Druckschrift 
Das Ganze der Ananaszucht oder die verschiedenen Arten wie man Ananas gezogen hat und noch ziehet, von der ersten Einführung dieser Frucht in Europa bis zu den neuesten Verbesserungen in der Cultur derselben
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

79

ßen Wasser gewesen wären; die in das 130" war-me Wasser gelegten Pflanzen waren nicht im Ge-ringsten beschädiget; aber die in das 130" heißeWasser untergetauchten waren gänzlich vernichtet."

Äus diesem Versuche geht hervor, daß einePflanze 130 Grad Wärme, nach Fahrenheits Ther-mometer, ohne Schaden vertragen kann. Ich binzu glauben geneigt, daß kein Thier im Stande ist,eine solche Hitze zu ertragen ohne zu sterben. Esist zwar ohne Zweifel, daß sich die Jnsectcn beiheißem Wetter in freier Luft sehr schnell vermehren,besonders an den Pflrschen- und andern Bäumenan warmen Mauern, sowohl im Frühjahre, als inden Sommermonaten; und bei trocknem Wetter ver-mehren sie sich vorzüglich; in freier Luft steigt aberdie Hitze an solchen Mauern selten auf 100 Grade.Und in den heißesten Ländern der Welt, wo esPflanzen und Thiere giebt, erreicht die Temperaturder Luft im Schatten nur selten die Vlutwärme,welche ungefähr 97" (29" R.) beträgt."

Nachdem ich dies in Betrachtung gezogen undausgemacht hatte, daß eine Pflanze die Hitze von130 Graden ertragen kann, ohne Schaden zu lei-den, so nahm ich mir vor, noch einen andern Ver-such anzustellen, nämlich: zu bestimme», ob Hitzeund Wasser die Jnsectcn todten, die Pflanzen aberam Leben lassen würden. Ich dachte daher derSache nach und entschloß mich zu folgendem Ver-suche :

Im Monat Jum'us wählte ich ungefähr zwan-zig große Änanaspflanzen, von denen einige unreifeFrüchte hatten, deren Blatter, Früchte und Wur-zeln aber von Jnsecten beinahe bedeckt waren. DiesePflanzen setzte ich in ein Lohbcet, das nur eine sehrmaßige Warme besaß, mit Backsteinen eingefaßt, und