Druckschrift 
5 (1843) Die Taufe
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

98

den Tanfpathen, am täglichen Kindcrtaufen, als daßihre Mütter sie geboren hätten; denn beides wissen sienur von anderen Menschen her. Nun sei bei den Chri-sten wohl so allgemein und sicher, daß man die Kindertaufe, als daß sie von den Müttern geboren werden.Darum war diese ihre Einwendung nur ein Possenspiel.Diese Hirngespinste müssen wir darum anzeigen, damitJedermann erkenne, daß sie für ihr Wicdertanfcn keinenanderen Grund anzeigen konnten, als ihre eigenen Hirn-gespinste; denis, als sie sich unterstanden, mit der StelleAct. XIX. 3, 5 zu schirmen, ward ihnen diese Waffealsogleich aus der Hand gewunden, wie die Bedeutungderselben vorher vernommen worden. Darum nahmensie zu solchen Reden ihre Zuflucht: sie wären entwederin des Papstes Taufe getauft, oder aber, sie wüßtennicht, ob sie getauft wären oder nicht. Das sind abernichts anderes als Hirngespinste, auf die man dochnicht freventlich bauen sollte bei so wichtigen Dingen,wie die Wiedertaufe es ist. Und wenn die Taufeauch nur ein äußerliches Ding ist, so soll man dochnicht irgend Etwas ohne Gottes Wort beginnen; dennwiewohl sie eine Eeremonie ist, so ist sie doch im neuenTestamente zum Zeichen des Volkes Gottes gegeben;darum soll man sie nicht wiederholen.

Aber diese Gründe der Wiedertaufe sind falsch, eitelund frevelhaft. Dieses will ich so deutlich und klardarthun, daß Niemand darin uns zu widersprechen ver-mag. Ihr Wiedertäufer wollet behaupten, daß ihrwiedertaufen könnet, weil Act. XIX. 3, 5 diejenigen,welche früher nicht recht getauft gewesen, indem sie