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verstehen, und viel besser, denn wir; aber weiß nicht, aus was Ur-sache nicht öffnen." Hub meier erzählt: „Zwingst habe ihm per-sönlich, als sie einmal mit einander auf dem Graben spazirten, ge-standen, die Kindertaufe sei unrecht, ehe sie im Glauben unterrich-tet seien. Es sei vor Zeiten auch so gewesen, deßhalbcn man sieKatechumenen genannt habe; er wolle auch in seinem ArtikelbrucheMeldung davon thun, wie er es denn im XVIII. Artikel gethanhabe. Dabei sei gewesen Sebastian Ruckensperger von St. Gallen,damals Prior zu Sion bei Klingnau. Auch in einem ander» Büch-lein : „von den aufrührischen Geistern", habe er bekannt, daß die,so die Kinder taufen, kein Helles Wort in der Schrift haben, darinihnen befohlen worden, zu taufen." (Schl. und Schlthß.)
7) Oswald Mykonius, geb. zu Luzcrn 1488, hatte inRottwcil unter einem ausgezeichneten Manne und später an derHochschule in Basel einen sorgfältigen Unterricht, vorzüglich in derlateinischen Sprache (bei Wittenbach) erhalten. Durch Glarcanwurde er mit Zwingst bekannt, als dieser von Glarus einmal nachBasel kam. Von Basel bekam er einen Ruf an die Stiftsschule inZürich und vermittelte mit die Berufung Zwingli's nach dieser Stadt.Er war ein treuer Freund des großen Reformators, dessen Leben erauch mit treuer Liebe geschildert. Sein Leben beschreibt sein Schü-ler Thomas Platter.
8) Der Grundsatz, daß die Taufe nur einmal zu ertheilen sei,war in der alten Kirche allgemein anerkannt. Aber die afrikanischeund zum Theil auch die asiatische Kirche, indem sie einer vonKetzern vollzogenen Taufe den christlichen Charakter absprachen,tauften übertretende Ketzer; in der römischen Kirche wurde eine jedeTaufe, die mit dem Willen vollzogen sei, in die Christenheit auf-zunehmen, als gültig anerkannt. Bei dem zweifelhaften Charaktereiniger Sekten war das größere Recht schwer zu erweisen. Als diegehässige Wiedertaufe der Novatianer (251) dem römische» Herkom-men entgegen trat, entstand darüber ein heftiger Streit zwischender römischen und afrikanischen Kirche unter Stephanus und C»-prianus, 253—257. (Hase's Kirchengcschichte.)