veßwegen doch nicht so verstanden sein will, als wennsein Amt allein darin bestünde, mit Wasser zu taufen.Denn hätte er wohl mit dem Wasser allein Erkennt-,iiß der Sünde und Reue bewirken können? Manmüßte einen lang im Wasser baden, bevor er sich selbsterkennen lernte und sich besserte, oder Christum, seinenHeiland und Tröster suchte. Darum will Johannes hiernichts Anderes sagen, als: „Ich bin ein schwaches Ge-faß, das allein die Lehre äußerlich euch nahe bringen„kann, und die äußerliche Wassertaufe verleiht, und„bin nicht so stark, daß ich die Herzen erweichen könnte:„aber der nach mir kommen wird, ist viel stärker als„ich? der vermag in die Herzen einzudringen, der wird„euch inwendig mit seinem Geiste taufen, und euch mir„seiner Liebe entflammen, oder mit Zungen begaben, :c."Diese Taufe des heil. Geistes ist nichts Anderes, alswas, Joh. VI. 44, Christus spricht: „Es kommt Nie-mand zu mir, mein Vater denn habe ihn gezogen."Und was das „Ziehen" bedeute, offenbart er bald darnachselbst, indem er spricht: „Ein Jeder, der es vom Na-„tcr gehört und gelernt hat, der kommt zu mir." Soist die innere Taufe des Geistes nichts Anderes, als dasLehren, welches Gott unseren Herzen wicderfahren läßt,und das Ziehen, womit unsere Herzen in Christo ver-tröstet und versichert werden. Diese Taufe vermag Niemandals Gott zu ertheilen; es kann auch ohne sie Niemandselig werden; aber ohne die Taufe der Lehre und desWassers kann man wohl selig werden. Beweis:Der Mörder am Kreuze ist weder äußerlich gelehrt nochgetaust worden, und ist doch selig geworden. So folgt
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