Z' 7.), *) so wird der Mantel oder Umsatz von Dünger die Luft in der Grube leichter erwärmen, als wenn sie dicht und ohne einen
») EZ bestehet dasselbe aus zwei Theilen, der Einfassung (->) mit den Fenstern (l>) und aus der Unterlage (ccl), worauf die Einfassung oder der Rahmen ruhet; diese bestehet aus Wärmekanälen, die von Backsteinen aufgebauet und eben fo wie die äußere Mauer durchlöchert sind. Diese durchbrochenen Wärme- kanäle werden von Aussen mit Dünger belegt, dessen heißer Dampf durch die Löcher in die Kanäle zieht und die unter jedem Fenster befindliche Erde (cee) erwärmt.
Der Uebersetzer.
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leeren Zwischenraum wäre. Die Umsätze von Dünger dürfen nicht tiefer reichen als die Oberfläche der Lohe in den Gruben, worin die Pflanzen stehen (denn nicht die Lohe bedarf des Erwärmens sondern die Luft, welche die Pflanzen umgicbt); und da im Winter die Wärme der Lust in diesen Beeten, die Sonnenwärme ausgenommen, nicht höher zu seyn braucht als 66 bis 65° (12^- bis 14^- Grad nach Reaumur) so sind starke Umsätze nicht nöthig: einer auf der Nordseite, den man bei kaltem Wetter ziemlich so hoch als die Mauer erhält, wird hinreichend seyn, es müßte denn sehr strenge Kälte eintreten, in welchem Falle man auch auf der Mittagsseite einen Mantel von Dünger macht. Bei kaltem frostigen Wetter kann des Nachts noch eine Decke von Heu, Stroh oder Farrenkraut auf die Fenster gelegt werden.
„Das von mir erfundene aus Backsteinen gemauerte Trcibebeet zu frühen Gurken, ist recht brauchbar, um kleine Folgepflanzcn darin zu ziehen. Eine eben so eingerichtete aber nach einem größcrn Maaß- stabe angelegte Grube, ohne querlaufende Hcizkanäle, ist sehr passend, Ananaspflanzen von jeder Größe darin zu ziehen; denn durch Umsätze von Dünger läßt sich darf die Lust bei einem Grad der Wärme erhalten, der im Sommer hinlänglich ist, um die Ananas zu treiben und zu reifen, so gut als dies mit Feucrwärme geschehen kann; es erfordert nur etwas mehr Arbeit und vielen Dünger."
Erde. „Die Ananaspflanze wächst sehr gut in jeder Art von fruchtbarem Erdreich, das man von einem Quartiere des Küchengartens genommen hat, oder in frischem sandigen Lehmboden, von einer lange mit Schafen w. betriebenen Gemeinde-Trift. Wenn die Erde nicht fruchtbar, sandig und dunkel von Farbe ist,
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so muß sie mit etwas vollkommen verrottetem Dünger und Sand gemischt werden, auch ist es gut, wenn man ein wenig Pflanzenerde, und auch etwas Ruß darunter mengt. Obgleich die Ananaspflanzen in sehr festem Boden fortkommen, so habe ich doch aus Erfahrung gefunden, daß sie in einem guten, sandigen nicht bindenden Lehm am freudigsten wachsen.
Behandlung. „Die Methode deren ich mich bediente, die Ananas zu ziehen, ist folgende. Zu Ende des Monats August oder September, wenn die Frucht zum Theil vorüber und ein nach obiger Art eingerichtetes Gurken-Treibcbeet für die Kronen und Schößlinge gemacht war, pflanzte ich dieselben in mit fruchtbarer Erde angefüllte und der Größe der Pflanzen angemessene Töpfe, die ich nachher bis an den Rand in das Lohbeet setzte, welches eine das Wachsthum der Pflanzen gut befördernde Warme hatte. Die Fenster wurden nun dicht zugemacht und die Pflanzen in einer so großen Warme erhalten, als die vereinigte Wirkung der Lohe und des Sonnenscheins hervorbringen konnte, und wenn die Sonne lange und sehr helle schien, wurde den Pflanzen in den Mittagsstunden Schatten gegeben. Die Pflanzen wurden so lange so behandelt, bis sie Wurzel geschlagen hatten und zu wachsen anfiengen, nunmehr erhielten sie einiges Wasser und täglich etwas Luft. Gegen das Ende des Octobcrs, oder zu Anfange des Novembers wurde, wenn es der Zustand des Beetes erforderte, etwas frische Lohe hinzu gethan, und wenn die Pflanzen so gewachsen waren, daß sie jetzt zu dicht standen, wurden so viel derselben als nöthig schien an einen andern Ort gebracht, und die übrigen wieder in das Lohbeet gefetzt, worin sie bis zum Februar oder März ver-
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blieben, um welche Zeit das Lohbect wieder einen Zusatz von frischer Lohe nöthig hatte, den es erhielt, und die Pflanzen wurden nunmehr in solcher Entfernung von einander wieder hinein gesetzt, daß sie Platz behielten, zu wachsen und sich auszubreiten; hier blieben sie nun bis in den Mai und Junius, um welche Zeit dieselben mit dem ganzen Ballen Erde in größere Töpfe versetzt wurden, bei welcher Gelegenheit, wenn es nöthig war, dem Lohbcete abermals frische Lohe zugesetzt und mit der alten vermischt wurde, was gewöhnlich hinreichend war, um bis in den August und September genügsame Warme darin zu erhalten, wo dann die Pflanzen, ohne die Wurzeln zu beschneiden oder sonst zu verletzen, in Töpfe versetzt wurden, groß genug, um zwischen den Wurzeln mit ihren Erdballen und den Wanden des Topfs noch eine Portion Erde leicht aufnehmen zu können. Gewöhnlich lasse ich nun die Pflanzen in diesen Töpfen, bis die Frucht vorüber ist. Bei Gelegenheit dieser Verpflanzung wurde der in Verwesung übergegangene Theil der Lohe entfernt, und eine hinlängliche Quantität frischer Lohe dazu gethan, welche gewöhnlich mit einem späterhin noch obenauf eingemischten Zusatz, ihre Hitze bis zu Ende des Februars oder zu Anfang des März behielt; zu dieser Zeit wurden den Pflanzen einige der untern Blätter abgenommen, damit die Stangel ungehindert junge Wurzeln treiben möchten, die obere Erde in den Töpfen bis auf die Wurzeln hinweg genommen und durch frische ersetzt, welche an die Stängel gut angedrückt wurde. Nach diesem Geschäft brauchten die Pflanzen nicht wieder fortgesetzt zu werden, außer wenn sie mehr Bodenwarme bedurften. Dies ist im Allgemeinen das Verfahren, dessen ich mich bediente, an dem ich aber den cin-
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tretenden Umständen gemäß zu ändern für nöthig fand, je nachdem es die Wärme des Lohbectes, der Zustand der Pflanzen oder die Witterung erforderten."
„Einige große Arten der Ananaspflanzen, wie die schwarze Antigua, die Jamaica, die Ripley w. bedürfen eines dreijährigen Wuchfls ehe sie große Früchte bringen können; es ist daher am besten, sie im Monat April oder Mai nachdem sie schon langer als ein Jahr verpflanzt sind, aus den Töpfen zu nehmen und alle Wurzeln derselben dicht am Stängel wegzuschneiden, oder nur wenige zu lassen, die frisch und stark sind, und sie dann wieder in reine Töpfe in gute Erde zu pflanzen, und endlich wieder in das Lohbcet, welches eine lebhafte Wärme haben muß, einzusenken. Nach diesem Verfahren muß eine größere als die gewöhnliche Wärme im Hause unterhalten werden, so lange bis die Pflanzen frische Wurzeln gemacht haben und die Blätter zu wachsen anfangen; jetzt kann man ihnen auch etwas Wasser geben, das nebst einer guten Wärme von unten und oben, dieselben zu einem freudigen Wuchs bringen wird."
„Später als im October von den Mutterpflanzen abgenommene Kronen und Schößlinge, sollten nicht eher als im Monat Februar oder März des folgenden Jahres gepflanzt werden; denn in der Winterszeit würden sie keine Wurzeln schlagen sondern weit eher verfaulen, sie können indessen an einer trocknen Stelle des Treibhauses aufgehängt oder hingelegt werden. Von einigen Schriftstellern über die Ananascultur ist angemerkt worden: daß jeder Sprößling von der Ananas eben so gut fortkommen wird, wenn man ihn noch in derselben Stunde pflanzt in welcher er abgenommen ist, als ein anderer den
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man erst bei Seite legt im die Wunde abtrocknen und heilen zu lassen, wenn nur die Mutterpflanze in den letzten zehn Tagen kein Wasser bekommen hat. Wenn Sprößlinge oder Stecklinge zu einer solchen Größe gelangt sind, daß sie leicht von der Mutterpflanze abgenommen werden können, so können sie auch sogleich eingepflanzt werden; denn, in diesem Falle, ist zu bemerken, daß sie schon angefangen hatten, Wurzel zu treiben, und daher abgenommen und gepflanzt zu werden bedurften; aber der Mutterpflanze das Wasser auf zehn, oder gar auf zwanzig Tage zu entziehen, wird ihren Schößling gewiß nicht zu einem solchen Grade der Reife bringen, der ihn geschickt machte, an demselben Tage, wo man ihn abnimmt, auch gepflanzt zu werden. Es ist daher am besten die noch unreifen jungen Kronen und Schößlinge so lange ungepflanzt liegen zu lassen, bis ihre Säfte so weit verdunstet sind, daß, wenn dieselben gepflanzt werden, sie der Gefahr des Verfaulens nicht mehr unterliegen."
„Die gemauerten Treibebeete von meiner Erfindung, in welchen ich viele Jahre lang Schul - und Folgepflanzen zog, waren dicht verschlossen und warm, da die Ritzen zwischen den Glasscheiben mit Glaserkitt verstrichen waren; ganz natürlich bleibt in diesen dicht verschlossenen Beeten, besonders im Winter bei den kurzen Tagen und langen Nachten, wenn die Sonne nur wenig wirken kann, der aus der Lohe aufsteigende feuchte Dunst am Glase hangen, verdichtet sich hier, und fallt in Tropfen herab auf die Pflanzen; aber, der Meinung einiger Schriftsteller zuwider, welche gerathen haben das Wasser aus dem Herzen der Pflanzen zu ziehen wenn es im Winter hinein fallt, finde ich aus Erfahrung, daß es ihnen keinen Schaden thut, wenn nur da,
wo sich die Pflanzen befinden, die Wärme nicht zu gering ist. In der That, wenn Pflanzen in einer Temperatur gehalten werden, die ihrer Natur angemessen ist, so laßt sich vernünftiger Weise auch annehmen, daß sie Eigenschaften besitzen, durch welche sie fähig werden dieses durch Zufall oder auf andere Art auf sie gefallene Wasser zu verbrauchen."
„Keine vegetabilische Substanz die ich kenne, giebt eine so lang anhaltende und weniger heftige Wärme als Eichenrinde, nachdem sie von den Garbcrn gebraucht worden; und da die aus derselben aufsteigenden Dünste den Pflanzen zuträglich sind, so ist sie sehr dazu geeignet, die Ananaspflanzen kräftig wachsen zu machen. An Orten wo man Ananas zu ziehen wünscht, Gärberlohe aber nicht zu haben ist, kann durch Schütteln und Zerkleinern gut bereiteter Pferdedünger die Stelle vertreten. Wenn man genug dürres Laub haben kann, ist dieses vorzuziehen. Ist aber von diesem nicht genug zu bekommen, so kann man Laub und Dünger unter einander mischen und mit Nutzen anwenden; überzeugt man sich, daß eine gute lebhafte Wärme, wegen Mangel an guten Materialien, im Beete nicht länger unterhalten werden kann, so heize man die Wärmekanäle durch Feuer, oder durch mehr oder weniger dichte Umsätze von Dünger, wodurch eine lebhaftere und länger dauernde Wärme im Beete erregt wird."
„Ist man Willens das Beet von Blättern anzulegen, so müssen sie gesammelt werden, sobald sie alle von den Bäumen gefallen sind, und zwar im feuchten Zustande; sie werden dann auf einen großen Haufen gebracht, und wenn sie hier nach einigen Wochen in Gährung übergegangen sind und sich erwärmt haben, können sie in die für Ananas
bestimmte Grube gebracht werden. Man muß sie hier gut aufschütteln, und wenn äe sich zu erwärmen anfangen sanft niedertreten, was sie abHalt, späterhin plötzlich einzusinken, und eine zu starke Erhitzung derselben verhindert. Wenn die Wärme im Beete sehr abnimmt, so kann man sie durch Umrühren und Aufschütteln der Blätter mit einer Mistgabel wieder erhöhen.
„Es kömmt zuweilen vor, daß sich die Gär- berlohe zu heftig erhitzt; wenn aber dieser Fall eintritt, so ist entweder eine zu große Menge derselben zusammen gepackt worden, oder die Wärme der Heizkanäle ist dem Beete zu nahe. Geräth aber ein Lohbeet in eine zu starke Hitze, so hält es dieselbe nicht so lange als wenn es sich nur mäßig erwärmt; denn es verliert seine Hitze in derselben Geschwindigkeit, als es durch die heftige Gährung seiner Feuchtigkeit beraubt wird."
„Oft tritt der Fall ein, daß zum Fruchttragen bestimmte Ananaspflanzen ihre Frucht nicht früh genug im Frühjahre oder zu Anfang des Sommers zeigen, um ihre Frucht noch vor dem Winter zu reifen, wo es am Sonnenscheine fehlt, welcher der Frucht einigen Geschmack geben könnte Dies mag daher kommen, weil die Pflanzen das gehörige Wachsthum noch nicht erreicht haben, oder ihre Wurzeln können durch zu heftige Bodenwärme, oder durch zu viel Wasser, gelitten haben, oder sie können zu spät verpflanzt oder auch in Töpfe gesetzt worden seyn, die zu groß waren, als daß ihre Wurzeln dieselben vor Ende der guten Jahreszeit erfüllen konnten. Damit Ananaspflanzen zeitig im Frühjahre ihre Frucht zeigen, haben einige das Abschneiden mehrerer Wurzeln bei der Herbstverpflanzung empfohlen; aber langjährige Erfahrung hat mich über-
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zeugt, daß das Abschneiden der Wurzeln oder irgend eine Beschädigung derselben, anstatt das Fruchtbringen zu befördern, ein wirksames Mittel ist, dasselbe zu hintertreiben, bis sie wieder lange Wurzeln geschlagen haben. Vermuthlich wird die Frucht nicht eher gebildet, als sieben oder acht Wochen zuvor, ehe sie sich zwischen den Blättern zeigt; und wird eine Pflanze ihrer Wurzeln zum Theil oder ganz und gar beraubt, so ist ihr Wuchs so lange gehemmt, bis sie Wurzeln von ansehnlicher Länge getrieben hat, dann wird sie wieder lebhaft wachsen. Und wenn die Frucht, ehe »-ch die Wurzeln zerstört wurden, im verborgenen Herzen der Pflanze schon gebildet war, so wird sie wachsen und sich zeigen, wann die Blatter der Pflanze, die am Fruchtstiel ausgenommen, merklich zu wachsen aufhören. Dies mag vielleicht die Ursache seyn, welche manche Personen zu dem Glauben verführt, daß wenn man den -Pflanzen die Wurzeln abschneidet, selbige früher die Frucht bringen, als wenn man ihnen die Wurzeln gelassen hätte."
„Wenn Ananaspflanzen, die im nächsten Jahre Frucht bringen sollen, spät im Herbst in solche Töpfe gepflanzt werden, die sie mit ihren Wurzeln vor Eintritt des Monats' Januar nicht völlig ausfüllen, so werden sie wahrscheinlich nicht eher Frucht zeigen als spät im Frühjahre oder in den Sommermonaten. Aus dieser Ursache ist es rathsam, wenn sie nicht früh genug im Monat August oder zu Anfang des Septembers verpflanzt werden können, so daß sie mit ihren Wurzeln die Töpfe noch vor Eintritt des Winters ausfüllen, sie unverpflanzt zu lassen, bis sich die Frucht zeigt und der Stangel derselben seine völlige Höhe erreicht hat, und dann erst die Pflanzen in größere Töpfe zu setzen, wobei
man Acht hat, die Wurzeln derselben so wenig als möglich aus ihrer Lage zu bringen oder zu verletzen. Sind nun die Pflanzen umgesetzt, so dürfen sie nicht viel Wasser bekommen, so lange bis der frische Wuchs der Wurzeln die Feuchtigkeit der frischen um dieselben gefüllte Erde verzehret hat. Es ist von zwei Uebeln das geringere, den Pflanzen zu wenig Wasser zu geben, als zu viel. Doch vergesse man nicht, daß wahrend die Frucht in der Blüthe steht und einige Tage lang nachher, die Pflanzen nicht über und über sammt den Blattern begossen werden dürfen; auch dürfen weder die Blatter der Pflanzen, noch die Frucht benetzt werden, wenn die letztere ihre volle Größe erreichthat; eben so wenig darf die Erde, worin sich die Wurzeln dieser Pflanzen befinden, nach dieser Zeit, sehr feucht gehalten werden, denn sie vertragen dies nicht, weil nunmehr die Pflanze ihren Dienst beinahe vollbracht hat, den sie nie zum zweiten Mal zu leisten hat; sie stirbt ab und hinterlaßt eine Nachkommenschaft von jungen Sprößlingen."
„Obgleich die Ananaspflanze die Eigenschaft besitzt, wohl ein halbes Jahr lang ohne Erde und Wasser am Leben zu bleiben, so ist doch, um ihre Frucht zur Vollkommenheit zu bringen, eine reichliche Gabe von beiden nöthig. Von der Zeit an wo die Pflanzen in Erde gesetzt worden, bis dahin wo sie ihre Frucht vollkommen ausgebildet haben, sollte man sich bemühen, sie bestandig in einem reinlichen, gesunden und wachsenden Zustande zu erhalten: und werden sie so behandelt, so werden sie auch nicht unterlassen die Frucht zu zeigen, sobald sie ihre natürliche Größe erlangt haben. Aus diesen Gründen würde ich rathen, kein der Natur zuwiderlaufendes, sondern immer nur ein
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dieselbe unterstützendes Verfahren anzuwenden, um sie zu gewissen Zeitpunkten Frucht bringen zu machen. Werden die Ananaspflanzen in fruchtbare Erde gepflanzt und erhalten hinlängliche Warme und Wasser, so wachsen sie üppig zu einer ansehnlichen Größe, und zeigen die Frucht nicht sobald als dies geschieht, wenn sie in ein armes, hungriges oder festes Erdreich kommen."
„Wenn die Wurzeln der Ananaspflanzen nicht in eine zu große Hitze haltende Lohe gesetzt werden, so ist es schwer, die Hitze im Treibhause auf einen so hohen Grad zu steigern, daß sie fähig wäre, den Pflanzen zu schaden. In dem von Backsteinen ausgemauerten Trcibebeete von meiner Erfindung, kann mittelst der Umsätze von Dünger und der Sonnenstrahlen eine wirksame Hitze erregt werden, und es könne» darin die Jnscctcn, an Ananas- und andern Pflanzen, durch Hitze und Wasser in kurzer Zeit vertilgt werden."
„Einige Personen könnten denken, die Ananas- pflanzc vertrüge es nicht, auch im Winter über die Blätter begossen zu werden, weil sie von saftiger Natur ist, und lange im Trcibhause leben kann, ohne in Erde gepflanzt oder in Wasser gesetzt zu seyn. Der sogenannte Hauslauch aber ist z. B. ebenfalls sehr dickblättcrig und saftiger Natur, und ertragt auf den warmen Ziegeln des Hausdachcs die größte Hitze eines heißen und trocknen Sommers; es ist aber auch sehr bekannt, daß dies Gewächs am besten treibt, wenn es gelegentlich einen Regenschauer erhält. Der Fall ist genau derselbe in Absicht auf die Ananas und verschiedene andere Pflanzen von ähnlicher Beschaffenheit."
„In Ansehung des besten Verfahrens, die Ananas zu behandeln, hat es jedoch Personen gegeben
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und wird cs noch ferner gebe», welche hierüber verschiedener Meinung sind. Ich gebe hier die meinige, welche sich auf Erfahrung gründet, daß nämlich nicht die geringste Gefahr dabei zu fürchten ist, wenn man die Pflanzen im Winter, oder zu irgend einer Zeit im Jahre, reichlich über die Blätter begießt, vorausgesetzt, daß das Lohbeet und die Luft im Hause in genügsamer Hitze erhalten werden. Aber wohl gemerkt, ich empfehle das Begießen der Ananasblätter im Winter nicht als allgemeine Regel, sondern nur wenn es nothwendig ist, um die Pflanzen von Jnsecten und Schmutz zu befreien; dann muß eine lebhafte Warme im Hause unterhalten werden, nicht niedriger als 70 Grad (17° nach Reaumur) des Morgens, mit welcher man im Laufe des Tages bis zu 85 oder 90° (26^- bis 26° nach R.) steigt."
„Es ist wirklich augenscheinlich, daß einigen der fähigsten Schriftsteller über die Cultur der Ananas, diejenige Erfahrung abgieng, welche nur durch die Praxis erlangt werden kann. Sie haben behauptet, es sey unmöglich, die Ananaspflanze in einem strengen Winter ohne Hülfe des Feuers durchzubringen. Sinnreiche ausübende Gärtner haben es aber mit Gewißheit dargethan, daß die Ananaspflanzen nur eine mäßige Wärme des Lohbeets verlangen, in welches die Töpfe mit den Pflanzen gesetzt werden müssen, und eine mittlere Lustwarme von ungefähr 60 Graden (12Z-° nach R.) um sie im strengsten Winter Englands zu erhalten^). Diese
5) Da wegen der Nahe des Meeres, das Klima von Eng- lang sehr gemäßigt und der Winter daselbst weniger kalt ist, als in den meisten südlicher gelegenen Ländern des ContincntS, so wird für Deutschland ein höherer als der oben angegebene Warincgrad nöthig seyn. D. Ucbers.
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Wärme-Temperatur fortwährend ohne Beihülfe des Feuers zu erhalten, ist keine schwierige Sache; es kaun mit Hülfe des Pferdcdüngers geschehen; denn eine trockne Hitze ist zur Erhaltung der Pflanzen bei guter Gesundheit ganz und gar nicht nothwendig in den Treibebccten von Backsteinen, worin ich das ganze Jahr über Folgepflanzen ohne Feuenvär- me gehalten habe. Zwei Wintermonate hindurch hatte die Sonne nur sehr wenig Wirkung, die Blätter der Pflanzen zu erwärmen oder zu trocknen, so daß wahrend der trüben Monate im Winter die Pflanzen beständig feucht waren, und das Wasser bei einigen derselben in den Herzen stand, während die Wärme der sie umgebenden Luft ZZ bis ungefähr 66 Grad (10—16 R.) betrug; und ich erinnere mich nicht, daß irgend eine dieser Pflanzen aus Mangel an Wärme zu Grunde gegangen wäre."
Jnsecten. „Durch viele von mir gemachte Versuche, liegt es, denke ich, vor Augen, daß durch mein Verfahren die Ananas zu behandeln und zu cultiviren, alle schädliche Jnsecten zerstört und von ihrer Vermehrung auf den Pflanzen abgehalten werden können, und zwar blos durch die verständige Anwendung der zur Erzeugung aller Pflanzen und Früchte nöthigen Elemente; jedoch was die Hitze betrisst in einem geringern Grade. Daß dies wahr ist, kann durch den Zustand der Früchte und Pflanzen bewiesen werden, die in jedem Theile des Königreichs (Englands) entweder wild oder durch die Cultur unterstützt, ohne Beihülfe künstlicher Wärme oder mit Dünsten geschwängerter Luft wachsen. Zum Beispiel, die Staachclbeere, Himbeere, und einige andere Früchte, die in einigen Gegenden unseres Landes wild wachsen; inglcichem Erbsen, Bohnen, Kopfkohl und Blumenkohl in den Gärten, und die ver-
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schicdenen Getreide- und Grasarten in den Feldern. Diese sehen wir bei ungünstiger Witterung vom Mchlthau und von Jnsectcn mancherlei Art befallen, welche diese Pflanzen nicht zu tüchtiger Reise kommen lassen, und sie weniger einträglich machen als wir wünschen. Bck günstiger Witterung aber, wo die Erde von Zeit zu Zeit durch Regen erfrischt wird, bleiben sie von Jnsecten und Mehlthau verschont, und sind im Stande, reichliche Ernten zu erzeugen, zum Gebrauche für Menschen und Vieh."
„So hat M'Phail das Verdienst, einer der ersten practischen Gärtner zu seyn, welche sich von dem Netze der Recepte und Geheimnisse, zu Vertilgung der Jnsectcn, befreiten. Er sagt: „nach vorgangiger aufmerksamer Beobachtung der Natur und der Ursachen des kräftigen Wuchses und der Gesundheit der Pflanzen und Fruchtbäume verschiedener Art, bin ich zu glauben veranlaßt, daß ein Fruchtbaum, oder eine Pflanze von irgend einer Art nichts weiter bedarf, als eine angemessene Behandlung in guter Erde und ein für ihre Natur passendes günstiges Klima, um sie vor allem Nachtheil von Jnsecten oder Mehlthau zu behüten und zu befähigen, eine reichliche Ernte von Früchten ihrer Art zu erzeugen. Ich wünsche jedoch, mich nicht so zu verstehen, als wenn ich den Gebrauch von den Pflanzen unschädlichen Mitteln irgend einer Art zu Vertilgung der Jnsecten mißbilligte; ich meine nur, daß alle zu diesem Zwecke angewandt werdende Mittel solche seyn sollen, welche der Beschleunigung des Pflanzenwuchscs förderlich sind, indem sie wenigstens zur Reinigung der Luft beitragen und die Atmosphäre, welche die Pflanzen umgiebt, der Natur derselben gleichartiger machen sollen, den Fall ausgc-
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nommcn, wenn die Zerstörung der Jnsecten durch die Hund bewirkt wird."
„Jedes Jnsect hat seine eigene Pflanze oder Geschlecht von Pflanzen, welche es von Natur zu seiner Nahrung verlangt, und worauf es gewöhnlich seine Eier legt, und zwar an die verborgensten Theile derselben; ferner sind beide, die Pflanze und das Jnsect welches dieselbe befallt, immer die Erzeugnisse von einerlei Klima, und ertragen daher dieselben Grade von Hitze und Kälte; es ist folglich, wenn Pflanzen von denen ihnen von der Natur zugewiesenen Jnsecten befallen werden, ein außerordentlich bedenkliches und kitzlichcs Unternehmen, sie zu vertilgen ohne den Pflanzen zu schaden, oder dieselben in ihrem natürlichen Wüchse aufzuhalten. Aber die Beobachtungen, daß sich bei heißem und trockncm Wetter die Jnsecten äußerst schnell vermehren, die Feuchtigkeit hingegen ihnen unleidlich zu seyn schien, veranlaßte mich zu versuchen, welches von beiden die größte Hitze ertragen und dabei am Leben bleiben könne."
„Um zu bestimmen, welchen Hitzgrad eine Ana- naspflanze ertragen kann ohne zerstört zu werden, füllte ich vier Gefäße mit heißem Wasser an. Das Wasser im ersten Gefäß war 130 Grade heiß; das im zweiten 140; das im dritten 146; und im vierten 160. (46-^, 48, 60ss und 62?-° nach R.) In jedes dieser Gefäße legte ich einige Ananaspflanzen, denen die Faserwurzeln genommen waren, und ließ sie ungefähr eine Stunde lang darin. Die Pflanzen welche in das 140 bis 146 Grade erhitzte Wasser getaucht worden, waren an den Enden der Blätter etwas beschädigt, wuchsen aber, nachdem sie im Treibhause getrocknet und gepflanzt worden waren, so kräftig, als wenn sie nie im hei-
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ßen Wasser gewesen wären; die in das 130" warme Wasser gelegten Pflanzen waren nicht im Geringsten beschädiget; aber die in das 130" heiße Wasser untergetauchten waren gänzlich vernichtet."
„Äus diesem Versuche geht hervor, daß eine Pflanze 130 Grad Wärme, nach Fahrenheits Thermometer, ohne Schaden vertragen kann. Ich bin zu glauben geneigt, daß kein Thier im Stande ist, eine solche Hitze zu ertragen ohne zu sterben. Es ist zwar ohne Zweifel, daß sich die Jnsectcn bei heißem Wetter in freier Luft sehr schnell vermehren, besonders an den Pflrschen- und andern Bäumen an warmen Mauern, sowohl im Frühjahre, als in den Sommermonaten; und bei trocknem Wetter vermehren sie sich vorzüglich; in freier Luft steigt aber die Hitze an solchen Mauern selten auf 100 Grade. Und in den heißesten Ländern der Welt, wo es Pflanzen und Thiere giebt, erreicht die Temperatur der Luft im Schatten nur selten die Vlutwärme, welche ungefähr 97" (29" R.) beträgt."
Nachdem ich dies in Betrachtung gezogen und ausgemacht hatte, daß eine Pflanze die Hitze von 130 Graden ertragen kann, ohne Schaden zu leiden, so nahm ich mir vor, noch einen andern Versuch anzustellen, nämlich: zu bestimme», ob Hitze und Wasser die Jnsectcn todten, die Pflanzen aber am Leben lassen würden. Ich dachte daher der Sache nach und entschloß mich zu folgendem Versuche :
„Im Monat Jum'us wählte ich ungefähr zwanzig große Änanaspflanzen, von denen einige unreife Früchte hatten, deren Blatter, Früchte und Wurzeln aber von Jnsecten beinahe bedeckt waren. Diese Pflanzen setzte ich in ein Lohbcet, das nur eine sehr maßige Warme besaß, mit Backsteinen eingefaßt, und
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zur Anzucht von Folgepflanzcn bestimmt war. Seine Breite betrug kaum fünf Fuß, die Länge zwanzig Fuß, und die Glasfenster waren dicht und in gutem Zustande. Diese Pflanzen begoß ich oft und reichlich, zuweilen zwei -Mal des Tages, mit Waffer dessen Warme nicht unter 70 bis 80 Grade, ja zuweilen 100 Grade (17° bis 21° und 80° nach R.) betrug; kurz ich hielt die Pflanzen beständig in feuchter Luft, durch reichliches ungemcsse- nes Begießen mit Wasser, und hielt, die Zeit des Begießens ausgenommen, die Fenster immerwährend dicht verschlossen, selbst im heißesten Sonnenschein, ohne den Pflanzen Schatten zu machen. Zch hatte keinen Thermometer in diesem Treibebeete, ich glaube aber, daß die Hitze darin zuweilen zwischen zwei und drei Uhr Nachmittags, mehr als 120 Grade (39° R.) war. Diese große Hitze, so wie die viele Feuchtigkeit verursachten einen kraftigen Wuchs der Pflanzen; und nachdem ich diese der eben beschriebenen Behandlungsart einige Wochen lang unterworfen hatte, waren die Jnsecten, während dieser Zeit, gänzlich vertilgt und viele derselben lagen todt auf den Blattern und Früchten. Im Frühling zuvor, ehe dies geschahe, waren die Pflanzen mit Schwefel bestreuet worden, welches wenigstens ein unschädliches Mittel ist für Pflanzen jeder Art, und vermuthlich von Nutzen seyn mag, die zahlreiche Vermehrung der Jnsecten zu verhindern, oder ihnen einen Theil ihrer natürlichen Nahrung zu entziehen. Ich führe diesen Umstand gerade hier an, weil, aus Versuchen die ich seitdem anstellte, es wahrscheinlich wird, daß die Ausflüsse von Schwcfclblumen, die aus die Blatter oder im Hause herum gestreuet sind, in Verbindung mit erhitzter Luft und Feuchtigkeit, die Jnsecten schneller zerstören mögen, als Hitze und
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Feuchtigkeit allein; dabei ist jedoch zu merken, daß wenn Schwefel auf Feuer ober Kohlen geworfen wird, an einem eingeschlossenen Orte, wo Pflanzen irgend einer Art stehen, er dieselben entweder ganz zerstört oder ihnen doch große» Schaden thut."
„Zufrieden mit dem Erfolge meines eben beschriebenen Versuchs, die Jnsccten ganzlich zu vertilgen, ohne dabei den Pflanzen selbst, auf denen sie leben, Schaden zu thun, stand ich nicht langer an, alle unter meiner Pflege stehenden Pflanzen, so oft sie dessen bedurften, über Blätter und Früchte, mit Wasser von ungefähr 8Z Grad (2Z^°n. R.) Warme, zu begicßen. Dies Verfahren setzte ich mehrere Monate hindurch fort; und ich kann mich nicht erinnern, daß der Thermometer, wahrend dieser Zeit ;e unter 70 Grad gestanden hatte, und im Sonnenschein stieg er zuweilen auf mehr als 110 Grade (17°, und 34ch° nach R.)> Ich hielt mit dieser Behandlung vielleicht länger an, als durchaus nothwendig gewesen wäre; aber ich hatte mir einmal vorgenommen, die Jnfectcn im ganzen Haufe zu vertilgen, sie möchten sich nun auf den Pflanzen, in der Lohe oder sonst wo aufhalten; und diese Absicht erreichte ich gewiß vollkommen. So wurden die Pflanzen, durch diese leichte, der Natur nicht zuwider laufende Behandlungsart, frei von Jnsceten; sie wurden vollkommen von allem Staub und Schmutz gereinigt; sie wuchsen kräftig empor, und die Frucht schwoll hübsch zu einer beträchtlichen Große an. Nach diesem erhielt ich verschiedene Male Pflanzen vom Auslande, oder aus inländischen Treibhäusern, voller Jnsecten, welche ich durch die von mir ohne Rückhalt beschriebenen Mittel völlig vertilgte, und die Pflanzen zu einem sehr schnellen Wuchs brachte."
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„Wenn Ananaspflanzen, durch viele Warme und gelegentliches Benetzen der Blätter und Früchte mit Wasser, bei kräftigem Wüchse erhalten werden, sey es nun in mit Dünger erwärmten Trcibcbeeten, oder in Treibhäusern durch Feuer geheizt, so werden ihnen einige Jnsccten wenig Schaden thun. Befolgt man aber die von mir angegebenen Behandlungsarten zur Cultur der Ananas, so bin ick überzeugt, daß alle diesem Pflanzengeschlechte eigenen Arten schädlicher Jnsccten von selbst verschwinden werden."
„Wenn wir Menschen, aus Mangel an hinlänglicher gesunder Nahrung, oder aus Mangel an Reinlichkeit, abmagern sehen, so wachsen ekelhafte Jnsecten auf ihnen; und Abmagerung des Nichts, aus Mangel an Futter, hat dieselbe Wirkung aus dasselbe. Aehnliche Ursachen erzeugen bei den Pflanzen ahnliche Wirkungen, so daß wenn Ananaspflanzen sich in einem dürftigen Zustande befinden, aus Mangel an einer hinreichenden Quantität guter Erde, an Wärme, oder an Wasser, die ihnen eigenen Jnsecten sich schnell vermehren und ihnen schaden werden, wenn nur einige derselben auf denen im Trcibhause befindlichen Pflanzen waren. Diese von Natur auf den Ananaspflanzen entstehenden und lebenden Jnsecten, scheinen einen trocknen und schmutzigen Zustand derselben besonders zu lieben. Da wo die Ananas von selbst im Freien wachsen, sind sie auch nicht ganz frei von Jnsecten; und wenn auch solche Pflanzen von Jnsecten gänzlich frei sind, so werden sie doch nicht gut wachsen, noch eine schöne Frucht hervorbringen, wenn sie nicht genug gute Erde, hinlängliche Wärme, und reichlich Wasser bekommen."
Frucht. Die grüne und einige andere Sorten Ananas, brachte M'Phail „in weniger als zwei
Jahren, nach dem Auspflanzen, zur Reife," einige große Arten aber bedurften hierzu, wie er fand, drei Sommer, nämlich: die schwarze Antigua, Ja- maica und Ripley. Seine Absicht war, in der Zeit zwischen den Monaten Mai und October eßbare Früchte zu haben, denn er bemerkt sehr richtig, „daß die im Winter gereiften Ananasftüchte, einen faden Geschmack haben werden." Er empfiehlt daher, solche Pflanzen, welche im September oder October ihre Frucht zeigen, lieber wegzuwerfen, wenn für sie nicht überflüssiger Raum im Treibhaufe vorhanden ist; in diesem Falle mag man sie versuchsweise behalten, auch um junge Pflanzen von ihnen zu bekommen.
VIII.
Cultur der Ananas in Fifeshire, durch Herru Walter Nicol.
Hr. Nicol war von 1790 bis 1800 der beste Ananasgärtner in Schottland, und hatte späterhin Gelegenheit viele Erfahrungen als Erbauer von Treibhäusern, und ausgebreitete Beobachtungen über das Verfahren der besten Gärtner im Norden, zu machen.
Form des Hauses. „Ananashäuser," sagt er, „sind und können sehr verschieden eingerichtet werden; und wir finden gut wachsende und nicht wachsende Pflanzen in allen Arten von Warmhäusern, Treibebceten u. dgl. Die Cultur der Ananas erfordert einen größern Aufwand als die Cultur irgend einer andern Frucht unter Glas; besonders wenn sie in hohen Warmhäusern gezogen werden, deren Errichtung sehr kostbar ist, und die Unterhaltung derselben verhältnißmaßig noch mehr, als die
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der niedrigern Warmhäuser oder mit Heizkanälen versehenen Gruben."
„Aber abgesehen von allen Rücksichten auf die erforderlichen Kosten (welche von einigen nicht angeschen werden, wenn sie nur gute Früchte erlangen können), können Ananas in eben so großer, wo nicht größerer Vollkommenheit, und mit weit weniger Mühe und Wagniß, in mit Heizkanälen versehenen ' Gruben, wenn sie eigends dazu eingerichtet sind, gezogen werden, als auf irgend eine andere Art. Ich würde daher die Ananasbcete von den andern Treibhäusern abgesondert anlegen und aus drei Gruben in einer Reihe bestehen lassen; die eine für Kronen und Sprößlinge oder Schulpflanzcn, die andere für Folge -, und die dritte für Fruchtpflanzcn. Die Grube für die Fruchtpflanzen in der Mitte, und die andern beiden zur Rechten und Linken, zusammen eine Linie von hundert Fuß Lange bildend, welche für eine große Familie genug Ananas liefern würden."
„Die Fruchtpflanzcn-Grube müßte vierzig Fuß lang und, mit Inbegriff der Mauern, zehn Fuß breit seyn; und jede der beiden andern dreißig Fuß lang und neun Fuß breit, ebenfalls die Mauern mit gerechnet. Die Frontmauer des Ganzen müßte in einer Linie fortlaufen, und sich achtzehn Zoll hoch über den Boden erheben. Die Hinter-Mauer der mittelstcn Grube müßte fünf Fuß, und die andern beiden vier und einen halben Fuß höher seyn als die Frontmauer. Die Heizkanäle in der Fronte und an den Enden müßten von dem Lohbeete durch einen drei Zoll breiten leeren Raum getrennt seyn, so wie die an der Rückwand höher als die Oberfläche des Beets angebracht seyn müßten."
„Die Oefcn kann man entweder in der Fronte, oder auch an der Hintermauer anbringen, je nach-
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dem es bequem ist; doch sollte die stärkste Hitze zuerst in der Fronte ausströmen, und dann erst in die Heizkanäle der Rückmauer treten; diese Heizka- nale müssen aber über und nicht neben einander seyn; denn auf die letzte Weise würden sie zu viel Raum einnehmen. Der untere ist als ein Hülfskanal zu betrachten, da man ihn nur gelegentlich braucht."
„Keiner von diesen Kanälen darf mehr als fünf bis sechs Zolle weit, und neun oder zehn Zolle tief seyn. Die Oefen können auch um den dritten ' oder vierten Theil kleiner seyn als diejenigen, welche für große Treibhäuser bestimmt sind; weil für das Ganze eine besondere Decke von gcthcertem Segeltuch, zum Schutz gegen strenge Witterung, da seyn sollte, wodurch man an Brennmaterial viel ersparen würde."
„Die Tiefe der Gruben sollte so eingerichtet werden, daß die Tiefe der Lohbeete im Durchschnitt noch eine Elle unter die Flache der in der Fronte befindlichen Heizkanale kömmt, da sich die Lohe gewöhnlich so weit zu setzen pflegt, wenn sie auch, nachdem sie von neuem umgerührt ist, so hoch als die Oberfläche des Heizkanals steht. Wenn man Blätter, oder eine Mischung von Blättern und Dünger, statt der Lohe anwenden will, so müssen die Gruben um einen Fuß oder eine halbe Elle tiefer gemacht werden."
„Man kann es vielleicht für überflüssig halten, zu bemerken, daß diejenigen, welche große Ananas- Häuser besitzen, dieselben zu andern Zwecken verwenden, und solche wie die so eben beschriebenen errichten sollten. Der gute Erfolg eines solchen Verfahrens unterliegt jedoch keinem Zweifel, wenn der Zweck ist, gute Früchte für wenig Geld zu erhaltet. Lm Verlauf der letzten sechs Jahre habe ich
zu neuen Ananashäusern keine Zeichnung gegeben, als nach diesem Plane, nur mit einigen Verschiedenheiten in Betracht des Umfangs, je nachdem man mehr oder weniger aufzuwenden Willens war."
Erde. Pflanzenerde, steifer brauner Lehm, Taubenmist und Muschelmergel sind die von Nicol angewandten Bestandtheile. „Die hierzu benutzte Pflanzcnerde ist solche von verrottetem Baumlaub, wozu die Blatter der Eiche am vorzüglichsten sind; wenn man diese aber nicht in hinlänglicher Menge haben kann, so wird eine Mischung derselben mit den Blättern der Asche, Ulme, Birke ?c., oder überhaupt mit allen die nicht harzig sind, auch sehr gute Dienste thun. Man lasse sie im Herbst, so wie sie abfallen, sammeln und auf einen Hausen werfen, und zugleich so viel leichte Erde darüber werfen, als nöthig ist, zu verhindern, daß sie vom Winde umher getrieben werden. So lasse man sie bis in den Monat Mai liegen und wende und mische sie dann gut. Im nächsten Frühjahre werden sie dann zu brauchbarer Pflanzenerde geworden seyn; die jedoch wegen der noch darunter befindlichen Stückchen Holz und dergleichen, durchgesiebt werden muß, ehe sie zum Gebrauch tauglich ist. Steifer brauner Lehm ist der nächste Artikel. Dieser sollte, wo möglich, aus der beraseten Oberfläche eines Triftplatzcs bestehen, welche vor dem Gebrauch dadurch zu lauter Erde gemacht werden muß, daß man sie ein ganzes Jahr lang dem Einflüsse der Witterung aussetzt. Taubenmist, welcher wenigstens zwei ganze Jahre hindurch auf einem Haufen gelegen hat, öfters gewendet worden und der Witterung recht ausgesetzt gewesen ist, wird ebenfalls dazu genommen. Desgleichen Muschelmergel; und endlich Meer- oder Flußsand, welcher durchgesiebt und
an einem trocknen Orte aufbewahrt werden muß; man gebraucht davon den Theil welcher ungefähr die Größe einer Erbse hat. Das Verhältniß ist: für Kronen und Schößlinge, muter Pflanzenerde, mit etwas Sand auf dem Boden, zum Wurzelschla- gen; nachher, drei Viertel Pflanzenerde und ein V'ertel Lehm, mit ungefähr dem zwanzigsten Theile Sand vermischt, und zwei Zoll hoch lauter Sand auf dem Boden, bis die Pflanzen ungefähr ein Jahr alt sind. Für ein Jahr alte und Folgepflanzen überhaupt, halb Pflanzenerde, halb Lehm, wozu noch ein Zwanzigstel Sand und eben so viel I Muschelmergel gemischt wird, ingleichem drei Zoll hoch unvcrmischter Sand auf dem Boden des Topfs. Für Fruchtpflanzen, die Hälfte Lehm, ein Viertel Pflanzencrde und ein Viertel Taubenmist; hierzu thue man noch Sand und Mergel wie vorhin angegeben, und lege drei oder vier Zoll hoch reinen Sand auf den Boden. Es sind dies die Zusammensetzungen, deren ich mich sonst für die Ananas- pflanzen mit gutem Erforg bediente; und können als ein guter Mittelboden zur Erzeugung der Ananas angenommen werden."
Allgemeine Behandlung. Nicol pflanzt seine Schößlinge im Sommer und Herbst so wie die Früchte gesammelt werden, und steckt sie vorn in das Lohbeet, „wo sie so gut Wurzel schlagen als irgendwo. Wenn eine bedeutende Anzahl Triebe schon früh erscheint, so kann man die Kronen und Schößlinge auf einmal in Töpfe pflanzen und im Schulbeet einsetzen; oder man kann sie auch von den Stöcken abdrehen und in einem trocknen Schoppen, oder Boden, hinlegen, bis die andern Verrichtungen im Ananashause geschehen sind und das Schul- beet bereit ist sie nebst den Kronen (die gesammelt
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werden so wie man die Früchte abnimmt) aufzunehmen, welche, wenn sie Wurzeln getrieben haben, in Töpfe gesetzt und für die obige Zeit entweder in ein Mistbeet oder in ein Treibhaus irgend einer Art gebracht werden können, da es ihnen nichts schadet, eine so kurze Zeit außer dem Lohbccte zu seyn. Solche Kronen, die keine Wurzeln getrieben haben, können mit den Schößlingen bei Seite gelegt werden."
„Was die Zeit betrifft, zu welcher die Schößlinge abgenommen werden, so geschieht dies, wei^n sie unten braun werden; man kann sie dann mit dem Daumen leicht abnehmen, wenn man zuvor das unmittelbar darunter befindliche Blatt abgebrochen hat. Ueverhaupt, zu der Zeit wo die Frucht reif ist, sind auch alle am Stangel befindlichen Schößlinge zum Abnehmen tauglich, obgleich eS ihnen nichts schadet, wenn man sie länger, sollte es auch einen Monat hindurch seyn, daran laßt, sie werden dadurch eher besser, wenn der Stock gesund ist und gpst begossen wird. Schößlinge, die aus der Wurzel kommen, haben immer Haarwurzeln und können zu jeder Zeit abgenommen werden; da sie aber nur spat- Frucht tragen, so sollte man sie nicht eher unter sinnen Vorrats) aufnehmen, als bis es die Nothwendigkeit gebietet."
„Einige halten für nothwendig, alle Kronen und Schößlinge, ehe sie dieselben in Töpfe setzen, zu trocknen, oder zu welken, und legen sie zu dem Ende acht bis zehn Tags lang im Warmhause auf das Gesimse. Durch diese Behandlung leiden sie gewsi Schaden und können dadurch nicht besser werten, vorarl gesetzt, daß sie völlig reif geworden waren, ehe man sie von der Frucht oder dem Stocke nahm, und daß dieser ungefähr zehn Tage lang zu-
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vor nicht begossen worden ist. Diese in derselben Stunde wo man sie abnimmt, gepflanzt, werden so gut anschlagen, als wenn man sie auf irgend eine andere beliebige Art behandelt hatte; daher rathe ich das erwähnte Beiseitelegen der -Pflanzen nur dann an, wenn es zur Bequemlichkeit gereicht."
Um die Schößlinge und Kronen zum Einsetzen in die Töpfe vorzubereiten, dreht er einige der untersten Blatter ab und schneidet den Stumpfen mit dem Messer glatt. „Dann fülle man Töpfe von ungefähr drei bis vier Zoll im Durchmesser, und fünf bis sechs Zoll tief, (die kleinern für die kleinsten und die größer» für die größten Pflanzen) mit recht feiner leichter Erde, oder mit Psianzencrde, von lauter Baumblattern, bis an den Rand; nachdem man zuvor einen Zoll hoch reinen Sand auf den Boden jedes Topfs gethan und die Pflanzenerde leicht darüber geschüttelt hat. Die großen Schößlinge steckt man so tief, daß sie weniger als zwei Zoll vom Sande abstehen, die kleinen und die Kronen zwei Zoll tief in die Erde, drückt sie mit dem Daumen fest und entfernt die überflüssige Erde, so daß der Rand des Topfes einen halben Zoll hoch hervor fleht. Dann setzt man sie in das Loh- bcct und zwar bis an den Rand, oder lieber noch etwas riefer, besonders die kleinern Töpfe. Werden dieselben so eingesetzt, daß jeder von dem andern eine Entfernung von drei bis vier Zollen im Lichten erhalt, je nach der Größe der Sechinge, so haben dieselben Raum genug zum Wachsen bis zur nächsten Verpflanzung."
Die durch Feuerhitze bewirkte Temperatur des Schulbeetcs hält er im Januar des Morgens und Abends, so nahe als möglich an 66° (14ch-°n. N); und bei guten Tagen im Sonnenscheine kann sie
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wohl bis zu ungefähr 70° (17° R.) steigen. Im März von 70 bis 80° (17 — 21° R.); und nachdem die Pflanzen andere Töpfe und Lohe bekommen haben, erhalten die noch nicht Wurzeln geschlagen Habenden Kronen und Schößlinge 30 bis 80° (21 —23Z-° nach R.)
Üm eine Ersparnis; an Brennmaterial zu ma» chen, bedeckt er die Ananasbcete, so lange Feuerung nöthig ist, jeden Abend nach Sonnenuntergang entweder mit doppelten Matten, oder mit einer Decke von dickem Segel - oder Packtuch, welches nachher wieder aufgerollt wird. Diese Decke nimmt er bei Sonnenaufgang wieder ab, wenn die Witterung nicht zu strenge ist, denn in diesem Falle läßt er die Bedeckung den ganzen Tag über liegen. Er findet, daß durch den verstandigen Gebrauch einer solchen Bedeckung „ein beträchtlicher Theil der Feuerung erspart werden rann."
Ueber das Begießen sagt er: „Schulpflanzen bedürfen sehr wenig Wasser, vielleicht uur ein Mal in acht bis zehn Tagen, oder wohl noch längerer Zeit, wenn das Wetter feucht und nebelig ist. Im Winter ist es sicherer, den Ananaspflanzen zu wenig als zuviel Wasser zu geben; auch muß man sie zu dieser Jahreszeit nicht über und über begießen. Um diese Zeit sollten sie nur des Vormittags an einen; sonnigen Tage begossen werden, damit das zwischen die Rinde oder in die Herzen der Pflanzen vielleicht gesprühte Wasser durch die Sonnenhitze und durch ungewöhnlich viel Lust, die man in dieser Absicht zuläßt, verdunstet werde. Diese Vorsicht ist jedoch nur bei solchen Kronen und Schößlingen nöthig, die erst spät im letzten Herbst eingesetzt worden und noch nicht gut bewurzelt sind; denn diese gehen leichter in Fäulniß über als andere besser ausgebildete."
Im Sommer giebt er regelmäßig alle drei Tage ein Mal und zwar reichlich Wasser; indem er erst die Wurzel hinlänglich begießt und dann auch die Blatter bespreng'. Oestcrö bedient er sich auch der Mistjaache zum Begießcn.
Lust giebt er den Schulbeeten an jedem Tage, wo die Witterung gut ist. Selbst bei hartem Frost, > enn die Sonne scheint, sollen zwei oder drei Fenster herab gelassen werden, um die verdünnte Luft oben entweichen zu lassen. Sind unbewurzelte Setzlinge eingepflanzt worden, so giebt er nicht eher Luft, als bis sich im Lohbeet die Hitze zeigt; sobald sich aber an den Pflanzen wahrnehmen laßt, daß sie Wurzeln geschlagen haben, giebt er während des Sonnenscheins so viel Lust, daß das Thermometer nicht über 80° bis 86° (21—20^-° R.) steigt.
Im Sommer eingesetzte Schößlinge verpflanzt er im folgenden März. Er sagt, „man lasse die Erdbällen ganz abschütteln, von den Wurzeln alle wuchernden oder verdorbenen Fasern abputzen, und dann die Pflanzen wieder in die vorigen oder in ahnliche Töpfe setzen.
Die angemessene Größe dw Töpfe, in welche die im Herbste angewurzelten Kronen und Schößlinge gesetzt werden, ist oben ungefähr vier Zoll Durchmesser im Lichten, und sechs Zoll tief. Auf den Boden jedes Topfes muß etwas reiner Sand gelegt werden, um die überflüssige Feuchtigkeit abzuleiten; man sollte dies beim Einsetzen aller Sorten Ananas beobachten. Ich habe gewöhnlich bemerkt, daß wenn die Lohhitze nicht heftig ist, die Pflanzen sehr starke Wurzelfasern in diese Lage von Sand treiben, worin sie sich besonders wohl zu befinden scheinen. In kleinen Töpfen mache ich sie daher gewöhnlich zwei Zoll dick, in großem aber drei bis
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vier, je nachdem sie groß sind, mehr oder weniger. Bon der Zeit an, wo ich mich dieser Art des Ein- pflanzens zuerst bediente, hatte ich kaum ein einziges Beispiel einer ungesunden Pflanze; und gerade dieser Umstand, so wie die Pflanzen immer in einer sanften Bodenwarme zu erhalten, ist bei der Cultur der Ananas von größerer Wichtigkeit, als alle andern Regeln, die man, von dem gewöhnlichen Wege abweichend, darüber gegeben hat. Die Wurzeln der Ananas scheinen sich im Sande besonders wohl zu befinden; und ich habe dafür gesorgt, daß solcher unter die Erde von Pflanzen jeden Alters kam. Gewöhnlich bediente ich mich des klaren Seesandes, worunter sich ein beträchtlicher Theil Muscheln und Schnecken, oder Stückchen davon, nebst andern porösen Theilchen, befanden; und ich habe immer bemerkt, daß sich um diese die feinsten Wurzeln schlingen, und oft in die Poren derselben eindringen, oder die vorstehenden Theilchen umfassen. Wenn man daher Seesand haben kann, so ist er vorzuziehen; nächst dem ist Flußsand zu gebrauchen; den erdigen gegrabenen Sand vermeide man aber ja, und bediene sich lieber des scharfen Quarzsandes, oder einer Mischung von klein geklopften Steinen und Ziegelstück- (hcn. Sind nun die Pflanzen in andere Töpfe gesetzt, so versenke man diese wieder ins Lohbeet, bis an den Rand, so daß dieser und die Oberfläche der Lohe in einer Ebene liegen. Acht bis neun Zoll Entfernung vom Mittelpunkte eines Topfes zum andern, wird hinlänglich seyn. Wenn alle Töpfe an ihrem Orte sind, so begieße man sie etwas mit an der Lust gestandenem Wasser, damit sich die Erde gut an die Wurzeln legt. Dies zu wiederholen ist nicht eher nöthig, als bis die Hitze des Lohbcctes zu den Töpfen heraus gelangt ist, woraus, da nun-
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mehr die Pflanzen zu wachsen beginnen werden, dieselben alle vier bis fünf Tage ein Mal an der Wurzel begossen werden müssen; auch können sie gelegentlich^ wenn das Wetter schön ist, mittelst einer fein durchlöcherten Brause, über und über besprengt werden."
Im Mai verpflanzt Nicol abermals; die Pflanzen werden aber jetzt nicht ausgeschüttelt, sondern mit dem ganzen Ballen versetzt, in Töpfe von ungefähr sechs Zoll Durchmesser und acht Zoll Tiefe. „Wenn die Wurzeln am Boden oder auf den Seiten nur einigermaßen verfilzt sind, so müssen sie sorgfältig auseinander gezogen werden, und beim Einsetzen in die Töpfe versichere man sich, daß keine Höhlung zwischen dem Ballen und den Seiten des neuen Topfs bleibt. Um dies desto besser zu verhindern bediene man sich eines kleinen, stumpfen etwas keilförmigen Staabes, mit welchem man die Erde rund herum hinab stößt; wobei man aber darauf Acht haben muß, daß dieselbe trocken und fein gesiebt ist, und außerdem, daß der Topf wohl geschüttelt wird (indem man ihn auf eine Ban? oder einen Tisch setzt) damit sich die Erde desto besser um den Ballen anlegt. Töpfe von der angegebenen Größe sollten bis auf einen halben Zoll vom Rande angefüllt werden, (wobei man die Ballen ungefähr einen Zoll hoch mit frischer Erde bedeckt) da sich das Ganze ungefähr eben so viel setzt, und so einen völligen Zoll hoch Platz läßt, um das cingegossene Wasser zu halten, was genug ist. Beim Zubereiten der Pflanzen zum Einsetzen, nehme man denselben einige der untersten Blatter ab, da sie ihre feinen Wurzeln immer aus dem untersten Theile des Stangels treiben. Ehe man die Pflanze aus der Hand läßt, putze man auch die Spitzen solcher
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Blätter ab, die beim Umsetzen etwa gequetscht oder
auf irgend eine andere Art beschädigt worden sind. Nun kommen die Töpfe, wie zuvor, bis an den Rand in die Lohe, indem man acht giebt, daß alle in eine Ebene kommen, und zwar in einer Entfernung von ungefähr fünfzehn Zoll von Mittelpunkt zu Mittelpunkt der Pflanzen; dann giebt man ihnen ein wenig Wasser, und braucht dies nicht eher wieder zu thun, als bis die Hitze zu den Töpfen steigt."
Im November verpflanzt er solche Stöcke, deren Wurzeln die Töpfe ausgefüllet haben und auf irgend eine Art filzig geworden sind. „Man untersuche jede Pflanze, die man in diesem Verdacht hat, und lasse sie in die nächst größere Sorte von Töpfen setzen, als diejenigen, worin sie sich befinden, lasse hierbei den Ballen unversehrt und lege nur die am Boden oder den Seiten sich etwa verflochten habenden Wurzeln auseinander. Man putze bei dieser Gelegenheit auch die unten etwa abgestorbenen Blätter ab, und nehme in den Töpfen von der Oberfläche der alten Erde etwas ab, die man mit frischer ersetzt, und dabei die Töpfe voller als gewöhnlich macht, da bis zur nächsten Versetzung im Frühling nur wenig Wasser nöthig ist. Das Ganze muß dann wie zuvor in das Lohbect gebracht und bis an den Rand der Töpfe darin eingegraben werden; zugleich begießt man etwas, damit sich die Erde desto besser an die Wurzeln anlegt, was nicht eher wiederholt zu werden braucht, als bis die Hitze im Beete aufsteigt."
Die im nächsten Jahre zum Fruchttragen be stimmten Pflanzen werden im August des vorhergc henden Jahres zum letzten Mal verpflanzt. In folgenden Februar werden die Pflanzen wieder durch,
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gesehen und erhalten obenhcr frische Erde; solchen aber, die ungesund oder schwach sind und nicht kraftig in den Töpfen stehen, schüttelt er den Erdballen reine ab und pflanzt sie wieder in dieselben oder in kleinere Topfe. „Alle Pflanzeich', sagt er, „die schon Frucht angesetzt haben, sollten ebenfalls ganz aus der Erde genommen und frisch eingesetzt werden, wie die vorigen; durch diese Störung werden sie die Früchte verspäten und diese in eine bessere Reifzeit kommen, auch durch die Kraft der neuen Erde größer werden, als außerdem geschehen wäre. So habe ich Pflanzen, selbst in der Blüthe, mit sehr gutem Erfolg umgesetzt und dadurch die Frucht zu einer Größe getrieben, die wtit über meine Erwartung gieng; wovon sich ein jeder leicht selbst überzeugen kann, wenn er nur einige Pflanzen umsetzt und ihre Fortschritte mit denen auf die gewöhnliche Art behandelten vergleicht. Die Pflanzen kommen übrigens wie zuvor wieder bis an den Rand der Töpfe in die Lohe, und wird darauf gesehen, daß alle in eine Ebene kommen. Wenn die Pflanzen ihre völlige Größe und Kraft erreicht haben, so bedürfen sie eine mittlere Entfernung von ungefähr zwanzig Zoll, von Mittelpunkt zu Mittelpunkt gerechnet, von einander. Sie sollten aber auch sortirt und die kleinsten vorn die größern aber hinten hin gebracht werden, so wie man die Pflanzen auf einem Gerüste ordnet, damit sie alle gleich viel an Sonne und Licht Theil nehmen können. Sobald sie wieder in das Lohbeet gebracht sind, lasse man sie etwas begicßen, um die Erde an die Wurzeln zu bringen." Im Mai giebt er ihnen abermals frische Erde von oben, „durch 1 bis 2 Zoll tiefes Abnehmen der alten Erbe von der Oberflache der Töpfe, und Hinzuthun von frischer Erde, wodurch die Pflan-
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zcn mehr Kraft erhalten, mehr Wurzeln auf der Oberfläche treiben und Paher fester und kräftiger bleiben. Bei Pflanzen, deren Früchte bald reif sind, ist dies jedoch nicht nöthig; hauptfächlich aber bei gesunden Pflanzen, welche Blüthen ansetzen, verblüht haben, oder deren Früchte halbwüchsig sind. WaS aber solche betrifft, die nicht gesund sind, und deren Frucht die halbe Größe noch nicht erreicht hat, so stehe man nicht an, sie umzusetzen, die Erde rein abzuschütteln und die Wurzeln auszuputzen, von denen man nur die gesunden beibchält. Dies ist eine sehr große Verbesserung in der Cultur der Ananas, welche ich sonst ausgeübt, seitdem angerathen, und stets von einem guten Erfolg gekrönt gesehen habe."
Die Temperatur des Fruchtbcetcs wird auf demselben Grad erhalten, wie die des Folgebcctes in der Mitte Winters. Dies ist von 60° bis 65° (12^-° bis 14^- nach R.); so wie aber der Frühling herannahet, steigt er stufenweise bis zu 75° (19° N.), laßt jedoch das Thermometer 80° (21° R.) nicht überschreiten. Von 72° bis 75° (18° bis 19° R.) ist seine Temperatur für den März und April. Im Mai, Junius, Julius und August, verlangt er Morgens und Abends 75° (19° R.) und 80° bis 85° (21° bis 23° R.) zu Mittage. Im September, nachdem Feuerwärme nöthig wird, halt er die Wärme so nahe an 65° (1iä° R.), als möglich, und im Sonnenschein, bei freiem Zutritt der Luft, ungefähr um 70° oder 72° (17 oder 18° R.). Im October, November und December erniedrigt er die Temperatur bis zu 60° (12h° R.). des Morgens und Abends, und 65° (14st° R.) im Sonnenschein.
Luft wird zu allen Jahreszeiten bei schönem mit Sonnenschein begleitetem Wetter zugelassen, und
noch mehr, so wie sich die Frucht der Reife nähert, um den Geschmack derselben zu erhöhen.
Im Januar giebt er selten Wasser, und im Februar nicht mehr als ein Mal in sechs bis acht Tagen. „Im März kann öfterer Wasser gegeben werden, als zuvor, und auch in größerer.Quantität; gewöhnlich werden die Wurzeln alle drei oder vier Tage ein Mal begossen, und gelegentlich die ganze Pflanze besprengt, um die Blätter zu erfrischen und sie vom Staube zu reinigen. Von der Zeit an, wo die Pflanzen ausgeblühet haben und die Frucht zu schwellen beginnt, muß alle zwei bis drei Tage reichlich Wasser gegeben werden, wobei man immer der Wurzel erst die nöthige Quantität zutheilt, und dann auch die ganze Pflanze besprengt. Ein so starkes Begießen wird jedoch, wenn die Frucht nicht schon zu weit vorgerückt ist, selten vor dem Ende des Monats oder erst im April, nöthig seyn. Im April muß reichlich Wasser gegeben werden, alle zwei oder drei Tage ein Mal, damit die Frucht recht groß wird. Die Wurzeln haben jetzt viel zu thun, dieselbe zu unterhalten, und eben so die Schößlinge, welche jetzt schnell wachsen werden. Aus dieser Ursache gieße man öfters mit Mistjauche, oder mit Wasser, das cigends hierzu über Mist geschüttet worden und denselben eine Zeit lang ausgezogen hat; und so oft man den Wurzeln Wasser gegeben hat, besprenge man nachher auch die Blätter, wie oben vorgeschrieben worden. Im Mai, IuniuS und Julius fange man an, von der Zeit an, wo sich die Frucht zu färben beginnt, die Quantität des Wassers zu vermindern; und gegen die Zeit wo sie ^ zum Abschneiden tauglich ist, unterlasse man das Begießen gänzlich, sonst wird der Geschmack der Frucht sehr verschlechtert. Ich muß hier in Hin-
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ficht auf die verschiedenen Ärten der AnanaS bemerken, daß die Königin und der Zuckerhut beträchtlich mehr Wasser verlangen, als der König, oder Havanna!) und die Antigua. Auf diesen Unterschied, in der Art zu begießen, sollte man um so mehr achten, als sich die Frucht der Reife nähert; da die letztgenannten Sorten von Natur schon saftiger und wässeriger sind als die ersten. „Im August, wenn die Frucht getragen habenden Pflanzen bei Seite gebracht sind, müssen die an die Stelle derselben gekommenen Folgcpflanzen freigebig an der Wurzel begossen und gelegentlich über und über besprengt werden. Im October und November läßt man stufenweise mit dem Begießen nach; und im December ist ein Mal in acht, zehn oder zwölf Tagen hinlänglich.
Jnsccten. Nicol bemerkt: „Wenn AnanaS- pflanzen, durch angemessene Behandlung, gesund und kräftig erhalten werden, so werden ihnen die Jnsecten keinen Schaden thun, sondern dieselben verlassen. Diese Thatsache habe ich wiederholt als wahr befunden, sowohl bei den Ananas- als bei andern Pflanzen, welche den Anfällen der Schildläuse ((^ccu«) unterworfen sind, (das einzige Insect welches der Ananas wirklich schadet) die sich bei Krankheit und Absterben der Pflanzen eben sowohl zu befinden scheinen, als die Fliegen auf dem Aase.
«Ich habe ganz mit Schildläusen (Lcmcu, kkZpsriclurn) bedeckte Ananaspflanzen, ohne den geringsten Anstand unter meinen Vorrath aufgenommen; gab mir gar keine Mühe, sie zu vertreiben, und nach zwei oder drei Monaten, bei der nächsten Versetzzeit, habe ich nichts mehr von ihnen gesehen. Dies habe ich nicht nur ein Mal, sondern oft ge-
than; und von meinem Bruder weiß ich, daß er es ebenfalls gethan hat. Kurz, ich habe nur ein Mal in meinem Leben ein Mittel gegen die Schildläuse gebraucht; und da es mir vollkommen gelang, so will ich hier das Recept dazu geben, das man bei Ananaspflanzen in jedem Zustande sicher anwenden kann, am besten jedoch bei Kronen und Schößlingen die zum Wurzeltreiben eingesetzt werden, oder bei den im März versetzt werdenden Pflanzen, wenn alle Erde rein von denselben abgeschüttelt ist."
„Nimm ein Pfund Schmierseife; ein Pfund Schwefelblumen; ein halbes Pfund Tabak; und zwei Loth Krähenaugen z koche alles zusammen in vier Gallonen (engl. Maaß) weichen Wassers bis auf drei ein, und setze es bei Seite, zum Abkühlen. In diese Flüssigkeit tauche man die ganze Pflanze nachdem die Blätter und Wurzeln zum Einsetzen geputzt sind; dies ist die ganze Sache. Andere Pflanzen, die schon im Lohbeete stehen, kann man ohne Schaden mit dieser Flüssigkeit überall besprengen; und oa die Schildlaus vorzüglich in den Blatt- ^ winkeln sich aufhält, so ist noch mehr Wirkung da- ^ von zu hoffen, weil hier die Flüssigkeit am läng- H sten verweilt, und daselbst einen Rückstand absetzen wird. Wenn man es auf die letztere Art gebraucht, ^ so muß jedoch, wenn wiederholtes Besprengen nöthig ist, die Stärke der Flüssigkeit, durch den Zusatz des ! dritten oder vierten Theils reinen Wassers, etwas vermindert werden."
„Die braune Schildlaus findet man ebenfalls ott auf der Ananas und andern Warmhauspflanzen; ich habe aber nie bemerkt, daß sie andern Schaden gethan hätte, als dieselben zu beschmutzen. Sie ist daher weniger nachtheilig als die andere Art, welche die Blätter so sehr zerfrißt oder zernagt, daß
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dieselben voll brauner Flecken davon werden. Obige Flüssigkeit ist jedoch ein Mittel gegen beide Arten, wie überhaupt gegen die meisten Jnsecten, wegen ihrer scharfen und klebrigen Eigenschaft."
„Auch Ameisen findet man in dem Ananashaus; ich konnte aber nie bemerken daß sie den Pflanzen einigen Schaden thun, obgleich man sie gewöhnlich in den Töpfen und zwischen der Lohe antrifft. Am meisten findet man sie da, wenn es Schildläuse giebt, von deren Larven, oder vielleicht auch von deren Auswurf sie sich zu nähren scheinen."
Frucht. In Betreff dieser setzt er kein be- l fiimmtes Ziel fest; ist der Zweck, große Früchte zu bekommen, so müssen von Wurzel und Stängel alle Nebcntricbe abgedrehet werden; und um die Fort- schritte der Früchte zu hemmen, welche sich zu bald zeigen, empfiehlt er das Umsetzen der Pflanzen im Februar. Er sagt, „Wenn die Ananas nicht ab- ^ geschnitten worden, bald nachdem, sie sich zu färben ! beginnen, das heißt, gerade dann wenn die Frucht grünlich gelb oder strohfarbig ist, so fallen sie in Geschmack und Köstlichkeit sehr ab; und der so sehr ' bewunderte durchdringende köstliche Geschmack wird fade.
IX. s-
Cultur der Ananak von William Griffi» jetzt Gärtner deß Hrn. i
Lamuel Smittz, von Weodhall, in Hertfordshire.
Hr. Griffin war ein sehr glücklicher Cultiva- tor der Ananas; vielleicht noch mehr als M'Phail i oder Baldwin, wenn man auf die beschränkten Mit- - tel Rücksicht nimmt, die er vcrher, als er noch zu! Kelham war, besaß.
Form des HauseS. DieS ist Speechly's Anansshause so ähnlich, daß wir es nicht für nö-
thig erachten eine nähere Beschreibung davon zu s geben.
Erdreich. Griffin lacht über diejenigen, wcl- !, che „mancherlei verschiedene und seltsame Bestandtheile zu Eompost vorschreiben;" er fährt dann fort: „nach zahlreichen Versuchen, mit Mischungen von ! Hirsch-, Schaaf-, Tauben-, Hühner- und verrottetem Stallmist, Ruß und andern Düngmitteln, in verschiedenen Verhältnissen und Zusammensetzungen mit frischer Erde von verschiedenen Eigenschaften, von Weideplätzen und Branche liegendem Lande genommen, kann ich es mit Zuversicht wagen, hierzu folgende Zusammensetzung zu empfehlen. Nimm von Weideplätzen oder Braachlande, eine Quantität brauner, fruchtbarer, lehmiger Erde, die, wenn sie von röthlicher Farbe, um so besser ist, dabei von fetter aber doch lockerer Beschaffenheit seyn muß; so daß wenn man eine Handvoll davon zusammen drückt, dieselbe leicht auseinander fällt sobald man die Hand wieder öffnet; und gieb acht, daß die Erde nicht tiefer ausgcstochcn wird, als sie von dieser Beschaf- > fenhcit ist; dann nimm, wo möglich, eine Quantität Hirschdünger; ist dieser nicht wohl zu erlangen, so kann auch Schaafdünger die Stelle vertreten; ' endlich eine Quantität Schweinsdüngcr. Diese dreierlei Bestandtheile laß auf einem hierzu schicklichen Platze in drei langgezogenen einen Rücken bildenden Haufen, wenigstens ein halbes Jahr lang liegen, und mische sie dann, wenn man zuvor den Dünger mit etwas Erde bedeckt hat, auf folgende Art: vier Radeberren von obiger Erde; eine Radebcrre voll Schaafdünger und zwei dergleichen Schweinsdünger. Diese Zusammensetzung, sorgfältig und gehörig zubereitet, wird jedem Zweck, in Absicht auf das Wachsthum der Ananaspflanzen jeder Art und je-
den AltcrS, entsprechen. Nothwendig ist jedoch, daß sie ein Jahr lang liegt ehe sie gebraucht wird, damit sie die vortheilhafte Einwirkung der Sonne und des Winterfrostes empfangt; sie vor dem Gebrauch durchzuwerfcn oder zu sieben, ist aber nicht nöthig, nur gut durchgearbeitet, sowohl mit dem Spaten als mit den Händen, da sie, fein gesiebt, für die Wurzeln der Pflanzen zu compact wird."
Allgemeine Behandlung. Bei der Anzucht junger Pflanzen, setzt er die Kronen gewöhnlich ohne Töpfe in die Lohe, bis sie Wurzeln getrieben haben; die Schößlinge setzt er aber in Töpfe, wenn sie nicht klein und untenher noch grün sind, in welchem Falle er sie dann wie die Kronen behandelt. Die Töpfe, deren er sich für Kronen und Schößlinge bedient, sind fünf Zoll weit und vier Zoll tief, außer wenn die Schößlinge sehr stark sind, dann setzt er sie in 7 s- Zoll weite und 6^- Zoll tiefe Töpfe. Im nächsten März werden die Pflanzen in Töpw, verfetzt, welche neun Zoll im Durchmesser und acht Zoll Tiefe haben, „wobei man jede mit dem ganzen, ihre Wurzeln umfassenden, Ballen Erde aus dem Topfe stürzt und eben so wieder in den neuen Topf bringt, sie müßte denn ungesund oder auf irgend eine 'Art fehlerhaft erscheinen, in welchem Fall es besser ist, die Erde ganz von den Wurzeln zu schütteln und alle abgestorbenen Theile abzuputzen." In die (wie bei jedem Mal Umpflanzen erneuerte) Lohe setzt er Pflanze von Pflanze in der Reihe achtzehn Zoll weit auseinander, und jede Reihe wieder zwanzig Zoll von der andern.
Zum letzten Mal verpflanzt Griffin im Oct. des Jahres, welches dem, in welchem er die Frucht erwartet vorausgeht; die Töpfe, welche er hierzu braucht, haben 12 Zoll Durchmesser und zehn Zcll
Tiefe. Er setzt sie so in das Lohbect, daß Pflanz« von Pflanze ungefähr zwanzig Zoll, und eine Reihe von der andern zwei Fuß Zwischenraum bekommt.
Es ist von einiger Wichtigkeit zu bemerken, daß Griffins Verfahren, die Pflanzen stets mit dem ganzen Ballen Erde umzusetzen, hierin von dem, welches Speechly, Nicol und die meisten andern Gärtner beobachten, Baldwin ausgenommen, ganz I abweicht. Es hat viel Wahrscheinlichkeit vor sich, daß, wenn die gesunden Pflanzen durch daS Abnehmen des BallenS, nicht gestört werden, sie nicht al- . lein frühere sondern auch größere Früchte bringen; denn das Abschneiden der Wurzeln muß eine Störung im Wachsthums der Pflanze hervorbringen, weil die Erneuerung der Wurzeln die Hauptkräfte der Pflanze für eine Zeit lang in Anspruch nimmt, und so die Kraft der Blätter schwächt; da die Blätter und Wurzeln aller Pflanzen einander gegenseitig unterstützen, je nachdem es die Umstände erfordern.
Diejenigen, welche das Abschütteln der Erdbällen und Verschneiden der Wurzeln der Ananas- pflanzen, beim Versetzen im Frühling des zweiten Jahres, in Schutz nehmen, sagen, daß, obgleich ein solches Verfahren auf den ersten Blick den Anschein > deS Unnatürlichen habe, so würde man, bei genauerer Untersuchung, es doch mit der Natur übereinstimmend finden. Erstens führen sie an, daß sie nur die untern absterbenden Wurzeln wegschneiden, aber alle die andern schonen, wenn sie nicht beim Abschütteln der Erde gequetscht worden, oder durch Krankheit oder auf sonst eine andere Art gelitten haben. Ferner behaupten sie, daß, wenn man die Ananaspflanze aufmerksam untersucht, man finden wird, wie dieselbe, in ihrer Art die Wurzeln zu treiben, mit der Erdbeere, dem Weine und der Ran-
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nunckel in eine Classe gesetzt werden kann, welche jährlich frische Wurzeln treiben, theils zwischen, hauptsächlich aber über den alten. Ist dies geschehen, so werden die alten holzig und sterben ab; und diese glatt wegzuschneiden, wenn es bei allen Pflanzen, welche diese Gewohnheit haben, geschehen könnte, würde, sagt man, eine Beihülfe der Natur seyn, und zum Wachsthum der neuen Wurzeln beitragen. Zu gleicher Zeit ist aber zu bemerken, daß durch die Beförderung des Wachsthums der Wurzeln in einem ungewöhnlichen Grade, was zwar am Ende auch die Kraft der Blätter und Frucht vermehrt, doch die Reifzeit der letztern verspätet wird.
Speechly macht folgende einsichtsvolle Bemerkungen in' Absicht auf diejenigen, welche allezeit mit dem ganzen Ballen zu verpflanzen empfehlen.
„Erstens ist wahrzunehmen, daß die Ananaspflanze ihre Wurzeln ganz unten am Stängel zu treiben anfängt, und so wie die Pflanze an Größe zunimmt, entspringen frische Wurzeln aus dem Stangel, und zwar immer höher und höher; und in eben dem Verhältniß sterben die untern Wurzeln ab: so daß, wenn man eine völlig und kraftig ausgewachsene Pflanze, sobald die Frucht abgeschnitten ist, aus dem Topfe nimmt, man den Stängel mehrere Zolle lang von unten herauf, nackt, glatt und ohne Wurzeln finden wird. Nach der obigen Methode werden nun alle Wurzeln, welche die Pflanze treibt, bis zuletzt an dem Stängel gelassen; die alten Wurzeln sterben ab und werden modrig zum großen Nachtheil der nachkommenden."
„Zweitens der erste Ballen, welcher zwei ganze Jahre hindurch an der Pflanze bleibt, wird durch " die Länge der Zeit hart, klotzig und an nährenden Theilen erschöpft, und muß daher die nachkommen-
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den Wurzeln hindern, so frei und kräftig zu wachsen, als in frischer und besserer Erde geschehen seyn würde."
„Drittens wird der alte nach dem öfter» Umsehen immer bleibende Ballen, wenn er in den Fruchttopf geseht wird, zu groß seyn, um einer hinlänglichen Quantität frischer Erde Raum zu lassen, deren die Pflanze zur Nahrung bedarf, bis die Frucht reif ist, was gewöhnlich ein ganzes Jahr dauert, von Zeit der letzten Verpflanzung an."
„Im Luft- und Wassergeben geht Griffin in nichts von Nicol ab; er begießt mäßig im Winter, und reichlicher zur Zeit des Wachsthums, vom März bis zum October; Mangel an Wasser, das die Pflanzen feucht hält, sieht er als eine der Ursachen des Durchschießens (wenn die Pflanze frühzeitig Frucht ansetzt) an. Die Blätter begicßt er zu keiner Zeit, noch giebt er den Wurzeln viel, bei trübem neblich- tcm Wetter.
In Ansehung der Temperatur, weicht dieser Autor ab von den meisten andern, welche über die Ananas geschrieben haben, doch nur von wenigen unter denen, welche in der Ananaszucht am glücklichsten waren. Er empfiehlt 60° (12^° R.) als die für Ananaspflanzen jeden Alters geeignetste Wärme, die nie über fünf oder sechs Grad mehr oder weniger betragen darf. Neunzig bis hundert Gr. (26 —30° R.) hält er für die schickliche Bodenwarme.
Jnserten. Nach mancherlei Versuchen und Beobachtungen, fand er folgendes Wasser als daS wirksamste Mittel, die Jnsecten auf den Ananas zu zerstören.
„In einen Gollon weiches Regenwasser thue man acht Unzen grüne Schmierseife, eine Unze Tabak, und drei Eßlöffel voll Terpentin; rühre und mische alles in einem Gefäße durch einander und
lasse eS einen bis zwei Tage lang stehen. Will man diese Mischung gebrauchen, so mische und rühre man es abermals wohl durcheinander und seihe es dann durch ein dünnes Tuch. Ist die Frucht allein angesteckt, so spritze man die Mischung mit einer Spritze über Krone und Frucht, bis alles durchaus naß ist; was am Fruchtstängel herabrinnt, wird alle die Jnsectcn todten, welche sich unten zwischen den Blattern aufhalten. Wenn junge Pflanzen damit befallen sind, nehme man sie aus den Töpfen, schüttle die Erde von den Wurzeln (wozu man die Blatter der größten Pflanzen zusammen bindet) und tauche sie in die obige Mischung, so daß jeder Theil der Pflanze fünf Minuten lang davon bedeckt bleibt; dann nehme man sie heraus und lege sie auf einen reinen Platz, so daß die Gipfel der Pflanzen abwärts zu liegen kommen, damit die Mischung aus den Herzen derselben ablaufen kann. Sind die Pflanzen trocken, so setze man sie in kleinere Töpfe als zuvor und bringe sie dann wieder in das Lohbeet."
Frucht. Griffin's Streben scheint dahin gegangen zu seyn, eine große Frucht zur rechten Jahreszeit zu erzeugen. Im Jahre 1802, als er noch Gärtner bei Hrn. Girardot, zu Kalham, bei Nottingham war, schnitt er zwanzig Stück Königin- Ananas ab, die zusammen 87 Pfund, 7 Unzen wogen. Im Jahre 1803 eine dergleichen, welche fünf Pfund drei Unzen wog. Im Julius 1304 eine von der Art New-Providence, sieben Pfund zwei Unzen an Gewicht. Im August desselben Jahres, eine von derselben Sorte, neun Pfund drei Unzen wiegend. Und im Jahre 1803 erntete er zwei und zwanzig Stück Königin-Ananas, welche zusammen ein hundert und achtzehn Pfund und drei Unzen wogen.
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Cultur dcr Ananas, »ach Thomas Baldwin, Gärtner des Marquis von Hcrtford, zu Raplcy, in Waririckshire, von 1805 big auf gegenwärtige Zeit.
Baldwin hat den Ruf des ersten Ananas-Cul- tivator's in England; sein Verfahren hat er in einer Abhandlung von wenig Seiten bekannt gemacht, die, weil sie weit über den gewöhnlichen Preis gedruckter Bücher verkauft wird, nie so sehr in Umlauf kam als handschriftliche Copien davon, welche unter den vorzüglichsten Ananasgärtnern nächst Landon, aus einer Hand in die andere giengen.
Form des Hauses. Nach Baldwin's Plan (liK. 8.) müssen die Schul- und Folgebeete, worin die jungen Pflanzen Sommer und Winter bleiben sollen, von Bauholz zusammengesetzt werden, sieben Fuß weit, und die Rückwand sieben Fuß drei Zoll hoch, die Vorderwand nach Verhältniß. Das Verfahren bei Zubereitung des Beetes besteht in Folgendem: „Grabe eine Grube (2), drei Fuß drei Zoll tief, so lang als nöthig, und breit genug, auf beiden Seiten einen Mantel oder Umsatz von Dünger (1, 1.) anbringen zu können, mache eine Ab- zucht auf dem Boden der Grube, damit sie trocken bleibt; dann setze in schicklichen Entfernungen (ungefähr in der Weite der Fenster) Pfeiler in die Grube, ungefähr sechs Zoll ins Gevierte stark, und beschlage dieselben mit 1^- Zoll starken gehobelten Brettern, so weit sie über die Erde hervor stehen, untenher aber mit geringern Brettern oder Planken. Die Maaße meines Folgebectes sind neun und dreißig Fuß Länge, und sieben Fuß Weite. Es hat also einen Flächeninhalt von 27Z Quadratfuß, auf welchen drei hundert und fünfzig Schößlinge stehen können, vom Ende Septembers bis zum siebenten April."
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Erdreich. „Von altem Trist- oder Wiesenboden schäle den Rasen ab, und nimm noch sechs bis acht Zoll tief vom Boden dazu, je nachdem derselbe gut ist; bringe alles auf einen schicklichen Platz, und mische die Halste gut verwcseten Dünger darunter: lasse es ein Jahr lang liegen und stich es während dieser Zeit oft um, so wird es zum Gebrauch dienlich seyn. Dies ist der einzige Com- post-Düngcr für junge und alte Pflanzen."
Allgemeine Behandlung. Baldwin's allgemeines Verfahren ist, die Schößlinge ungefähr zu Ende Septembers von den Fruchtpflanzen abzunehmen, und dieselben an einen warmen Ort ungefähr drei Tage lang hinzulegen; dann zieht er ihnen einige der untern Blätter ab, und sie find zum Einsetzen fertig. „Um das Beet zu bereiten, sagt er, fülle drei Viertel der Grube mit frischer Lohe an, und schütte so viel alte Lohe darüber, daß nur drei Zoll hoch bis zum Rande der Grube leer bleibt; diese Unterlage bedecke noch, bis zur Höhe von drei Zoll mit fein gesiebter alter Lohe, die zuweilen mit dem Spaten niedergeschlagen wird, dann pflanze die Schößlinge ungefähr vier oder fünf Zoll von einander in die Lohe, nach Verhältniß ihrer Größe und bringe die längsten an die Rückwand des Beetes und die kleinsten vorn hin. In dieser Lage bleiben sie bis zum folgenden Monat April; dann nimm die Pflanzen aus dem Lohbeet und entblöße sie von allen ihren Wurzeln; vergiß aber nicht, daß sie bei jeder künftigen Verpflanzung nicht abgenommen werden dürfen. Pflanze sie in Töpfe von fünf, sechs und sieben Zoll Durchmesser, je nach der Größe der Pflanzen; vor dem Einsetzen laß aber die Töpfe mit dem oben angegebenen zubereiteten Compost füllen. Etwa in der Mitte des näch-
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stcn Monats Iu»ius, wenn die Töpfe anfangen, von den Wurzeln ausgefüllt zu werden, nimm die Pflanzen mit dem ganzen Ballen heraus, und sehe sie in Töpfe von ungefähr neun Zoll im Durchmesser, die mit demselben fetten Compost angefüllet sind, bringe sie wieder in das Lohbeet und lasse sie da bis Ende Septembers. Gieb jedoch acht, daß bei jeder Umsetzung, während die Pflanzen aus den Beeten genommen sind, die Beete durch Hinzufügung von frischer Lohe w. wieder in den gehörigen Stand gesetzt werden."
„Wenn im Monat September die Pflanzen aus den Warmhäusern sind, so bereite die Lohbeete darin eben so, wie es für die Folgebecte gelehrt worden, fülle die Grube zu drei Viertel mit frischer Lohe w.; dann setze die Pflanzen in Töpfe, die oben etwa vierzehn Zolle im Durchmesser haben, und grabe sie in angemessener Entfernung von einander in das Beet; vorerst bringe sie aber nur zur Hälfte in die Lohe, bis sich die Hitze zu einer unschädlichen Temperatur gemindert hat, dann fülle die Räume zwischen den Töpfen mit Lohe vollends aus, und lasse die Pflanzen nunmehr unangerührt stehen, so lange bis sie ihre Früchte für die Tafel geliefert haben. Junge und alte Pflanzen stehen nahe am Glase am besten, und kleine Treibhäuser sind vorzuziehen, weil sie weniger Feuerung erfordern. Die Glasscheiben müssen dicht verkittet seyn, um die kalte Luft ab, und die warme inne zu halten."
„Den Winter über muß das Fruchthaus bei ungefähr 70 Graden nach Fahrenheits Scale (l7° nach Reaumur) gehalten werden. Des Abends kann man es bei 76° verlassen, und wird es am Morgen bei ungefähr 66° wieder finden (19°und 14-^°
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n. R.), so daß die Nacht hindurch keine Wartung nöthig seyn wird."
„Den jungen Schößlingen darf, vom September bis in den April, wahrend sie ohne Töpfe in der Lohe stehen, kein Wasser gegeben werden. Nachdem sie in Töpfe gesetzt sind, bedürfen sie im Sommer zwei oder drei Mal die Woche des Begießens, je nachdem die Witterung ist. Wann sie im September ins Fruchthaus gebracht'sind, müssen sie vorsichtig begossen werden, bis zum Februar; so wie aber der Frühling heran kömmt, bedürfen sie mehr Wasser. Man begieße die Pflanzen nie auf die gewöhnliche derbe Art, über Herz und Blätter."
„Im Sommer und Winter gebe man Luft in die Treibhauser und Beete, sobald es die Witterung erlaubt, von der Rückseite und den beiden Enden her, doch nicht vom Dache."
„Beschleunigte Treiberei. Die Ncw- Providence, schwarze Antigua, Jamaica und En- ville, und die andern großen Ananassorten bedürfen drei Jahre zu ihrer Vollkommenheit, aber die alte Königin und Ripley's neue Königin, können in funf- zehen Monaten zur Reife gebracht werden. Um dies zu bewirken, muß man darauf acht geben, ob einige unter den Pflanzen im Februar oder zu Anfange des März ihre Frucht ansetzen, und man folglich im Junius oder zu Anfang deS Julius die Schößlinge abnehmen kann; man richte nun ein gutes Lohbeet zu, außen herum mit einem Futter von Streue, um die Lohe zusammen zu halten; mache es zu einem großen Melonen-Mistbeetkasten passend, pflanze die Schößlinge in ungefähr neun Zoll im Durchmesser haltende Töpfe, die mit dem Compost gefüllt sind; setze sie gehörig geordnet in das zubereitete Beet, und gebe ihnen bei heißem Wetter
Schatten durch eine übergedeckte Matte, so lange bis sie Wurzel geschlagen haben; lasse sie hier bis Ende Septembers; verpflanze sie dann in Töpfe von ungefähr zwölf Zoll Durchmesser und bringe sie in das Fruchthaus."
Er hat schöne Ananas geerntet von Schößlingen die auf diese Art behandelt waren; viele dieser Früchte waren jede vier Pfund schwer, von Pflanzen die nur fünfzehn Monate alt waren. „Dies Verfahren ist, so wohl was die erforderliche Zeit als die Kosten betrifft, dem gewöhnlichen weit vorzuziehen, wo die Ananas binnen drei Iahren mit Feuer getrieben worden, und die Frucht am Ende doch sehr oft klein und übelschmeckend ist."
„Es empfiehlt sich dieses Verfahren besonders dadurch, daß die ohne Feuer in Glasbeeten gezogenen Pflanzen im ersten Jahre selten oder nie durchschießen.
Dahingegen wenn in der Pflanzschule im Folgehause und endlich auch im Fruchthause, Oefen angewendet werden, so ist es selten, daß ein Drittheil der Pflanzen in das letztere kömmt, weil ihrer so viele durchschießen; und selbst diejenigen, welche dies nicht gethan haben, sind nothwendig ausgetrocknet und verbuttet, und dadurch den Anfallen verschiedener Jnsecten unterworfen; der außerordentlichen Mühe und Kosten, welche eine dreijährige Zucht erfordert, gar nicht zu erwähnen. Das obige Verfahren die Ananas zu ziehe», scheint mir das leichteste und wohlfeilste; hier ist ein Dritthcü der gewöhnlich nöthigen Feuerung hinlänglich, und man bedarf weniger als die Hälfte von Mühe und Gebäuden, die sonst erfordert worden."
Jnsecten. Nach vielen, wie gewöhnlich, fruchtlosen Versuchen, entdeckte er endlich folgendes
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Verfahren. „Nimm Pferdedünger aus dem Stall, je frischer je besser, und zwar so viel, das; es zu einem drei Fuß hohen Mistbeet hinreicht, um einen drei Fuß tiefen Mistbeetkasten darauf zu bringen; setze den Kasten und die Fenster sogleich darauf, und bedecke das Ganze mit Matten, damit sich die Hitze erzeugt. Wann nun das Beet in der stärksten Hitze ist, nimm eine Welle Holz oder mehrere, und breite die Stecken über das Beet auf den Mist, damit die Pflanzen vor dem Verbrennen sicher ge- s stellt sind; setze die Pflanzen oder Schößlinge mit dem Boden oben auf die Stecken, lege die Fenster dicht auf und bedecke sie überall mit doppelten Matten, damit kein Dunst entweichen kann. Laß die Pflanzen in diesem Zustande eine Stunde lang, nimm sie dann heraus und wasche sie ab in kaltem hierzu vorher schon neben das Beet gebrachten Wasser, bringe sie auf einen trocknen Platz mit den Blattern unterwärts, damit das Wasser abläuft, und pflanze sie nachher wieder ein. Auf diese Art bist du sicher, alle Jnsectcn zu todten. Auch wirst du ebenfalls bemerken, daß wenn die Schößlinge den ganzen Winter über in den Mistbeeten gehalten worden, wo sie ohne Erde und Feuer bloß in der Lohe stecken, die Ausdünstungen des umgelegten Mistes gewiß alle Jnsecten todten."
Frucht. Die Haupternte wird zur gewöhnlichen Jahreszeit, das heißt vom Junius bis zum September, oder Octobcr, erzeugt; einige Früchte aber in jedem Monat des Jahrs. Die großen Sorten, wie die New - Providence, u. s. w. erfordern drei Jahre um sie zur Vollkommenheit zu bringen, aber die alte Königin, und Ripley's neue Königin, können in drei Monaten zur Vollkommenheit gc- sj bracht werden; dies ist jedoch wegen der Umstände,
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die erforderlich sind, um dies auszuführen, nämlich Pflanzen die im Februar, zu Anfang des Märzes Frucht ansetzen, mehr als eine Sache des Zufalls, oder als ein Kunststück und nicht als ein wahrer Bortheil betrachtet worden. Es springt auf alle Fälle in die Augen, daß dies nie allgemein werden kann; denn gewiß wird kein Gärtner wünschen, daß alle seine Pflanzen ihre Frucht im Februar oder März ansetzen. Baldwin bringt die Frucht zu einer sehr ansehnlichen Größe, auch sogar dann, wenn sie nur in kurzer Zeit gezogen ist. Bei einer Versammlung der Gartenbau-Gesellschaft zu London, im Oct. 1817, zeigte ?. Baldwin, eine Königin-Ananas von großer Schönheit und ausnehmend gutem Geschmack vor. Sie hatte sechszchn Zoll im Umfange, sieben Zoll Länge, und vier Pfund an Gewicht. Die Pflanze, auf welcher sie gezogen, war wenig mehr als fünfzehn Monate alt.
Bemerkungen. Die folgenden einsichtsvollen Bemerkungen über Baldwins Vorschriften, sind von M'Phail. „Hrn. Baldwins Verfahren, sagt dieser, scheint seinem Grundsatze nach von dem von mir befolgten Verfahren in nichts abzuweichen; allein in der Ausübung gehen wir doch etwas von einander ab, nämlich in der Art, die Elemente anzuwenden, welche zu einem schleunigen und kräftigen Wüchse der Pflanzen und zur Erzeugung einer guten Frucht nothwendig sind; und außerdem in der Art die Wurzeln abzunehmen und die Pflanzen zu versetzen, welchen Unterschied ich jedoch von geringer Wichtigkeit halte. Er zieht seine Pflanzen in guter, mit vielem gut verwerten Dünger fruchtbar gemachter Erde. Er hält die Pflanzen sehr warm und giebt ihren Wurzeln Ueberfluß an Wasser. Er setzt seine Fruchtpflanzm im Monat September in das
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Lohbeet, wo sie, wie es scheint, bis zur Reife der Frucht im folgenden Sommer bleiben. Nun denke ich mir aber, daß ein im September angelegtes Beet nicht fähig ist, eine zum Wachsthum der Ana- naspflanzen hinlängliche Wärme auf einen so langen Zeitraum zu unterhalten."
„Einst machte ich, blos zum Versuch, in der Grube eines kleinen Treibhauses ein Lohbeet im Monat October zurecht, belegte die Oberfläche desselben einen Fuß dick mit guter Erde, stürzte eine Anzahl hübscher Ananaspflanzen, die im nächsten Jahre Frucht tragen sollten, aus ihren Töpfen und setzte sie sammt dem Erdballen in die auf der Oberfläche des Beets befindliche Erde, ohne die Wurzeln der Pflanzen im mindesten zu stören. In dieser Lage wuchsen sie außerordentlich gut und setzten sehr kräftige Früchte an, aber im Monat April wurde die Wärme in dem unter ihnen befindlichen Beete zu schwach; und mit aller atmosphärischen Wärme, die ich ihnen geben konnte, reiften die Früchte doch nicht gut, aus Mangel der Warme an den Wurzeln der Pflanzen; ich war auch nicht im Stande, dieselbe auf irgend eine Weise zu erneuern, was sich im März oder April doch nöthig machte."
„Nach Angabe des vorstehenden Berichts, pflanzt dieser berühmte und erfahrene Gärtner die Schößlinge der Ananas zu Ende Septembers, und nimmt ihnen im folgenden April alle Wurzeln. Dieser Verfahrungsart kann ich meine Beislimmung nicht geben, weil die jungen Pflanzen nur sechs Monate (und zwar diejenigen, welche im ganzen Jahre das Wachsthum am wenigsten bessern) Zeit haben, um Wurzeln zu schlagen, welche dann ganz und gar abgeschnitten worden, was die Pflanzen in ihrem
Wachsthum? beträchtlich verspäten muß. Und nach seiner Methode, so wie auch nach der meinigen, reifen die Königin und einige andere Ananas-Sor- ten, ihre Frucht in weniger als zwei Jahren nach der Pflanzung. Er sagt ferner, daß er seine Ana- naspflanzen nie auf die gewöhnliche Art mit der Brause über Herz und Blätter begieße. Auch hierin bin ich anderer Meinung, denn ich glaube, daß die Pflanzen gelegentlich über und über zu begießen, vorzüglich bei heißem Wetter, sehr dienlich ist; man ahmt ja auch in der That hierin nur der Natur nach." .
„Ich sage nicht, daß die Ananaspflanzen nicht fortkommen würden, ohne sie über die Blätter zu begießen; denn wenn die Treibhäuser in einer guten, dem Wachsthums der Ananas angemessenen Warme erhalten worden, so kann die starke Ausdünstung des Lohbeets und der feuchten Erde, welche die Wurzeln der Pflanzen umgiebt, die Blätter hinlänglich mit Wasser versehen, besonders in Häusern welche auf die Art besorgt werden, wie dieser wahrhaft practische Gärtner angicbt, daß er seine Ana- naöpflanzen behandle; seine Treibhauser sind nämlich sehr dicht verschlossen, und er läßt keine Luft von oben hinzu, so daß die feuchte Luft welche aufsteigt, wieder zurück auf die Pflanzen geworfen wird. Ich möchte hier noch bemerken, daß wenn man Frucht tragende Ananaspflanzen über die Blatter bcgießt, das Wasser in den Herzen der Kronen über der Frucht nicht lange stehen bleiben darf, was auch selten geschehen wird, wenn die Warme im Hause gut ist; mit ein wenig Vorsicht können jedoch die Pflanzen alle über die Blätter begossen werden, ohne daß etwas Wasser auf die Frucht oder die Krone derselben fallt."
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„Er empfiehlt endlich, die Beete zur Ananaszucht von Holz zu bauen; aber, eichenes Holz ausgenommen, welches theuer ist, werden andere Sorten Bauholz in einer solchen Lage nicht lange dauern; und ich glaube daher aus dieser und andern Ursachen, (welche im VII. Abschnitt angegeben sind) daß von Backsteinen errichtete Beete, ungefähr so wie das von mir erfundene, vorzuziehen und am Ende wohlfeiler sind, als die von Holz."
„Was die Methode betrifft, deren sich dieser Gärtner bedient, die Jnsecten auf den Ananaspflanzen zu vertilgen, so ist sie ein mühsames Unternehmen, und kann nur mit jungen Pflanzen vorgenommen werden. Nach seiner eigenen Angabe können die Jnsecten auf den Ananaspflanzen wahrend der Erziehung der letztern vertilgt werden, welches genau mit der Methode übereinstimmt, deren ich mich bediente und die ich allen denen empfehle, welche die Obhut über Ananaspflanzen haben, die von Jnsecten befallen sind. Ich zweifle gar nicht, daß seine Methode, die Pflanzen in ein von stark ausdünstendem Dünger angelegtes Trcibebeet zu legen, die Jnsecten wirklich todten wird; doch glaube ich, es wäre besser, sie blieben länger als eine Stunde in dem Beete; aber vielleicht schon der Aufenthalt von einer Stunde oder einer längern Zeit, in einer so schrecklichen Lage, in welcher, wie ich mir denke, kein Thier lange leben kann, möchte den Pflanzen schaden, wenn nicht gar sie zerstören. Man vergesse aber nicht, daß wenn von Jnsecten vollkommen freie Ananas in ein Treibhaus gesetzt werden, wo die Schildlaus, von der einen oder andern Art, sich in der Lohe oder in irgend einem Theile des Hauses eingenistet hat, diese ihren Weg aus die Pflanzen
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finden und daselbst brüten wird; denn diese Znsec- ten sind der Pflanze natürlich."
XI.
Cultur der Ananas, wie sie in Abercrombie'S, von James Mean herausgegebenem, Practischcn Gärtner, gelehrt wird.
Form des Hauses. „Das Fruchthaus, sagt er, darf in der Fronte nicht höher als fünf Fuß seyn, und acht Fuß sechs Zoll an der Rück- mauer; oder, die Breite des Hauses sey welche sie wolle, so darf der Unterschied zwischen der Höhe in der Fronte und der Rückmauer, den dritten Theil der Breite nicht übersteigen." Hierdurch wird die zu erwärmende Luftwaffe im Hause wesentlich verringert. Um die Temperatur derselben völlig in seiner Gewalt zu haben, lasse man die Lücken zwischen den Glasscheiben mit Kitt verstreichen.
Das Dach des Folgehauses kann vier bis sechs Zoll niedriger seyn, als am Fruchthause; und das Dach vom Schulbeet kann einen Fuß niedriger seyn, als das Dach des Fruchthauses.
Erde. Die Erde ist fast dieselbe deren sich Nicol bedient. Ihre Bestandtheile sind: 1. Pflanzenerde; 2. die von einer Bergtrist oben abgeschälte, lehmige, bröckliche wohl zersetzte Erde; Z. Pferde- düngcr, durch eine wenigstens ein Jahr lange Zubereitung, verrottet und mürbe gemacht; 4. klarer Fluß- oder Perlsand; Z. weißer Meersand; 6. Muschelmergel.
„Wenn für keine Pflanzenerde gesorgt worden ist, so kann statt dessen leichte fruchtbare Erde vom Brauche liegenden Theile des Küchengartens gebraucht werden; es ist kein beträchtlicher Unterschied zwischen dem einen und dem andern, außer darin:
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von der Pflanzencrde ist man gewiß versichert, daß sie noch nicht getragen hat und ihr noch keine Nah- rungsthcile entzogen sind; bei der Dammerde aus dem Küchengarten hingegen, man mag sie auch durcharbeiten, ruhen lassen und sonst fruchtbar machen, bleiben immer noch Thcilchcn übrig, die ihren befruchtenden Inhalt schon an vorgängigc Ernten abgegeben haben. Vollkommen zersetzter Dünger kommt der Pflanzenerde sehr nahe, daher kaun eines davon, welches eben am ersten zu haben oder am besten zubereitet ist, sehr gut statt des ander» dienen.
„Von den ersten drei Substanzen nimm gleiche Quantitäten, welche drei Viertheile des beab- sichteten Composts ausmachen. Der vierte Theil wird folgendermaßen gebildet. Nimm Flußsand, Meersand und Muschelmergel, von jedem ein Zwölftel. Der Flußsand soll den Wurzeln etwas geben, das sie umschlingen können; der Meersand dient, die Leichtigkeit und Trockenheit der Erde zu befördern; der Muschelmergel, den Wuchs der Fibern, Bedeckungen und überhaupt aller nicht fleischigen Theile zu unterstützen. Unter das Ganze mische einen Vierzigtheil Ruß, um das Gewürme zu vertilgen und abzuhalten. Mische alle Ingredienzen recht innig durcheinander, und rühre den Haufen, vor dem Gebrauch, ein bis zwei Mal tüchtig um."
Allgemeine Behandlung. „Sobald Kronen oder Schößlinge von der Mutterpflanze genommen werden, muß man einige der untern Blatter abdrehen; die dadurch am untern Theile des Stän- gcls entstehende Leere soll das Ausschlagcn der Wurzeln befördern. Putze den Stange! glatt ab und lege dann diese Pflanzen auf ein Brett oder einen Sims an einem schattigen Theile des Warm - oder des Glashauses, oder in irgend einen trocknen Raum.
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Laß hier die Kronen und Fruchtschößlinge so lange liegen, bis der mit der Frucht zusammen gehangene Theil vollkommen geheilt ist; eben so die Wurzelschößlinge, bis der Theil, welcher mit dem alten Stocke zusammen hicng, trocken und gesund worden ist. In fünf bis sechs Tagen werden sie zum Pflanzen tauglich seyn. Was den längern Zeitraum betrifft, während dem sie in diesem Zustande bleiben können; so sind Ananaspflanzen sechs Monate lang ohne Erde, in einem mäßig warmen und trocknen Zustande erhalten worden, und der einzige dadurch verursachte Schade war Zeitverlust. Vor Michaelis abgenommene Kronen und Schößlinge sollten ohne unnöthigen Verzug gepflanzt werden, damit sie vor Winterszeit noch anwurzeln. Wenn spät fruchtansetzende -Pflanzen nicht eher Schößlinge liefern, als nach Michaelis, so ist es am Besten, diese die Monate hindurch, welche der künstlichen Cultur am wenigsten günstig sind, in einem schlafenden Zustande zu erhalten; hänge daher diese späten Schößlinge, so wie sie nach und nach abgenommen werden, im Hause auf, doch nicht zu nahe an den Heizkanälen, damit sie bis zum nächsten März ruhen."
Jnsecten. Sowohl Nicol's als M'Phail's Methode werden beide mit Billigung erwähnt. Der folgende Anstrich soll ausschließlich nur am Gebäude angewandt werden, aber ja nicht an den Pflanzen.
„Bei der jährlichen Reinigung des HauseS bringe das Wasser mit einer Bürste oder einem Pinsel in die Spalten und Fugen des Holzwerks, und in die Ritzen der Mauer, wenn zu vermuthen ist, daß Jnsecten darin nisten.''
Recept zum Anstrich. „Nimm lebendigen Schwefel, 2 Unzen; Schmierseife, 4 Unzen. Mache daraus einen Schaum, durch Vermischung mit einem
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Gallon Wasser, welches kochend auf ein Pfund Quecksilber gegossen worden. Das Quecksilber bleibt fast immer, so daß man immer neue Quantitäten Wassers damit schwängern kann."
Frucht. Um außerordentlich große Früchte zur Reife zu bringen, befiehlt er die Entfernung oder Zerstörung der Schößlinge; die Fortschritte der zu früh erscheinenden Frucht zu hemmen, verpflanzt er auf Nicol's Weise, und wenn die Frucht zu geschwind reift, oder ihrer zu viele auf ein Mal, so hält er die Pflanzen dadurch zurück, daß er sie an einen trocknen luftigen Platz bringt, der ihnen Schatten und Schutz gewährt. So lange als man die Pflanzen aufzuhalten wünscht, dürfen sie kein Was? ser bekommen,
XII.
James Andrews, Handelsgärtner i» Bauxhall, Behandlungsart der Ananas.
Andrews galt viele Jahre lang für den besten Ananasgärtner in der Nachbarschaft von London; sein vorzügliches Bemühen ist, Früchte für den Markt zu ziehen; aber die Nachfrage der Privatgärtner und anderer nach Pflanzen, ist fast immer so groß gewesen, daß er die Pflanzen nur selten bis zur letzten Stufe ihres Wachsthums behalten kann.
Form des Hauses. Sowohl Gruben als größere Häuser werden gebraucht; aber beide haben nichts besonderes in ihrer Form. Andrews errichtet selten neue Gebäude, sondern kauft gewöhnlich alte Treibhäuser und Fenster in den Versteigerungen herabgekommencr Güterbesitzer, oder bankerotter Kaufleute. Er folgt hierin der Gewohnheit des Hrn. Lee von Hammersmith, und beide haben
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gewöhnlich einen Borrath von alten Fenstern und Fensterbalken bei der Hand, zur Aushülfe wenn es Noth thut. Ob man nun gleich die Form von Andrews Hausern größtentheils eine Sache des Zufalls nennen kann, so ist doch die innere Anordnung der Heizkanäle seine eigene. Diese treten gewöhnlich in der vordem Ecke des einen Endes ein, laufen nach dem entgegengesetzten Ende, kehren längs der Rückmauer zurück, wo sie zuweilen als Fußweg dienen, ein ander Mal aber neben demselben hinlaufen, gehen gelegentlich noch ein Mal zurück und endigen in der Oesse, welche in der Rückmauer an dem, dem Eintritts derselben entgegengesetzten Ende erbauet ist; wenn dies aber der Fall nicht ist, so geht der Rauch an der Rückmauer wieder an dasselbe Ende, wo er herein geführt wurde. Die Breite der Grube hängt von dem Raum ab, welchen der Heizkanal übrig läßt; ihn zu vergrößern wird an den Enden und der Fronte hin, kein Weg geführt, und der an der Rückwand hinlaufende darf die Breite von zwei Fuß nicht überschreiten. Die Tiefe der Gruben geht von zwei und einem halben bis zu drei Fuß, und die Entfernung vom Glas, von vier bis sechs Fuß. Weinreben werden an den Fensterbalken hinauf und über den Fußweg an der Hinterseite gezogen. Die Fenster in der Fronte öffnen sich auf verschiedene Weise und wird Lust dadurch gegeben, so wie durch die Schiebfenster im Dache. Im Ganzen gleichen Andrews beste Häuser denen von Gunter, welche im nächsten Abschnitt beschrieben werden sollen.
Die Gruben haben nichts Ungewöhnliches in ihrer Einrichtung; sie sind gewöhnlich tief in die Erde gegraben, und wenn diese untenher trocken ist, so wird dadurch sehr viel Wärme erhalten.
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In einigen ist die Lohe in Mauern von Ziegelsteinen eingeschlossen, in andern wird dieselbe durch eine Einfassung von Holz zusammen gehalten; einige sind ohne Heizranale, aber der größte Theil hat einen dergleichen in der Fronte, oder eine Dampsröhre, oder beides zusammen.
Im Jahre 1817 versuchte Andrews die Wirkung des Dampfs, und war so sehr damit zufrieden, daß er im folgenden Jahre einen Dampfapparat von großer Ausdehnung im Mittelpunkte seiner Treiberei anlegte, von welchem Seitenröhren nach allen Richtungen laufen, und in seinen sämmtlichen Warmhäusern, Gruben und Beeten, die Luft erwärmen.
Erde. Fast ganz Baldwin's, oder M'Phail's; — ein fruchtbarer Lehm, durch groben Sand hinlänglich locker gemacht, dem Wasser einen freien Durchgang zu gestatten.
Allgemeine Behandlung. Die Kronen und Schößlinge, wenn sie zur unrechten Zeit, nämlich im Winter oder sehr bald im Frühjahre abgenommen sind, werden in irgend eine leer gebliebene Ecke des Lohbeetes gepflanzt, bis eine Anzahl zusammen ist, worauf sie in ihrer Größe angemessene Töpfe gepflanzt und in gewöhnliche Mistbeete oder Gruben gesetzt werden. Andrews hat keine bestimmte Monate in welchen er verpflanzt, keine festgesetzte Größe für die Töpfe, und keine vorher schon bestimmte Art, die Pflanzen dabei zu behandeln, wie z. B. die Erde abzuschütteln, oder dergleichen. Er ist bei jedem Geschäfte selbst gegenwärtig, und verfahrt wie es eben die Umstände verlangen. Er unterstützt die durch einen vorzüglichen Wuchs sich auszeichnenden Pflanzen dadurch, daß er ihnen größere Töpfe giebt als den übrigen; zuweilen über-
schauet er die Schuldeste, wählt die kräftigsten Pflanzen aus, versetzt sie und bringt sie in größere Wärme, während er die andern einige Wochen langer stehen läßt: die Erdbällen läßt er ungestört, wenn sie nicht hart scheinen, die Wurzeln beschädigt sind, oder die Pflanze schwächlich ist. Zuweilen nimmt er den Boden des Ballens weg, sammt allen Bo- dcnwurzeln und putzt alles ab, was sich am Stän- gel der Pflanze verdorben zeigt; ein ander Mal begnügt er sich damit, die Erde von der Oberfläche wegzunehmen und durch frische zu ersetzen. Im Allgemeinen setzt er bei jeder Verpflanzung die Pflanzen etwas tiefer in den Topf, als sie vorher standen.
Die Pflanzen, die er ins Fruchthaus bringt, werden ungefähr neun Monate zuvor ehe die Frucht zu erwarten ist, zum letzten Male verpflanzt; ihre Töpfe haben gewöhnlich zwölf bis vierzehn Zolle im- Durchmesser, aber nicht die gewöhnliche Tiefe, um die Gefahr des Verbrennens durch die Lohe zu vermindern. Sie sind gewöhnlich eben so tief als breit. Wenn die Hitze nicht sehr heftig ist, werden die Töpfe bis an den Rand in die Lohe gegraben, und freigebig mit Wärme, Luft und Wasser versehen. Eine Hitze des Lohbeetes von 60° bis 100° (2Z° bis 30° n. R.) fürchtet Andrews nicht, selbst wenn die Luft im Hause durch die Hitze des Feuers eine Temperatur von nicht mehr als 60° oder 6Z° hat (121°oder 14H° n. R.) Im Sommer läßt er das Thermometer bis auf 90° oder l00° steigen ehe er Luft giebt, und oft läßt er durch die obern Fenster die ganze Nacht hindurch etwas Luft ein.
Jnsecten. Hierüber kann aus Andrews Verfahren nichts Neues gelernt werden, denn er hatte
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an seinen Pflanzen nie so viel Jnsecten, daß es der Mühe werth gewesen wäre, sie regelmäßig zu vertilgen. Sein Verfahren liefert einen vollständigen Beweis, daß Ordnung und Reinlichkeit die Jnsecten nie in einem solchen Grade aufkommen lassen, in welchem sie Schaden thun können.
Frucht. Wir haben oben schon den Umstand angeführt, daß Andrews Pflanzen oft schon verkauft waren, bevor sie das zum Fruchttragen nöthige Alter erreicht hatten. Neuerlich ist jedoch sein Vorrath, durch die Errichtung noch mehrerer Treibhäuser und die Hcitzung derselben durch Dampf, beträchtlich vergrößert worden; daher er jetzt viel auf den Markt schickt, hauptsächlich im Winter und sehr bald im Frühling, wann der Preis am höchsten ist. Diese Früchte wiegen 1 bis 4 Pfund und sind fast ausschließlich von der Sorte Königin- Ananas.
XIII.
Cultur der Ananas nach dem Verfahren der Hrn. Gunter, zu Carlscourt, bei Kensington; Graugc, zu KingSland; und Wilmot, von Jslcworth.
Schon seit langer Zeit besitzt die Familie des Hrn.. Gunter die weitläuftigen Gärten von Carlscourt, und zieht darin Küchenpflanzen, vortreffliches Obst und Melonen für den Londoner Markt; aber erst in den letzten sieben Jahren haben sie auch angefangen, Ananas zu ziehen, zu demselben Zweck. Hr. R. Gunter hat sehr viel Geld und Platz darauf verwandt und zwar mit großem und verdientem Erfolge.
Form des Hauses. Gunter bedient sich wie Andrews, sowohl der Gruben als der großen
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Häuser; in den Gruben zieht er Schul- und Folgepflanzen; und in den großen Häusern läßt er sie Früchte tragen und zieht dabei zu gleicher Zeit sehr frühe Weintrauben.
Die großen Häuser (liK. 9) haben die Form, welche man die gewöhnliche nennen kann; sie unterscheiden sich von M'Phail's, und denen von Specchly, ursprünglich von Nicol gebauten Häusern dadurch, daß sie an der Fronte keinen Fußweg haben; und von denen deS Hrn. Aiton, welche in den königlichen Garten zu Kensington errichtet sind, dadurch, daß die Grube vom Glase weiter entfernt ist. Sie sind im lichten etwa vierzehn Fuß breit; das Lohbeet ist zehn Fuß drei Zoll breit, drei Fuß tief, und der Abstand vom Glase vorn sa) drei und ein halber und hinten (b>) ungefähr sechs und ein halber Fuß. Der hinten weglaufende Fußpfad (c) ist eine regelmäßig umgegrabene und gedüngte Rabatte, ' um den Wuchs der Wurzeln von den Weinreben zu befördern, welche sich unter dem Lohbeet weg bis an den vordern Rand hin ziehen. Jedes Haus ist vierzig Fuß lang und hat einen Heizkanal, welcher an dem einen Ende aus der Rückwand kommend sich bis an die Fronte erstreckt, längs dieser bis zum andern Ende hinläuft, sich wieder zur Rück- mauer wendet und an dieser auf die gewöhnliche Art zurückkehrt. Da die Häuser alle durch Dampf . geheizt werden, so sind dessen ungeachtet diese Heizkanäle blos zur Sicherheit errichtet, auf den Fall wenn der Dampfkessel oder die Dampfröhren fei, e) ^ etwa Schaden gelitten haben, und werden daher f. nur selten gebraucht. Außer denen an der Rück- f wand in die Höhe gezogenen Weinreben, werden ! noch andere an den Fensterbalken hinauf geleitet; beide wurzeln in vortrefflichein Boden, und im Herb-
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sie werden ihre Ranken heraus gezogen, damit sie drei Monate lang in der freien Luft ruhen mögen. Die Ranken von denen an der Hinterwanv stehenden werden durch eine Oeffnnng im Winkel der obern Fenster herausgezogen, so wie die vorn stehenden durch eine Oeffnung im Winkel der Frontfenster.
Die Beete sind bis an die Schwelle der Vor- dsrfenstcr, oder zwischen 1^ bis 2 Fuß vor der Hinterschwelle in die Erde versenkt. In allen wird die Lohe durch Backsteinmauern eingeschlossen; sie sind gewöhnlich im Lichten ungefähr sieben Fuß breit, einige aber auch wohl vierzehn Fuß; die Vordermauer reicht sechs Zoll und die Hintermauer zwei Fuß zehn Zoll über den Boden empor. Die Fenster dieser breiten Beete sind in zwei Langen abgetheilt, wie die Warmhausdächer; keines derselben hat Heizkanäle, da sie alle zusammen, mit den Warmhäusern und verschiedenen Gruben anderer Ärt, durch einen weit verbreiteten Dampfapparat erwärmt werden.
Erde. Gute Gartenerde mit wohl verrottetem Mistbcetdünger fett gemacht. Das Erdreich in dem freiliegenden Garten zu Carlscourt, ist ein fetter schwarzer Lehm, und scheint für die Ananas so passend zu seyn, als aus der Ferne geholte Bracherde.
Allgemeine Behandlung. Fast ganz dieselbe wie Andrews. Gunter versuchte auch die Warme des Dampfes statt der aus der Lohe sich entwickelnden, als Bodenwarme anzuwenden; es gelang ihm aber nicht. Er bildete eine Kammer oder leeren Raum ungefähr sechs Zolle tief, und bedeckte ihn mit durchlöcherten eichenen Bohlen; auf diese schüttete er die Erde, in welche er, in einigen Fällen, die Pflanzen ohne Töpfe setzte; in andern Fäl-
len aber, die Töpfe mit den Pflanzen in die Erde oder verrottete Lohe versenkte. Nun wurde Dampf in die unter der Erde befindliche Kammer gelassen und damit erfüllt; die der Erde oadurch mitgetheilte Warme war sehr groß, aber gegen seine Erwartung, zog sich kein Dampf in die Dammerde, die dadurch außerordentlich trocken wurde; auch war er nicht im Stande, die Erde durch öfteres Vegießen in einem zur Vegetation tauglichen Zustande zu erhalten ; troh aller Vorsicht schrumpften die Wurzeln der darin enthaltenen Pflanzen zusammen und wurden trocken.
Jnsecten. Diese haben sich zu Carlscourt nie in bedeutender Menge gezeigt, auch ist es nicht wahrscheinlich, daß sie je hier zahlreich werden, so lange mit Dampf geheitzt wird. Sollten sie ja einmal überHand nehmen, so würden sie, wenn man die Luft im Hause zwei oder drei Tage nach einander mit Dampf angefüllt erhielte, wirksam vertilgt werden.
F r u ch t. Der Zweck eines jeden Handelsgärtners geht dahin, in jedem Monate des Jahres einige reife Früchte zu haben, vorzüglich aber im Winter, wann der Preis am höchsten ist. Im Sommer werden große Quantitäten eingeführt, oder aus den verpachteten Gärten der Landedelleute eingeschickt, welches den Marktpreis weit unter den wahren Werth, oder die Productionskosten herab drückt.
Grange von Kingsland, und Vilmot von Js- leworth, haben ebenfalls große Ananas- Treibereien, die sie fast auf dieselbe Weife wie Andrews und Gunter behandeln. Wilmot s Treibereien sind gegenwärtig (1822) im glänzendsten und blühendsten Zustande; und Grange's seine sind ebenfalls von sehr
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ansehnlicher Beschaffenheit. In beiden werden die Schul - und Fruchtpflanzen in Gruben und auch in größern Hausern getrieben, die denen in Carlscourt (iiZ. 9.) so nahe als möglich kommen; eben so wird in beiden die Warme durch Dampf mitgetheilt.
XIV.
Cultur der Ananas nach Isaac Oldacre, Gärtner der Lady Banks, zu Spriuggrövc in Middlesex.
Oldacre ist ein vortrefflicher Küchcngärtner, und ein sinnreicher unternehmender Mann. Er war einige Jahre lang Obergartner auf einem der Lustschlösser des Kaisers von Rußland, in der Nähe von St. Petersburg, und hat das Verdienst auS jener Gegend, das in Deuschland gebrauchliche Verfahren, Champignons zu ziehen, eingeführt zu haben. Nachdem er seiner Gesundheit wegen im Jahre 1813 wieder in sein Vaterland zurückgekehrt war, wurde er einige Jahre nachher Gärtner bei Sir Joseph Banks, in dessen Gärten er die Ananas mit maßig gutem Erfolg gezogen hat; wir haben daher diesen Abschnitt nur in der Absicht beigebracht, um einige von ihm angenommene Eigenheiten in der Behandlung , und einige auffallende Meinungen die er hegt, oder vor Kurzem hegte, zu bemerken.
Form des Hauses. Die Pflanzen werden in Mist- oder Lohbeetcn und auch in mit Heizkanälen versehenen Gruben aufgezogen; zum Fruchttreiben aber gewöhnlich in Häuser gebracht, worin zugleich Wein getrieben wird. Oldacre hat deren zwei, das eine ist von Holz auf die gewöhnliche Art gebauet (IlK. 19), und das andere ist von derselben Form, hat aber ein Dach von Fenstern in kupfernen Nahmen. Die Temperatur der Lust in
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diesem Hause hat man durch die Windungen, wel- che der Hcizkanal am Fußwege (u) macht, völlig in seiner Gewalt; die Einfassung des Beetes ist vorn (b>) ungefähr drei Fuß, und hinten (a) ungefähr fünf Fuß vom Glase entfernt; an den Fenstcr- balken werden Weinreben gezogen, in dem hintern Fußwege («) aber keine, denn dieser ist gepflastert.
Außer den Feuerkanälen wird auch noch Dampf, als ein Mittel Wärme mitzutheilen, in Anwendung gebracht. Der hierzu gehörige Apparat wurde aber > als eine Sache des Patriotismus errichtet, als der Gebrauch des Dampfes zuerst aufkam, ist nach einem sehr unvollkommenen Plane gebaut, und von geringem wahrhaften Nutzen.
Erde. Zuerst brauchte Oldacre guten gesunden Lehm und Dünger, mit etwas Sand, wenn er es für nöthig erachtete; in den letzten vier Jahren aber hat er seine Fruchtpflanzen vorzüglich in gepulverten Knochen gezogen, worin sie nach seiner Meinung besser treiben und eine wohlschmeckendere Frucht bringen. Wir sind jedoch nicht im Stande , gewesen, im Aussehen der Pflanzen oder Früchte irgend etwas zu entdecken, was uns zu der Voraussetzung hätte führen können, daß gepulverte Knochen der Natur der Ananaspflanze angemessener sind, als guter Lehm und Dünger; seine Pflanzen kommen sicherlich denen Baldwin's nicht gleich, noch übertreffen sie die von Andrews oder Aiton gezogenen. Wir betrachten daher das Treiben in diesem Compost nur als einen Beweis mehr von der harten Natur der Ananas, als von sonst etwas; wir zweifeln gar nicht, daß sie auch in gepulvertem Gra- z nit, Kohle, oder irgend einem Pulver, sogar Schieß- f pulver nicht ausgenommen, wachsen würde, wenn - im rechten Verhältniß gut verrotteter Dünger hinzu
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gethan, und hinlänglich Wasser, Wärme, Licht und Lust gegeben wird.
Allgemeine Behandlung. In dieser hat Oldacre nichts Besonderes; er sorgt dafür, daß sowohl in den Kästen als Gruben, welche Ananaspflanzen enthalten, im Winter die Temperatur nicht unter 60° (12^° nach Reaumur) falle; fürchtet aber auch im Sommer eine Hitze von 90° oder 100° (26° bis 30° nach R.) nicht. Nach dem Verpflanzen, und gelegentlich auch wahrend heißer Witterung beschattet er die Folgepflanzen in den Beeten und Gruben, wohl wissend, daß der Mangel an vielen und ausgebreiteten Wurzeln den Zufluß an Feuchtigkeit, welche zur Kräftigung der Pflanzen so wesentlich nöthig ist, während des hellen Sonnenscheins, wann die Verdampfung am stärksten ist, sehr verringern muß. Seine Fruchtpflanzen hält er in großen, mehr breiten als tiefen Töpfen, und versieht sie so reichlich mit Wasser, daß Verdampfung und Ausdünstung selbst im heißesten Sonnenschein vor sich gehen, ohne den Pflanzen nachtheilig zu werden. Er begießt oft mit flüssigem Dünger, gewöhnlich mit dem Abfluß von den Miststätten; erregt oft Dunst im Hause durch Begießen der Fußwege und Heizkanäle, wenn der Dampfap- parat nicht im Gange ist; zuweilen begießt er die Pflanzen über und über und unterhält zu allen Zeiten eine gute Bodcnwärme.
Ferner mag noch bemerkt werden, daß er in den heißesten Tagen, vom Iunius bis zum September, die Temperatur der Atmosphäre des Hauses den Tag über bis zu 100° (30° n. R.) ansteigen läßt, die Nacht hindurch aber eine hinlängliche Zahl der Schiebfenster offen läßt, um die Wärme der innern Lust, der äußern beinahe gleich-
kommend, zu erniedrigen. Dies ist eine vollkommen naturgemäße Behandlung, mit dem übereinstimmend, was in den Gegenden statt findet, wo die Ananas in freier Luft gezogen werden, und auch im Einklänge mit Hrn. Knight's Verfahren.
Jnsectcn. Diese hält er ab, durch gute Ordnung, Begießen mit reinem Wasser, und Anfül- lung des Hauses mit Wasserdampfen. Kurz, Old- acre's Meinung und Verfahren hierin, so weit als die Umstände dessen Anwendung heischten, sind im vollkommenen Einklang mit denen M'Phail's: und es ist wohl nicht zu viel behauptet, daß die Erfahrung jeden Gärtner zu demselben Ergebniß führen wird.
Frucht. Oldacre glaubt, daß die Früchte, welche in dem Hause mit kupfernen Fensterbalken im Dache erzeugt sind, nie den Wohlgeschmack haben, als die in dem andern mit hölzernen Fenster- balkcn gezogenen, obgleich in jeder andern Hinsicht die Behandlung in beiden dieselbe sey. Dies erscheint sicherlich als ein ganz besonderer, und in dem gegenwärtigen Zustande der menschlichen Wissenschaften unerklärbarer Umstand. Die eisernen oder kupfernen Fenstcrstabe könnten möglicher (aber nicht wahrscheinlicher) Weise einigen Unterschied in dem , electrischen Zustande der Luft des Hauses hervor < bringen; dies ist aber auch der äußerste Grad einer für uns begreiflichen Aenderung, welche ein metallenes Dach bewirken kann. Wenn es mehr Licht zu- , läßt, oder mehr Wärme verschluckt: so läßt sich die- sen Wirkungen leicht begegnen, wenn man es wünscht; mmd dem mußte so seyn, wenn diese Umstände nur einigermaßen statt fanden, da Oldacre behauptet, daß die Behandlung in beiden Häusern genau die- ' selbe war.
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Überhaupt müssen wir uns eines Urtheils über diesen Gegenstand enthalten; oder lieber den wahrscheinlichern Schluß machen, daß Oldacre sich irrt, wenn er glaubt seine Pflanzen erhielten in beiden Hausern dieselbe Behandlung, als zu glauben, daß der einzige Umstand eines metallenen Daches auf dem einen derselben, einen solchen Unterschied in ihren Erzeugnissen bewirken sollte. Dies Gerücht, welches auch an die Gartenbau-Gesellschaft (zu London) gelangt war, erregte die Aufmerksamkeit Sir Thomas Baring'S, der, im Besitz einer langen Reihe metallner Warmhauser, zu East-Tratton-Park, seinem Landsitze in Hampshire, bald darauf eine sehr schöne Ananas der Gesellschaft zusandte, um sie bei ihrer nächsten Versammlung zu kosten. Wir waren in dieser Versammlung gegenwartig, aber obgleich wir von dieser Ananas kosteten, so konnten wir doch keinen Unterschied bemerken, da uns die Gelegenheit mangelte, sie mit irgend einer andern zu vergleichen. Wenn viele Früchte in schneller Aufeinanderfolge gekostet werden, und von jeder ein so kleines Stückchen, das kaum im Stande ist, den wahren Geschmack mitzutheilen, so ist der Eindruck auf den Gaumen unmerklich; oder, es ist auf jeden Fall nicht zuviel gesagt, daß unter solchen Umständen es schwer ist, ein richtiges Urtheil zu fällen.
XV.
Snltnr der Ananas »ach William Towasend Aiton, Esq> kön, Gärtner zu Kew und Kcnsington.
Nur erst seit den letzten vier Jahren hat sich die Ananaszucht in den königlichen Garten über die Mittelmäßigkeit erhoben; vor 1817 und so weit zurück als wir Gelegenheit hatten es zu bemerken,
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waren sie in einem sehr ärmlichen Zustande, besonders die zu Kcw. Gegenwartig kommen die Ana- naö in den beiden erwähnten königlichen Gärten allen gleich, die sich irgendwo zehn Meilen weit um London finden; und werden, mit Ausnahme der New-Pwvidence, schwarzen Antigua und einigen andern Sorten, selbst von denen aus Baldwin's Hausern nicht übertroffen. Das in den königlichen Gärten befolgte Verfahren ist so einfach als erfolgreich; und so wenig kostspielig, als würden die Früchte von einem Handelsgartner für den Markt gezogen. Das Ganze macht Hrn. Aiton und seinen Leuten viele Ehre.
Form des Hauses. Die Schul- und Folgepflanzen werden in Gruben oder Beeten (l'-A. 11) gezogen, genau nach Baldwin's Art eingerichtet, mit dem Unterschied, daß sie, weil der untere Boden zu Kensington feucht ist, auf einer kleinen Bettung (a ... d) über der Erdoberfläche erbaut sind, anstatt wie Baldwin's Beete in die Erde versenkt zu seyn. Außerdem haben sie auch an der Vorderseite noch eine Rinne (c), welche zwar auf den er- sten Blick als geringfügig erscheinen mag, die aber beim Gebrauch von wesentlichem Nutzen ist, da sie den Umsatz trocken erhält, und hierdurch die Wärme in demselben nicht erkältet oder unterbrochen ' wird, was ohne dieselbe gerade da geschehen würde, wo die Wärme in das Innere der Grube oder des Beetes dringen soll.
Gelegentlich läßt man auch einige Pflanzen zum Fruchttragen in diesen Gruben, besonders zu > zu Kew, gewöhnlich werden sie aber in ein niedriges Haus (ÜA. 12) von sehr ökonomischer u. durchdachter Bauart gebracht, daS auf die Ananas- und Weintreibcrci zugleich berechnet ist. Dies Haus ist
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innerhalb der Mauern fünfzehn Fuß breit; die Grube (n) ist neun Fuß breit; der hintenweglaufende Fußweg (b>) bildet eine Rabatte für die Wurzeln , der Weinreben; die Grube ist von einem Heizkanal (c, 3) umgeben; die Einfassung der Grube ist i vorn (s) zwei Fuß drei Zoll vom Glase entfernt, und hinten (l) vier Fuß acht Zoll; die Weinreben werden in die Hintere Rabatte (d) gepflanzt und am Dache gerade darüber und über dem hintern Hcizkanal hin gezogen; andere werden in die vordere vor dem Hause befindliche Rabatte gesetzt, unter der Schwelle durch und an den Fenstcrbalken in die Höhe gezogen.
Die Länge der Häuser in den königl. Gärten zu Kensington, ist veränderlich, von drei und dreißig bis fünfzig Fuß (Lg. 13): jedes Haus hat zwei Oefen, einen zum beständigen Gebrauch, und einen andern zur Nachhülfe bei besonders strengem Wetter. Der Kanal vom ebstcn (s) geht gerade nach der vordem Ecke (b>), von da längs der Vorderseite nach dem entgegengesetzten Ende (o), dann längs der Rückseite der Grube (3, ) endlich unter dem Fußweg oder der Rabatte hinweg und endigt sich in einer Oesse (L) außerhalb des Ofens.
Der andere Ofen hat am entgegengesetzten Ende des Hauses seinen Platz (Z); hat einen kurzen Kanal unter dem Fußweg hin, der sich mit dem rückgehenden Hauptkanal (in 3) vereinigt, so daß nun der Rauch beider Ocscn in derselben Röhre hinzieht (von 3 nach e) uud durch dieselbe Oesse seinen Abzug nimmt. Wann dieser zweite Ofen nicht gebraucht wird, ist sein Zusammenhang mit dem Kanals des ersten aufgehoben, durch einen an der Verbindungsstelle (c 3) angebrachten Vorsetzer. Ein in dem zweiten Ofen bei strenger Witterung
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angemachtes sehr kleines Feuer, erhöhet nicht nur die Wärme des Hauses durch seine eigene Kraft, sondern auch durch Vermehrung des Zugs und dadurch erregtes lebhafteres Feuer im andern Ofen.
Zu Unterstützung der Feuerwarme ist letzthin auch noch ein Dampfapparat angelegt, und die Röhren desselben sind auf der Oberfläche der Heizkanäle in den Häusern herum geführt worden (tiA. 12 3, Schößlinge kommen im September in die Töpfe, so werden sie nicht eher gestört als im folgenden März; solche die sehr gut getrieben haben, werden auf einmal in große Töpfe versetzt, und zeigen dann gewöhnlich im Laufe des folgenden Herbstes, oder doch noch im Laufe des Jahres ihre Früchte, welche im November oder December reif werden, Zeitpunkte, wo sie auf der kön. Tafel sehr willkommen
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sind. So erhält man sie also eben so bald, als nach Baldwin's Verfahren, und noch eher alö in Euba oder Jamaica. Die weniger vorgerückten Pflanzen werden ganzlich entwurzelt, in ihrer Größe angemessene Töpfe gesetzt, den Sommer über in den Gruben aufgezogen, im Herbst nach den größern Häusern gebracht, wo sie zu verschiedenen Zeiten, den Winter und Frühling hindurch, ihre Früchte zeigen; diese reifen auf diese Art zu verschiedenen Zeiten, von achtzehn Monaten an bis zu zwei und einem halben Jahr, von der Zeit an gerechnet, wo sie von der Mutterpflanze genommen wurden. Die Töpfe, in welchen diese Pflanzen Frucht tragen, haben selten mehr als zwölf Zolle im Durchmesser.
Jnsectcn. Mancherlei Versuche, um dieselben los zu werden, wurden sowohl zu Kew als zu Ken- sington gemacht; daS Mittel was man am Ende als bewahrt fand, war das Eintauchen der Pflanzen, ungefähr zwei oder drei Stunden lang, in einen starken Tabaks-Aufguß, wie ihn Miller empfiehlt; dann zwei- oder dreimaliges Abwäschen derselben in reinem Wasser, Trocknen, Pflanzen, Beschatten und Anwenden einer lebhaften Bodcnwarme, einer feuchten Atmosphäre und etwas Luft zu geben. Dies stellte die Pflanzen wieder her, und die fernere gute Wartung erhielt sie in dem kräftig-gesunden Zustande, in dem sie jetzt sind.
Frucht. Der vorgesetzte Zweck, welcher auch sehr gut erreicht wird, ist, auf jeden Tag im Jahre hübsche Ananas für die königliche Tafel zu haben; sie können folglich, in den Winter- und Frühlingsmonaten nicht sehr wohlschmeckend seyn, aber in einigen Fällen thut das Aeußere alles — sie sehen gut aus, die Goldfarbe der Frucht, nachahmende Herrlichkeit ihrer Krone und die Gegenwart einer
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so seltenen Feucht zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit, stimmt sehe gut zu dem Luxus und Glanz einer königlichen Tafel. Was nun den Geschmack betrifft, so ist zur Zeit wenn der Nachtisch erscheint, der Gaumen schon mit Wein getrankt, auch einige Tropfen Weingeist bereits in die Hirnkammern übergetrieben; und wenn dieS einmal der Fall ist, so hat jede Frucht gerade den Geschmack, welchen sie haben soll; denn der angenehme Rausch einer erhitzten Einbildungskraft kennt keinen andern Grad des Verdienstes, als den Superlativ.
Fünftes Capitel.
M ' ff
Neuerlich unternommene Verbesserungen in der Cultur der Ananas.
Die Ananas ist bei uns (in England) nie so allgemein cultivirt worden, als dies hatte seyn können, und zwar wegen der Meinung daß ihre Cultur mit mehr Schwierigkeiten und Kosten verknüpft sey als die aller andern Früchte; und auch deshalb weil die größere Zahl der Gärtner nichts von der Cultur der Ananas versteht. In Ansehung der Schwierigkeit diese Frucht zu ziehen, so weiß jeder Gärtner, der etwas davon versteht, daß sie weit leichter zum Wachsen und Fruchttragen zu bringen ist, als die Gurke zeitig im Frühjahr, oder die Melone zu jeder Zeit des Jahres. Kurz, den einzigen Unterschied, daß sie einer künstlichen Temperatur bedarf, ausgenommen, ist sie eben so leicht, oder noch leichter als ein gemeiner Kohlkopf zu ziehen; sie ist den Jnsecten nicht so unterworfen als der Kohl bei trockener Witterung; und von zwei Pflanzungen, deren eine aus Kronen oder Schößlingen von Ananas besteht, und die andere aus Kohl-
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samen-Pflanzen, möchten wir wohl zu behaupten wagen, daß mehrere der erster» eine vollkommene Frucht bringen werden, als von den letztern ein vollkommenes Haupt.
Was die Kosten betrifft, welche die Cultur der Ananas erfordert, so ist nicht zu läugnen, daß sie größer sind, als die Cultur irgend einer andern Frucht erfordert; wegen der Länge der Zeit, die zu ihrer Vollendung nöthig ist, der Unterhaltung einer hohen Temperatur in den Wintermonaten, und der unausgesetzten Sorgfalt, welche sie das ganze Jahr hindurch erfordern. Eine andere Ursache von mehrern Kosten, in einigen Fällen auch von mehrerer Schwierigkeit, ist die Anschaffung der Lohe, oder anderer stellvertretender Materialien gewesen, um die Vodenwärme zu verschaffen; und endlich kann noch angeführt werden, daß Gärtner, die es unternehmen, Ananas zu ziehen, gewöhnlich einen höhern Lohn bekommen, als solche, die sich auf die Erziehung anderer Früchte beschränken.
Diese Umstände haben neuerlich einige Liebhaber, und auch einige praktische Gärtner, dazu veranlaßt, auf Mittel zu sinnen, durch welche die Cultur der Ananas einfacher und weniger kostspielig gemacht werden könnte. Die vorzüglichsten Liebhaber sind T. A. Knight, Esg. Präsident der Gartenbau-Gesellschaft, und Peter Marsland, Esq. von Woodbank, bei Stockport; die vorzüglichsten praktischen Gärtner sind, Hr. Gunter, von Carlscourt, Hr. Hay, ein Gartenbaukünstler in Edinburg, und einige andere, die weniger ins Große gehende Versuche gemacht haben.
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I.
Verbesserungen in der Cultur der Ananas, vorgeschlagen von T. A. Knight, Esq> Mitglied der kön. Gcsc!lsc!>. der Wluensch. und Präsident der Gartendau-Gesellschaft, von Doivnton-Castle, in Herefordshire.
Hrn. Knight'ö Verbesserungen bestehen hauptsächlich im Nichtgebrauch der Bodenwärme, und in der Anwendung einer weit höhern Temperatur während des Sonnenscheins, zu allen Jahreszeiten, vorzüglich aber im Sommer, und einer weit niedrigern Temperatur im Winter, und des Nachts zu allen Jahreszeiten, als gewöhnlich von den Gärtnern angenommen wird.
Hr. Knight hatte noch gar keine Erfahrung in der Ananaszucht, bis zum Jahr 1819. In diesem Jahre, berichtet er uns (im dritten Bande der Abhandlungen der Gartenbau-Gesellschaft), versuchte er die Wirkung einer sehr hohen Temperatur während des Tages, bei Hellem Wetter, und einer in Verglcichung niedriger Temperatur während der Nacht, und bei trübem Wetter. Es wurde ein Feuer angewendet, das nur eben hinreichte, um das Haus in einer Temperatur von ungefähr 70° (beinahe 17° n. Reaumur) den Sommer hindurch zu erhalten; aber keine Luft wurde gegeben, noch ihr Entweichen erleichtert, bis der vollkommen im Schatten befindliche Thermometer eine Temperatur von 3Z° (28° nach R.) anzeigte, und dann wurden nur zwei der obern Fenster, eines an jedem Ende, ungefähr vier Zolle weit herab gelassen. Demnach stieg die Hitze des Hauses zuweilen bis auf 110° (84^° n. R>), in den Mittagsstunden Heller Tage, und wechselte in solchen Tagen gewöhnlich von 90° bis 106° (26ch° bis Z2Z° nach R.) ab, siel dann am Abend ungefähr bis auf 80° (21^° nach R.),
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und des Nachts bis auf 70° (fast 17° nach R.). Des Abends spät nach jedem hellen und heißen Tage, wurden die Pflanzen reichlich mit Wasser besprengt, das beinahe die Temperatur der äußern Luft hatte. Die Melone, Wassermelone, Guernsey- Lilie, der Feigenbaum, die Nectarine, Orange und Limone, Mango und mehrere andere Pflanzen, die zum Theil einem gemäßigten Klima angehören, wuchsen in diesem so behandelten Warmhause „den ganzen Sommer hindurch, ohne daß irgend eine derselben von der Hitze oder auf andere Art gelitten hätte, wegen der hohen Temperatur der sie zuweilen ausgesetzt waren; und aus dieser und andern Thatsachen," fahrt Hr. Knight fort, „welche zu beobachten ich Gelegenheit hatte, halte ich mich zu folgern berechtigt, daß beinah in allen Fällen, in denen der Zweck des Cultivator's ist, den schnellen und kräftigen Wuchs feiner Pflanzen zu befördern, eine sehr hohe Temperatur, vorausgesetzt daß sie vom hellen Sonnenschein begleitet ist, mit großem Vortheil angewendet werden kann; dabei ist aber nothwendig, daß das Glas seines Hauses von guter Beschaffenheit ist, daß seine Pflanzen nahe an demselben stehen, und reichlich mit Sand und Wasser versehen werden." Im obigen Falle wurde flüssige Düngung angewendet.
Noch wird hinzu gefügt: „Mein Haus enthalt eine kleine Anzahl Annanaspflanzen, in deren Behandlung ich etwas weit von dem gewöhnlichen Verfahren abgegangen bin, und ich denke mit dem besten Erfolg, denn ihr Wuchs war außerordentlich schnell, und sehr viele Gärtner, welche kamen, um sie zu sehen, haben sie einstimmig für vollkommener erklärt, als alle die sie bisher gesehen hatten. Viele dieser Gärtner glauben aber, daß meine Behandlungsart
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im Winter nicht glücken würde, und meine Pflanzen zu dieser Zeit ungesund werden, wo nicht gar drauf gehen würden. Da nun einige derselben viel Erfahrung haben, ich hingegen sehr wenig, so wünsche ich, daß man mir vor jetzt, ein Mehreres über die Cultur dieser Pflanze zu sagen, erlassen möge."
Obige Nachricht, das Ergebniß der von Hrn. Knight im Jahre 1819 angestellten Versuch", wurde im Herbste desselben Jahres der Gartenbau-Gesellschaft mitgetheilt. Am 7. März des folgenden Jahres wurde der Gesellschaft eine 'Abhandlung über dieselbe Pflanze vorgelesen, aus welcher das Folgende gezogew-ist.
Von den Gärtnern, welche zweifelten, ob die Pflanzen den Winter aushalten würden, ist angeführt: „Dieselben Gärtner haben mein Treibhaus seitdem oft besucht und haben meine Pflanzen einstimmig für gesunder und kräftiger erklärt, als alle die ste je gesehen hätten; und sie sind alle, ich habe gegründete Ursache dies zu glauben, eifrige Anhänger meines Cultur-Verfahrens geworden.
„Schon lange war ich sehr unzufrieden mit der Art, auf welche die Ananaspflanze gewöhnlich behandelt wird, und sehr geneigt, wie Hr. Kcnt behauptet hat, das Lohbeet, nachdem die Kronen und Schößlinge Wurzel geschlagen haben, für „schlimmer als unnütz" zu halten. Ich entschloß mich daher, einige Versuche über die Cultur dieser Pflanze zu machen; da ich aber zu dieser Zeit (zu Anfang des Octobers) gar kein Treibhaus hatte; so verschob ich die Anschaffung von Pflanzen bis zum folgenden Frühjahr. Mein Treibhaus wurde nicht eher fertig als in der zweiten Woche des Junius (1819), zu welcher Zeit ich den Anfang meiner Versuche mit neun Pflanzen machte, welche den
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Winter zuvor, von dem Gärtner eines meiner Freunde, durch sehr unpassende Mittel in einem unwirthlichen Klima nur sehr schlecht erhalten worden waren. Sie waren um die Zeit nicht größer als einige Pflanzen, die ich in der Folge aus kleinen in der Mitte des Augusts gepflanzten Kronen (deren eine Frucht drei getrieben hatte) gezogen habe, zu Ende des letztvergangenen Decembers waren; jetzt fangen sie aber an zu blühen, und versprechen nach der Meinung eines jeden Gärtners, der sie gesehen hat, eine Frucht von ansehnlicher Größe und Vollkommenheit. Sie sind alle von der unter dem Namen Ripley's Königin bekannten Art.
„Sogleich nach der Einbringung meiner Pflanzen in das Treibhaus, begann die Behandlung, deren Beschreibung den Gegenstand gegenwärtiger Mittheilung ausmacht. Sie wurden in Töpfe gesetzt etwas mehr als einen Fuß im Durchmesser, und in einen Compost aus dünnem, grünen Rasen gemacht, der nicht längst vom User eines Flusses genommen, recht klein gehackt, und noch naß in die Töpfe gedrückt worden; nachdem ein rund geschnittenes Stück solchen Rasens, ungefähr einen Zoll dick, umgekehrt auf den Boden jedes Topfs gelegt war. Dies Material, so angewendet, habe ich immer als das wirksamste Mittel befunden, den Abzug des überflüssigen Wassers zu befördern, und in der Folge das Umsetzen einer Pflanze aus einem Topf in den andern zu erleichtern, ohne daß eine Wurzel verloren geht. Die Oberfläche des gehackten Rasens wurde mit einer Lage Pflanzencrde, aus verwesetem Laub und sandigem Lehm bereitet, bedeckt, um das Wachsen der Graswurzeln zu verhindern. Die Töpfe wurden nun auf Pfeilern, von Backsteinen errichtet, nahe unter das Glas gesetzt; und da die Pfeiler
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nur aus Backsteinen bestanden, die ohne Mörtel auf einander gelegt waren, so ließen sie sich in dem Verhältniß niedriger machen, wie die Höhe der Pflanzen zunahm. Die Temperatur des Hauses wurde gewöhnlich an heißen und heitern Tagen, hauptsachlich durch eingeschlossene Sonnenhitze, von 93" hjZ 103", und zuweilen bis auf 110" (28", bis 325-" und 34-ß-" nach R.) getrieben; Lust wurde nicht eher gegeben als bis die Temperatur des Hauses 93" überstieg; und auch dann war die Entweichung der erhitzten Lust doch nur in einem geringen Grade erlaubt. In der Nacht sank die Temperatur des Hauses bis auf 70" (beinahe 17" n. R.) herunter, auch wohl noch etwas tiefer« Um diese Zeit, und die Monate Julius und August hindurch, wurde eine hinlängliche Quantität Taubenmist in das für die Ananaöpflanzen bestimmte Wasser gethan, so daß es davon beinahe die Farbe des Porters bekam, und mit diesem wurden sie bei heißem Wetter des Tages gewöhnlich zwei Mal versehen; denn die Erde in den Töpfen wurde beständig sehr feucht, oder was die Gärtner gewöhnlich naß zu nennen pflegen, gehalten. An den Abenden, nach sehr heißen Tagen, wurden die Pflanzen oft mit reinem Wasser von der Temperatur der äußern Luft, besprengt; dies wurde jedoch nie eher wiederholet, als bis in den Blattwinkeln alle Spuren des letzten Besprengens verschwunden waren."
„Es ist, wie ich glaube, beinahe allgemeiner Gebrauch bei den Gärtnern, ihren Ananaspflanzen im Herbste größere Töpfe zu geben, und wird dies Verfahren von Baldwin gutgeheißen. Dessen ungeachtet kann ich nicht umhin es für übel zu halten; denn die Pflanzen können zu dieser und der folgen- den Jahreszeit, wegen Mangels an Licht, nur wenig
neue» Saft erzeugen; und folglich muß der Stoff, der die neuen Wurzeln bildet, welche die Pflanze in die frische Erde auszutreiben gereizt wird, hauptsächlich von dein Vorrathe genommen werden, welcher Blüthe und Frucht ernähren sollte: und ich habe gefunden, daß das Verpflanzen der Fruchtbäu- me im Herbst, in größere Töpfe, ihren Obstertrag im nächsten Jahre nicht nur kleiner von Gestalt, sondern auch spater in der Reifzeit machte. Ich wollte daher meine Pflanzen nicht in größere Töpfe umsetzen, obgleich die, worin sie stehen, betrachtlich zu klein sind."
„AIS die Tage abnahmen, und die Pflanzen weniger Licht empfingen, verminderte sich auch ihre Fähigkeit, Nahrungsstoff zu verarbeiten. Demnach wurden dem Wasser weniger Nahrungstheile zugesetzt, und dasselbe sparsamer ausgetheilt; und wie der Winter heran kam, wurde nur reines Wasser in kleinen Quantitäten gegeben."
„Während der Monate November und December war die Temperatur des Hauses meist nur wenig über 69" (8° n. R.), und zuweilen nur 48", ' ein Mal sogar nur 40" (nicht ganz 1" über (1 nach Reaumur). Die meisten Gartncr, glaube ich, würden bei dieser Temperatur um ihre Pflanzen besorgt gewesen seyn; die Ananas ist abcix eine viel härrere Pflanze als man gewöhnlich dafür hält; und ich setzte im December eine junge Pflanze einer Temperatur von Z2" (0" nach R.) aus, wodurch sie nicht den geringsten Schaden zu erleiden schien. . In der Folge ist mir auch von einem meiner Freunde, Sir Harford Jones, der vielfältige Gelegenheiten hatte um Beobachtungen zu mache», gesagt worden, daß er im Morgenlande die AnanaS oft im Freien wachsen gesehen babe, wo die Oberfläche des
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Bodens frühe am Morgen, die unzweideutigsten Spuren eines geringen Frostes zeigte."
„Den letzten Theil des Novembers hindurch, und während des ganzen Decembers blieben meine Pflanzen beinahe erstarrt, und ohne Wachsthum; aber frühe im Januar fingen sie schon wieder an zu wachsen, obgleich die Temperatur des Hauses selten 6V" (12s" ^-) "reichte; und gegen den 20sten dieses Monats wurde die Blüthe, oder vielmehr die künftige Frucht der frühesten Pflanze sichtbar; und von dieser Zeit an erschien ihr Wuchs den Gärtnern, welche Ananas nie anders als in Loh- oder andern Warmbeeten wachsen gesehen hatten, als etwas ganz außerordentliches. Die Pflan- - zen werden nun in maßiger Quantität mit Wasser verschen, das eine geringere Quantität Nahrungsstoff aufgelöst enthält, als im Sommer."
„Beim Einpflanzen der Schößlinge, habe ich ihnen verschiedene Mal, die von der alten Pflanze anhängenden Stängel und Wurzeln gelassen; und ditse haben viel schneller Fortschritte gemacht, als andere. Auf diese Art wurde am 26. Julius (1819) ein kräftiger Schößling in einen großen Topf gesetzt; und jetzt (März 1826) beginnt derselbe seine Frucht zu zeigen. Sein Stängel ist stark genug, eine sehr große Frucht hervor zu bringen; dle Blätter sind aber kurz, obgleich breit unv zahlreich; und die Gärtner welche die Pflanze gesehen haben, scheinen ganz verlegen, wenn sie eine Vermuthung angeben sollen, von welcher Qualität daS Erzeugniß derselben seyn wird. In andern Fällen, wo ich die alten Stängel und Wurzeln beibehielt, wählte ich kleine und späte Schößlinge aus, und diese lieferten mir die vollkommensten Pflanzen, die ich noch je gesehen habe; und sie zeigen nicht den geringste» An-
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schein, zu früh in die Frucht schießen zu wollen. Ich weiß jedoch noch nicht, ob am Ende irgend ein Vortheil erlangt wird bei dieser Weise die Königin- Ananas zu behandeln; ich glaube aber, daß sie ihre Anwendung mit vielem Nutzen bei der Cultur derjenigen Ananas-Arten finden wird, die gewöhnlich nicht eher als im dritten und vierten Jahre Frucht bringen."
,,Jch werde nun einige Bemerkungen bcibrin- ' gen über die Leichtigkeit, mit welcher die Ananas auf die empfohlne Weise zu behandeln sind, und über den Betrag der hierzu nöthigen Kosten. Mein Gärtner ist ein ganz gewöhnlicher Taglöhner, der weder einen Buchstaben kennt noch eine Zeichnung versteht; und nie eine Ananaspflanze erblickte, bis er die ihm zur Pflege übergebencn sahe. War ich abwesend, so wußte er nicht, zu welchem Zeitpunkt der Reife er die Frucht abschneiden sollte; in jeder andern Rücksicht aber weiß er die Pflanzen so gut zu behandeln, als ich; und ich könnte jeden andern einigermaßen verständigen und aufmerksamen Arbeiter in einem Monat so unterrichten, daß er sie eben so gut zu behandeln wüßte, als er. Kurz ich halte die nöthige Geschicklichkeit, eine Ananas nach der von ' mir empfohlnen Art zu ziehen, für nicht größer als diejenige, welche erforderlich ist, ein Beet Kartoffeln zu treiben. Die Kosten der Hsitzung meines Treibhauses, welches vierzig Fuß lang ist, bei zwölf Fuß Breite, betragen weniger als sieben Pence (ungefähr 4 gGr. 3 Pf.) den Tag, hier wo ich von den Kohlengruben zwölf Meilen weit entfernt bin: und wenn ich den Vortheil eines bogenförmigen eisernen Daches hatte, wie die von Hrn. Loudon zu Bayswater errichteten, welche bei kaltem Wetter die zu schnelle Entfernung der erhitzten Luft verhindern,
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so zweifle ich gar nicht, daß die Kosten der Heitzung eines HauseS von vier und vierzig Fuß Länge, und zehn Fuß Breite, welches achtzig Fruchtpflanzen cuthalten könnte, ohne die Trauben und andern Früchte an der Hintermauer, vier Pence(etwa2gGr. 8 Pf.) den Tag nicht übersteigen würden. Ein Dach von gehörig gekrümmten eisernen Stangen, scheint mir auch noch mancherlei andere Vortheile zu gewähren: es kann mit viel weniger Kosten errichtet werde», ist viel dauerhafter, erfordert weniger Aufwand für das Anstreichen, und läßt weit mehr Licht zu."
Ferner sagt Hr. Knight: „Bis jetzt bin ich von Inseeten noch nicht belästiget worden auf meinen Pflanzen (ich hatte deren nur neun ungefähr eben so viel Monate lang), und habe folglich auch keines von den Mitteln versucht, welche zu ihrer Vertilgung bekannt gemacht worden sind. Hr. Bald- win empfiehlt den Dunst des heißen in der Gäh- rung begriffenen Pserdedüngers: ich vermuthe, daß hier das die Lebenskraft zerstörende Wesen Ammoniakgas ist: von welchem mir Sir Humphry Davy gesagt hat, daß er es für jede Jnsectcnart als augenblicklich tödtcnd gefunden habe; und wenn dem so ist, so könnte man dies mit geringen Kosten erlangen, wenn man eine Auflösung vom Muriate des Ammonium auf ungelöschten Kalk gießt; der Pserde- oder Kuhstall würden eine eben so gut wirrende, obgleich weniger ansprechende, Flüssigkeit liefern. Das Ammoniakgas könnte, denke ich mir, mittelst eines doppelten Blasebalgs zwischen die Blätter der angesteckten Pflanzen getrieben werden, in einer solchen Lluantität welche hinlänglich wäre, das thierische Leben zu vernichten, ohne jedoch dem vegetabilischen Leben Schaden zu thun: und es ist eine für den
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Gärtner sehr wichtige Frage, ob sein hartnäckiger Feind, die röche Milbe,, es ohne Nachtheil vertragen wird."
Im Junius 1820 hatte Hr. Knight ein solches Hans wie er oben erwähnte, hergestellt. Sein Acußeres (big. 15,.) ist einfach, und das Dach laßt so viel Licht zu, als irgend ein Dach das, nach dem gegenwärtigen Zustande der Wissenschaft, durch eine < Verbindung von Schmiedeeisen und gemeinem Glas, - erbauet werden kann.
Der Plan des Hauses (liA. 16) hat fünfzig Fuß Länge und zehn Fuß Weite; der Ofen st>) hat seinen Platz an dem einen Ende; der Heizkanal geht aus demselben gerade nach der vordem Brüstung (6), läuft dicht unter derselben nach dem entgegengesetzten Ende, und geht daselbst in die Oesse ( . ^
die Ananas ohne Badenwarme gut wächst, so kann sie doch mit Bodenwarmc noch besser wachsen; und obgleich in ihrem Vaterlande die Warme der Erde, die der sie umgebenden Luft nie übertreffen kann, so folgt daraus noch nicht, daß ein größerer Grad von Warme ihr nicht von Nutzen seyn könne, im Stande der künstlichen Cultur. Aber zugegeben, daß die Ananaspflanzen eben so gut mit als ohne Bodenwarme wachsen könnten; so scheint uns doch die Masse von Materialien welche diese Wärme hervorbringen, eine jederzeit sehr wünschenswerthe Sache in einem Ananashause, als eine immerwährende Quelle von Wärme zur Mittheilung an die Atmosphäre des .Hauses, auf den Fall, daß der Heizkanal oder Dampfapparat ins Stocken geräth. Außerdem scheint es der Natur nach, sowohl als nach der Beobachtung dessen was bei der Cultur Statt findet, daß der Mangel eines gleichförmigen Wärme- und Fcuchtig- keitsgrades den Wurzeln der Pflanzen unmittelbarer und kraftiger schadet, als die Wechsel in der Atmosphäre. Erde, besonders wenn sie durch die Cultur porös und schwammähnlich gemacht ist, nimmt Luft und Wärme langsam auf; und wahrend die Temperatur der Luft einer Gegend oder eines Treibhauses im Laufe von vier und zwanzig Stunden um zwanzig bis dreißig Grade (9° bis- 14° n. R.) sich andern kann, so würde man finden, daß die Erde in der Tiefe von zwei Zoll ihre Temperatur kaum um einen Grad geändert hat. Was die Feuchtigkeit betrifft, so weiß jeder Cultivator, daß ein schicklich zusammen gesetztes und regelmäßig verkleinertes Erdreich, es mag auch noch so viel Regen auf seine Oberfläche fallen, nie mit Wasser gesättigt, noch in Zeiten großer Dürre, von der Hitze verbrannt wird. Der poröse Zustand des Erdreichs
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ist zu gleicher Zeit dem Abfluß des überflüssigen Wassers günstig, und seiner Verdampfung hinderlich, indem es an der Oberfläche nie so sehr erhitzt wird, oder die Hitze nie so weit hinab leitet, als ein dichtes compartes Erdreich. *)
Diese Eigenschaften des Bodens können, in Bezug auf die Pflanzen, nie vollkommen erreicht werden, wenn man diese in Töpfen zieht, und am allerwenigsten in von Luft umgebenen Töpfen. In diesem Falle, die Sorgfalt des Gärtners sey noch so groß, wird in der Aussenseite des Topfes ein immerwahrender Wechsel der Temperatur statt finden, und da daS dichte Material, woraus derselbe besteht, ein weit besserer Wärmeleiter ist, als die lockere Erde, so wird sie dem innerhalb befindlichen Gewebe der Wurzeln bald mitgetheilt.
Was das Wasser anlangt, so ist eine Pflanze die in einem mit Luft umgebenen Topfe steht, den Beschädigungen durch dasselbe eben so unterworfen. Wenn die Erde richtig zusammen gesetzt, und der Topf gehörig gegossen wird, so lauft das Wasser
*) Ueber den letzte» Umstand ist der Verfasser im Irrthum; denn eine Poröse und lockere Erde, in welche die pust und mit ihr die Wärme weit leichter und tiefer eindringen kann, als in einen festen und daher verschlossenen Boden, wird viel eher warm und trocken, als der letztere. Wegen dieser allgemein bekannten Erfahrung nennt ja auch der Sprachgebrauch einen lockern mit Sand gemischten Boden, warm, einen festen thoni- gcn Boden hingegen, kalt. Deß Verfassers Einwürfe gegen Hrn. Knlght's Verfahren/scheinen überhaupt nicht von großer Bedeutung zu seyn.
Anm. d. Uebers.
") Der Verfasser hat vergessen, daß Hr. Knight, für alle Pflanzen, ganz besonders aber für kleine Pflanzen große Lvpfe empfiehlt, die Wurzeln der Pflanzen mithin fast jederzeit dem lTopfc nicht so nahe komme», daß sie von dessen Tcm- peraturwechsel afficirt werden könnten; da die lockere Erbe, wie oben angeführt worden, ein schlechter Wärmeleiter ist.
Anm. des Uebers.
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alsobald durch die Masse, als es darauf gegossen wird, und in diesem Äugenblick kann man sagen, daß die Erde in einem der Vegetation günstigen Zustande sey. Aber so wie die Verdampfung von der Oberstäche der Erde und den Seiten des Topfes, und die Ausdünstung der Pflanze angeht, wird sie dies nach und nach immer weniger und weniger, und wird sie nicht bald von neuem mit Wasser versehen, so würde die Pflanze trocken und welk werden, und dadurch entweder zu Grunde gehen, oder doch wesentlichen Schaden leiden, durch die plötzliche und reichliche Anwendung des Wassers.
So sind die Wurzeln einer Pflanze in einem von Lust umgebenen Topfe dem Nachtheil ausgesetzt, durch zu große Kalte oder Hitze, wechselsweise zu erkalten oder zu verbrennen, und durch Überfluß oder Mangel an Wasser, entweder überschwemmt oder ausgetrocknet zu werden; und nichts als die unausgesetzte Sorgfalt und Aufmerksamkeit des Gärtners, das Streben nach diesen beiden äußersten Zuständen zu verringern, könnte die Pflanzen vor der Zerstörung schützen.
Um daher weniger Aufmerksamkeit des Gärtners zu bedürfen, die Pflanze von seinem Dienste weniger abhängig zu machen, und, vor Allem, die im Topfe befindliche mit der im freien Boden stehenden Pflanze so viel nur möglich auf gleichen Fuß zu setze», so scheint uns die Versenkung des Topfes in eine Masse von Erde, Sand, Dünger, Lohe, oder irgend einem dergl. Material, ein sehr überlegter Theil der Cultur, welcher bei Fruchtpflan- zcn ungestraft nie hintangesetzt werden kann. Selbst
") Wenn dem so wäre, so hatte Hr. Knight keine so außerordentlich schöne -Pflanzen und Fruchte haben können, als uns tcr Bf. doch selbst berichtet hat. A»m. des Ucbers.
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wenn die Masse, warein die Töpfe versenkt wären, keine Wärme abgäbe, so würde doch, unserer Meinung nach, die Erhaltung einer unveränderlichen Temperatur, welche der mittlern Temperatur der im o^ausc befindlichen Luft immer gleich kommen würde, so wie die Erhaltung eines feststehenden Grades der Feuchtigkeit, durch dieselben Mittel, ein hinreichender Grund seyn, die Töpfe kräftig wachsender, vielblat- triger, oder Frucht tragender Pflanzen, einzugraben.
Dies sind die Bemerkungen die, wie wir glauben, in Bezug auf Hrn. Knight's Plan gemacht werden können, ohne Borurtheil gegen irgend ein neues Licht, das er auf den Gegenstand werfen mag. Wäre derselbe von einem weniger angesehenen Liebhaber der Gärtnerei vorgebracht worden, so würde er so viel Aufmerksamkeit nicht in Anspruch genommen haben, da man durchgehcnds der Meinung ist, daß der Gedanke, die Ananas ohne Bodenwarme zu ziehen, zuerst von Le Cour, und in der Folge von verschiedenen Andern versucht aber auch wieder aufgegeben worden. In Hrn. Knightv Händen wird er jedoch, mag er nun fehlschlagen oder gelingen, immer von Nutzen seyn, durch die Bemerkungen, welche er dem fruchtbaren und sinnreichen Geiste eines so aufrichtigen und philosophischen Gartenlicb- habcrs entlockn, wird.
Sir William Edward Rous Boughton hat zu Downton-Hall ein Haus erbaut, welches dem des Hrn. Knight ähnlich ist, nur etwas weiter. Es werden Ananas darin gezogen nach Hrn. Knjght's Plan; die Pflanzen waren aber in keinem gedeihlichen Zustande im letztvergangenen November. Charles Holford, Esq. von Hampstead, ist auch ein Schü- , ler Hrn. Knight S, hinsichtlich der Cultur dieser Frucht, bis jetzt hat es ihm aber noch nicht sehr geglückt.
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No» verschiedenen Personen vorgeschlagen« Verbesserungen in der Cultur der Ananas.
Zuerst werden wir die Verbesserungen anführen, welche die Bodenwärme betreffen, und damit anfangen, einen von Hrn. Thomas Jenkins, zu London gemachten Versuch anzuführen, sowohl die Töpfe worin die Pflanzen gezogen werden, als die Luft des HauseS, durch die Hitze zu erwärmen, welche auS dem in einem darunter angebrachten Gewölbe befindlichen gährenden Stallmist erzeugt wird.
Nur wahrend der letzten drei Jahre hat Hr. Jenkins angefangen, die Ananaözucht etwas ins Große zu treibein er treibt die Pflanzen in Warmbec- ten und liefen Kästen, welche Lohbcete einschließen und durch Umsähe von Dünger erwärmt werden. Als einen ökonomischen Theil der Einrichtung können wir erwähnen, daß er sich für den untern Theil des KastenS, wo er mit der Lohe in Berührung kömmt, geflochtener Hürden bedient, wodurch nicht nur eine Kostenersparnis; bei der ersten Anlage bewirkt wird, sondern auch die Warme des Düngers, der Lohe viel leichter mitgetheilt wird.
Der größte Theil der Pflanzen muß in diesen Gruben auch Frucht tragen; einige kommen aber zu diesem Zweck in ein Haus (liH. 18), das zwar mit Heizkanälen versehen ist, die aber sehr wenig gebraucht worden sind. Die den Pflanzen mitgetheilte Wärme wird durch gährenden Stallmist in einer Grube unter den Pflanzen erzeugt, die Decke dieser Grube bestehet aus Ziegeln, die von eisernen Stäben getragen werden, die Fugen sind aber dicht verkittet, damit kein Dunst vom Miste in das Haus ziehen kann. Die Töpfe stehen weder in Lohe, noch
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in Erde, sondern auf den Ziegeln, und die bleibenden Zwischenräume erwärmen die Lust des Hauses. Der Dünger wird behandelt wie in West's Grube (KZ. 19), aber mit dem Zusatz, daß er angefeuchtet wird, nachdem er hinein gebracht ist, weil man gefunden hat, daß dadurch die Gährung des Mistes und die Intensität der Hitze befördert wird.
Eines der frühesten Beispiele von der Anwendung des Dampfes als Bodcnwärme, welches uns bekannt worden, ist das von Butler, dem Gärtner des Grafen von Derby, zu Knowlesley, bei Liverpool, in oder um 1792. Man hatte sich desselben schon zwanzig Jahre zuvor bedient, aber hauptsächlich zu andern Zwecken. Speechly kannte 1796 nur zwei Beispiele von der Anwendung des Dampfes als Bodenwärme; und hält, nebst M'Phail, nicht dafür, daß er endlich einem Stellvertreter der Lohe entsprechen werde. Gegenwartig sind die Beispiele von dessen Anwendung zahlreicher; es ist aber noch zu wenig Zeit verstrichen und die Meinungen der Gärtner darüber sind noch zu schwankend, als daß wir im Stande wären, ihn zur allgemeinen Anwendung zu empfehlen. Zur Erwärmung d^r Atmosphäre in den Treibhäusern ist er, beinahe ohne Zweifel, der Feucrheizung vorzuziehen.
Graf Zubow, zu Petersburg, brauchte den Dampf, um eine mit Wasser angefüllte Grube oder Eisterne zu erhitzen, über welcher, in einer Entfernung von ungefähr drei Zoll, ein mit Wellcnrei- ßig bedeckter Rahmen angebracht war, auf welchen die Erde geschüttet wurde, in welche seine Ananas und andern ausländischen Gewächse gepflanzt waren. Man sagt, der Plan sey gelungen und eine heilsame Temperatur erlangt und der über dem Wellholz befindlichen Erde mitgetheilt worden, f L 2
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Hr. Gunter hat, wie schon angeführt, (Viertes Cap. XIII.) den Gebrauch des Dampfes zur Bodenwarme schon ohne Erfolg versucht.
Hr. John Hay, Gartcnbaumeister, versuchte die Anwendung des Dampfes schon 1794, als er Gärtner zu Preston-Hall bei Edinburg war, und giebt in den Denkschriften der Caledonischen Gartenbau-Gesellschaft folgende Nachricht von seinem Apparat und der Wirkung desselben. „Die Anwendung des Wasserdampfes zum Heizen der Treibhauser zog schon früh meine Aufmerksamkeit auf sich. Das erste, welches ich nach diesem Plan in Schottland entwarf und ausführte, war zu Preston-Hall in Mid-Lothian, im Jahr 1794, Das Ananas- - Fruchthaus, welches mit in der Folge der Hauser steht, nebst zwei Psirschenhäuscrn an der Westseite, war ursprünglich zur Dampfheizung eingerichtet. Ich hegte die Hoffnung, daß Dampf in einen unter dem Boden des Pflanzenbeetes angebrachten Behälter getrieben, hinsichtlich der Bodcnwärme, einen guten Stellvertreter der Lohe abgeben würde, da diese nicht näher als vier (engl.) Meilen weit zu finden, und oft schwer zu erlangen war, wenn man ihrer eben bedürfte. Andere mehr allgemeine Betrachtungen machten mir die Erlangung eines Stellvertreters der Lohe ebenfalls wünschenswert!), besonders die Nothwendigkeit des wiederholten Umsetzens der Pflanzen, um bie Warme zu erneuern, wann die Lohe im Pflanzenbeete kalt zu werden beginnt; dieses Umsetzen verursacht oft, außer der Mühe, eine Verspätung im Wachsthums der Pflanzen. Ferner, wenn die Wärme der gährenden Lohe viel über 96° (28^-°) steigt (was oft geschieht) und die Töpfe zu gleicher Zeit völlig darin stehen, so sind viele Beispiele bekannt, daß die Wurzeln der Pflanzen ver-
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brannten, und manche Pflanzen ganz und gar zu Grunde gierigen. In der That ist dies als eine der Hauptursachcn zu betrachten, warum es so vielen mit der Cultur dieser köstlichen Frucht nicht gelingen milch In der Absicht, > den obigen Unfällen vorzubeugen, wurde der Boden des Ananas-Frucht- hauses so eingerichtet, daß sich eine Kammer darunter befand, in welche Dampf durch kupferne und bleierne Röhren geleitet wurde, die von dem hinter dem Hause angebrachten Dampfkessel auSgiengen; die Decke dieser Kammer bestand aus Stäben, auf welche breite Schicferplatten nur lose gelegt waren, vhne die bleibenden Zwischenraume auszufüllen. Späterhin erkannte ich dies für einen Fehler, denn der Dampf drang durch die Ocffnungcn zwischen den Schieferplatten, verdichtete sich hier und theilte dem Boden der Töpfe zu viel Feuchtigkeit mit; ich fand aber, daß der Dampf hinlängliche Wärme lieferte um das Pflanzenbeet zu erwarmen, wenn der Boden desselben dicht wäre. Ich gab daher diesen Plan auf, hatte aber dort keine Gelegenheit fernere Versuche über diesen Gegenstand anzustellen. Aus demselben Dampfkessel leitete ich mit Dampfhähnen versehene Röhren in die beiden anliegenden Psir- schenhauser, die sie ihrer ganzen Länge (101 Fuß 6 Zoll) nach, durchliefen. Vermittelst dieser Röhren wurden die Psirschenhäuser regelmäßig, jeden Tag beinahe eine Stunde lang, mit Wasserdampf angefüllt, wann die Pflanzen blühcten oder Frucht ansetzten. Zu dieser Zeit ist, wie ich hier bemerken kann, das Dampfgeben sehr wichtig. In spätern Zeiten, wo mir ein Dampfapparat hierzu mangelte, erfüllte ich doch immer das Psirschenhaus mit Dampf, wozu ich mich eines großen Stückes von gegossenem Eisen bediente, das in einem der Lesen roth glü-
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hend gemacht und dann in einen beinahe ganz mit Wasser gefüllten blechernen Eimer gesteckt wurde; so lösete sich beinahe alles darin befindliche Wasser in Dampf auf. Es gelang mir immer, so lange ich die Gärtnerei trieb, eine reichliche Pfirschen- Ernte zu erzielen, und ich glaube, daß ich dies gro- ßcnthcils der Aufmerksamkeit verdankte, welche ich dem Dampfgeben widmete."
„Spaterhin erbaute ich zur Dampfheizung eingerichtete Ananashäuser, für John Hervey, Esg. von Castlefemple; und cineS der Pstanzenbeete mit einem dichten Boden versehen, hatte eine Kammer unter sich, in welche Dampf getrieben wurde, durch Röhren von gegossenem Eisen. Ungefähr um dieselbe Zeit wurde ich von Sir Hcw Hamilton Dal- rymple (durch Hrn. James Dodds, seinen Gärtner) gebraucht, seine Ananashäuser zu Bargany zu untersuchen, ob ich sie einer Verbesserung fähig hielte, da es ihm bisher mit den Ananas nicht so gelungen war, als er erwartete. Eine Hauptursache war die Schwierigkeit, Lohe zu bekommen. Auf meinen Bericht sollte es ankommen, ob die Ananaszucht ganz aufzugeben, oder eine Verbesserung der Häuser vorzunehmen sey."
„Nach vorgenommener Untersuchung rieth ich, die Häuser mit Dampf zu heitzen; und statt der Lohe den Boden des Pflanzcnbeetes ebenfalls mit Dampf zu erwärmen." Dieser Rath wurde angenommen, und anderthalb Jahre nach der Ausführung des Plans, giebt der Gärtner, Hr. James Dodds, folgende Nachricht von dessen Gelingen.
„Es sind nun anderthalb Jahre, seit ich zuerst anfieng die Ananashäuser hier mit Dampf zu heitzen. Ich war daher im Stande hübsche Versuche damit anzustellen, und bin völlig überzeugt, daß die
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Dampfheizung der alten Methode durch Feuerkanälc zu erwärmen, vorzuziehen ist. Ich habe gefunden, die Pflanzen wachsen üppiger, und bleiben von Jn- secten jeder Art vollkommen rein. Bekanntlich ist die vom Dampfe entstehende feuchte Warme, allen Arten von Gewürme nachtheilig. Die Heizung mit Dampf ist außerdem auch ökonomischer: unsere Ana- nashauser hier sind siebenzig Fuß lang; sonst bedürfte es zwei Feuer um die Atmosphäre bei dem gehörigen Wärmegrad zu erhalten, da hingegen nach der neuen Methode mit Dampf zu heizen, ein Feuer u»rer dem Dampfkessel hinreicht, ausgenommen in sehr kalten Nachten, wo ich es nothwendig gesunden habe, den Heizkanal nach alter Art, durch ein kleines im Ofen angezündetes Feuer zu erwarmen, um dem Niederfallen des Dampfes in den Morgenstunden zu begegnen; dies «geschahe aber nur im Fruchthause wahrend der Frühlingsmonate, wann die Ananas ihre Früchte zu zeigen anfangen. Kurz, ich habe keine Schwierigkeit gefunden, die Warme des Hauses bei sechzig Graden (l2Z-° n N.) zu erhalten, wenn Abends zehn Uhr, und des Morgens um sechs Uhr, Feuer unter den Dampfkessel gemacht wird.
„Was die ebenfalls durch Dampf aus demselben Kessel erregte Bodenwarme für die Ananas anlangt, so finde ich, daß wenn der Dampf cewa zwei Stunden lang des Tags in die unter dem Pflan- zenbecte befindliche Kammer gelassen wird, das Beet fortwährend eine Temperatur von neunzig bis fünf und neunzig Graden (26° bis 28° n. R.) behalt/welche, wie ich gefunden habe, so hoch ist, als die Wurzeln der Pflanzen zu ertragen im Stande sind. Ich würde daher neunzig Grad als den festgesetzten Wärmegrad angeben, den ich selbst angenommen
habe, da ich eine Ab - und Zunahme gestattete. Wäre unser Folgehaus, eben so wie das Fruchthauc, zur Dampfheizung geändert morden, wozu der Dampfkessel vollkommen hinreicht, so würde allem die Ersparnis an Lohe mehr betragen haben, als die Interessen von alle dem Gelde, welches die Errichtung des ganzen Dampfapparats gekostet hat."
„Obiges ist meine aufrichtige Meinung von der Sache, so weit als die Erfahrung mich in den Stand gesetzt hat, darüber'zu sprechen. Ich binw.
„James Dodds."
In Schottland sind die besten Treibhauser zur Verbindung der Ananas- und Weinzucht von Hrn. Hay erbauet worden, wovon die des Lords Dun- can, zu Lundie-House, bei Dundcc, und des Gra- fens Roseberry, zu Dulmeny-Park bei Edinburg, schöne Beispiele liesern.
Als Stellvertreter der Lohe, sind Blätter die gewöhnliche Aushülfe, aber jeder vegetabilische Stoff, der langsam in Fäulniß übergeht, läßt sich hierzu anwenden, z. B. klein gehackte Zweige von Hecken oder Unterholze, Holzabfälle, Sägespäne w. und in Schottland hat man gefunden, daß die Abfälle bei der Flachsbereitung eine mäßige Wärme auf längere Zeit unterhalten, als jedes andere Material.
Das Verfahren, die im alten Stock oder der Pflanze verbleibende Kraft, nachdem die Frucht abgeschnitten ist, auf eine gewisse Zeit lang zur Ernährung eines oder mehrerer daran gewachsener Schößlinge zu benutzen, wurde von Speechly in Ausübung gebracht; aber schwerlich so im Großen, wie es in der letzten Zeit getrieben worden ist. Wir halten dies für eine beträchtliche Verbesserung, wenn man gewisse Schranken dabei nicht überschreitet; aber zu weit getrieben, würde das, was man durch das frühere Zruchtbrin-
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gen des Schößlings gewönne, durch die Verspätung der eigenen Schößlinge der Pflanze, wieder verloren werden.
Am 3. Nov. 1818 wurde der Gartenbau- Gesellschaft eine von Peter Marsland, Esg von Woodbank bei Stockport, gezogene KönigimAnanas überreicht. Sie wog drei Pfund vierzehn Unzen, maß sicbcnzehn Zoll im Umfange, und war von besonders gutem Geschmack. Das Besondere dieser Ananas bestand darin, daß sie das Erzeugnis; eines Schößlings war, der nur sechs Monate zuvor, ehe die Frucht abgeschnitten wurde, von der Mutterpflanze genommen war. Die Pflanze, auf welcher der Schößling wuchs, hatte eine Frucht gebracht, die im Oetober 1817 war abgeschnitten worden; den alten Stangel mit dem ansitzenden Schößling hatte man bis in den Monat Mai 1818 im Anauasbeete stehen lassen; um diese Zeit wurde der Schößling abgebrochen, in einen Topf gepflanzt und in ein frisches Lohbect gesetzt; bald darauf erschien die Frucht, welche im Laufe von vier Monaten die oben angegebene Größe und Gewickt erlangte. Hr. Marsland übt das Verfahren Ananas auf diese Art zu ziehen, mit eben so viel Glück als Schnelligkeit. Seine Häuser werden alle mit Dampf geheizt.
Am 17. Oct. 1819 wurden Proben von der New-Providence, der kugelförmigen, der schwarzen Antigua, und der Enville überreicht, welche alle auf eine der obigen ahnliche Art erzeugt waren. Peter Marsland führt an, daß „obgleich nicht von der größcsten Art, sie doch, was die Schönheit der Gestalt und die Güte des Geschmacks betrifft, einer in längerer Zeit zur Vollkommenheit gebrachten Frucht, nichts nachgeben würden." Der Erfolg welchen die Methode dieses Herrn, „die Ananas so zu behan-
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dein, daß man gewiß ist binnen Jahresfrist von der Zeit des Abschneidens der vorgängigen Frucht, eine neue zu erzeugen, gehabt hat, ist vollkommen befriedigend gefunden worden;" und Folgendes ist sein Bericht davon. „Im November 1819, so bald als die Früchte von den Pflanzen abgeschnitten waren, die damals ein Mer von zwei Jahren hatten, wurden von den alten Stöcken die Blatter alle abgestreift, und nichts daran gelassen als ein einziger Schößling an jedem, und zwar immer der stärkste; sie wurden nun in ein Haus gestellt, wo die Warme ungefähr sechzig Grad (12^" n. R.) war, und blieben daselbst bis in den März 1820. Zu dieser Zeit wurden die Schößlinge von den alten Stöcken abgebrochen und, je nach ihrer verschiedenen Größe, in Töpfe von acht bis zwölf Zoll im Durchmesser, gepflanzt. Es wird jedoch schicklich seyn, hier zu bemerken, daß die Länge der Zeit, welche die jungen Schößlinge an der Mutterpflanze bleiben dürfen, einigermaßen von der Ananas-Sorte abhängt; die spät Frucht tragenden, wie die schwarze Antigua und andere, erfordern eine längere Zeit, als die Königin und überhaupt diejenigen die bald Frucht bringen.
„Nach geschehener Einpflanzung der Schößlinge, wurden sie aus dem Hause, wo sie so lange als sie noch am alten Stocke saßen, geblieben waren, in ein anderes gebracht, wo die Temperatur auf
(19" nach R.) erhöhet war. Unmittelbar nachher, als sie Wurzeln geschlagen hatten, zeigte sich an den größten der Schößlinge die Frucht, welche gut anschwoll und zwischen August und November reifte, im Durchschnitt, nach zehn Monaten von der Zeit an, wo von der alten Pflanze die Frucht geschnitten wurde, und nach sieben Monaten von der
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Einpflanzung des Schößlings a» gerechnet. Die so erzeugte Frucht, obgleich, wie sich erwarten läßt, nicht von der größesten, habe ich ohne Ausnahme köstlicher und höher von Geschmack gefunden, als die auf ältern Pflanzen gewachsenen. Die weniger starken Schößlinge werden nicht in derselben Jahreszeit Frucht ansetzen, aber in der folgenden werden sie eine gute Frucht liefern, und kräftige Schößlinge zur Ergänzung im nächsten Jahre. Diejenigen Schößlinge sind vorzuziehen, welche auf Pflanzen gewachsen sind, die ihre Frucht im November gereift haben, denn diejenigen, welche von Pflanzen genommen sind, deren Frucht im August, oder noch früher, ist abgeschnitten worden, sind fähig, im Januar oder Februar Frucht anzusetzen, während sie noch an der Mutterpflanze sind. Aber zu jeder Zeit wann dies geschieht, sollte der Schößling, so bald man es bemerkt, abgebrochen und in einen Topf gesetzt werden, damit er eigene Wurzeln treibt, zur Unterhaltung seiner Frucht."
Dieser Versuch zeigt, was sich ausrichten läßt; obgleich in die Augen fallen muß, daß ein beträchtlicher Theil der Zeitersparniß durch die geringe Größe der Frucht wieder verloren geht. Unserer Meinung nach hat Hr. Baldwin den rechten Gebrauch dieses Verfahrens getroffen, dessen Hauptgrundsatz, wie schon bemerkt, in der Benutzung der sonst verloren gegangenen Kraft des alten Stockes besteht. Er trachtet dahin, mäßig große Früchte zu erzeugen, und Schößlinge von solcher Stärke zu haben, daß sie, wenn die Reihe an sie kommt, im Stande sind, andere kräftige Schößlinge zu treiben, die ihnen wieder folgen. Um dem nachzuhelfen, behäufelt er die alten Stöcke oft, so daß das untere Ende der Schößlinge mit Erde bedeckt wird; indem er sie nun nach
und nach abdrehet, so erhalt er hierdurch für dieselben einen guten Vorrat!) von Wurzeln, bevor er sie zu selbststandigen Pflanzen macht.
Wo die Wärme des gährcndcn Pferdedüngers
angewendet werden soll, würden wir zum Versuch
eine Grube empfehlen, welche I. West, von Castle Ashby, in Northamptonshire, erfunden hat (biZ. 19). Eine neunjährige Erfahrung setzt den Erfinder in den Stand, dieselben wegen der Nettigkeit im Aeu- ßcrn, und der Leichtigkeit mit welcher man den Wärmegrad durchaus in seiner Gewalt hat, zum Treiben des Spargels, der Erdbeere und der feinsten Gurkcnarten, zu empfehlen. Durch eine größere Erhöhung der Mauern über die Oberfläche der Erde, würde eine solche Grube, wie leicht in die Augen fällt, sich eben so gut zum Treiben der Ananas und anderer hohen Pflanzen oder Buschwerk gebrauchen lassen.
Der Dünger hat seinen Platz in einer Kammer (bl), welche drei und einen halben Fuß tief und ungefähr achtzehn Zoll unter der Oberflache ist; die Mauern ((?) welche dieselbe umgeben, sind neun Zoll stark und von Backsteinen; sowohl an der Vorder- als Hinterscite der Kammer ssind zwei Ocffnungen (^), jede ungefähr zwei Fuß sechs »Zoll im Quadrat, mit beweglichen Thüren, durch welche der Dünger hinein gebracht wird; die Thüren passen unten am Boden in Fugen (L), und werden oben durch einen hölzernen Nagel und Haken befestigt. Vor den Thüren ist ein kleiner Vorplatz (E) ausgegraben, und mit einer hölzernen Einfassung umgeben , hierdurch wird das Ein - und Ausbringen des Düngers erleichtert. Längs der Mitte der Kammer läuft eine Stange (O), welche beim Packen des Düngers als Richtungslinie dient; und oben
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quer über liegen auf der schmalen Kante, in Zwi- schcnraumen von zwölf Zollen, Stangen von gegos- „ senem Eisen (II), zwei Zolle breit und drei viertel ' Zoll dick, um eine Lage von dünnen Holzstecken, Reißig und Blättern (I) zu tragen, worüber die Erde (15) für die Pflanzen geschüttet wird. Dicht unter der Flache, in welcher die eisernen Stäbe liegen, sind im ganzen Umfange der Düngerkammer Löcher (Ich angebracht, die in abhängiger Richtung, t durch einen Theil der Mauer in eine Höhlung ((?) des obern Theils der Mauer gehen, die auf allen vier Seiten der Grube statt findet. In dem äußern Theile der Hintermauer sind Löcher mit Vorsetzern (Ich, um Dampf und Hitze nach Belieben, herauszulassen.
Beim Anfangen des Treibens, wird die Hälfte der Kammer der Länge nach mit Dünger angefüllt, und wenn man die Thüren verschlossen hält, wird dieser auf zwölf bis achtzehn Tage hinlängliche Hitze geben. So wie die Wärme abnimmt, wird die andere Hälfte der Kammer angefüllt, und die Temperatur dadurch unterhalten, daß man an einer oder beiden Seiten mehr Dünger oben auf bringt, so wie er sich nach und nach setzt. Wann die vereinigte Wärme beider Seiten auch nicht mehr zureichen will, so muß die zuerst gefüllte Seite ausgeleert, mit frischem Dünger vermischt und wieder hinein gebracht werden, und so fort, je nachdem es die Umstände erfordern.
Ais eine Verbesserung in der Einrichtung dieser Grube würden wir die Durchlöcherung der ganzen Seitcnmauern (IiA. 20 H vorschlagen, um dem Dampfe einen leichtern Zugang zu verschaffen als durch die einzige von Hrn. West angebrachte Reihe von Löchern geschehen kann. Wo schon Gruben nach
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Hrn. West's Plan errichtet sind, können geflochtene Hürden die Stelle solcher durchlöcherten Scitenman- ern vertreten (i'iZ'. 24 d), wie dies von Hrn. I. B. Mackay, in des Grafen de Vande Garten zu Bayswater in Anwendung gebracht worden.
Bemerkung. Alle in diesem Abschnitte vorgetragenen Verbefscrungs-Vorschläge sind entweder von der Art, daß sie nie allgemein werden können, wenn sie gelingen, wie der des Grafen Zubow; oder durch die Erfahrung noch nicht hinlänglich geprüft, um zur Nachahmung empfohlen werden zu könne», wie Hrn. Hay's Anwendung des Dampfs zur Bodenwärme. Wir überlassen ihnen daher, sich selbst einen Weg im Publicum zu bahnen, und empfehlen inzwischen, bis diese sowohl als Hrn. Knights Versuche sich etwas mehr bestätigt haben, allen denjenigen, welche die Ananas sehr vortrefflich und mit mäßigem Aufwand ziehen wollen, die Gruben und Häuser des Hrn. Baldwin oder Aiton anzunehmen, und ihr Verfahren nachzuahmen, oder das des Hrn. Andrews.
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