gions- und Lebensaüsichten der Völker sich durch ciueugroßen Läutcrungsprozeß im Lichte des Ehristenthumsverklären mußten. Als die nächste Masse, die vomEhristcnthume durchdrungen und überwunden werdenmußte, stellte sich das in äußerlich-kleinlicher Gesetzlich-keit und mühseliger Werkheiligkeit erstarrte Judenthumdar; sodann führte der Weg nach dem Abendlandc diechristliche Religionslehre durch jene aus der Vermischungmorgenländischer und griechischer Elemente entstandenenphantastisch-spekulativen Ansichten des Neuplatonismus —hin zur Wcltherrscherin, welche die Menschen ihrer Göt-ter und ihres Trostes beraubt, um sie beherrschen zukönnen. Wie der Strom die Farbe des Erdreiches,das er bespült, annimmt und seine Wellen oft in bun-ter Färbung dahin gleiten und die gleiche Färbung bei-bcbalten, selbst wenn sie unter dem Frosthauchc zu Eiserstarren, und die Läuterung von den trübenden Ele-menten erst dann wieder beginnt, wenn unter dem Früh-lingsbauche das starre Eis zum fließenden Wasser sichauflöst, — so erging es auch dem Christenthume. DerStrom des Heils, der von Jerusalem aus über alleLänder seine erquickenden Fluthen verbreiten sollte, wardvielfach gefärbt und getrübt durch die verschiedenartigenAnsichten und Meinungen der Völker, die er bespülte,lind als seine Fluthen unter der kalten Herrschsucht
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