— 18 —
II.
Cultur der Ä » a » aS in Deutschla » d.
Die Deutschen lernten ihren Gartenbau vonden Hollandern, so wie ihre Landschafts-Gartenkuustvon den Franzosen. Wie es scheint haben sie dieCultur der Ananas fast unmittelbar nach ihrer Ein-führung in Holland versucht: denn nach BcckmaunsAngabe erhielt der Doctor Kaltschmidt zu Breslau,im Jahr 1702 reife Früchte, von denen er einigean den kaiserlichen Hof sandte; er sagt aber auch,daß ihre Cultur von dem Baron Münchhauscn, ei-nem großen Beförderer der Gartenkunst, der zuSchwöbber, bei Hameln in Westphalen, ein schönesGut und Garten besaß, zuerst versucht worden. Nachder Beschreibung von diesen Garten in den Nürn-berger Hesperiden, scheint es, daß sie sowohlin Erdhäusern als auch in größcrn Häusern auf Ge-stellen gezogen wurden.
Der König von Preußen hatte zu Potsdameine beträchtliche Ananastreiberci; er folgte in Al-lem dem Verfahren der Holländer, und hatte einenHolländer zum Gärtner, welcher der Treiberei zuSanssouci ausschließlich vorstand. Die Menge derGlashäuser war hier größer als irgendwo in Deutsch-land; das Ganze wurde viele Jahre lang in dergrößten Ordnung und gutem Gedeihen erhalten;aber nach des Königs Tode im Jahre 1786, kames bald in Verfall; die Glasfcnster von den Pfir-schen- und Weinhausern wurden größtentheils fort-getragen oder zerbrochen; die Ananaspflanzen wur-den vernachlässigt und es wurden ihrer von Zeitzu Zeit immer weniger. Im Jahre 1813 enthiel-ten die königlichen Gärten zu Sanssouci nur unge-fähr zwei Dutzend Ananaspflanzen, die in einem